Gedanken zu Depressionen, Nihilismus, Ankh, Apophis, Schöpfung und Unschöpfung

Hikari

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3. Juli 2010
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Ich habe mich in meiner Jugend mit esoterischen Themen beschäftigt und verlor das Interesse daran, weil ich es für Unfug hielt. Später machte ich eine technische Ausbildung und ging schließlich in die wissenschaftliche Forschung. Ich habe meine Ziele erreicht und weitaus mehr Anerkennung als jeder in meiner Familie erlangt, aber es hatte keinen Wert für mich. Mein Leben war ein Schauspiel für die anderen. Beobachtet von Außen. Würde alles zu Staub zerfallen, hätte ich keine Sekunde getrauert. Der Grad der Falschheit in meinem Leben ist nicht unwissend entstanden, sondern ein Meisterwerk. Ein Magnum Opus der Lüge und Oberflächlichkeit. Natürlich hat das meine Psyche nicht in geringem Ausmaß in Mitleidenschaft gezogen, aber immer nur gezielt die Teile, die von außen nicht sichtbar waren. Und immer kreativere Methoden das Innere für das Äußere zu opfern. Grenzen wurden mir gesetzt durch meine Menschlichkeit. Hätte ich es zu weit getrieben, hätte es mich in den Abgrund getrieben.

So kam ich beim Reflektieren über das Sein auf Themen, die mich zu gewissen Philosophien führten, welche überraschenderweise zu religiösen und esoterischen Lehren führten. Dann entdeckte ich, dass die Esoterik, die ich in meiner Jugend kannte, völlig anders ist, als ich dachte. Wo früher nur ein Dorf war, ist plötzlich ein gesamtes Universum. Weil ich die Suche nach Erlösung und Erkenntnis aufgegeben habe, lese ich plötzlich die gleichen Text anders und merke, dass es viele Schichten gibt, die ich früher übersehen habe.

Aber dieses Universum es ist nicht "meine" Welt. "Meine" Welt liegt in Ruinen und wird von der großen Schlange Apophis (nach einer Metapher von Jung) gefressen. Ich denke, viele Menschen verstehen nicht, was Depressionen sein können. Sie verstehen nicht, wie unaufhaltsam sie scheinen können. Selbst wenn ich mich zusammenreiße und Ruhe zu bewahren scheine. Selbst wenn ich versuche in die materielle Welt zu flüchten. So wie ich empirische Beobachtungen nicht leugnen kann, so kann ich nicht leugnen, was ich in der geistigen Welt passiert. Man sagte mir, ich sei doch so intelligent, talentiert und könne sonst jedes Problem lösen. Das Problem ist nur, dass dieses Problem, das ich mein Leben lang vor mir sehe, quasi göttliche Eigenschaften zu haben scheint, und es von meinen Fähigkeiten, Medikamenten und Therapie wenig beeindruckt ist. Frustrierend ist, dass meine Worte der Erklärung meistens nicht richtig interpretiert werden. Manche glauben, ich müsse übertreiben. Bringen mir Verständnislosigkeit entgegen. Menschen können es nicht glauben, nicht sehen, außer sie haben es selbst gesehen, und es bringt wenig darüber zu reden.

Man kann effektivere Methoden probieren um dagegen vorzugehen, aber es gibt keine Garantie für gar nichts. Ich beschäftige mich auch gerne mit Transformationsprozessen, wissenschaftlich und esoterisch, aber ich wende sie nicht auf mich selbst oder zu meinem Nutzen an. Eine Freundin hat mich angeschrien: "warum nicht?". Weil ich müde bin. Weil ich denke, dass Apophis recht hat.

Das hier sind vermutlich Gedanken auf Kindergartenniveau für jeden Hermetiker und vermutlich stehen sie in hunderten Büchern besser beschrieben. Im Judentum und Christentum wurde das Licht zum Gesetz erklärt und niemand konnte mehr die Finsternis sehen. Alles darin spielt sich innerhalb der Schöpfung ab. Dass die Ägypter das Ankh auch als Schutzsymbol benutzten erinnert uns daran, dass die Schöpfung früher nicht selbstverständlich war, und dass es um wesentlich mehr ging als ob menschliche Seelen sich Team A oder Team B anschließen. Die Schöpfung erzeugt sofort ein Ungleichgewicht, welches versucht sich zu korrigieren. Wenn Ra nicht jede Nacht Apophis symbolisch besiegt um das Ungleichgewicht aufrechtzuhalten, endet die Schöpfung. (im Gegensatz zum Christengott, der fingerschnippend alles schafft und allmächtig ist, befindet sich Ra in einem ewigen grausamen Krieg, um die gesamte Schöpfung, uns, zu beschützen, und hat keine Zeit für unsere lächerlichen Probleme.). Anders betrachtet: Als das Universum entstand, gab es minimal mehr Materie als Antimaterie. Sonst hätten sie sich gegenseitig ausgelöscht. Das andere ist die thermodynamische Entropie/Chaos, die alles Leben im Universum langsam verschlingt, aber offenbar war am Anfang ein Impuls des Kosmos/Ordnung. Man könnte noch die "falsches Vakuum" Theorie dazunehmen. Man könnte dieses Ungleichgewicht als Gott bezeichnen, da alles, was wir als Schöpfung kennen, in ihm und wegen ihm existiert. Eine Gegenkraft versucht ein Gleichgewicht herzustellen, diese Gegenkraft kann man als Apophis sehen.

Diese Perspektive hilft nur nicht weiter. Ich sollte laut religiösen Menschen Ra, Jesus oder Gott oder was auch immer anerkennen und bei ihnen Erlösung suchen, um seelische Narben zu heilen. Laut Atheisten, Nietzsche, hermetischen oder alchemistischen Lehren, sollte ich mich selbst dazu befähigen, Wissen anwenden statt nur studieren und die Narben als Energiequelle zur Schöpfung oder Transformation nutzen... Aber an dem Zeitpunkt streift man die theistische Unschuld ab, bittet Jesus höflichst einem die genommenen Sünden zurückzugeben, weil man sie doch noch braucht. Oder Beistand erbitten von äußeren Kräften bzw. welche der kollektiven Psyche entziehen, was natürlich sehr gefährlich ist. Oder eine Verbindung mit der Natur suchen, die uns verloren ging. Einen Baum umarmen. Oder das eigene zerbrechliche Ego auflösen, um die Erleuchtung zu erlangen. Oder das Ego aus seinem Zustand der Zerbrechlichkeit rausholen und, ähnlich wie Jung es beschrieb, selbst zu einem leuchtenden Stern werden, der weder Erleuchtung noch Erlösung benötigt.

Aber ich Frage mich auch, hätte ich die Macht unüberwindbare Probleme zu überwinden, würde ich mich dann überhaupt dafür entscheiden? Ich hatte Chancen um mein akademisches Wissen in Forschungsbereichen zu benutzen, die ein winziges Stück weit helfen könnten, Krankheiten zu heilen oder das Klima besser zu verstehen. Ich hatte die Fähigkeit Leute zu überzeugen. Außer meine eigene Familie. Und mich selbst. Sehe ich in den Spiegel, erkenne ich die Person nicht, die ich bin. Die Menschen verwenden einen Namen, mit dem ich mich nicht identifiziere. Fremde Welt. Fremder Körper. Wieso nicht zur Seite treten und andere machen lassen? Die Dinge passieren lassen ohne sich einzumischen. Die Menschheit genau so aufzugeben wie mich selbst und passiv zuzusehen.

Faust ließ sich von Mephisto durch falsche Versprechen in Versuchung führen. Für einen so gebildeten Mann überraschend. Was ist mit den Menschen, die erkennen, dass Versprechen irrelevant sind, egal ob sie von Mephisto oder von Gott kommen, weil sie den gleichen Wert haben: Null.
 
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Ich habe mich in meiner Jugend mit esoterischen Themen beschäftigt und verlor das Interesse daran, weil ich es für Unfug hielt. Später machte ich eine technische Ausbildung und ging schließlich in die wissenschaftliche Forschung. Ich habe meine Ziele erreicht und weitaus mehr Anerkennung als jeder in meiner Familie erlangt, aber es hatte keinen Wert für mich. Mein Leben war ein Schauspiel für die anderen. Beobachtet von Außen. Würde alles zu Staub zerfallen, hätte ich keine Sekunde getrauert. Der Grad der Falschheit in meinem Leben ist nicht unwissend entstanden, sondern ein Meisterwerk. Ein Magnum Opus der Lüge und Oberflächlichkeit. Natürlich hat das meine Psyche nicht in geringem Ausmaß in Mitleidenschaft gezogen, aber immer nur gezielt die Teile, die von außen nicht sichtbar waren. Und immer kreativere Methoden das Innere für das Äußere zu opfern. Grenzen wurden mir gesetzt durch meine Menschlichkeit. Hätte ich es zu weit getrieben, hätte es mich in den Abgrund getrieben.

So kam ich beim Reflektieren über das Sein auf Themen, die mich zu gewissen Philosophien führten, welche überraschenderweise zu religiösen und esoterischen Lehren führten. Dann entdeckte ich, dass die Esoterik, die ich in meiner Jugend kannte, völlig anders ist, als ich dachte. Wo früher nur ein Dorf war, ist plötzlich ein gesamtes Universum. Weil ich die Suche nach Erlösung und Erkenntnis aufgegeben habe, lese ich plötzlich die gleichen Text anders und merke, dass es viele Schichten gibt, die ich früher übersehen habe.

Aber dieses Universum es ist nicht "meine" Welt. "Meine" Welt liegt in Ruinen und wird von der großen Schlange Apophis (nach einer Metapher von Jung) gefressen. Ich denke, viele Menschen verstehen nicht, was Depressionen sein können. Sie verstehen nicht, wie unaufhaltsam sie scheinen können. Selbst wenn ich mich zusammenreiße und Ruhe zu bewahren scheine. Selbst wenn ich versuche in die materielle Welt zu flüchten. So wie ich empirische Beobachtungen nicht leugnen kann, so kann ich nicht leugnen, was ich in der geistigen Welt passiert. Man sagte mir, ich sei doch so intelligent, talentiert und könne sonst jedes Problem lösen. Das Problem ist nur, dass dieses Problem, das ich mein Leben lang vor mir sehe, quasi göttliche Eigenschaften zu haben scheint, und es von meinen Fähigkeiten, Medikamenten und Therapie wenig beeindruckt ist. Frustrierend ist, dass meine Worte der Erklärung meistens nicht richtig interpretiert werden. Manche glauben, ich müsse übertreiben. Bringen mir Verständnislosigkeit entgegen. Menschen können es nicht glauben, nicht sehen, außer sie haben es selbst gesehen, und es bringt wenig darüber zu reden.

Man kann effektivere Methoden probieren um dagegen vorzugehen, aber es gibt keine Garantie für gar nichts. Ich beschäftige mich auch gerne mit Transformationsprozessen, wissenschaftlich und esoterisch, aber ich wende sie nicht auf mich selbst oder zu meinem Nutzen an. Eine Freundin hat mich angeschrien: "warum nicht?". Weil ich müde bin. Weil ich denke, dass Apophis recht hat.

Das hier sind vermutlich Gedanken auf Kindergartenniveau für jeden Hermetiker und vermutlich stehen sie in hunderten Büchern besser beschrieben. Im Judentum und Christentum wurde das Licht zum Gesetz erklärt und niemand konnte mehr die Finsternis sehen. Alles darin spielt sich innerhalb der Schöpfung ab. Dass die Ägypter das Ankh auch als Schutzsymbol benutzten erinnert uns daran, dass die Schöpfung früher nicht selbstverständlich war, und dass es um wesentlich mehr ging als ob menschliche Seelen sich Team A oder Team B anschließen. Die Schöpfung erzeugt sofort ein Ungleichgewicht, welches versucht sich zu korrigieren. Wenn Ra nicht jede Nacht Apophis symbolisch besiegt um das Ungleichgewicht aufrechtzuhalten, endet die Schöpfung. (im Gegensatz zum Christengott, der fingerschnippend alles schafft und allmächtig ist, befindet sich Ra in einem ewigen grausamen Krieg, um die gesamte Schöpfung, uns, zu beschützen, und hat keine Zeit für unsere lächerlichen Probleme.). Anders betrachtet: Als das Universum entstand, gab es minimal mehr Materie als Antimaterie. Sonst hätten sie sich gegenseitig ausgelöscht. Das andere ist die thermodynamische Entropie/Chaos, die alles Leben im Universum langsam verschlingt, aber offenbar war am Anfang ein Impuls des Kosmos/Ordnung. Man könnte noch die "falsches Vakuum" Theorie dazunehmen. Man könnte dieses Ungleichgewicht als Gott bezeichnen, da alles, was wir als Schöpfung kennen, in ihm und wegen ihm existiert. Eine Gegenkraft versucht ein Gleichgewicht herzustellen, diese Gegenkraft kann man als Apophis sehen.

Diese Perspektive hilft nur nicht weiter. Ich sollte laut religiösen Menschen Ra, Jesus oder Gott oder was auch immer anerkennen und bei ihnen Erlösung suchen, um seelische Narben zu heilen. Laut Atheisten, Nietzsche, hermetischen oder alchemistischen Lehren, sollte ich mich selbst dazu befähigen, Wissen anwenden statt nur studieren und die Narben als Energiequelle zur Schöpfung oder Transformation nutzen... Aber an dem Zeitpunkt streift man die theistische Unschuld ab, bittet Jesus höflichst einem die genommenen Sünden zurückzugeben, weil man sie doch noch braucht. Oder Beistand erbitten von äußeren Kräften bzw. welche der kollektiven Psyche entziehen, was natürlich sehr gefährlich ist. Oder eine Verbindung mit der Natur suchen, die uns verloren ging. Einen Baum umarmen. Oder das eigene zerbrechliche Ego auflösen, um die Erleuchtung zu erlangen. Oder das Ego aus seinem Zustand der Zerbrechlichkeit rausholen und, ähnlich wie Jung es beschrieb, selbst zu einem leuchtenden Stern werden, der weder Erleuchtung noch Erlösung benötigt.

Aber ich Frage mich auch, hätte ich die Macht unüberwindbare Probleme zu überwinden, würde ich mich dann überhaupt dafür entscheiden? Ich hatte Chancen um mein akademisches Wissen in Forschungsbereichen zu benutzen, die ein winziges Stück weit helfen könnten, Krankheiten zu heilen oder das Klima besser zu verstehen. Ich hatte die Fähigkeit Leute zu überzeugen. Außer meine eigene Familie. Und mich selbst. Sehe ich in den Spiegel, erkenne ich die Person nicht, die ich bin. Die Menschen verwenden einen Namen, mit dem ich mich nicht identifiziere. Fremde Welt. Fremder Körper. Wieso nicht zur Seite treten und andere machen lassen? Die Dinge passieren lassen ohne sich einzumischen. Die Menschheit genau so aufzugeben wie mich selbst und passiv zuzusehen.

Faust ließ sich von Mephisto durch falsche Versprechen in Versuchung führen. Für einen so gebildeten Mann überraschend. Was ist mit den Menschen, die erkennen, dass Versprechen irrelevant sind, egal ob sie von Mephisto oder von Gott kommen, weil sie den gleichen Wert haben: Null.
Du hast dich von dir selbst entfremdet und gesellschaftliche Ideale mit Leben gefüllt. Jetzt machst du äußerlich zwar eine gute Figur, aber innerlich bist du tot.

Deine Fehlentwicklung kannst du Apophis übergeben. Das bist nicht du. Aber wer bist du? Und welche Bedürfnisse hat das, was du bist?

Vieles, was du aufgebaut hast, muss zerbrechen, das wird sehr schmerzlich. Aber leblose Hüllen immer und immer am Leben zu erhalten, das kostet Energie und macht müde und raub die Hoffnung, bringt den Tod.

Erst, wenn die falschen Ideale vernichtet sind, kannst du beginnen dich zu spüren. Du hast den inneren Schrei nicht gehört, als du in die falsche Richtung gegangen bist. Du hast ihn ignoriert und unterdrückt. Und jetzt muss du zurück...

Die Dinge sind nicht gleichgültig. Aber du bist zu müde und ohne Hoffnung, um das zu erkennen.
 

Ich behalte solche Informationen lieber für mich. Ist es wichtig um meinen Text zu interpretieren? Meine geistige Reife ist ziemlich inkonsistent. Mir fehlte einiges in meiner Entwicklung.

Du hast dich von dir selbst entfremdet und gesellschaftliche Ideale mit Leben gefüllt. Jetzt machst du äußerlich zwar eine gute Figur, aber innerlich bist du tot.

Deine Fehlentwicklung kannst du Apophis übergeben. Das bist nicht du. Aber wer bist du? Und welche Bedürfnisse hat das, was du bist?

Vieles, was du aufgebaut hast, muss zerbrechen, das wird sehr schmerzlich. Aber leblose Hüllen immer und immer am Leben zu erhalten, das kostet Energie und macht müde und raub die Hoffnung, bringt den Tod.

Erst, wenn die falschen Ideale vernichtet sind, kannst du beginnen dich zu spüren. Du hast den inneren Schrei nicht gehört, als du in die falsche Richtung gegangen bist. Du hast ihn ignoriert und unterdrückt. Und jetzt muss du zurück...

Die Dinge sind nicht gleichgültig. Aber du bist zu müde und ohne Hoffnung, um das zu erkennen.

Danke für die Antwort, gut zusammengefasst. Aber man darf nicht vergessen, dass die reale Welt auch real ist und mein Verhalten auch gut begründet ist, ebenso wie meine Ängste. Humanisten und spirituelle Menschen neigen dazu den Geist und die Seele zu priorisieren, aber in der realen Gesellschaft gelten andere Gesetze. Es herrscht Krieg, Erbarmungslosigkeit. Bellum omnium contra omnes (Hegel). Wenn man das Pech hat mit einem authentischen Selbst geboren zu werden, dass keine Kriege führen will, fühlt man sich fehl am Platz.

Manche Menschen suchen dann nach Hoffnung und Trost oder verdrängen es mit Ego oder Alkohol. Ich habe alles in mich aufgenommen. Meine Augen nicht verschlossen. Ich habe gar nicht versucht in einer Fantasiewelt zu fliehen. Ich habe die Welt um mich herum tief in meine Seele bohren lassen. Weder Suizid noch Verdrängen. Ich habe viele Dinge, die unweise und achtlos gesagt wurden in mich aufgenommen. Ich habe mir nicht angemaßt urteilen zu können, was falsch und was richtig ist. Ich sah natürlich, das Handeln in meiner Familie war unethisch und unlogisch und sie verletzen sich selbst und andere damit. Aber es ist eben die Realität. Eine Realität. Die Realität in weisen Büchern ist eine andere. Was ich sah bei den Menschen, die ich am meisten liebe, ist eine eisige Kälte, Rationalisierung von Grausamkeit, und schileßlich eine lustvolle Begeisterung für das Leid anderer. Die Anerkennung meiner oberflächlichen Leistungen schmerzt mich inzwischen, weil sie so oberflächlich und emotionslos ist.

Ich bin nicht bitter oder wütend. Aber ist es nicht verständlich, dass man keinen positiven Eindruck haben kann? Es fehlt der Ansatzpunkt für eine Uminterpretierung. Ich sehe außerhalb meines Umfelds nicht viel besseres. Diese Welt gehört den Menschen, die für den Krieg geboren sind. Dem Patriarchat. Auch wenn es Übelkeit auslöst in mir.
 
Danke für die Antwort, gut zusammengefasst. Aber man darf nicht vergessen, dass die reale Welt auch real ist und mein Verhalten auch gut begründet ist, ebenso wie meine Ängste.
Die geistige Welt ist nicht weniger real für den, der seinen Zugang zu ihr gefunden hat.
Humanisten und spirituelle Menschen neigen dazu den Geist und die Seele zu priorisieren, aber in der realen Gesellschaft gelten andere Gesetze.
Und diese Gesetze haben dich müde gemacht.
Es herrscht Krieg, Erbarmungslosigkeit. Bellum omnium contra omnes (Hegel). Wenn man das Pech hat mit einem authentischen Selbst geboren zu werden, dass keine Kriege führen will, fühlt man sich fehl am Platz.
Warum ist das hier so?
Manche Menschen suchen dann nach Hoffnung und Trost oder verdrängen es mit Ego oder Alkohol. Ich habe alles in mich aufgenommen. Meine Augen nicht verschlossen. Ich habe gar nicht versucht in einer Fantasiewelt zu fliehen. Ich habe die Welt um mich herum tief in meine Seele bohren lassen. Weder Suizid noch Verdrängen. Ich habe viele Dinge, die unweise und achtlos gesagt wurden in mich aufgenommen.
Schon mal gut. Erkenntnisgewinn: Die Welt ist Leid.
Ich habe mir nicht angemaßt urteilen zu können, was falsch und was richtig ist.
Das ist jedoch nicht unwichtig. Diese Beurteilung dient nicht nur der blossen Einteilung in gut und schlecht, sondern auch dem Selbstschutz.
Ich sah natürlich, das Handeln in meiner Familie war unethisch und unlogisch und sie verletzen sich selbst und andere damit. Aber es ist eben die Realität. Eine Realität. Die Realität in weisen Büchern ist eine andere. Was ich sah bei den Menschen, die ich am meisten liebe, ist eine eisige Kälte, Rationalisierung von Grausamkeit, und schileßlich eine lustvolle Begeisterung für das Leid anderer. Die Anerkennung meiner oberflächlichen Leistungen schmerzt mich inzwischen, weil sie so oberflächlich und emotionslos ist.
Menschen sind manches Mal etwas merkwürdig. Es ist die Unwissenheit, die sie so handeln lässt.
Ich bin nicht bitter oder wütend. Aber ist es nicht verständlich, dass man keinen positiven Eindruck haben kann?
Keinen positiven Eindruck von der Welt, ok. Aber Vieles geht über diese Welt hinaus, das ist wichtig zu sehen, wenn jemand Befreiung und Frieden erlangen möchte.
Es fehlt der Ansatzpunkt für eine Uminterpretierung.
Den gibt es und nicht nur einen. Der Buddhimus erscheint mir für dich geeignet, da du diese Welt nicht als Illusion erkannt hast.
Ich sehe außerhalb meines Umfelds nicht viel besseres. Diese Welt gehört den Menschen, die für den Krieg geboren sind. Dem Patriarchat. Auch wenn es Übelkeit auslöst in mir.
Mal hier ein Lesetipp von mir:

 
Den gibt es und nicht nur einen. Der Buddhimus erscheint mir für dich geeignet, da du diese Welt nicht als Illusion erkannt hast.

Mal hier ein Lesetipp von mir:


Danke für den Tip. Ich habe da wirklich noch wenig Wissen,

Ist es seltsam, dass ich diese Welt nicht als Illusion erkannt habe?

Ich fand vom Studium kosmischer Prinzipien zu Thoth und die ganze restliche Geschichte kennt man ja. So bemerkte ich, dass es viele Überlappungen gibt. Dann habe ich gemerkt, dass die Konzepte umformuliert nicht mehr so abgehoben klingen. Ich sah sie nicht als Widerspruch zur Wissenschaft sondern die Wissenschaft als Weiterentwicklung eines spezialisierten/materialistischen Zweig der antiken Lehren, die sich mit Erkenntnis beschäftigten. Dann kam ich zu Jungs Forschung, die gewisse Beobachtungen machte, ohne über ihre Natur zu urteilen. Andererseits hatte ich das Gefühl, dass manchmal Menschen so sehr in den Bann gezogen werden von der Erkenntnis, dass sie das übersehen, was direkt vor ihnen ist. Ich vermute aus christlicher Tradition (Geist über Materie), die man dann in ältere Lehren hineininterpretiert hat, so Leute wie Julius Evola oder diverse intelligente Schwurbler auf Youtube, die mir fast wie spirituelle Anarchisten vorkommen. Daher bin ich skeptisch gegenüber absoluten Aussagen über die materielle oder geistige Welt oder welche von beiden Welten größer ist, oder welche es sonst noch gibt.. Man könnte sagen, ich bin philosophisch agnostisch und weltenagnostisch (natürlich auch nur eine Halbwahrheit), da man den Nihilismus eigentlich genau so gut auf alles anwenden kann, inklusive Leid und Freude.
 
Danke für den Tip. Ich habe da wirklich noch wenig Wissen,
Ist mir aufgefallen.
Ist es seltsam, dass ich diese Welt nicht als Illusion erkannt habe?
Nein. Fast jeder empfindet diese Welt als real. Meist erst mit Meditationserfahrungen wandelt sich das.
Ich fand vom Studium kosmischer Prinzipien zu Thoth und die ganze restliche Geschichte kennt man ja. So bemerkte ich, dass es viele Überlappungen gibt. Dann habe ich gemerkt, dass die Konzepte umformuliert nicht mehr so abgehoben klingen.
Einer Umformulierung stehe ich kritisch gegenüber, da der Mensch heute nicht mehr den Geist atmet, der damals die Dinge richtig verstanden hat. Umformulierung verwässert und verzerrt, macht im schlimmsten Fall alles unbrauchbar.

Ich sah sie nicht als Widerspruch zur Wissenschaft sondern die Wissenschaft als Weiterentwicklung eines spezialisierten/materialistischen Zweig der antiken Lehren, die sich mit Erkenntnis beschäftigten. Dann kam ich zu Jungs Forschung, die gewisse Beobachtungen machte, ohne über ihre Natur zu urteilen. Andererseits hatte ich das Gefühl, dass manchmal Menschen so sehr in den Bann gezogen werden von der Erkenntnis, dass sie das übersehen, was direkt vor ihnen ist. Ich vermute aus christlicher Tradition (Geist über Materie), die man dann in ältere Lehren hineininterpretiert hat, so Leute wie Julius Evola oder diverse intelligente Schwurbler auf Youtube, die mir fast wie spirituelle Anarchisten vorkommen.
Das ist tatsächlich ein Problem. Tatsächlich vermarkten sich die Leute nur. Nur ist es nicht so, dass jemand, der sich gut vermarkten kann, unbedingt super tiefe religiöser Erkenntnisse besitzt. Vielmehr bedient er einen Markt mit der Zielgruppe von Menschen, die gelangweilt sind und sich gut fühlen wollen.
Daher bin ich skeptisch gegenüber absoluten Aussagen über die materielle oder geistige Welt oder welche von beiden Welten größer ist, oder welche es sonst noch gibt..
Es ist egal, wer was sagt. Selbst, was ich schreibe, kann genauso gut Quark sein. Wenn der Mensch wirklich Wissen will, wie die Dinge stehen, was Wahrheit ist, dann muss er sich selbst auf die Socken machen.
Man könnte sagen, ich bin philosophisch agnostisch und weltenagnostisch (natürlich auch nur eine Halbwahrheit), da man den Nihilismus eigentlich genau so gut auf alles anwenden kann, inklusive Leid und Freude.
Ist die Frage, ob diese Einstellungen wirklich hilfreich sind??? Erkenntnis ist eine Frucht, die einen geschenkt wird, wenn man offen ist und um ein Feuer zu entfachen bedarf es eines Funken.
 
Aber dieses Universum es ist nicht "meine" Welt. "Meine" Welt liegt in Ruinen und wird von der großen Schlange Apophis (nach einer Metapher von Jung) gefressen. Ich denke, viele Menschen verstehen nicht, was Depressionen sein können. Sie verstehen nicht, wie unaufhaltsam sie scheinen können. Selbst wenn ich mich zusammenreiße und Ruhe zu bewahren scheine.
Selbst wenn ich versuche in die materielle Welt zu flüchten. So wie ich empirische Beobachtungen nicht leugnen kann, so kann ich nicht leugnen, was ich in der geistigen Welt passiert. Man sagte mir, ich sei doch so intelligent, talentiert und könne sonst jedes Problem lösen. Das Problem ist nur, dass dieses Problem, das ich mein Leben lang vor mir sehe, quasi göttliche Eigenschaften zu haben scheint, und es von meinen Fähigkeiten, Medikamenten und Therapie wenig beeindruckt ist. Frustrierend ist, dass meine Worte der Erklärung meistens nicht richtig interpretiert werden. Manche glauben, ich müsse übertreiben. Bringen mir Verständnislosigkeit entgegen. Menschen können es nicht glauben, nicht sehen, außer sie haben es selbst gesehen, und es bringt wenig darüber zu reden.
Deine Welt wird nicht von einer Schlange gefressen, wenn dann wird deine Motivation sehr wahrscheinlich von Menschen die dich nicht verstehen lahm gelegt. Was du liest, solltest du auf die Realität umdeuten und sie nicht eins zu eins wieder geben. Es macht klarer was du eigentlich meinst.
Es steht dir zu sauer zu sein auf Menschen die sich keine Mühe geben, dich zu verstehen. Es ist eine ganz natürliche Reaktion auf das Gefühl einer Ablehnung und Grenzen zu haben, wie weit jemand mit einem gehen kann wären auch eine normale und sinnvolle Reaktion darauf, auf die man dann auch hören sollte. Du solltest gut auf deine Welt aufpassen und sie nicht von anderen zertreten lassen, wenn du so ein offener und sensibler Mensch sein solltest.
Man kann effektivere Methoden probieren um dagegen vorzugehen, aber es gibt keine Garantie für gar nichts. Ich beschäftige mich auch gerne mit Transformationsprozessen, wissenschaftlich und esoterisch, aber ich wende sie nicht auf mich selbst oder zu meinem Nutzen an. Eine Freundin hat mich angeschrien: "warum nicht?". Weil ich müde bin. Weil ich denke, dass Apophis recht hat.
Man kann auch soviel Wissen ansammeln bis jeder Gedanke und jedes Gefühl, dass in einem aufkommt zerdacht wird, so dass sie nicht mehr aufkommen können und der eigentliche innere Prozess wird damit verhindert, weil man vieleicht nur noch das Ideal sieht. Am Ende bleibt kein Gedanke und kein Gefühl mehr übrig das man verarbeiten kann. So wie du geschrieben hast, hatte das Universum bei seiner Enstehung auch kein Gleichgewicht, was man daraus schließen kann ist, dass ein absolutes Gleichgewicht keine Entwicklung oder auch keine Entfaltung zulässt. Das Leben bewegt sich hin und her, wie ein Pendel oder auch wie eine Schlange die sich vorwärts bewegt. Ohne Bewegung oder ohne ein kleines Ungleichgewicht gibt es kein Leben.

So wie du dich anhört, kann deine Einstellung auch in einer lebenslangen Gleichgültigkeit enden, wobei du irgendwann aufhörst (positiv) nachzudenken, weil deine Gedanken immer wieder in einem düsteren Kreis enden, bei den immer gleichen Gedanken/Überzeugungen. Das ist kein unbekanntes Phänomen, bei zufiel philosophischer Beschäftigung nur mit sich selbst, ohne einen Austausch mit anderen erfahrenen "Phylosophen". Es wäre vieleicht besser du liest für eine gewisse Zeit weniger und versuchst deinen eigenen Gedanken und Gefühle zuzuhören und deine eigenen Erkenntnisse dazu zu machen, als ständig in fremden Lebenswelten von Menschen herumzublättern, die du nicht mal kennst. Schreib lieber aus deiner Sicht, als durch die Augen von fremden Menschen, dann wird auch ersichtlich was genau dein Problem ist. Wenn du magst, erzähl mal etwas aus deiner eigenen Welt. :)
 
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Ich habe mich in meiner Jugend mit esoterischen Themen beschäftigt und verlor das Interesse daran, weil ich es für Unfug hielt. Später machte ich eine technische Ausbildung und ging schließlich in die wissenschaftliche Forschung. Ich habe meine Ziele erreicht und weitaus mehr Anerkennung als jeder in meiner Familie erlangt, aber es hatte keinen Wert für mich. Mein Leben war ein Schauspiel für die anderen. Beobachtet von Außen. Würde alles zu Staub zerfallen, hätte ich keine Sekunde getrauert. Der Grad der Falschheit in meinem Leben ist nicht unwissend entstanden, sondern ein Meisterwerk. Ein Magnum Opus der Lüge und Oberflächlichkeit. Natürlich hat das meine Psyche nicht in geringem Ausmaß in Mitleidenschaft gezogen, aber immer nur gezielt die Teile, die von außen nicht sichtbar waren. Und immer kreativere Methoden das Innere für das Äußere zu opfern. Grenzen wurden mir gesetzt durch meine Menschlichkeit. Hätte ich es zu weit getrieben, hätte es mich in den Abgrund getrieben.

So kam ich beim Reflektieren über das Sein auf Themen, die mich zu gewissen Philosophien führten, welche überraschenderweise zu religiösen und esoterischen Lehren führten. Dann entdeckte ich, dass die Esoterik, die ich in meiner Jugend kannte, völlig anders ist, als ich dachte. Wo früher nur ein Dorf war, ist plötzlich ein gesamtes Universum. Weil ich die Suche nach Erlösung und Erkenntnis aufgegeben habe, lese ich plötzlich die gleichen Text anders und merke, dass es viele Schichten gibt, die ich früher übersehen habe.

Aber dieses Universum es ist nicht "meine" Welt. "Meine" Welt liegt in Ruinen und wird von der großen Schlange Apophis (nach einer Metapher von Jung) gefressen. Ich denke, viele Menschen verstehen nicht, was Depressionen sein können. Sie verstehen nicht, wie unaufhaltsam sie scheinen können. Selbst wenn ich mich zusammenreiße und Ruhe zu bewahren scheine. Selbst wenn ich versuche in die materielle Welt zu flüchten. So wie ich empirische Beobachtungen nicht leugnen kann, so kann ich nicht leugnen, was ich in der geistigen Welt passiert. Man sagte mir, ich sei doch so intelligent, talentiert und könne sonst jedes Problem lösen. Das Problem ist nur, dass dieses Problem, das ich mein Leben lang vor mir sehe, quasi göttliche Eigenschaften zu haben scheint, und es von meinen Fähigkeiten, Medikamenten und Therapie wenig beeindruckt ist. Frustrierend ist, dass meine Worte der Erklärung meistens nicht richtig interpretiert werden. Manche glauben, ich müsse übertreiben. Bringen mir Verständnislosigkeit entgegen. Menschen können es nicht glauben, nicht sehen, außer sie haben es selbst gesehen, und es bringt wenig darüber zu reden.

Man kann effektivere Methoden probieren um dagegen vorzugehen, aber es gibt keine Garantie für gar nichts. Ich beschäftige mich auch gerne mit Transformationsprozessen, wissenschaftlich und esoterisch, aber ich wende sie nicht auf mich selbst oder zu meinem Nutzen an. Eine Freundin hat mich angeschrien: "warum nicht?". Weil ich müde bin. Weil ich denke, dass Apophis recht hat.

Das hier sind vermutlich Gedanken auf Kindergartenniveau für jeden Hermetiker und vermutlich stehen sie in hunderten Büchern besser beschrieben. Im Judentum und Christentum wurde das Licht zum Gesetz erklärt und niemand konnte mehr die Finsternis sehen. Alles darin spielt sich innerhalb der Schöpfung ab. Dass die Ägypter das Ankh auch als Schutzsymbol benutzten erinnert uns daran, dass die Schöpfung früher nicht selbstverständlich war, und dass es um wesentlich mehr ging als ob menschliche Seelen sich Team A oder Team B anschließen. Die Schöpfung erzeugt sofort ein Ungleichgewicht, welches versucht sich zu korrigieren. Wenn Ra nicht jede Nacht Apophis symbolisch besiegt um das Ungleichgewicht aufrechtzuhalten, endet die Schöpfung. (im Gegensatz zum Christengott, der fingerschnippend alles schafft und allmächtig ist, befindet sich Ra in einem ewigen grausamen Krieg, um die gesamte Schöpfung, uns, zu beschützen, und hat keine Zeit für unsere lächerlichen Probleme.). Anders betrachtet: Als das Universum entstand, gab es minimal mehr Materie als Antimaterie. Sonst hätten sie sich gegenseitig ausgelöscht. Das andere ist die thermodynamische Entropie/Chaos, die alles Leben im Universum langsam verschlingt, aber offenbar war am Anfang ein Impuls des Kosmos/Ordnung. Man könnte noch die "falsches Vakuum" Theorie dazunehmen. Man könnte dieses Ungleichgewicht als Gott bezeichnen, da alles, was wir als Schöpfung kennen, in ihm und wegen ihm existiert. Eine Gegenkraft versucht ein Gleichgewicht herzustellen, diese Gegenkraft kann man als Apophis sehen.

Diese Perspektive hilft nur nicht weiter. Ich sollte laut religiösen Menschen Ra, Jesus oder Gott oder was auch immer anerkennen und bei ihnen Erlösung suchen, um seelische Narben zu heilen. Laut Atheisten, Nietzsche, hermetischen oder alchemistischen Lehren, sollte ich mich selbst dazu befähigen, Wissen anwenden statt nur studieren und die Narben als Energiequelle zur Schöpfung oder Transformation nutzen... Aber an dem Zeitpunkt streift man die theistische Unschuld ab, bittet Jesus höflichst einem die genommenen Sünden zurückzugeben, weil man sie doch noch braucht. Oder Beistand erbitten von äußeren Kräften bzw. welche der kollektiven Psyche entziehen, was natürlich sehr gefährlich ist. Oder eine Verbindung mit der Natur suchen, die uns verloren ging. Einen Baum umarmen. Oder das eigene zerbrechliche Ego auflösen, um die Erleuchtung zu erlangen. Oder das Ego aus seinem Zustand der Zerbrechlichkeit rausholen und, ähnlich wie Jung es beschrieb, selbst zu einem leuchtenden Stern werden, der weder Erleuchtung noch Erlösung benötigt.

Aber ich Frage mich auch, hätte ich die Macht unüberwindbare Probleme zu überwinden, würde ich mich dann überhaupt dafür entscheiden? Ich hatte Chancen um mein akademisches Wissen in Forschungsbereichen zu benutzen, die ein winziges Stück weit helfen könnten, Krankheiten zu heilen oder das Klima besser zu verstehen. Ich hatte die Fähigkeit Leute zu überzeugen. Außer meine eigene Familie. Und mich selbst. Sehe ich in den Spiegel, erkenne ich die Person nicht, die ich bin. Die Menschen verwenden einen Namen, mit dem ich mich nicht identifiziere. Fremde Welt. Fremder Körper. Wieso nicht zur Seite treten und andere machen lassen? Die Dinge passieren lassen ohne sich einzumischen. Die Menschheit genau so aufzugeben wie mich selbst und passiv zuzusehen.

Faust ließ sich von Mephisto durch falsche Versprechen in Versuchung führen. Für einen so gebildeten Mann überraschend. Was ist mit den Menschen, die erkennen, dass Versprechen irrelevant sind, egal ob sie von Mephisto oder von Gott kommen, weil sie den gleichen Wert haben: Null.
Als ich deinen Text las dachte ich auch sofort an Faust und nun erwähnst du ihn selbst.
Du hast ein Leben lang gegen dich selbst gearbeitet. Depressionen sind da vorprogrammiert. Erfolg im gesellschaftlichen Sinne bringt Gloria, aber wenig Seelenfrieden wenn man innerlich nicht eins damit ist.
Hunderttausend Ratschläge werden falsch sein, denn jeder hat seinen eigenen Weg den er gegangen ist .
 
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