innerer und äusserer raum

Darf ich auch antworten, bitte?

Man hat dann das Bedürfnis, etwas zu ändern- etwas anders machen zu wollen als bisher. Sobald nämlich etwas wirklich gut ist, belässt man es doch dabei oder?

hey sayalla :umarmen:

aber klar darfst du antworten, hihi...
ist ja öffentlicher raum hier, einer für alle, alle für einen :)

zur zeit sehe ich das mit dem leiden so, dass es vor allem daraus entsteht, dass etwas wirklich gut sein muss, bevor man es sein/existieren lässt.
also, das innere leiden, das seelische leiden entsteht so...

das körperliche, emotionale etc leiden ist ein anderes paar schuhe, find ich. wenn da was drückt, dann sollt man sich ein neues paar kaufen, den grossen zeh abschneiden wie die eine schwester in aschenbrödel, oder barfuss laufen,
also lösungen suchen.

aber die seele betrifft das meiner meinung nach weniger.
die seele tanzt auf einer anderen hochzeit, in gläsernen pantoffeln, die ganze nacht...

kicher...
 
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Gut, das ist importierte mystische Dogmatik aus der Heimat der Todessehnsucht, mit der üblichen Verteufelung des Ich. Ich schätze mich hier traurig, der einzige Spirituelle zu sein, dessen Vorstellung von Glück nicht darin besteht, vollständig aus jeder Form von Existenz zu verschwinden. Daher bin ich hier auch der einzige Spirituelle, der sich nicht in hinduistischen oder buddhistischen Systemen suhlt wie einst seine Vorfahren in christlichen.

Wer sollte denn auch sonst über seine, subjektiv rückblickend als solche interpretierten, Ausflüge ins „Nirwana“ berichten können – wenn nicht das jeweilige individuelle Ich, das einem anderen individuellen Ich etwas von dieser potentiell „beglückenden“ Ichlosigkeit vorschwärmt!?

Der Legende nach will ja sogar der Buddha noch so lange mit seinem endgültigen Verlöschen in Trennungslosigkeit warten – bis zuvor auch das letzte fühlende Wesen vom Kreislauf des Werdens und Vergehens „erlöst“ ist.
Wenn’s eh bloß Maya, Illusion ist – hätte er doch mit „gutem Beispiel“ vorangehen, und sich konsequenter Weise komplett vom Acker machen sollen, finde ich. :D
 
Das kann ich grad nicht nachvollziehen.:)

nuja, weil man sich dann in einer ewigen baustelle verliert...
mich fasziniert die möglichkeit, die baustelle, nein, nicht aufzugeben,
sondern einfach baustelle sein zu lassen.

probleme haben und sie zu lösen zu versuchen, klar.
aber sie sind nicht das problem :D,
sondern die idee, dass man irgendwann das letzte problem gelöst haben wird ist das problem
 
nuja, weil man sich dann in einer ewigen baustelle verliert...
mich fasziniert die möglichkeit, die baustelle, nein, nicht aufzugeben,
sondern einfach baustelle sein zu lassen.

probleme haben und sie zu lösen zu versuchen, klar.
aber sie sind nicht das problem :D,
sondern die idee, dass man irgendwann das letzte problem gelöst haben wird ist das problem

Ah, jetzt daemmerts! :danke: für die Erklärung :umarmen:
 
Es ist meist so, daß "Spiritualität" ein bloßer Egotrip ist. Deshalb ist er auch ziemlich wertlos, wenn man Leiden nicht erkennt.
Da stimme ich dir sogar zu, jedoch sehe ich den sogenannten Egotrip nicht negativ und bin auch nicht der Ansicht, dass, wer Leiden erkenne, zwangsläufig dessen bedingungslose Auflösung erstrebe. Leid, wie wir es gemeinhin verstehen, ist zuvörderst ein physisches Konzept und kann auch willentlich gesucht werden, um den Geist aus der Körperlichkeit freizubrennen. Dies wäre dann ein tendenziell gnostisches Konzept und etwas weniger östlich als die Lehre, der du anhängst.

Im gegebenen Zusammenhang sollten wir auch bedenken, dass Leiden aus der Sicht des in eine Geschichte Eingebundenen ein Übel ist, aus der Sicht des Autors jedoch ein spannungsbildendes Element, weshalb es von einer hypothetischen außerfleischlichen Ebene betrachtet keinen Grund gäbe, Leiden aufzulösen. Der schöpferische Träumer hat ebenso wie der Schriftsteller sogar Freude daran, Leben zu zerstören und Welten untergehen zu lassen.

Als Figur eines Träumers, die dessen grausamen Späßen ausgeliefert ist, leide ich natürlich darunter, verstehe ich auch den Wunsch, sich aus dem Traum zu verabschieden. Nur erahne ich eben die Möglichkeit, den Traum zu verlassen, ohne aus meiner Existenz zu verschwinden, und stattdessen selbst Träumer zu werden, oder Schöpfer, sprich: Gott.

Dies ist meine persönliche spirituelle Perversion. In der Magie nennt man sie heutzutage LHP.
 
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Dies ist meine persönliche spirituelle Perversion. In der Magie nennt man sie heutzutage LHP.

Ist spiritualität denn an ein bestimmtes konzept, moral, etc. gekoppelt oder wieso bezeichnest du deine spirituelle sichtweise als pervertiert? Pervers ist doch nur, wo wir dem gegenüber eine andere sichtweise als (einzig) richtig, als übergeordnet bezeichnen, oder? Wären in unseren augen alles spielformen, gäbe es auch nichts 'verdrehtes' mehr.

Gute nacht:)
 
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Ist spiritualität denn an ein bestimmtes konzept, moral, etc. gekoppelt oder wieso bezeichnest du deine spirituelle sichtweise als pervertiert?
Reine Koketterie.

Wären in unseren augen alles spielformen, gäbe es auch nichts 'verdrehtes' mehr.
Richtig, und ich bin sehr dafür. Nur habe ich zumindest das Gefühl, dass es vielen Usern hier vorrangig darum geht, andere User zu belehren. Rangkämpfe (bzw. Simulationen von Rangkämpfen), wo man hinsieht. Und es fällt mir schwer, magische oder mystische Systeme als prinzipiell gleichberechtigt zu behandeln, wenn deren Vertreter mir dieses Zugeständnis verweigern, ganz besonders dann, wenn es sich um User handelt, die von sich behaupten, ihr Ego überwunden zu haben.

Wäre die Magie eine exakte Wissenschaft, spräche nichts gegen fundierte Belehrungen. Sie ist aber keine exakte Wissenschaft und wird auch nie eine sein. Sie ist eine verdammte Kunst, die Kunst der Psyche, wenn man so will (oder abwertend formuliert: suggestive Spekulation), und kann als solche keine verbindlichen Gesetze kennen. Hierin liegt der Ärger begründet, den ich in diesem Forum oft empfinde.
 
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