Hilfe: Habe Osho gelesen und bin total verwirrt!

Route666 - ich denke schon dass es möglich ist, die Gefühle die man haben möchte, auch zu erzeugen, aber wenn einer das noch nicht tun kann und ein altes Trauma aufbricht und er das Bedürfnis hat zu schreien, dann wäre es doch ganz klar eine Verdrängung, wenn dieses Bedürfnis unterdrückt würde zugunsten von "Freude darstellen"?

LGInti
 
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jemand fragte Osho: Wie kann ich zentrierter werden? Wie kann ich mich selbst mehr integriert fühlen.

Osho dazu:

Mache einfach nur das, bei dem du Freude empfindest, alles andere lass sein. Und wenn es sein muss, brich mitten im Satz das Gespräch ab wenn es dich nicht mehr freut.

Kann mir jemand Oshos Aussage deuten?
LG
Tell
hallo ..

also wenn du dich für seine lehre interessierst, versuche seine diskurse nur als original audio zu bekommen ..

osho on december 31, 1979 in buddha hall:
no message of the past could be universal because it belonged to a certain type and only that type could be benefited by it ..

osho on january 9, 1980 in buddha hall:
my message is universal .. that does not mean that everybody will be able to understand it .. the more universal a message is, the less people will be able to understand it, because the more universal it is, the more mysterious it is ..

zwei total entgegengesetzte aussagen und sätze .. er erklärt aber warum es so schwierig ist:

people can understand things which are not so universal more easily .. they can understand racial things, they can understand national things, they can understand ideological things .. but any message that is really universal is bound to be understood only by a very few chosen people ..

als osho oktober 1985 in amerika verhaftet wurde, habe ich geburtstag gehabt und wurde ich erst 9 jahre alt .. darum ist osho in meiner erinnerung verankert .. und damals haben sie ihm oft bei uns im fernsehen gezeigt, wobei er die ganze zeit lächelte und victory zeichen zeigte .. ich kann mich gut erinnern, dass diese haltung den amerikanern nicht gefallen hat und dieses victory zeichen wurde als frechheit gegen us-amerikanische justiz empfunden .. da habe ich angefangen ihn heimlich zu lieben .. ich wusste dass ich ihn nicht lieben darf .. aber ich war einfach von seiner mut begeistert .. aber ich liebte auch jiddu krishnamurti und die geschichte berührt mich jetzt einfach ..

lg
PT
 
weil Osho ein Träumer sowie nur ein philosophischer Lebensberater aber auch sog. guter Mensch war. :liebe1:

Er hatte kein objektives spirituelles Wissen und auch sonst keine spirituelle Erkenntnis.

Er war kein Hellseher, kannte keine Astralprojektion (Verlassen des Körpers während des physischen Lebens), hatte keine Vorstellung der positiven und negativen Ebenen (Polarität), hatte keine Geisterkontakte, konnte sich Engel und Dämonen nicht erklären, wußte nicht was eine Seele ist.

Dafür mochte er jede Menge Rolls Royce. :weihna1
 
Zum Thema Osho kann ich nicht viel beitragen:
Nur so viel: Ich habe EIN Buch von ihm ein Stückchen weit gelesen, und hab`s dann in den Ofen geschmissen.
Das hab ich noch NIE mit einem Buch getan, ich liebe Bücher und kann mich nicht von meinen Büchern trennen.
Aber dieses hab ich verheizt. Schund. Total....

wolkenflug
 
hi P.T.
ich wusste dass ich ihn nicht lieben darf
warum meinst du du dürftest nicht? Du hast sein Herz erkannt!


Srinaam
Er hatte kein objektives spirituelles Wissen und auch sonst keine spirituelle Erkenntnis.
was ist für dich objektives spirituelles Wissen?
Was ist für dich spirituelle Erkenntnis?
Wenn du etwas nicht wahrnehmen kannst, existiert es für dich auch nicht!

wolkenflug
Ich habe EIN Buch von ihm ein Stückchen weit gelesen, und hab`s dann in den Ofen geschmissen.
tja was mag es in dir da angerührt haben? Jedenfalls warst du nicht bereit daran zu arbeiten!

LGInti
 
weil Osho ein Träumer sowie nur ein philosophischer Lebensberater aber auch sog. guter Mensch war. :liebe1:

Er hatte kein objektives spirituelles Wissen und auch sonst keine spirituelle Erkenntnis.

Er war kein Hellseher, kannte keine Astralprojektion (Verlassen des Körpers während des physischen Lebens), hatte keine Vorstellung der positiven und negativen Ebenen (Polarität), hatte keine Geisterkontakte, konnte sich Engel und Dämonen nicht erklären, wußte nicht was eine Seele ist.

Dafür mochte er jede Menge Rolls Royce. :weihna1
Oh, der Meister aller Esoteriker ist da. Der das objektive Wissen über spirituelle Erkenntnisse gepachtet hat. Leises Erinnern zieht durch meinen Hinterkopf :) - noch immer davon überzeugt, du hättest die Weisheit mit Löffeln gefressen?
 
Ich mein, um Tugenden zu entwickeln, bzw. um überhaupt sich irgendwie zu entwickel muss man doch oft mal den "inneren Schweinehund" besiegen, bzw sich anstrengen.

Ich denke, du hast das ganz richtig erkannt. Osho ist im Grunde genommen ein liebevoller Schönschwätzer, den man einfach gern haben muss. Aber er versucht den Leuten weiss zu machen, dass die Seligkeit wie von selbst vom Himmel fällt. Er war so clever, seine Philosophie mit Sex zu garnieren und das spricht natürlich die heimlichen Wünsche der sexhungrigen Menschen an. Indem er das ganze auch noch mit Spiritualität garnierte, gab er seiner Philosophie noch einen sehr schöneren äußeren Glanz, der den wahren Kern verbarg. Osho war im Grunde genommen ein Happening für die Chickeria, die eigentlich nicht wirklich an einer spirituellen Entwicklung interessiert war, aber kein wirklich ernst zu nehmendes spirituelles Unterfangen.

Er schmierte den Leuten Honig um den Bart, sagte den Menschen genau das, was sie hören wollten. Er entmündigte die Menschen gewissermaßen und die Menschen schlüpften gerne allzubereit in die Rolle eines Kindes, welches im eigenen Elternhaus nicht die Liebe bekommen hatte, die es sich gewünscht hatte. Sie liessen sich allzu gerne von Osho bevormunden und dafür himmelten sie Osho kritiklos an. Der Kern der Sache ist genau der, den du so schön herausgearbeitet hast. Will man ernsthafte spirituelle Arbeit leisten, dann erfordert das harte Arbeit. Und dann ist man bei einem Seelenfänger wie Osho vollkommen an der falschen Adresse. Das einzig gute was Osho bewirkt hat und dafür gilt ihm auch mein Dank, ist, dass er dem Westen spirituelle Ideen nahe brachte. Aber sein Weg selber ist nicht geeignet, wirkliche spirituelle Fortschritte herbeizuführen.
 
Osho hat nicht nur die Schickeria angesprochen sondern den "westlichen Menschen" und opti - gebs doch zu, du kannst Osho nur deshalb nicht leiden, weil er die sexuelle Energie als grundlegend für das menschliche Leben ansah
Aber sein Weg selber ist nicht geeignet, wirkliche spirituelle Fortschritte herbeizuführen.
er hat mit Sicherheit viele Menschen auf die spirituelle Reise gebracht

Er ging den Weg der Offenheit, der Öffnung, der Annahme von dem was IST - und er ging es in einem Gefühl der Wärme, Herzlichkeit und Freude

Was nicht heißt dass das Leben nur unbeschwert und locker-easy ist, aber der Fokus liegt woanders - in seinen Meditationen und Seminaren ging und geht es durchaus auch ans Eingemachte

LGInti
 
Aber sein Weg selber ist nicht geeignet, wirkliche spirituelle Fortschritte herbeizuführen.
Um das wirklich beurteilen zu können, müßte man seinen Weg wenigsten zu gehen versucht haben. Soweit ich ihn gelesen habe, (bzw. die Aufzeichnungen seiner Gespräche, geschrieben hat er ja nichts selbst, sein Weg war die freie Rede) ging er einen Weg der Freude am Dasein. (Wobei man immer wissen muß, sobald etwas von einem Hörenden aufgezeichnet wird, muß es zu kleinen Ungenauigkeiten kommen.) Das läßt sich mit deiner Grundanschauung, dem Dasein solle man entsagen, nicht vereinbaren. Ich beurteile gar nicht mehr, was besser ist (es läßt sich nur vermuten, daß Leben nicht erschaffen ist, um nicht gelebt zu werden)... aber es läßt sich auf jeden Fall nicht vereinbaren, deshalb kannst du über ihn kein anderes Urteil sprechen - und du kannst ihm vermutlich auch nicht gerecht werden. So wie ich dir und deiner Entsagung nicht gerecht werden kann :).
 
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Osho hat nicht nur die Schickeria angesprochen sondern den "westlichen Menschen" und opti - gebs doch zu, du kannst Osho nur deshalb nicht leiden, weil er die sexuelle Energie als grundlegend für das menschliche Leben ansah er hat mit Sicherheit viele Menschen auf die spirituelle Reise gebracht

Er ging den Weg der Offenheit, der Öffnung, der Annahme von dem was IST - und er ging es in einem Gefühl der Wärme, Herzlichkeit und Freude

Was nicht heißt dass das Leben nur unbeschwert und locker-easy ist, aber der Fokus liegt woanders - in seinen Meditationen und Seminaren ging und geht es durchaus auch ans Eingemachte

LGInti

Inti, ich mag Osho eigentlich sehr gerne und er hatte in meiner spirituellen Entwicklung einen sehr wichtigen Platz. Es ist richtig, dass er bei vielen Menschen das Interesse für Spiritualität geweckt hat. So auch bei mir. Eine lange Zeit war ich von Osho begeistert, aber seitdem ich mich ernsthaft mit Yoga beschäftigt habe, ist mir sehr deutlich geworden, dass Osho spirituell gesehen an der Oberfläche schwimmt. Er kann für Anfänger das Sprungbrett zur Spiritualität sein. Aber ich würde seinen Weg nicht als einen ernstzunehmenden spirituellen Pfad betrachten.

Schaut man sich Oshos eigenen spirituellen Weg an, so erkennt man, das er selber eigentlich auch eher einen yogischen Pfad beschritt. Das geht sehr deutlich aus Oshos Beschreibung seiner Erleuchtung hervor. Dort schreibt er:

Ich hatte zwei Jahre lang bei dieser Familie gelebt, und sie wussten, dass ich um drei Uhr morgens aufstand und dann fünf bis acht Meilen lief oder rannte. Sechzehn Meilen am Tag! Danach nahm ich immer ein Bad im Fluss. Alles vollzog sich nach einem festen Plan. Selbst wenn ich Fieber hatte oder krank war, änderte sich nichts daran. Ich machte einfach genau so weiter. Sie kannten mich als jemanden, der stundenlang in Meditation saß. Ich hatte vieles nicht gegessen. Ich trank weder Kaffee noch Tee; ich hielt eine strenge Disziplin, was ich essen durfte und was nicht. Es existiert noch ein Bild aus jener Zeit. Ich trug damals nur ein einziges Stück Stoff, das war alles. Tagsüber schlang ich es mir um den Körper, nachts benutzte ich es als Decke. Ich schlief auf einer Bambusmatte. Das war mein ganzer Komfort.: die Decke und die Bambusmatte. Sonst hatte ich nichts, keine anderen Besitztümer. Er sagte zwar nicht ausdrücklich, dass er enthaltsam lebte, es ist allerdings davon auszugehen, dass er es tat.

Will man Oshos Einstellung zur Sexualität kennen lernen, dann sollte man einmal in seinem Buch "Tantrische Liebeskunst" lesen. Dort sagt er:

«Euer gewöhnlicher Geschlechtsverkehr unterscheidet sich grundsätzlich von dem der Tantriker. Ihr schlaft mit jemandem, um euch zu erleichtern. Es ist mehr oder minder so, als ob ihr einen Niesreiz spürt und einmal kräftig niest. Dadurch wird die Energie ausgestossen und ihr fühlt euch erleichtert, aber das ist das Gegenteil von Kreativität, es ist ein Akt der Vernichtung. Das hat seine guten Seiten, es ist eine Art Entspannungstherapie.

Der Geschlechtsakt der Tantriker ist diesem Verhalten grundsätzlich und absolut entgegengesetzt. Er dient nicht euer Erleichterung, er gibt euch keine Gelegenheit, eure Energie loszuwerden, sondern es geht darum, im Liebesakt zu bleiben, ohne zu ejakulieren, ohne Energie auszustossen. Man soll vollkommen verschmelzen und immer in der Anfangsphase bleiben, nicht zum Höhepunkt kommen. Das gibt dem ganzen eine völlig andere und grundverschiedene Qualität.

Versucht, diese beiden Dinge zu verstehen. Es gibt zwei Arten von Orgasmen. Die eine Art kennt ihr: ihr gelangt zu einem Höhepunkt der Erregung, an dem es nicht mehr weitergeht - das ist das Ende. Die Erregung wird auf eine derartige Spitze getrieben, dass der Akt unfreiwillig wird; die Energie fährt in euch hinein und entlädt sich. Dann seid ihr erleichtert, von einer Last befreit; ihr entspannt euch und flüchtet euch in eure Traumwelt zurück. Sex wird als Beruhigungsmittel benutzt. ...

Zu einem Gipfel der Erregung zu kommen ist eine Art, den Orgasmus zu erfahren. Das Schwergewicht der tantrischen Lehre liegt aber auf der anderen Art. Die erste Art von Orgasmus kann man einen Gipfel-Orgasmus nennen und die tantrische Art einen Talorgasmus. Dabei kommt man nicht zu einem Gipfel der Erregung, sondern gleitet ins tiefste Tal der Entspannung. Bei beiden Arten wird die sexuelle Erregung der Anfangsphase benutzt - deshalb sagte ich, dass beide Arten sich am Anfang genau gleichen - aber das Ende ist völlig verschieden. Die anfängliche Erregung wird auf zwei völlig verschiedene Arten benutzt: entweder erklimmt man damit den Gipfel seiner Leidenschaft oder fällt ins tiefste Tal der Entspannung. Bei der ersten Art muss die Erregung immer mehr gesteigert werden, man muss dazu beitragen, dass sie immer intensiver dem Höhepunkt entgegenstrebt. Bei der zweiten Art ist man nur beim Vorspiel erregt. Sobald der Mann in die Frau eingedrungen ist, entspannen sich beide. Sie bewegen sich überhaupt nicht mehr und gehen völlig in der Umarmung auf. Und nur, wenn einer von beiden spürt, dass die Erektion nachlässt, bewegen sie sich ein wenig, um das Feuer wieder zu entfachen; dann sinken sie wieder in einen Zustand vollkommener Entspannung. Diese Art von tiefer, zärtlicher Vereinigung kann stundenlang dauern, ohne dass es zum Samenerguss kommt. Danach fallen beide in einen tiefen Schlaf. Das nennt man einen Talorgasmus: Beide Partner sind vollkommen gelöst und begegnen einander als entspannte Wesen. ...

Nach einem tantrischen Liebesakt seid ihr mit Energie aufgeladen, ihr seid lebendiger und frischer als je zuvor. Und dieser ekstatische Zustand kann stundenlang, ja tagelang anhalten. Das hängt davon ab, wie sehr ihr darin aufgegangen seid. Wenn ihr tief in diese Art Sex hineingehen könnt, wird euch früher oder später klar, dass ein Samenerguss reine Energieverschwendung ist. Man braucht nicht zu ejakulieren - es sei denn, man will ein Kind zeugen. Nach einem tantrischen Sex-Erlebnis seid ihr den ganzen nächsten Tag zutiefst entspannt, selbst viele Tage lang fühlt ihr euch ruhig und gelassen, in euch selbst zentriert.»

Quelle: Regenbogentantra

Von diesen Dingen ist sehr vielen Osho-Sympathisanten nichts bekannt. Es ist ihnen weder bekannt, welchen harten Weg Osho selber gegangen ist und es ist ihnen vielfach auch nicht bekannt, dass der tantrische Weg eigentlich ein Weg der Enthaltsamkeit ist, der zwar Sexualität gestattet, aber den Orgasmus eigentlich nicht befürwortet. Ausserdem möchte ich denjenigen sehen, der wirklich in der Lage ist, über Jahre sich des Orgasmus' zu enthalten, wenn er sexuell intim ist. Diesen Menschen gibt es nicht. Und darum ist der tantrische Weg eine Sackgasse. Im traditionellen Tantra ist das Zölibat außerdem genau so bekannt, wie im Yoga. Die Linie des Dalai Lama ist das beste Beispiel dafür. In den tantrischen Linien, die die sexuelle Vereinigung tolerieren, gechieht dies erst nach jahrelanger Meditation und Visualisation, bei der man sich mit den göttlichen Aspekten vereint. Sexualität wird überhaupt nur ganz wenigen fortgeschrittenen Lamas zugestanden. Alle diese Überlegungen sind im westlichen Tantra oftmals überhaupt nicht anzutreffen. Die Menschen des Westens sind oftmals nicht einmal bereit, sich spirituell zu betätigen und verstehen unter Tantra im Grunde genommen nichts als eine gehobene Form der sexuellen Ausschweifung. Und Osho hat sehr viel dazu beigetragen, dass genau dieses Bild vom Tantra im Westen entstehen konnte.
 
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