Gestrandeter Wal in der Ostsee

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? Es wurde doch, selbst in diesem Thread, immer wieder darauf beharrt. Darauf, dass die "Rettungsgruppe" sich nicht an die Vereinbarung hält, wird verständnisvoll reagiert.
Das ist doch kein Beleg für die Aussage:
Interessant, dass viele auf Experten zu verzichten bereit sind, wenn eine Gruppe das mitteilt, was andere gern hören wollen - und sich über eine getroffene Vereinbarung hinwegsetzen.
 
Ganz allgemein: Es gibt Daten-Embargos in der allgemeinen Forschung, sie haben mitunter gute Gründe, sie sind aber auch immer klar geregelt und von Anfang an klar kommuniziert.

Wenn ein Projekt aufgebaut wird, dann gilt allgemein, dass die Forscher zuerst mit den damit erhobenen Daten Fachpublikationen erarbeiten dürfen, die beim Aufbau des Projektes beteiligt waren. Diese Forscher müssen sich ja mitunter auch eine Reputation aufbauen etc. Darum wird in solchen Fällen von Anfang an gesagt: Die Daten bleiben Monate bishin zu ein oder zwei Jahre unter Verschluss, bis sie zur allgemeinen Bearbeitung und Re-Analyse etc. öffentlich gemacht werden.

Einige Fachjournale - insbesondere die sehr renomierten mit sehr hohem Impact-Factor - verlangen von den Forschern, die da ein Paper einreichen, dass sie auch über Daten und Ergebnisse Stillschweigen bewahren - also auch nicht auf Fachkonferenzen darüber reden - bevor eine Entscheidung zur Veröffentlichung gefallen ist. (Eine Fachlektorin eines solchen Journals sagte mir mal am Telefon: "Erzählen Sie am besten auch Ihrer Mutter nichts davon!")

Hier haben wir jetzt die Situation, dass die Beteiligten eine Vereinbarung getroffen haben, dass Daten zügig an das Umweltministerium bzw. Forschungsinstitute weiter gegeben werden sollten. Von der Initiative hört man nichts, dass sie erst einmal selbst Fachpublikationen mit den Daten erstellen wollen - und ich wette, das Ministeriumwürde in solch einem Fall dann sagen, dass sie die Instituts-Mitarbeiter anhalten werden, mit eigenen Veröffentlichungen anhand der Daten ein paar Monate zu warten.

Wenn die Mitglieder der Initiative gar bei einem hochrangigen Fachjournal mit Informationsembargo publizierten wollten, dürften sie GAR NICHT darüber reden, alsodürften auch nicht erzählen, dass sie Pings erhalten haben etc.

Diese Möglichkeiten fallen hier also schonmal weg.

Hier wurde ja schonmal erwähnt, was das für ein Sender sein soll: Der Sender schickt, sofern über Wasser, alle paar Minuten ein Ping-Signal raus. Die Daten enthalten dabei die ID des individuellen Senders und ein paar in der zwischenzeit erhobene Messwerte. Ein Satellit im Orbit empfängt die Daten. Der Satellit weiß auch, wo er selbst relativ zur Erdoberfläche er ist und wie schnell er ist (einige km pro Sekunde, also sehr schnell). Der Dopplereffekt bewirkt damit, dass der Satellit das Signal nicht auf genau der gesendeten Frequenz empfängt, sondern ein wenig verschoben. An Bord desSatelliten kann also schon schnell ermittelt werden, wie schnell der Satellit relativ zum Sender sich bewegt, und basierend darauf kann dann auch auf die Position des Senders auf der Erdoberfläche geschlossen werden. Das ist eine besonders komplzierte Angelegenheit, und auch das kann leicht von den Betreibern des Satelliten noch gemacht werden.

Alles, was die Initiative an das Umweltministerium in diesem Fall weitergeben müsste, ist die ID des Senders. Damit können die Forscher, die für das Bundesministeriumarbeiten, selbst in die Daten schauen, die der Satellitenbetreiber (wahrscheinlich) irgendwo zugänglich hat. Notfalls müsste die Initiative vielleicht auch noch ein Passwort für ein Account beim Satellitenbetreiber übermitteln, oder dem Satellitenbetreiber mitteilen, dass "ihre" Daten auch von xyz mit-angeguckt werden dürfen.

Alles ziemlich gängige und schnell zu erledigende Schritte.

Ich sehe also keinen vernünftigen Grund, warum das Umweltministerium noch nicht auch Einblickin diese Daten haben sollte.

Letztendlich können wir natürlich nur weiter abwarten. Wenn Timmy noch lebt - was ich persönlich nicht glaube, aber nach wie vor hoffe - dann wird es nach vielleicht ein paar Wochen, Monaten oder gar Jahren bestätigt werden können.

Wir müssen aber nunmal auch die (mMn wahrscheinlichere) Möglichkeit mitin Betracht ziehen, dass demnicht so ist, und die Initiative schlussendlich das Sterben des Tieres verlagert und sein Leid damit unnötig verlängert hat. Das ist nicht böse oder sonstwie moralisch verwerflich - ich bin mir auch sicher, dass diemeisten da nach bestem Wissen, Gewissen und Mitgefühl agiert haben. Aber diese Info (und insbesondere auch diese Möglichkeit) hilft uns auch zu überlegen, wie wir in Zukunft besser damit umgehen können. Alleine schon diese Überlegung rechtfertigt es auch, da ein wenig Druck zu machen.
 
Das ist doch kein Beleg für die Aussage:

Wieso? Hier stand doch bereits, dass man gut verstehen könnte, dass die Gruppe sich mit Infos zurückhält.

Und du schreibst einerseits öfter von "erstmal abwarten" - andererseits wartest du nicht wirklich ab, wenn du Aussagen der Gruppe als zutreffend darstellst.
 
Wieso? Hier stand doch bereits, dass man gut verstehen könnte, dass die Gruppe sich mit Infos zurückhält.
Ja, Verständnis, aber das bedeutet nicht, dass man in so einer Situation bereit ist, auf Experten zu verzichten.

Und du schreibst einerseits öfter von "erstmal abwarten" - andererseits wartest du nicht wirklich ab, wenn du Aussagen der Gruppe als zutreffend darstellst.
Beim einen geht's um die Zugangsdaten fürs Umweltministerium (da bin ich geduldig), beim anderen geht es nur darum, zu erläutern wie der Wal-Sender wohl funktioniert und dass er zumindest Pings sendet.
Das ist kein Widerspruch.
 
Als Widerspruch fällt mir auf, welche Erwartungen an Experten einerseits gestellt werden. Während Laien in vieler Hinsicht sagen können, was sie wollen: Es wird zu ihrem Gunsten ausgelegt.

Wie so ein Sender funktioniert muss nicht ausgerechnet jemand aus der Gruppe erklären. Mag sein, dass das mit den "Vitaldaten" ein einfaches Missverständnis war - aber auf jeden Fall eines, dass sie für viele im guten Licht dastehen ließ. Schließlich ist der Gedanke nett, dass der Wal mit einer Art Pulmesser und EKG Richtung Heimat unterwegs ist.
 
Wir müssen aber nunmal auch die (mMn wahrscheinlichere) Möglichkeit mitin Betracht ziehen, dass demnicht so ist, und die Initiative schlussendlich das Sterben des Tieres verlagert und sein Leid damit unnötig verlängert hat.
Das ganz sicher nicht. Außer Frage steht vielmehr, dass das Leiden von denjenigen verlängert wurde, die wochenlang gar nichts taten und erleichtert von eben jenen, auf deren Daten man nun warten muss. Und nein, ich zähle jetzt nicht zum hundersten Mal auf, was hätte getan werden können, es wurde dann ja getan- nur nicht von den sog. Experten.
Unstrittig ist sicher ebenfalls, dass er in der vorherigen Lage noch weitere Wochen hätte liegen können, was das Leiden immer und immer weiter verlängert hätte.

Darüber hinaus, selbst wenn er nun ertrunken ist:
Ki:
"Ja, eine Strandung ist für Wale in der Regel deutlich qualvoller und langwieriger als das Ertrinken. Während Ertrinken bei Walen meist ein vergleichsweise schneller Prozess ist, bedeutet eine Strandung einen oft Tage dauernden Überlebenskampf gegen den physischen Kollaps des eigenen Körpers. [1, 2]
Warum Strandungen so qualvoll sind
Der Hauptgrund für das Leiden gestrandeter Wale ist das Fehlen des natürlichen Auftriebs durch das Wasser. (ff)"

(Quellen der KI. Wiki; FAZ)
Es folgen die bekannten Erklärungen, und hier wären es weitere Wochen "Überlebenskampf" gewesen.
 
Und nein, ich zähle jetzt nicht zum hundersten Mal auf, was hätte getan werden können, es wurde dann ja getan- nur nicht von den sog. Experten.

Das was du da aufgezählt hast, wich ja auch immer wieder stark voneinander ab. Du hast abwechselnd Dinge erst kritisiert - und dann eingefordert.
Aber schließlich hast du den Einsatz der "Alternativgruppe" begrüßt- sie soll schon allein deshalb Erfolg haben, damit Wissenschaftler mal blöd gucken. Eine Aussage, die Frau Wallace sicher nicht geteilt hätte - die du als fähige Expertin ja anzuerkennen bereit warst. Aber solange Alternativgläubige bejubelt werden, können auch Autoren und Youtuber als "Retter" betrachtet werden.
 
Das ganz sicher nicht. Außer Frage steht vielmehr, dass das Leiden von denjenigen verlängert wurde, die wochenlang gar nichts taten und erleichtert von eben jenen, auf deren Daten man nun warten muss. Und nein, ich zähle jetzt nicht zum hundersten Mal auf, was hätte getan werden können, es wurde dann ja getan- nur nicht von den sog. Experten.
Unstrittig ist sicher ebenfalls, dass er in der vorherigen Lage noch weitere Wochen hätte liegen können, was das Leiden immer und immer weiter verlängert hätte.

Strittig ist: Hat sich die langwierige Aktion mit Boot etc. gelohnt oder wäre schnelle Euthanasie besser gewesen. Für letzteres fehlt es zwar in Deutschland an Expertise, aber das kann und sollte man jetzt im Nachgang nachholen und festlegen.

Und um z.B. entscheiden zu können, ob sich diese Aktion gelohnt hat - also wie lange Rettungsversuche zielführend sein können, und ab wann Euthanasie das kleinere Übel ist - ist nunmal eine sehr wichtige Information, ob Timmy jetzt noch lebt. Und da reichen die Aussagen des Teams a la: "Wir empfangen Pings, aber wir geben Euch nicht weiter, wie auch Ihr das verifizieren könntet (obwohl das sehr einfach wäre)." nicht aus.
 
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Unstrittig ist sicher ebenfalls, dass er in der vorherigen Lage noch weitere Wochen hätte liegen können, was das Leiden immer und immer weiter verlängert hätte.
Ergänzung: ...Denn Backhaus hatte stets erklärt, eine Tötung des Wales gäbe es mit ihm nicht, unter keinen Umständen.

Also gab es nur die Option, dieses Martyrium weitere Wochen mit anzusehen, bis er schließlich irgendwie gestorben wäre oder ihn rauszuholen mit einer Chance auf Überleben und der Gefahr eines wesentlich schnelleren Todes durch Ertrinken oder vllt auch Orcas.
 
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