Osho hat nicht nur die Schickeria angesprochen sondern den "westlichen Menschen" und opti - gebs doch zu, du kannst Osho nur deshalb nicht leiden, weil er die sexuelle Energie als grundlegend für das menschliche Leben ansah er hat mit Sicherheit viele Menschen auf die spirituelle Reise gebracht
Er ging den Weg der Offenheit, der Öffnung, der Annahme von dem was IST - und er ging es in einem Gefühl der Wärme, Herzlichkeit und Freude
Was nicht heißt dass das Leben nur unbeschwert und locker-easy ist, aber der Fokus liegt woanders - in seinen Meditationen und Seminaren ging und geht es durchaus auch ans Eingemachte
LGInti
Inti, ich mag Osho eigentlich sehr gerne und er hatte in meiner spirituellen Entwicklung einen sehr wichtigen Platz. Es ist richtig, dass er bei vielen Menschen das Interesse für Spiritualität geweckt hat. So auch bei mir. Eine lange Zeit war ich von Osho begeistert, aber seitdem ich mich ernsthaft mit Yoga beschäftigt habe, ist mir sehr deutlich geworden, dass Osho spirituell gesehen an der Oberfläche schwimmt. Er kann für Anfänger das Sprungbrett zur Spiritualität sein. Aber ich würde seinen Weg nicht als einen ernstzunehmenden spirituellen Pfad betrachten.
Schaut man sich Oshos eigenen spirituellen Weg an, so erkennt man, das er selber eigentlich auch eher einen yogischen Pfad beschritt. Das geht sehr deutlich aus Oshos Beschreibung seiner Erleuchtung hervor. Dort schreibt er:
Ich hatte zwei Jahre lang bei dieser Familie gelebt, und sie wussten, dass ich um drei Uhr morgens aufstand und dann fünf bis acht Meilen lief oder rannte. Sechzehn Meilen am Tag! Danach nahm ich immer ein Bad im Fluss. Alles vollzog sich nach einem festen Plan. Selbst wenn ich Fieber hatte oder krank war, änderte sich nichts daran. Ich machte einfach genau so weiter. Sie kannten mich als jemanden, der stundenlang in Meditation saß. Ich hatte vieles nicht gegessen. Ich trank weder Kaffee noch Tee; ich hielt eine strenge Disziplin, was ich essen durfte und was nicht. Es existiert noch ein Bild aus jener Zeit. Ich trug damals nur ein einziges Stück Stoff, das war alles. Tagsüber schlang ich es mir um den Körper, nachts benutzte ich es als Decke. Ich schlief auf einer Bambusmatte. Das war mein ganzer Komfort.: die Decke und die Bambusmatte. Sonst hatte ich nichts, keine anderen Besitztümer. Er sagte zwar nicht ausdrücklich, dass er enthaltsam lebte, es ist allerdings davon auszugehen, dass er es tat.
Will man Oshos Einstellung zur Sexualität kennen lernen, dann sollte man einmal in seinem Buch "Tantrische Liebeskunst" lesen. Dort sagt er:
«Euer gewöhnlicher Geschlechtsverkehr unterscheidet sich grundsätzlich von dem der Tantriker. Ihr schlaft mit jemandem, um euch zu erleichtern. Es ist mehr oder minder so, als ob ihr einen Niesreiz spürt und einmal kräftig niest. Dadurch wird die Energie ausgestossen und ihr fühlt euch erleichtert, aber das ist das Gegenteil von Kreativität, es ist ein Akt der Vernichtung. Das hat seine guten Seiten, es ist eine Art Entspannungstherapie.
Der Geschlechtsakt der Tantriker ist diesem Verhalten grundsätzlich und absolut entgegengesetzt. Er dient nicht euer Erleichterung, er gibt euch keine Gelegenheit, eure Energie loszuwerden, sondern es geht darum, im Liebesakt zu bleiben,
ohne zu ejakulieren, ohne Energie auszustossen. Man soll vollkommen verschmelzen und immer in der Anfangsphase bleiben, nicht zum Höhepunkt kommen. Das gibt dem ganzen eine völlig andere und grundverschiedene Qualität.
Versucht, diese beiden Dinge zu verstehen. Es gibt zwei Arten von Orgasmen. Die eine Art kennt ihr: ihr gelangt zu einem Höhepunkt der Erregung, an dem es nicht mehr weitergeht - das ist das Ende. Die Erregung wird auf eine derartige Spitze getrieben, dass der Akt unfreiwillig wird; die Energie fährt in euch hinein und entlädt sich. Dann seid ihr erleichtert, von einer Last befreit; ihr entspannt euch und flüchtet euch in eure Traumwelt zurück. Sex wird als Beruhigungsmittel benutzt. ...
Zu einem Gipfel der Erregung zu kommen ist eine Art, den Orgasmus zu erfahren. Das Schwergewicht der tantrischen Lehre liegt aber auf der anderen Art. Die erste Art von Orgasmus kann man einen Gipfel-Orgasmus nennen und die tantrische Art einen Talorgasmus. Dabei kommt man nicht zu einem Gipfel der Erregung, sondern gleitet ins tiefste Tal der Entspannung. Bei beiden Arten wird die sexuelle Erregung der Anfangsphase benutzt - deshalb sagte ich, dass beide Arten sich am Anfang genau gleichen - aber das Ende ist völlig verschieden. Die anfängliche Erregung wird auf zwei völlig verschiedene Arten benutzt: entweder erklimmt man damit den Gipfel seiner Leidenschaft oder fällt ins tiefste Tal der Entspannung. Bei der ersten Art muss die Erregung immer mehr gesteigert werden, man muss dazu beitragen, dass sie immer intensiver dem Höhepunkt entgegenstrebt. Bei der zweiten Art ist man nur beim Vorspiel erregt. Sobald der Mann in die Frau eingedrungen ist, entspannen sich beide. Sie bewegen sich überhaupt nicht mehr und gehen völlig in der Umarmung auf. Und nur, wenn einer von beiden spürt, dass die Erektion nachlässt, bewegen sie sich ein wenig, um das Feuer wieder zu entfachen; dann sinken sie wieder in einen Zustand vollkommener Entspannung. Diese Art von tiefer, zärtlicher Vereinigung kann stundenlang dauern, ohne dass es zum Samenerguss kommt. Danach fallen beide in einen tiefen Schlaf. Das nennt man einen Talorgasmus: Beide Partner sind vollkommen gelöst und begegnen einander als entspannte Wesen. ...
Nach einem tantrischen Liebesakt seid ihr mit Energie aufgeladen, ihr seid lebendiger und frischer als je zuvor. Und dieser ekstatische Zustand kann stundenlang, ja tagelang anhalten. Das hängt davon ab, wie sehr ihr darin aufgegangen seid. Wenn ihr tief in diese Art Sex hineingehen könnt, wird euch früher oder später klar, dass ein Samenerguss reine Energieverschwendung ist. Man braucht nicht zu ejakulieren - es sei denn, man will ein Kind zeugen. Nach einem tantrischen Sex-Erlebnis seid ihr den ganzen nächsten Tag zutiefst entspannt, selbst viele Tage lang fühlt ihr euch ruhig und gelassen, in euch selbst zentriert.»
Quelle:
Regenbogentantra
Von diesen Dingen ist sehr vielen Osho-Sympathisanten nichts bekannt. Es ist ihnen weder bekannt, welchen harten Weg Osho selber gegangen ist und es ist ihnen vielfach auch nicht bekannt, dass der tantrische Weg eigentlich ein Weg der Enthaltsamkeit ist, der zwar Sexualität gestattet, aber den Orgasmus eigentlich nicht befürwortet. Ausserdem möchte ich denjenigen sehen, der wirklich in der Lage ist, über Jahre sich des Orgasmus' zu enthalten, wenn er sexuell intim ist. Diesen Menschen gibt es nicht. Und darum ist der tantrische Weg eine Sackgasse. Im traditionellen Tantra ist das Zölibat außerdem genau so bekannt, wie im Yoga. Die Linie des Dalai Lama ist das beste Beispiel dafür. In den tantrischen Linien, die die sexuelle Vereinigung tolerieren, gechieht dies erst nach jahrelanger Meditation und Visualisation, bei der man sich mit den göttlichen Aspekten vereint. Sexualität wird überhaupt nur ganz wenigen fortgeschrittenen Lamas zugestanden. Alle diese Überlegungen sind im westlichen Tantra oftmals überhaupt nicht anzutreffen. Die Menschen des Westens sind oftmals nicht einmal bereit, sich spirituell zu betätigen und verstehen unter Tantra im Grunde genommen nichts als eine gehobene Form der sexuellen Ausschweifung. Und Osho hat sehr viel dazu beigetragen, dass genau dieses Bild vom Tantra im Westen entstehen konnte.