Liebe ist kein Einheitsmodell – Eine Replik auf den Vatikan

Ja das weiß ich. Hat trotzdem nix mit Polyamorie zu tun.

Das bezweifle ich auch nicht. Trotzdem war es schon damals ein neues Verständnis von Liebe, wie du sagst "jenseits von religiöser Dogmen." Polyamorie bedeutet, mehrere romantische und/oder sexuelle Beziehungen gleichzeitig zu führen – mit dem Wissen und der Zustimmung aller Beteiligten. Sie unterscheidet sich von Fremdgehen, da Offenheit, Ehrlichkeit und Konsens zentrale Werte sind.
 
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Poly=viele
Amorie = amore= Liebe

Darum geht es eigentlich.

Ja, das weiss ich auch. Anais Nin lebte auch viele Beziehungen gleichzeitig, auch neben dem komplizierten Dreiecksverhältnis mit Henry und June, und sie vertrat die Ansicht, dass dies unbedingt auch das Recht der Frau sei. Das alles brachte sie in ihren Tagebüchern zum Ausdruck und zeichnete damit auch einen nicht unwesentlichen Teil des Milieu der Bohémien.
 
Ein bekannter Philosoph wird interviewt und dabei auch gefragt, welches Beziehungsmodell das bessere wäre: Eine Ehe oder eine lockere Liebelei. Er denkt eine Weile nach und sagt dann:
"Beides gleichzeitig. Die Frau denkt dann, ich wäre bei meiner Geliebten, die Geliebte glaubt, ich wäre bei meiner Frau, und ich habe mehr Zeit in der Bibliothek."

Ein Physiker geht in eine Bar. Eine wunderschöne Frau setzt sich zu ihm, lächelt ihn an, und sie kommen ins Gespräch. Das Gespräch wird intensiver, intimer... und schließlich verlassen sie gemeinsam die Bar.
Morgens um 3, nach vollendetem One Night Stand, geht der Physiker geknirscht nach hause. Er nimmt sich vor, ehrlich zu sein und seiner Frau alles zu beichten.
Sie schaut ihn beleifigt und mürrisch an, und er setzt an: "Da war diese Frau in der Bar..."
Seine Frau unterbricht ihn ungeduldig: "Nun lüg nicht rum. Du warst doch nur wieder in Deinem Labor."
 
Zuletzt bearbeitet:
Das bezweifle ich auch nicht. Trotzdem war es schon damals ein neues Verständnis von Liebe, wie du sagst "jenseits von religiöser Dogmen." Polyamorie bedeutet, mehrere romantische und/oder sexuelle Beziehungen gleichzeitig zu führen – mit dem Wissen und der Zustimmung aller Beteiligten. Sie unterscheidet sich von Fremdgehen, da Offenheit, Ehrlichkeit und Konsens zentrale Werte sind.
Oh ja, toll.
Auf die Masse gesehen, rein emotional und organisatorisch immer noch zu kompliziert und zu aufwendig.
Das können so Hipster oder ewige Stundenten bringen, die entweder Geld, Gleitzeit und/oder gefühlt öfter den halben Tag frei haben. Meistens ohne Kinder. Aus der Szene kommt es nämlich auch.
Oder halt Schriftsteller und andereitig Kulturschaffende.
Scheinbar hatten (Anais Nin, Hnery Miller etc.) oder haben die sehr viel Zeit und waren/sind insgesamt im Alltag etwas unterfordert.


Deswegen bezweifle ich, dass das über eine gewisse Szene an Privilegierten je hinausgehen wird und ein
Gesellschaftsmodell.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein bekannter Philosoph wird interviewt und dabei auch gefragt, welches Beziehungsmodell das bessere wäre: Eine Ehe oder eine lockere Liebelei. Er denkt eine Weile nach und sagt dann:
"Beides gleichzeitig. Die Frau denkt dann, ich wäre bei meiner Geliebten, die Geliebte glaubt, ich wäre bei meiner Frau, und ich habe mehr Zeit in der Bibliothek."

Ein Physiker geht in eine Bar. Eine wunderschöne Frau setzt sich zu ihm, lächelt ihn an, und sie kommen ins Gespräch. Das Gespräch wird intensiver, intimer... und schließlich verlassen sie gemeinsam die Bar.
Morgens um 3, nach vollendetem One Night Stand, geht der Physiker geknirscht nach hause. Er nimmt sich vor, ehrlich zu sein und seiner Frau alles zu beichten.
Sie schaut ihn beleifigt und mürrisch an, und er setzt an: "Da war diese Frau in der Bar..."
Seine Frau unterbricht ihn ungeduldig: "Nun lüg nicht rum. Du warst doch nur wieder in Deinem Labor."
Mit Hausfreund als Ehefrau ist es auch so eine Sache:
Der Eine verlässt sich auf den Anderem....
/s
 
Er nimmt sich vor, ehrlich zu sein und seiner Frau alles zu beichten.
Mal abgesehen von dem Scherz: Wozu, frage ich mich immer?
Was soll diese Beichterei von Seitensprüngen? Nur belastend und anstrengend.
Ich hätte darauf keinen Bock, dass ein Mann mir sowas beichtet.
Damit er sich besser fühlt und ich mich schlechter?
Das soll er mit sich selbst abmachen, ob es etwas ist, was unsere Beziehung gefährdet.
Wenn nicht, will ich es nicht wissen.
Sein Gewissen ist ebenfalls nicht mein Problem sondern auch seins.
Wenn ich es rauskriege, muss er halt damit rechnen, dass ich die Konsequenzen ziehe.
Das muss er auch vorher mit sich selbst abmachen, ob er das Risiko eingehen will, mich soll
das ebenfalls nicht belasten.
Also, entweder er ist so geschickt, dass ich es nicht merke, dann nimmt er mir ja auch
nichts weg (sonst würde ich ja was merken), oder er lässt es halt.
 
Deswegen bezweifle ich, dass das über eine gewisse Szene an Privilegierten je hinausgehen wird und ein
Gesellschaftsmodell.

Keine Ahnung. Aber die KInderlosigkeit einer Frau wird ja schon als befremdlich empfunden - ausser sie ist Akademikerin oder schafft es vielleicht in die Chefetage, dann ist das natürlich was anderes- ganz zu schweigen von Frauen mit einem jüngeren Mann, das ist doch immer noch ein Tabu und wird belächelt. Das Thema ist aber halt auch nicht auf Tictoc zu finden, nehme ich an. Konservatismus und fehlende Toleranz sind breitgefächert, auch was Liebesbeziehungen/Partnerschaft anbelangt.
 
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Keine Ahnung. Aber die KInderlosigkeit einer Frau wird ja schon als befremdlich empfunden - ausser sie ist Akademikerin oder schafft es vielleicht in die Chefetage, dann ist das natürlich was anderes- ganz zu schweigen von Frauen mit einem jüngeren Mann, das ist doch immer noch ein Tabu und wird belächelt. Das Thema ist aber halt auch nicht auf Tictoc zu finden, nehme ich an. Konservatismus und fehlende Toleranz sind breitgefächert, auch was Liebesbeziehungen/Partnerschaft anbelangt.
Mir ging es überhaupt nicht um moralische Bewertungen.
Die sind mir völlig schnurz.
Sondern schlicht darum, wer für Polyamorie überhaupt Zeit und Raum hat im Leben.
 
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