Ich unterschreib das ja. Nur führe ich das auf die Marktverzerrungen des Staates zurück und nicht auf den Kapitalismus. Aber der zweite Absatz ist schon die sozialistische Mär vom bösen Produktionsmittelbesitzer. Das sehe ich naturgemäß völlig gegenteilig.
Ich denke mal, in unserer Kultur ist Staat und Kapitalismus nicht zu trennen. Und selbst im kommunistischen China oder Russland gibt es ja eine Oligarchie, die sich an den Menschen bereichert. Letztendlich dienen alle politishcen Systeme nur zur gezielten Bereicherung einzelner ... früher halt einzelner Fürsten und der Kirche, dann Adeliger und Kaiser und Kirche, heute halt von Politikeren, Kirche und Wissenschaft und deren Anhängseln.
Es ist ja wirklich eine schwierige Situation die die Menschen hier zu meistern haben. Es gibt nun einmal Menschen, die aktiv etwas gestalten können und Ideen haben. Und es gibt die breite Masse, die zwar keine Ideen hat, aber gut im Umsetzen bestehenden Ideen ist. Und einen nicht unbeträchtlichen Teil, der selber gar nichts machen will, sondern lieber nur das benutzt was halt da ist.
Und die Menschen mit Ideen sind halt diejenigen, die dann letztendlich Geschäft machen und wohlhabend werden können. Das steht ihnen für ihre Ideen ja auch zu.
Wo aber in unsrer heutigen Wirtschaft der Wandel steckt, den ich selber ja noch miterlebt habe: Früher hatten wir Menschen in Führungspositionen, die die Arbeit von der Pieke auf kannten, und Arbeitsleistung und Loyalität schätzen konnten und die verantwortungsvoll gewirtschaftet haben.
Dann kam aber das amerikanisierte europäische Wirtschaftssystem zu uns zurück. Gewinn um jeden Preis, alle Macht den Banken, die über das Wohl von Unternehmen und tausenden Arbeitskräften entscheiden konnten. Die Manger waren plötzlich nicht mehr Techniker sondern Wirtschaftsidioten, die Firmen wurden zum Spielplatz von Rationalisierung, Gewinnmaximierung, Personalabbau. Die Banken nicht mehr Partner der Industie, sondern Politikum das über den Bestand von Unternehmen entscheidet, um ihrerseits die eigenen Gewinne zu maximieren.
Und das ist eine Wirtschaftsform die einfach nicht mehr menschlich ist, die nurmehr über Zahlen regiert, und die letzendlich auch die Menschen dazu zwingt, nurmehr über Zahlen zu leben ... und damit selbsterhaltend wird. Und das ist kein guter Weg ... weil es letztendlich zu einer Dikatatur einzelner Unternehmen führen wird (Amazon ist ja schon auf dem Weg dorthin), die letztendlich über das wirtschaftliche Überleben der Menschen entscheiden werden.
Und damit kann man als Mensch einfach nicht einverstanden sein.