Hikari
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- 3. Juli 2010
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Ich habe mich in meiner Jugend mit esoterischen Themen beschäftigt und verlor das Interesse daran, weil ich es für Unfug hielt. Später machte ich eine technische Ausbildung und ging schließlich in die wissenschaftliche Forschung. Ich habe meine Ziele erreicht und weitaus mehr Anerkennung als jeder in meiner Familie erlangt, aber es hatte keinen Wert für mich. Mein Leben war ein Schauspiel für die anderen. Beobachtet von Außen. Würde alles zu Staub zerfallen, hätte ich keine Sekunde getrauert. Der Grad der Falschheit in meinem Leben ist nicht unwissend entstanden, sondern ein Meisterwerk. Ein Magnum Opus der Lüge und Oberflächlichkeit. Natürlich hat das meine Psyche nicht in geringem Ausmaß in Mitleidenschaft gezogen, aber immer nur gezielt die Teile, die von außen nicht sichtbar waren. Und immer kreativere Methoden das Innere für das Äußere zu opfern. Grenzen wurden mir gesetzt durch meine Menschlichkeit. Hätte ich es zu weit getrieben, hätte es mich in den Abgrund getrieben.
So kam ich beim Reflektieren über das Sein auf Themen, die mich zu gewissen Philosophien führten, welche überraschenderweise zu religiösen und esoterischen Lehren führten. Dann entdeckte ich, dass die Esoterik, die ich in meiner Jugend kannte, völlig anders ist, als ich dachte. Wo früher nur ein Dorf war, ist plötzlich ein gesamtes Universum. Weil ich die Suche nach Erlösung und Erkenntnis aufgegeben habe, lese ich plötzlich die gleichen Text anders und merke, dass es viele Schichten gibt, die ich früher übersehen habe.
Aber dieses Universum es ist nicht "meine" Welt. "Meine" Welt liegt in Ruinen und wird von der großen Schlange Apophis (nach einer Metapher von Jung) gefressen. Ich denke, viele Menschen verstehen nicht, was Depressionen sein können. Sie verstehen nicht, wie unaufhaltsam sie scheinen können. Selbst wenn ich mich zusammenreiße und Ruhe zu bewahren scheine. Selbst wenn ich versuche in die materielle Welt zu flüchten. So wie ich empirische Beobachtungen nicht leugnen kann, so kann ich nicht leugnen, was ich in der geistigen Welt passiert. Man sagte mir, ich sei doch so intelligent, talentiert und könne sonst jedes Problem lösen. Das Problem ist nur, dass dieses Problem, das ich mein Leben lang vor mir sehe, quasi göttliche Eigenschaften zu haben scheint, und es von meinen Fähigkeiten, Medikamenten und Therapie wenig beeindruckt ist. Frustrierend ist, dass meine Worte der Erklärung meistens nicht richtig interpretiert werden. Manche glauben, ich müsse übertreiben. Bringen mir Verständnislosigkeit entgegen. Menschen können es nicht glauben, nicht sehen, außer sie haben es selbst gesehen, und es bringt wenig darüber zu reden.
Man kann effektivere Methoden probieren um dagegen vorzugehen, aber es gibt keine Garantie für gar nichts. Ich beschäftige mich auch gerne mit Transformationsprozessen, wissenschaftlich und esoterisch, aber ich wende sie nicht auf mich selbst oder zu meinem Nutzen an. Eine Freundin hat mich angeschrien: "warum nicht?". Weil ich müde bin. Weil ich denke, dass Apophis recht hat.
Das hier sind vermutlich Gedanken auf Kindergartenniveau für jeden Hermetiker und vermutlich stehen sie in hunderten Büchern besser beschrieben. Im Judentum und Christentum wurde das Licht zum Gesetz erklärt und niemand konnte mehr die Finsternis sehen. Alles darin spielt sich innerhalb der Schöpfung ab. Dass die Ägypter das Ankh auch als Schutzsymbol benutzten erinnert uns daran, dass die Schöpfung früher nicht selbstverständlich war, und dass es um wesentlich mehr ging als ob menschliche Seelen sich Team A oder Team B anschließen. Die Schöpfung erzeugt sofort ein Ungleichgewicht, welches versucht sich zu korrigieren. Wenn Ra nicht jede Nacht Apophis symbolisch besiegt um das Ungleichgewicht aufrechtzuhalten, endet die Schöpfung. (im Gegensatz zum Christengott, der fingerschnippend alles schafft und allmächtig ist, befindet sich Ra in einem ewigen grausamen Krieg, um die gesamte Schöpfung, uns, zu beschützen, und hat keine Zeit für unsere lächerlichen Probleme.). Anders betrachtet: Als das Universum entstand, gab es minimal mehr Materie als Antimaterie. Sonst hätten sie sich gegenseitig ausgelöscht. Das andere ist die thermodynamische Entropie/Chaos, die alles Leben im Universum langsam verschlingt, aber offenbar war am Anfang ein Impuls des Kosmos/Ordnung. Man könnte noch die "falsches Vakuum" Theorie dazunehmen. Man könnte dieses Ungleichgewicht als Gott bezeichnen, da alles, was wir als Schöpfung kennen, in ihm und wegen ihm existiert. Eine Gegenkraft versucht ein Gleichgewicht herzustellen, diese Gegenkraft kann man als Apophis sehen.
Diese Perspektive hilft nur nicht weiter. Ich sollte laut religiösen Menschen Ra, Jesus oder Gott oder was auch immer anerkennen und bei ihnen Erlösung suchen, um seelische Narben zu heilen. Laut Atheisten, Nietzsche, hermetischen oder alchemistischen Lehren, sollte ich mich selbst dazu befähigen, Wissen anwenden statt nur studieren und die Narben als Energiequelle zur Schöpfung oder Transformation nutzen... Aber an dem Zeitpunkt streift man die theistische Unschuld ab, bittet Jesus höflichst einem die genommenen Sünden zurückzugeben, weil man sie doch noch braucht. Oder Beistand erbitten von äußeren Kräften bzw. welche der kollektiven Psyche entziehen, was natürlich sehr gefährlich ist. Oder eine Verbindung mit der Natur suchen, die uns verloren ging. Einen Baum umarmen. Oder das eigene zerbrechliche Ego auflösen, um die Erleuchtung zu erlangen. Oder das Ego aus seinem Zustand der Zerbrechlichkeit rausholen und, ähnlich wie Jung es beschrieb, selbst zu einem leuchtenden Stern werden, der weder Erleuchtung noch Erlösung benötigt.
Aber ich Frage mich auch, hätte ich die Macht unüberwindbare Probleme zu überwinden, würde ich mich dann überhaupt dafür entscheiden? Ich hatte Chancen um mein akademisches Wissen in Forschungsbereichen zu benutzen, die ein winziges Stück weit helfen könnten, Krankheiten zu heilen oder das Klima besser zu verstehen. Ich hatte die Fähigkeit Leute zu überzeugen. Außer meine eigene Familie. Und mich selbst. Sehe ich in den Spiegel, erkenne ich die Person nicht, die ich bin. Die Menschen verwenden einen Namen, mit dem ich mich nicht identifiziere. Fremde Welt. Fremder Körper. Wieso nicht zur Seite treten und andere machen lassen? Die Dinge passieren lassen ohne sich einzumischen. Die Menschheit genau so aufzugeben wie mich selbst und passiv zuzusehen.
Faust ließ sich von Mephisto durch falsche Versprechen in Versuchung führen. Für einen so gebildeten Mann überraschend. Was ist mit den Menschen, die erkennen, dass Versprechen irrelevant sind, egal ob sie von Mephisto oder von Gott kommen, weil sie den gleichen Wert haben: Null.
So kam ich beim Reflektieren über das Sein auf Themen, die mich zu gewissen Philosophien führten, welche überraschenderweise zu religiösen und esoterischen Lehren führten. Dann entdeckte ich, dass die Esoterik, die ich in meiner Jugend kannte, völlig anders ist, als ich dachte. Wo früher nur ein Dorf war, ist plötzlich ein gesamtes Universum. Weil ich die Suche nach Erlösung und Erkenntnis aufgegeben habe, lese ich plötzlich die gleichen Text anders und merke, dass es viele Schichten gibt, die ich früher übersehen habe.
Aber dieses Universum es ist nicht "meine" Welt. "Meine" Welt liegt in Ruinen und wird von der großen Schlange Apophis (nach einer Metapher von Jung) gefressen. Ich denke, viele Menschen verstehen nicht, was Depressionen sein können. Sie verstehen nicht, wie unaufhaltsam sie scheinen können. Selbst wenn ich mich zusammenreiße und Ruhe zu bewahren scheine. Selbst wenn ich versuche in die materielle Welt zu flüchten. So wie ich empirische Beobachtungen nicht leugnen kann, so kann ich nicht leugnen, was ich in der geistigen Welt passiert. Man sagte mir, ich sei doch so intelligent, talentiert und könne sonst jedes Problem lösen. Das Problem ist nur, dass dieses Problem, das ich mein Leben lang vor mir sehe, quasi göttliche Eigenschaften zu haben scheint, und es von meinen Fähigkeiten, Medikamenten und Therapie wenig beeindruckt ist. Frustrierend ist, dass meine Worte der Erklärung meistens nicht richtig interpretiert werden. Manche glauben, ich müsse übertreiben. Bringen mir Verständnislosigkeit entgegen. Menschen können es nicht glauben, nicht sehen, außer sie haben es selbst gesehen, und es bringt wenig darüber zu reden.
Man kann effektivere Methoden probieren um dagegen vorzugehen, aber es gibt keine Garantie für gar nichts. Ich beschäftige mich auch gerne mit Transformationsprozessen, wissenschaftlich und esoterisch, aber ich wende sie nicht auf mich selbst oder zu meinem Nutzen an. Eine Freundin hat mich angeschrien: "warum nicht?". Weil ich müde bin. Weil ich denke, dass Apophis recht hat.
Das hier sind vermutlich Gedanken auf Kindergartenniveau für jeden Hermetiker und vermutlich stehen sie in hunderten Büchern besser beschrieben. Im Judentum und Christentum wurde das Licht zum Gesetz erklärt und niemand konnte mehr die Finsternis sehen. Alles darin spielt sich innerhalb der Schöpfung ab. Dass die Ägypter das Ankh auch als Schutzsymbol benutzten erinnert uns daran, dass die Schöpfung früher nicht selbstverständlich war, und dass es um wesentlich mehr ging als ob menschliche Seelen sich Team A oder Team B anschließen. Die Schöpfung erzeugt sofort ein Ungleichgewicht, welches versucht sich zu korrigieren. Wenn Ra nicht jede Nacht Apophis symbolisch besiegt um das Ungleichgewicht aufrechtzuhalten, endet die Schöpfung. (im Gegensatz zum Christengott, der fingerschnippend alles schafft und allmächtig ist, befindet sich Ra in einem ewigen grausamen Krieg, um die gesamte Schöpfung, uns, zu beschützen, und hat keine Zeit für unsere lächerlichen Probleme.). Anders betrachtet: Als das Universum entstand, gab es minimal mehr Materie als Antimaterie. Sonst hätten sie sich gegenseitig ausgelöscht. Das andere ist die thermodynamische Entropie/Chaos, die alles Leben im Universum langsam verschlingt, aber offenbar war am Anfang ein Impuls des Kosmos/Ordnung. Man könnte noch die "falsches Vakuum" Theorie dazunehmen. Man könnte dieses Ungleichgewicht als Gott bezeichnen, da alles, was wir als Schöpfung kennen, in ihm und wegen ihm existiert. Eine Gegenkraft versucht ein Gleichgewicht herzustellen, diese Gegenkraft kann man als Apophis sehen.
Diese Perspektive hilft nur nicht weiter. Ich sollte laut religiösen Menschen Ra, Jesus oder Gott oder was auch immer anerkennen und bei ihnen Erlösung suchen, um seelische Narben zu heilen. Laut Atheisten, Nietzsche, hermetischen oder alchemistischen Lehren, sollte ich mich selbst dazu befähigen, Wissen anwenden statt nur studieren und die Narben als Energiequelle zur Schöpfung oder Transformation nutzen... Aber an dem Zeitpunkt streift man die theistische Unschuld ab, bittet Jesus höflichst einem die genommenen Sünden zurückzugeben, weil man sie doch noch braucht. Oder Beistand erbitten von äußeren Kräften bzw. welche der kollektiven Psyche entziehen, was natürlich sehr gefährlich ist. Oder eine Verbindung mit der Natur suchen, die uns verloren ging. Einen Baum umarmen. Oder das eigene zerbrechliche Ego auflösen, um die Erleuchtung zu erlangen. Oder das Ego aus seinem Zustand der Zerbrechlichkeit rausholen und, ähnlich wie Jung es beschrieb, selbst zu einem leuchtenden Stern werden, der weder Erleuchtung noch Erlösung benötigt.
Aber ich Frage mich auch, hätte ich die Macht unüberwindbare Probleme zu überwinden, würde ich mich dann überhaupt dafür entscheiden? Ich hatte Chancen um mein akademisches Wissen in Forschungsbereichen zu benutzen, die ein winziges Stück weit helfen könnten, Krankheiten zu heilen oder das Klima besser zu verstehen. Ich hatte die Fähigkeit Leute zu überzeugen. Außer meine eigene Familie. Und mich selbst. Sehe ich in den Spiegel, erkenne ich die Person nicht, die ich bin. Die Menschen verwenden einen Namen, mit dem ich mich nicht identifiziere. Fremde Welt. Fremder Körper. Wieso nicht zur Seite treten und andere machen lassen? Die Dinge passieren lassen ohne sich einzumischen. Die Menschheit genau so aufzugeben wie mich selbst und passiv zuzusehen.
Faust ließ sich von Mephisto durch falsche Versprechen in Versuchung führen. Für einen so gebildeten Mann überraschend. Was ist mit den Menschen, die erkennen, dass Versprechen irrelevant sind, egal ob sie von Mephisto oder von Gott kommen, weil sie den gleichen Wert haben: Null.
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