Gestrandeter Wal in der Ostsee

Also entschied man sich zuerst lieber für den Weg des geringstens Widerstandes, sprich für die Tatenlosigkeit.

Wenn ich ehrlich bin, würde ich das in der Situation aber auch ungefähr so handhaben. Denn jede falsche Handlung, jeder Fehler, kann (metaphorische) Türen verschließen. Blinder Aktionismus ohne mal zu durchdenken, was die Folgen sein können, ist auch gefährlich. Das ist natürlich in einer Situation, wo jede tatenlose Stunde das leid des Tieres unnötig verlängert, zweischneidig. Aber auch das sollte bestenfalls nicht zum "Kopf-durch-die-Wand" verleiten.
 
Werbung:
Wir wissen es einfach (noch) nicht.
Am 1. Tag hatte er 23 Tauchgänge, bis zu 150m tief. Das ist die Tiefe, die für ihn nötig ist und dort befindet sich auch die "Autobahn", also die Strecke für Wale, zur Orientierung und für die Nahrungssuche. Er taucht und kommt wieder hoch, so wie es sein muss.

Er sendet in unregelmäßigen Abständen "Pings" durch den Sender und Frau Walter-Mommert ist sehr zuversichtlich, ich auch übrigens, dieser Teufelskerl. 🥰

Sie gibt weder bekannt, welches Gerät verwendet wird, noch werden sie zum Schutz des Wals Geodaten veröffentlichen. Mit Herrn Backhaus ist sie regelmäßig in Kontakt und gibt ihm Updates.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir wissen es einfach (noch) nicht.

Na ja - die Wahrscheinlichkeit das er noch lebt ist äußerst gering. Zwar raunt man aus der "Rettungstruppe" man wisse da mehr - hält sich aber nicht an die Vereinbarung.

Es wäre katastrophal, wenn Leute auf gut Glück, unkonventionell und ohne Protokoll, getrieben von Tierliebe (oder auch der Hoffnung auf Prominenz) zu solchen Aktionen aufbrechen, weil man ja "einfach seinem Gefühl vertrauen sollte".
 
Wenn ich ehrlich bin, würde ich das in der Situation aber auch ungefähr so handhaben. Denn jede falsche Handlung, jeder Fehler, kann (metaphorische) Türen verschließen. Blinder Aktionismus ohne mal zu durchdenken, was die Folgen sein können, ist auch gefährlich. Das ist natürlich in einer Situation, wo jede tatenlose Stunde das leid des Tieres unnötig verlängert, zweischneidig. Aber auch das sollte bestenfalls nicht zum "Kopf-durch-die-Wand" verleiten.
Dazwischen gibt es aber noch jede Menge Grau.
Denn Tatenlosigkeit und ein Tier - ohne direkte Untersuchung - verrecken zu lassen, ist letztlich keine Lösung, sondern Feigheit und Verantwortungslosigkeit.
Fehler wird man im Übrigen bei solchen Vorhaben immer machen, aber nichts zu tun, weil man sich auf statistische Angaben verlässt, ist der größte Fehler bei einem Lebewesen.
 
Dazwischen gibt es aber noch jede Menge Grau.
Denn Tatenlosigkeit und ein Tier - ohne direkte Untersuchung - verrecken zu lassen, ist letztlich keine Lösung, sondern Feigheit.

Ganz tatenlos war man ja nicht; insofern war man durchaus schon in diesem Graubereich. Wieweit ich mich in der Situation noch weiter getraut hätte (was schlicht bedeutet, das froh bin, diesen Postennicht gehabt zu haben - NICHT, dass ich meine Handlungsweise da als sicher richtig deklarieren würde)... ich weiß es nicht. Und mit der Menge an Beratern, die einander widersprechende Empfehlungen in die Presse geben, wird das auch nicht einfacher.
 
Ganz tatenlos war man ja nicht; insofern war man durchaus schon in diesem Graubereich. Wieweit ich mich in der Situation noch weiter getraut hätte... ich weiß es nicht. Und mit der Menge an Beratern, die einander widersprechende Empfehlungen in die Presse geben, wird das auch nicht einfacher.
Man höre am besten auf die Empfehlungen von Leuten, die praktische Erfahrungen mit dem Umgang gestrandeter Wale haben.
Theorie allein hilft hier nicht wirklich weiter.
 
Man höre am besten auf die Empfehlungen von Leuten, die praktische Erfahrungen mit dem Umgang gestrandeter Wale haben.
Theorie allein hilft hier nicht wirklich weiter.

Und auch die haben sich nicht eindeutig geäußert.

Lehmann hat meine ich ganz am Anfang auch mal für "sterben lassen" plädiert. Dann war er doch dabei, retten zu wollen. Wie weit seine Erfahrungen auf Buckelwale übertragbar sind, ist unklar.

Seine Mentorin Ingrid Visser - auch eher auf Orkas spezialisiert - hat ihm zwar gesagt, er solle es versuchen, aber gegenüber der Presse, die sie anrief, meinte sie, die Chancen schätze sie gering ein, den Wal in die Nordsee zu geleiten.

Jenna Wallace - meines Erachtens die kompetenteste in dem ganzen Zirkus, wenn nicht gar die einizige im Team, die wirklich da alle nötige Ahnung hatte, das Tier vor Ort untersuchen zu können - musste aus Hawaii anreisen und musste um ihren aktuellen Job fürchten, wenn sie länger geblieben wäre.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es wurde ja durchaus auf Leute gehört, die Erfahrung mit gestrandeten Walen hatten. Aber auch Herr Lehmann hat sich erst dafür ausgesprochen den Wal sterben zu lassen.

Es herrschte weitestgehend Einigkeit darüber, dass man das Tier erlösen sollte - was nicht nur in der Bxxx kommuniziert wurde. Im Stil von "Wie lange soll Timmy noch leiden?" Es wurde sich darüber empört, dass es doch nicht so schwer sein könnte, dass Tier einzuschläfern.

Experten die dies für möglich hielten, waren plötzlich die fast unangefochtenen Autoritäten, auf die man hören sollte.

Dann kam wieder von anderen der Gedanke auf, der Wal sei doch zu retten.

Und später entschieden viele, als Expertin ausschließlich die hawaiianische Tierärztin anzuerkennen. Aber auch sie betonte die Wichtigkeit, mit Meeresbiologen zusammenzuarbeiten...
 
Ja, und daneben seiner in diesem Fall deutlich überdurchschnittlich guten Konstitution, dass er diese fünfwöchige Tortur mit mehreren Strandungen derart überstanden hat, demgegenüber die meisten gestrandeten Walt innerhalb von wenigen Tagen vergleichsweise schnell verenden

Wie hatte Fabian Ritter nach seinen mehrmaligen kritischen Meldungen letztendlich "versöhnlich" gesagt, der Wal hat uns schon so oft überrascht... 🙂


Da denke ich schon, dass Protokolle da sinnvoll sind - und sei es auch nur, um festzulegen, wer zum bestreffenden Wal darf und wonach das weitere Vorgehen entschieden wird

Sicher und ein bestehendes Protokoll hätte Herrn Backhaus auch besser schlafen lassen ;)

ES wäre fein, wenn ein ausgearbeitetes Protokoll dann auch eine individuelle Bewertung von Tier zu Tier zulassen würde.
 
Werbung:
Zurück
Oben