bist du sauer weil sie dir und sich selbst was vorspielen?
Das wäre ein Aspekt. Das Ganze ist wohl noch viel komplexer.
Wenn so etwas lediglich denjenigen selbst betrifft, ok, komme ich weitgehend mit sowas klar, wenn es aber darum geht, da andere auch zu beeinflussen, sozusagen mitreinzuziehen, andere anzustecken, dann werde ich leicht sauer, ja.
Ich würde meinen, zumindest ein Kernpunkt davon wäre unbewusste Manipulation, die möglicherweise das Beste will, aber in ihrer Unwissenheit und Blindheit tatsächlich dann eher Schaden anrichtet, zugleich aber eben die eigenen Scheuklappen so hochgefahren hat, dass man eigentlich mit allem was man dem "normal" entgegensetzen kann, nur abprallen wird. Auch was, das ich natürlich in meiner Geschichte so kenne.
Und dann gibt's da noch einen Aspekt, aber ich weiß nicht, ob ich den hier deponieren soll. Vielleicht etwas später, mal sehen.
es liegt nicht in deiner Verantwortung das Nichtsichtbare zu beurteilen.
Das ist ja mal ne richtig schöne Aussage. Bin ich mal nicht alleine an allem selber schuld und für alles selbst verantwortlich. Befreiend!
Wenn du Aggross siehst, dann sind das Emotionen die sich dir zeigen, damit du lernst mit dieser Emotion umzugehen, damit du dich Selbst heilst. Heißt die Wut, das Sauer sein auf dich Selbst, sich verabschiedet.
Ok das Thema hängt mir immer noch nach, ja.
Hast du während der Beziehung sehen* können das diese beschlossen hat was ganz anderes zu leben als du es wolltest?
Oder hast du das erst mit der Zeit erfahren und hattest dann keine Wahl als dich zurück zu ziehen?
Hat die andere Seite gewußt was du leben willst?
Das war doch von Anfang an völlig klar, das war ja das Irre daran. Sogar mir selbst! Das wusste ich ja. Dass es nicht einmal ne Chance auf was anderes gab. Ich konnte nur scheitern! Aber trotzdem kam ich nicht raus, ich musst da rein, da durch. Bescheuert, ich weiß. Wusste ich damals auch, aber entziehen konnte ich mich dem trotzdem nicht. Das war die einzige Sache in meinem Leben, bei der ich tatsächlich keine Wahl hatte, was mich natürlich darin bestärkte dass das eben etwas ganz Besonderes, schicksalhaft so für mich Vorbestimmtes wäre, was denn sonst?
Im Grunde genommen, auch wenn der Versuch eigentlich auch im Voraus zum Scheitern verurteilt war, wollte ich sie, sozusagen als Wiedergutmachung einer (vermeintlichen) alten Schuld da rausholen, oder das zumindest versuchen. So ganz selbstlos, wie ich das damals (wenigstens zum Teil) glaubte, oder mir wohl eher vormachte.
Es gab da im Vorfeld, in den Jahren davor bei mir jede Menge Energie-, Heil-, Lichtarbeit. In einigem durchaus hilfreich, zugleich war ich aber eben damals voll auf dieser Eso-Schiene unterwegs. Und da gab es natürlich auch im therapeutischen Kontext jede Menge ziemlich unschöner traumatischer ebenso wie dramatischer Erfahrungen, Erlebnisse, die sich dann eben über diese göttliche Liebe immer irgendwie aufzulösen schienen. Aber, im Vergleich zu dem lieben, braven, friedlichen Duckmäuser in dem Leben war ich wohl meistens eher das Gegenteil davon, zumindest erlebte ich das so, baute also jede Menge Scheiß. Auch oder gerade anderen gegenüber.
Und da gab's eben ein paar ziemlich heftige Erfahrungen, mit äußerst unschönen Folgen, die, obwohl sie ja eigentlich geheilt zu sein schienen, mich irgendwann doch eher zu verfolgen begannen. Und eine davon betraf wen, die in Folge durch meine Schuld starb. Und nun glaubte ich, in dem Leben das sozusagen dadurch wiedergutmachen zu können, indem ich in ihre Rolle schlüpfte, hier war sie die Böse, das Biest, und ich wollte für sie, aus Liebe zu ihr diesmal leiden. Ihr (und mir) beweisen, dass ich auch so bedingungslos lieben, sprich, leiden, mir auf den Kopf scheißen lassen kann wie sie das mal (vermeintlich) geschafft hatte. Und schaffte ich so etwas in dem Leben auch? Jemanden der mich quält, fertigmacht, oder im Idealfall sogar tötet, dann immer noch zu lieben? In dem Moment? War ich für sowas sozusagen schon weit genug? Das war die große Frage, auch die, voll esotypisch, große Prüfung, Lebensaufgabe für mich. In diesem Fall wohl im wahrsten Sinne des Wortes. Das eigene Leben aufzugeben, sich selbst ebenso wie eigentlich auf's Sterben zu warten, sterben zu wollen, sich danach zu sehnen. Tod als Erlösung.
Parallel dazu wollte ich, dass sie mich auch endlich mal so sieht wie ich sie da gesehen zu haben scheine, oder was auch immer das war. Dass sie mich versteht. Aber reale, gelebte Beziehung, dass das nix wird, war sonnenklar. Und selbst, wenn die wider Erwarten was geworden wäre, wir hätten uns in küzester Zeit gegenseitig völlig fertiggemacht. Was ohnehin so auch, eben völlig einseitig geschah. Zusammengepasst hat da gar nix, ich hab mich ihr untergeordet, mich selbst verleugnet, bin ihr nachgelaufen wie der Hund seinem Herrn, aus "Liebe", bis mir das dann doch mal zu viel wurde, zu steil, zu schmerzhaft, nicht mehr zu ertragen war. Sado-Masotrip pur. Aber dann gab's da eben auch diese raren, schönen Momente, die dann soszusagen für ne weitere Runde Kraft gaben, aber irgendwann waren dann dennoch alle Reserven völlig aufgebraucht, ich hatte keine Kraft mehr dafür, so zu "lieben".
Zugleich war's auch ein Spiel mit der Zeit. Bis zu einem gewissen Punkt, und dann hätte ich das geschafft und würde mich von hier verabschieden, sprich, mich umbringen. Oder, was mir damals noch lieber gewesen wäre, dass sie mich dann umbringt. Als Art ausgleichender Gerechtigkeit. War für mich damals der schönste Gedanke den ich mir vorstellen konnte. Warum? Siehe oben. Oh Mann, wenn ich jetzt daran zurückdenke... Voll arg! Liebe? Hust... Völlige Hörigkeit, Bessessenheit, Obsession, Abhängigkeit wohl eher. Im damaligen Kontext und den ganzen Esokonzepten allerdings völlig klar und schlüssig. Bedingungslose Liebe leben, in einem besonders schweren aussichtslosen Extremfall, also Leiden, Schmerzen, Leiden, Schmerzen...
Im Grunde genommen, ein einziger, auf diversen Esokonzepten gründender Selbstbetrug. Ich wollte beweisen, dass sich bedingungslose Liebe sogar unter den widrigsten Umständen zu leben im Stande war. Damit ich endlich und endgültig in dieses "Nirvana", in dem ich da für ne Weile wohl gewesen war, zurückkehren konnte, durfte. Heim, E.T. nach Hause telefonieren. Als Belohnung sozusagen. Denn ich hatte ja keine Ahnung, wie ich sonst da jemals wieder hinkommen könnte. Ich wollte wieder mal der Beste sein, mich als würdig erweisen, und wenn's sonst schon bei nix klappt, dann eben am Besten scheitern. Mich opfern.
Ich sitze grad da und hau mich voll ab wenn ich das hier schreibe. Wer war das, ich? So ein bescheuertes ich? Ich selbst? Damals allerdings war's blutiger Ernst, könnte man sagen. Meine eigene Realität, mein Leiden, meine Schmerzen. Zumindest glaubte ich das damals. Ich habe da wohl von ihr auch jede Menge reingekriegt, und das war schlimmer als alles was ich je selbst gefühlt hatte. Gib mir dein ganzes Leid und ich liebe dich dafür und sage danke! Wollte das auch für sie irgendwie auflösen, was natürlich nicht geht. Aufopferung, Selbstopferung. Oh Mann! Das Perverse daran ist, man fühlt sich mitunter auf dem Trip so erhaben, auserwählt, was Besonderes. Schmarrn, eigener Selbstmitleidsüberhöhungsbetrug. Eigene Leidensverliebtheit. Aber eben, shit, dann doch wieder auf verdrehte Art geil.
Aber irgendwie auch klar, es war ja für mich, bis auf diese eine Sache, hier alles erledigt, gab nichts sonst mehr, das Sinn machte, zu tun gewesen wäre.
Also war's im Grunde genommen ein völlig verblendeter Selbstmordtrip, zumindest Selbstzerstörungstrip. Naja, zumindest der Aspekt hat ja ganz gut funktioniert.
Und nach dem Ausstieg dann sofort das nächste schlechte Gewissen, dass mir das was ich mir da vorgenommen hatte, nicht gelungen war, ich dafür doch zu schwach gewesen war. Ich war, so gesehen daran gescheitert, dass ich eben doch nicht genug Leid ertragen konnte.
Und da ich diese "Niederlage" anscheinend doch nicht so ganz einfach wegstecken konnte, "passierte" mir dann in Folge eine Art Verlängerung in eine ganz andere Richtung. Auch in gewisser Weise ein Resultat diverser Eso-Konzepte. Und das Leiden und die Selbstquälerei ging, eben anders, munter weiter. Aber das ist wohl eine andere Geschichte...
Warum ich das hier so erzähle? Damit vielleicht ein paar sehen, wozu der Mix aus diversem eigenen (Schuld)programmen, entsprechenden Konditionierungen, dem Glauben an die Richtigkeit dieser, und allen möglichen scheinbar positiven, erlösenden, Befreiung versprechenden (Eso)Konzepten mitunter auch führen kann. Ich glaubte nunmal an die Richtigkeit all dessen. In sich war's ja völlig schlüssig, und auch alle entsprechenden Gefühle, Emotionen in dem Kontext sozusagen erstmal zumindest an den richtigen Stellen, mit den richtigen Bedeutungen. Nur führte das eben nicht weiter raus, sondern erst recht tiefer rein. In diverse Irrtümer.
Dann, danach war eben diese Sinnfrage auch ein ziemliches Problem. Was mache ich hier überhaupt noch? Was tue ich da noch, was kann ich tun? Und weit und breit keine wirkliche Antwort. Und dann fällt man natürlich irgendwann in eine Art schwarzes Loch.
Sehen* zu müssen Verpflichtung=Lieben zu müssen Verpflichtung?
Pflicht Sehen* zu müssen? Lieben zu müssen?
Bisst du dir sicher das wir vom selben sprechen?
Nee eben nicht, deshalb fragte ich ja nach. Aber irgendwas kam da so für mich in dem Moment rüber.