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Künstlich am ,,Leben" halten

Dieses Thema im Forum "Sterben, Tod, Leben nach dem Tod" wurde erstellt von evy52, 5. November 2004.

  1. atoronja

    atoronja Mitglied

    Registriert seit:
    9. Juli 2004
    Beiträge:
    162
    Ort:
    Berlin
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    Koma?Bei ihm stand tiefem Koma,heute wird geschrieben er liegt in einem noch tieferem Koma.Was ist da für ein unterschied?Ich dachte immer Koma ist Koma oder man ist Hirntod.lg atoronja
     
  2. Ninja

    Ninja Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. Juni 2004
    Beiträge:
    5.670
    Ort:
    Salzburg
    Ich hatte zehn Jahre lang beruflich mit Nierentransplantierte zu tun gehabt, und jeder war dankbar durch die neue Niere wieder frei von der Dialyse zu sein. ( 3x in der Woche für 3 Stunden Dialyse)
    Wenn man selbst davon betroffen ist oder Angehörige / Freunde hat, dann sieht man so ein Thema oft anders.

    In der Medizin von heute werden nun mal "lebenserhaltende" Maßnahmen verlangt, jeder Arzt käme recht schnell mit dem Gesetz in Konflikt wenn er keine Hilfe anbieten würde.
    Die Intensivmedizin kostet sehr viel Geld, ich glaube kaum daß nur aus Spaß oder Sonstigem die Menschen intubiert werden.
    Es gibt sehr viele die nach einem Koma wieder am Leben waren, oft sogar ohne Einschränkungen, ich weiß nicht, was die dazu gesagt hätten, wenn man ihnen einfach nicht geholfen hätte.

    Bezüglich Arafat: das ist rein politisch; im Grunde genommen ist er schon tot, doch haben die alle Angst wegen eventueller Unruhen die dann kommen könnten.
     
  3. Elisabetha

    Elisabetha Mitglied

    Registriert seit:
    5. November 2004
    Beiträge:
    782
    Ort:
    Mühlviertel
    @ ninja

    ich weis ja nicht ob du mit deiner Antwort auf mich anspielst, aber wenn dann hast du mich falsch verstanden. So hab ich das ja net gemeint....

    Wenns um Patienten geht die keine schwere Grunderkrankung haben (da mein ich zb Krebs usw) und zb nach Unfällen auf der Intensiv landen ist das ja was ganz anderes.
    Ich hab nur schon oft erlebt das Patienten die sowieso zb Lungentumore haben oder eine schwere COPD oder so und eigentlich in der letzten Phase ihres Lebens sind zum Teil von unerfahrenen Ärzten reanimiert und intubiert werden - anstatt sie in Frieden gehen zu lassen. Wenn solche Leute auf der Intensiv landen und ihnen somit ein würdevolles Abschiednehmen und die letzten Tage mit den Angehörigen genommen werden, weil sie im Tiefschlaf und intubiert sind, weis ich net ob das sinnvoll ist. Darauf hab ich mit der Patientenerklärung angespielt.... aber wenn du im Krankenhaus gearbeitet hast, hast du so ähnliches sicher a a mal erlebt....

    Das Komapatienten wieder aufwachen und es ihnen nachher wieder gut geht weis ich eh, nur wenn das Patienten sind die so zu sagen Palliativpatienten sind ist sowas fehl am Platz und nur falscher Stolz von manchen (einzelnen) Ärzten. Findest nicht?

    Lg Elisabetha
     
  4. Ninja

    Ninja Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. Juni 2004
    Beiträge:
    5.670
    Ort:
    Salzburg
    Liebe Elisabetha!

    Nein, mein Beitrag war allgemein gerichtet, nicht persönlich an Dich, sonst hätte ich ja Deinen Namen erwähnt :kiss3:


    Da gebe ich Dir zum Teil recht, das hat oft mit unerfahrenen Ärzten zu tun, nur hatten wir oft auf meiner ehemaligen Station die "Abmachung" nicht zu reanimieren, mit Absprache der Angehörigen und es mußte auf der Fieberkurve vermerkt sein, wegen dem Gesetz.

    In der Praxis gibt es da oft sehr viele turbulente Ereignisse, die natürlich nicht jeder Außenstehende mitbekommt. Eine "allgemeine" Sache würde ich Dir gerne berichten, ohne daß ich mein Berufsgeheimnis verletze:
    Oft kamen die Angehörigen Tag und Nacht zu uns auf die Klinik bishin zum Klinikchef und machten uns/ihm wirklich oft das Leben "schwer", die wimmerten und bettelten ihre Lieben ja nicht sterben zu lassen, alles zu probieren um sie zu retten. ( Obwohl oft der betroffene Patient sehr wohl zugestimmt hätte "friedlich" zu sterben) Ich kenne wirklich beide Seiten. Einerseits bin ich persönlich voll dafür eines natürlichen Todes sterben zu können oder mit Hilfe von Medikamenten schmerzfrei zu sein, andererseits kenne ich die Problematik der Angehörigen daß sie nicht loslassen können, und auch da verstehe ich viele, denn ich sah auch viele junge Leute sterben.



    Ich kann nur für das Krankenhaus sprechen wo ich war, und ich hatte auch mit Intensivmediziner zu tun und selbst mit ihnen ein paar mal reanimiert. In solchen Situationen geht es wirklich nicht um sein Ego, man ist da wirklich in einer Extremsituation. Das mit dem falschen Stolz kenne ich eher von diversen Fachärzten. Ich glaube schon, daß die meisten schon einsehen, daß sie nicht Gott sein können und abschätzen was medizinisch machbar ist, nur man kann nie voraussehen oder fix sagen wie sich das Gesundheitsbild abzeichnen wird.
    Oft sind die Verletzungen oder Krankheiten so intensiv, daß der Mensch auch ohne zu tun verstirbt. Und was man nicht vergessen darf, wo Menschen arbeiten wird es (leider) immer Fehler geben.

    Liebe Grüße :winken5: :winken5:
     
  5. timmi

    timmi Mitglied

    Registriert seit:
    28. September 2004
    Beiträge:
    172
    Hallo Freunde,
    liebe Elisabetha,

    das mit der Patientenverfügung gibt es natürlich in Deutschland auch, aber es ist irgendwie mit der Einhaltung ziemlich kompliziert.
    Bsp. aus Realität: Jemand liegt im Wachkoma und hat so eine Verfügung abgeschlossen. Die Angehörigen möchten irgendwann, dass abgeschaltet wird und bezahlen für die Pflege im Wachkomo Unsummen bis zum finanziellen Ruin. Bevor irgendwas passiert wird eine Art offizieller Betreuer eingesetzt, der dann durchsetzt, dass die Patientenverfügung nicht ausgeführt wird. So ist das gewesen.

    Diese Frage und die Handhabung dieser Verfügungen ist ganz aktuelles Thema der Politik. Hoffentlich kommt da mal was heraus.

    Und ich sage nochmal, alle, denen Organspenden und Gerätemedizin geholfen haben, sind für mich der Beweis, dass auch in der Medizin Weiterentwicklung gut ist. Man muss eben maßhalten und auch Sterbehilfe sollte kein Tabuthema sein.

    Liebe Grüße
    Andrea
     
  6. Elisabetha

    Elisabetha Mitglied

    Registriert seit:
    5. November 2004
    Beiträge:
    782
    Ort:
    Mühlviertel
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    Liebe Ninja!

    Auf meiner Station gibt es auch immer einige Patienten wo, mit Einverständnis natürlich, nicht mehr reanimiert wird.
    Wie du anscheinend raus gehört hast, arbeite ich auf einer Fachabteilung und gerade in letzter Zeit hab ich da manchmal meine Probleme mit einem unserer Ärzte.... Die Frage, ob bei einem Patienten die Reanimation nicht mehr gemacht wird wimmelt er oft einfach ab und äussert sich dazu nicht, oder sagt sogar "naja, wenns soweit ist dann rennt halt nicht so schnell". :escape:
    Ich geb mich damit dann nicht zufrieden und versuche mit ihm darüber zu reden, nur krieg ich von ihm nie eine gscheite Antwort. Das ganze ist dann schon so gewesen, dass ich Nachtdienst hatte und ein solcher Patient, bei dem der Alarm nicht gestrichen war (wo der Patient und die Angehörigen eigentlich nichts dagegen gehabt hätten) dann trotz einer Krebserkrankung und einem schlechten Allgemeinzustand reanimiert worden ist und die letzten drei Wochen seines Lebens intubiert auf der Intensiv lag....

    Das Angehörige nicht loslassen können erlebe ich auch fast täglich, gerade wenn der Patient noch jung ist. Sobald eine "schlimme" Diagnose gestellt wurde führen wir eigentlich auch immer Gespräche mit den Angehörigen und betreuen sie weiterhin a bissi mit. Da gibt es in dem Krankenhaus wo ich arbeite ein eigenes Team, das sich speziell damit auseinander setzt und es versucht den Angehörigen ein wenig leichter zu machen.

    Zum Glück glauben die meisten Ärzte nicht das sie Gott sind, nur habe ich auch schon Sätze gehört wie "wenn ich Dienst hab dann stirbt der nicht!" und dann ist wieder reanimiert worden....

    Finde es interessant ein bissi zu hören wie es wo anders abläuft! :kiss3:


    @ Andrea
    Das es dieses Problem mit den Patientenerklärungen gibt habe ich schon gehört. Ich weis nur das es rechtlich Bindend (!!!) ist wenn diese Erklärung vom Patieten und von einem Zeugen unterschrieben wird.
    Ich hoff das unsere Damen und Herren Politiker da eine gscheite Richtlinie finden werden. (in Österreich wird da auch viel drüber geredet, aber noch nichts fix entschieden)


    LG Elisabetha
     
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