Nordluchs schrieb:
Genau andersherum war es bisher immer mit meiner Familie. Wenn sie nicht das taten, was ich wollte, dann blieb ich ruhig und machte es selber. Naja. Und das sie dann damit nicht aufhören ist ja klar. Ich habe mich ja nicht dagegen gewehrt. Ist schon irgendwie komisch. Das eine so und das anderes so. Bei dem einen muß man ruhig bleiben und bei dem anderen muß man ausrasten.
Liebe Grüße
Nordluchs
mir ist jetzt gerade, bei diesen Sätzen wieder etwas eingefallen. 2003 habe ich eine Gesprächstherapie gehabt - eigentlich sollte ich vom Arbeitsamt aus "Zeitmanagement" lernen (Familie, Haushalt, Beruf), gleich nach dem ersten Gespräch war klar - Zeitmanagement ist nicht mein Problem, sondern das "Nicht-Abgrenzen-Können", nicht "Nein-Sagen-Können", ....
Im Laufe dieser Gespräche ist herausgekommen, dass ich als Kind nie "bitten" gelernt habe. Ich habe es nicht geschafft zu sagen: Bitte, ich brauche dies oder jenes. Ich bin immer davon ausgegangen, wenn ich hektisch oder nervös, traurig oder aufgewühlt war, dass es meine Umgebung mitbekommen hat.
Nichts dergleichen - meine Eltern, Geschwister, .... konnten nicht wissen, was in mir vorgeht, weil ich es ihnen nicht gesagt habe. Und ich habe es auch nicht über die Lippen gebracht, um Hilfe zu bitten. Dann war ich natürlich enttäuscht und habe mich zurückgezogen.
Und dieses Muster habe ich in meine Partnerschaften mitgenommen. Ich bin davon ausgegangen, dass mein Partner merken muss, dass ich im Stress bin und Hilfe brauche (z. B. in der Früh, wenn vier Kinder aus dem Haus mussten und ich hinten und vorne nicht zurecht kam, weil ich ja lange Zeit nur "zwei" Kinder hatte). Nichts dergleichen! Er hat seelenruhig weitergeschlafen und ich war enttäuscht.

Es ist auch heute noch so, dass ich mir vieles denke, aber nicht sage. Und wenn ich was sage, dann formuliere ich es anscheinend so arg, dass sich mein Partner oder die Kinder "angepöbelt" vorkommen. Das Vermitteln von meinen Bedürfnissen hat aber auch mit Selbstwert zu tun..... eine Menge Arbeit liegt noch vor mir.
Viele liebe Grüße
Ingrid