Wenn du keine esoterische Disziplin bemühst und einfach immer sagst: "War ja klar, dass das passieren würde", dann nennt man dich einen Dummschwätzer und Wichtigtuer.
In weiten Bereichen der zeitgenössischen Naturwissenschaften ist genau das gang und gäbe ... man nennt das dann "chaotischen Determinismus": Im Rückblick wird da eine Kausalkette konstruiert, die zeigt, dass es nur so und nicht anders kommen konnte. In der Gegenrichtung nach vorn, also in der Prognose funktioniert das in selbstreferenziellen, nonlinearen Systemen nicht. Ich teile diese Anschauung nur sehr bedingt, da in komplexen, hochgradig vernetzten, wechselwirkenden Systemen die Konstruktion von Kausalzusammenhängen immer nur eine grobe Vereinfachung darstellt.
So meine ich, dass auch bei Schumacher zunächst einmal festzustellen ist, dass dieses dramatische Geschehen weder eindeutig bei "musste ja so kommen" noch bei "er hätte ja nicht so riskant fahren müssen, auch unter solchen Konstellationen nicht" festzumachen ist. Jedenfalls sind die astrologischen Rahmendaten, so wie hier referiert, durchaus so, dass sie punktgenau zum Geschehen passen.
Was die ethische Frage anlangt, ob man das als astrologisches Schulbeispiel hernehmen dürfe ... ich meine, dass muss jede/r für sich entscheiden. Wenn ich den Unfall von Lieschen Müller hernehme und seine Konstellationen betrachte, um daraus zu lernen, ist der Informationsgrad sicherlich genauso hoch. Schumacher war halt in vielerlei Hinsicht über Jahrzehnte öffentliche Projektionsfläche mit allen Licht- und Schattenseiten. Und es kommt dazu, dass durch die penetrante Veröffentlichung des Geschehens so ziemlich alle Rahmendaten auf dem Tisch liegen; wenn jemand Lust hätte, könnte man sich ja anhand der biografischen Daten sogar an die GZK machen.
Was mich eher berührt, ist der Zeitpunkt solcher untersuchenden Fragestellungen. Den astrologischen Lernwert hätte das auch in drei Monaten noch, und selbst wenn ich damit spekulieren würde, aus den Sternen prognostizierend zu lesen, "wie's ausgeht" (und ich stelle entschieden in Abrede, dass das möglich ist), geht es mich nichts an. Ich persönlich finde es einfach ziemlich kalt, die astrologischen Lerneffekte auszuschlachten, während jemand noch auf der Kippe zwischen Leben und Tod ist. Andererseits mag das auch abwehrender Selbstschutz sein, um das plötzliche Hereintreten der Möglichkeit des Todes ins Leben nicht zu dicht an sich herankommen zu lassen. Und es ist auch nicht legitim, jemand zu unterstellen, er/sie hätte kein Mitgefühl, weil man gleich mal in die Horoskope schaut. Im Gegensatz zum weiter oben formulierten Postulat, es könne nur ein Entweder/Oder geben, zeigt das Leben das Gegenteil: Es gibt immer das Sowohl/als auch, und zwar vielschichtig ineinander verwoben.