Ein gesunder Staat...

  • Ersteller Ersteller Kinnaree
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Ein Gemeinwesen KANN sich auch völlig gewaltfrei auf Spielregeln einigen. KANN. Wenn alle Mitwirkenden die Reife haben, sich an die gemeinsamen Spielregeln zu halten.
Und wie sähen diese Spielregeln dann in der Praxis aus? Die einen wären so reif sich den Arsch aufzureißen, 10 Stunden am Tag zu arbeiten und den Steuersäckel zu füllen, während die anderen so reif wären sich auf Kosten dieser Menschen aus dem Steuersäckel zu bedienen und ihre (evtl. brotlosen) Talente zu entfalten?

R.
 
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Ich unterschreib das ja. Nur führe ich das auf die Marktverzerrungen des Staates zurück und nicht auf den Kapitalismus. Aber der zweite Absatz ist schon die sozialistische Mär vom bösen Produktionsmittelbesitzer. Das sehe ich naturgemäß völlig gegenteilig.

Ich denke mal, in unserer Kultur ist Staat und Kapitalismus nicht zu trennen. Und selbst im kommunistischen China oder Russland gibt es ja eine Oligarchie, die sich an den Menschen bereichert. Letztendlich dienen alle politishcen Systeme nur zur gezielten Bereicherung einzelner ... früher halt einzelner Fürsten und der Kirche, dann Adeliger und Kaiser und Kirche, heute halt von Politikeren, Kirche und Wissenschaft und deren Anhängseln.

Es ist ja wirklich eine schwierige Situation die die Menschen hier zu meistern haben. Es gibt nun einmal Menschen, die aktiv etwas gestalten können und Ideen haben. Und es gibt die breite Masse, die zwar keine Ideen hat, aber gut im Umsetzen bestehenden Ideen ist. Und einen nicht unbeträchtlichen Teil, der selber gar nichts machen will, sondern lieber nur das benutzt was halt da ist.

Und die Menschen mit Ideen sind halt diejenigen, die dann letztendlich Geschäft machen und wohlhabend werden können. Das steht ihnen für ihre Ideen ja auch zu.
Wo aber in unsrer heutigen Wirtschaft der Wandel steckt, den ich selber ja noch miterlebt habe: Früher hatten wir Menschen in Führungspositionen, die die Arbeit von der Pieke auf kannten, und Arbeitsleistung und Loyalität schätzen konnten und die verantwortungsvoll gewirtschaftet haben.

Dann kam aber das amerikanisierte europäische Wirtschaftssystem zu uns zurück. Gewinn um jeden Preis, alle Macht den Banken, die über das Wohl von Unternehmen und tausenden Arbeitskräften entscheiden konnten. Die Manger waren plötzlich nicht mehr Techniker sondern Wirtschaftsidioten, die Firmen wurden zum Spielplatz von Rationalisierung, Gewinnmaximierung, Personalabbau. Die Banken nicht mehr Partner der Industie, sondern Politikum das über den Bestand von Unternehmen entscheidet, um ihrerseits die eigenen Gewinne zu maximieren.

Und das ist eine Wirtschaftsform die einfach nicht mehr menschlich ist, die nurmehr über Zahlen regiert, und die letzendlich auch die Menschen dazu zwingt, nurmehr über Zahlen zu leben ... und damit selbsterhaltend wird. Und das ist kein guter Weg ... weil es letztendlich zu einer Dikatatur einzelner Unternehmen führen wird (Amazon ist ja schon auf dem Weg dorthin), die letztendlich über das wirtschaftliche Überleben der Menschen entscheiden werden.
Und damit kann man als Mensch einfach nicht einverstanden sein.
 
Wenn du diesem Gedankengang konsequent bis zum Ende folgst, ist die Grundlage des gesamten Lebens Gewalt.

Stell dir ein Lebewesen vor, das am Rande der Klippe aus den Spielregeln der Gravitation auszusteigen versucht, weil es sich nicht weiter von diesen Spielregeln unterjochen lassen will. Und auf seiner Möglichkeit, auszusteigen, besteht. Plumps. In den sicheren Tod.

Na sicher hat es Konsequenzen, wenn man sich in einem System, das auf gegenseitiger Abhängigkeit beruht (und ich meine das durchaus im buddhistischen Sinn, daß letztlich alles und jedes, was existiert, in Abhängigkeit von allem anderen existiert), nicht an die Regeln hält.

Ich kann einfach nicht herausfinden, was daran in dir ein so mächtiges Feindbild entstehen läßt. Mutter Natur hat ihre Naturgesetze... Tierpopulationen haben ihre Strukturen, die durchaus einem Gesetzbuch gleichkommen... Und Menschenpopulationen auch...
Du differenzierst realtivierend falsch.*g*

Menschgemachte Regeln: ein Ausstieg ist möglich.

Die Naturgesetze: hier ist ein Ausstieg wohl nur durch den Tod möglich. Der Mensch als Herdentier mit Hierarchien kann sich dennoch seine Gruppe und seine Regeln slebst machen, ein- und aussteigen.

Aufgrund aktueller Skandale würde ich den Buddhismus nicht als glorreiches Beispiel hernehmen. *lol*
http://www.tagesschau.de/ausland/thailand-moenche-skandale-101.html
 
Und wie sähen diese Spielregeln dann in der Praxis aus? Die einen wären so reif sich den Arsch aufzureißen, 10 Stunden am Tag zu arbeiten und den Steuersäckel zu füllen, während die anderen so reif wären sich auf Kosten dieser Menschen aus dem Steuersäckel zu bedienen und ihre (evtl. brotlosen) Talente zu entfalten?

R.
Ich habe es mir bereits vor einiger Zeit abgewöhnt, auf Schein-Fragen zu antworten, für die der Schein-Fragende bereits postwendend seine eigne Antwort liefert, ohne das scheinbar gefragte Gegenüber auch nur Atem holen zu lassen für eine Antwort.
 
Wirklich vollkommene Freiheit wird es nicht geben, weil Menschen nicht allein sein können.
Einer meiner Professoren pflegte zu sagen, die Freiheit des Einzelnen endet genau vor der Nasenspitze des Nächsten. - Ein Satz, der an sich für alle Formen menschlichen Zusammenlebens gilt. Ich sehe noch immer nicht, wo und wie dein Feindbild "Staat" seine Grundlage hat... ich verstehe es schlicht nicht. Menschen, die in größeren Gruppen zusammenleben, sind darauf angewiesen, sich und dieses Zusammenleben zu organisieren. Im Idealfall beruht diese Organisation auf (möglichst allgemeiner) Einsicht... das mag utopisch klingen, halte ich aber für wichtig. Weil es das Ziel sein sollte, zu der Einsicht zu gelangen, daß nichts und niemand unabhängig von allem anderen existieren KANN...)...

(Ich sage noch mal, ich meine Existenz in gegenseitiger Abhängigkeit durchaus im buddhistischen Sinn. Ich bin Buddhistin.)

Wenn ich dich richtig verstehe, bestehst du darauf, diese Organisation müsse dann aber auf Freiwilligkeit beruhen - ja wo ist denn das Problem? Machmas halt freiwillig :)
 
Ich habe es mir bereits vor einiger Zeit abgewöhnt, auf Schein-Fragen zu antworten, für die der Schein-Fragende bereits postwendend seine eigne Antwort liefert, ohne das scheinbar gefragte Gegenüber auch nur Atem holen zu lassen für eine Antwort.
Also keine Antwort von dir, bzw. lediglich eine Schein-Antwort.
Ist dann wohl doch nicht so ganz durchdacht deine Idee vom "gesunden Staat", vom "Die einen arbeiten, die anderen entfalten sich" ....

R.
 
Also keine Antwort von dir, bzw. lediglich eine Schein-Antwort.
Ist dann wohl doch nicht so ganz durchdacht deine Idee vom "gesunden Staat", vom "Die einen arbeiten, die anderen entfalten sich" ....

R.
Wozu sollte ich dir etwas antworten? Deine Verfälschung dessen, was ich im Eingangsbeitrag gesagt habe, ist doch eh schon einzementiert...
 
Ich sagte im Bundespräsidenten-Thema, ein gesunder Staat ermöglicht in meinen Augen allen seinen Bürgern, ihre Talente zu leben. (... ) Um so tatsächlich das GemeinWOHL im Auge zu behalten.
Fällt dir der Widerspruch auf? Das Gemeinwohl steht immer zumindest gegen die individuellen Talente einer Minderheit, auch wenn diese nicht nachweislich schädlich oder gar harmlos sind. Warum? Weil es immer viel zu weit gefasst, viel zu pathetisch definiert wird.

Das Gemeinwohl ist ein politisches Kampfabstraktum. Es zementiert die Macht derer, die in seinem Namen zu handeln behaupten, als alternativlos, und kriminalisiert alle Abweichler und Andersdenkenden. Jede Diktatur dieser Welt basiert auf der Vorstellung, das jeweilige Gemeinwohl sei gegen dessen Feinde zu verteidigen, damit die Ordnung bestehen, der Staat gesund bleibe. An dir merkt man das auch gut. Du bist hier immer ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, aufzuzählen, wer alles ein furchtbar böser Nazi sei und mit allen Mitteln bekämpft werden müsse. Dabei schmeißt du alle Leute in einen Korb, die rechts von dir stehen, und scheißt dich nicht um Vernunft oder Sachlichkeit. Und gleichzeitig faselst du von "gesunden Staaten", die dem "Gemeinwohl" dienen. Worauf läuft das hinaus? Hm? Auf Säuberungen im Interesse deines Gemeinwohls.

Einfache Antworten sind populistisch. Nur in der Wissenschaft, da sind sie vernünftig. Was lernen wir daraus? Egal.

Tun wir einfach so, als ob unser Zusammenleben wissenschaftlich wäre, und stellen wir fest: Der Staat ist dann gesund, wenn er die Rechte, die er seinen Bürgern zugesteht, garantiert und bei Bedarf verteidigt und sich davon abgesehen nicht in deren Angelegenheiten einmischt.
 
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Von der Linken, insbesondere der Zeitschrift "konkret", habe ich gelernt, bei Bedarf in jeder wie auch immer gearteten Weltanschauung nationalsozialistisches Gedankengut nachzuweisen. Ein bisschen muss ich noch üben, aber ich denke, es klappt schon ganz gut. Und klappt es mal nicht, dann sage ich einfach: "Getroffene Hunde bellen." Oder: "Mimimi." Letzteres habe ich von den Studentx gelernt. In einem Staat so gesund, dass er tut, als stünde er mit einem Bein im Grab.
 
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