Da stimme ich Dir zu

Leider erklärst Du dich nicht zum Begriff Verständnis und fragst, was das ist, also erlaube ich mir einen Erklärungsversuch. Verständnis ist für mich das vollständige Aufnehmen jedes angebotenen Wissens. Wenn ich nicht ein vollkommenes Verständnis für Dich habe- als Grundhaltung meines Wesens, scheissegal, was sonst passiert oder was Du sagst- dann nehme ich Dich nicht an. Ich würde Deinen Text so lesen: "hat er mein Verständnis?" und würde Deine Worte nach Ähnlichkeit mit meinem eigenen Verständnis absuchen. Dieses Verständnis, das ich dann in Dir suchen würde, wäre ein Verständnis, das ich mir zuvor "herangebildet" hätte- vor allem durch Wissensaufnahme, wo auch immer das Wissen nun herstammt (z.B. eigene Erfahrung, Kontemplation, Bücher, Fernsehen, Gespräch, Beobachtung). Wenn ich all dies lassen kann und einfach nur lese und Dich lasse wie Du bist, dann "ist" Verständnis. Verständnis ist kein Prozess wie die Wissensaufnahme oder die Erkenntnisanreicherung, Verständnis ist vielmehr eine unbedingt friedliche Haltung in der menschlichen Begegnung. So sehe ich das zumindest.
"Wissen" spielt eine Rolle, die uns beide in eine sogenannte "Streitkultur" drängt. Und in genau einer solchen Leben wir heute.
"Erkenntnis" erlangt man durch Werden, das ist wahr. Die Welt des Werdens ist das Haus Gottes, das ist auch wahr. Aber: ich behaupte, dass das Haus Gottes das ist, in dem ich mich gerade befinde und ich delegiere das nicht in den Himmel oder in eine Kirche. Ich behaupte, dass meine Familie eine heilige Einheit ist, in der ich in anderen Umständen ohne Krankheit leben kann. Und ich lasse mir das nicht nehmen, weil das "wahr" ist. So wahr wie nur etwas sein kann. Und aus dieser Position heraus- aus diesem Verständnis für mich und Dich heraus- entwickele ich die Potenz, die ich benötige, um die Erde zu wandeln. Und weniger mein Inneres- das hat sich bei mir schon so oft durch das Leben in dieser Gesellschaft hier von innen nach aussen gedreht, dass ich nicht mehr bereit bin, innen und aussen zu unterscheiden und auch nicht einen Vater in den Himmel zu heben. Da habe ich eine gewisse "irdische Disziplin" entwickeln müssen, um dahin zu kommen. Mein eigener Vater befindet sich seit meinem 7. Lebensjahr genau dort oben im Himmel, aber seine Energie, die habe ich in mir drin und zwar zu 100%. Weil ich in ihm weiterlebe und er in mir. Ich bin also schon zu zweit, von daher habe ich eine andere Ausgangsposition.