Aber diese Unterscheidung von dir ist problematisch, darauf will ich hinaus. Ich war da nicht ganz präzise. Wenn du sagst "hineininterpretiert", dann muss ich eben auch darauf aufmerksam machen, dass Karma bereits eine Interpretation ist. Karma als solches existiert nicht! Die einzige Realität, wo nichts mehr hinzugefügt und weggenommen werden kann, ist Shunyata, Leerheit - nichts sonst (auch Buddha, der Buddhismus und der edle achtfache Pfad sind leer). Karma ist in Wahrheit leer, und eben darum ist der Begriff selbst gewissermassen illusorisch, er ist bloss relativ und nicht absolut. Eine von vielen Formen also.Ja eben, hinzugefügt. Das mein ich ja grad, da wird was hineininterpretiert. Zu allen Zeiten meinetwegen ist das schon hineininterpretiert worden. Aber grad das will ich ja vermeiden... genau gegen diese Vermengung schreib ich ja immer wieder an. Die ja auch von Buddha nicht gemacht wurde... erst von seinen Schülern. Buddha selbst weist drauf hin, daß gut und schlecht immer abhängig ist von den Umständen...
Wenn das aber so ist, dann wird's ganz schnell ganz schwierig, denn jetzt zu klären, welches die RICHTIGE Interpretation von Karma ist, wird dadurch unmöglich. Ich könnte mit gleichem Recht behaupten, Karma sei eben nun mal AUCH das moralische Gesetz von Tat die zu Belohnung und Strafe führt. Wie könntest du oder irgendwer sonst das widerlegen? Karma selbst ist eine Interpretation der Realität, ist Maya, und über die Interpretation der Interpretation reden wir hier.