Mein derzeitiges Lieblingsthema, das Karmadramadings.
Karma wird aus dem Zusammenhang gerissen und überall dort eingesetzt, um zu einen etwas zu entschulden, sich über andere zu stellen, oder grundsätzlich auch gerne um mit Angst zu arbeiten. Der Glaube an ein Karma macht und schafft Abhängigkeiten.
Bewusstsein oder Bewusstheit erhält man nicht dadurch, dass man sich ein wie auch immer geartetes Karmadings zusammenflickschustert.
Es gibt jede Menge anderer Kulturen und Traditionen wo keiner dies Karmadings überhaupt für sich erkannt hat, oder danach lebt. So wer hat nun recht? Sind die bewusster die dran glauben, oder die, die nicht dran glauben?
Haben die, die dran glauben einen Beweis für die Richtigkeit ihrer Aussagen und die, die es negieren es gegenteilig?
Weder noch, es ist einfach der Ausdruck dessen, was ich für mich meiner gängigen Erwartung, Haltung, Glauben usw. für mich ableite und draus mache.
Karma ist ein von Menschen erdachtes Konstrukt, mit dem sich alles mögliche rechtfertigen und erklären lässt. Der menschliche Geist ist findig.
Mein letztes Erlebnis mit dem Karma hatte ich vor knapp 4 Monaten, mit dem Ergebnis, das es mich fast eine Freundschaft gekostet hat.
Meine Freundin wollte mir ungefragt etwas "gutes" tun und hat ohne mein Wissen oder Erlaubnis ihre Mutter in Indien auf Selbstfindungstripp angerufen.
Ich stand vor der Entscheidung meinen Hund einschläfern zu lassen, habe mit mir gerungen. Dann kam ihr Anruf, ihre Mutter habe gesagt, wenn ich einen derart großen Hund einschläfern lasse, müsse er das Schicksal nochmals durchlaufen, bis es gelöst wurde. Ein solch großes Tier habe bis zum Schluss alles Leiden zu durchleben und dürfe nicht vorzeitig beendet werden, wenn ich ihm in einem weiteren Leben selbiges ersparen wolle. Ob ich das verantworten könne? Eine Diskussion darüber war mit ihr nicht zu führen.
Es war letztlich ein Erpressungsversuch meiner Freundin. Das hat nichts mit Entscheidungen zu tun, die manchmal schwer sind zu treffen oder zu entscheiden sind, hier wird auf noch nicht mal subtile Weise versucht in das Leben eines Menschen einzugreifen, ihm ein schlechtes Gewissen einzureden und unabwendbare Entscheidungen nach hinten anzustellen.
Mein Einwand, was das mit ihrem Karma denn mache war kurz und bündig, das hat nur was mit dem Tier zu tun. So einfach ist das also!
Lässt sich somit alles so wunderbar zusammenrücken? Karma als Entschuldigung, ja wofür denn eigentlich?
Wir sind hier auf der Erde, in einem Körper um Erfahrungen zu machen. Diese können wie auch immer geartet ausfallen. Bewerten tut es der menschliche Geist und versucht, wenn er denn im Rahmen eines Karmas arbeitet, sich zu entschulden. Es gibt aber nix zu entschulden. Und steht letztlich dem Menschen nur im Wege, wenn man es auf diese Art und Weise eigennützig missbraucht.
Wenn man denn an ein wie auch immer geartetes Karma glaubt, dann bitte im Kontext der ursprünglichen Lehre. Ohne eigene Interpretation oder Absicht für Erklärungen, die für andere zu gelten haben.
Meine 2 Cent dazu
Palo