Renate Ritter
Sehr aktives Mitglied
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- 7. Januar 2018
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Eine junge Frau und ein junger Mann begegnen sich, verlieben sich und heiraten. Glücklich entwerfen beide denselben Lebenstraum vom gemeinsamen langen Leben, von Familie und Kindern.
Und genau so läuft es auch. Die existenzielle Grundlage ist gesichert, es kommen Kinder, zwei Töchter.
Als die erste Tochter so etwa 7 Jahre alt ist, verändert sich irgendwie irgendwas im Verhältnis von Vater und Tochter.
Früher ist die Tochter dem Vater entgegen gestürmt, wenn er nach Hause kam, sie ist ihm um den Hals gefallen, hat bereitwillig auf seinem Schoß gesessen.
Jetzt vermeidet sie körperliche Nähe, und sowohl ihr Mann als auch die Tochter gehen distanziert und „steif“ miteinander um.
Die Tochter kommt nicht mehr aus ihrem Zimmer heraus oder den ganzen Tag lang gar nicht erst nach Hause, sie ist immer wieder krank.
Die Frau bemerkt den begehrlichen Blick ihres Mannes, den sie ja gut kennt. Aber er trifft nicht sie, er richtet sich auf den Körper der Tochter.
Was macht nun eine Ehefrau und Mutter in einem solchen Fall? Fragt sie Mann und Tochter, was los ist und macht damit mit einem Schlag ihr ganzes schönes Leben kaputt? In manchen Fällen ja, in anderen solchen Fällen nein.
Anscheinend liebt der Mann sie, die Frau, ja immer noch. Es ist immer noch alles so, wie es immer war. Man sitzt gemeinsam beim Abendbrot, eventuell hat der Mann etwas gekocht, man überlegt, was man am Wochenende gemeinsam unternehmen könnte.
Und das soll die Frau alles beenden, gar einen Skandal heraufbeschwören? Was werden die Verwandten und Bekannten sagen? Wie soll das Leben weitergehen?
Es ist ja nicht der Mann oder gar die Tochter, die alles kaputt machen. Nein, sie selbst, die Ehefrau müsste ihr bisher erfülltes, unbeschwertes Leben beenden.
So Überlegungen stellt die Ehefrau aber nicht bewusst an. Sie sagt sich nicht, „mein Mann geht die Tochter an und ich tue mal so, als merke ich nichts“.
Nein, reflexartig und aus purem Selbstschutz verweigert sie jede Wahrnehmung. So was wie eine Wahrnehmung gibt es schlicht nicht mehr.
Und das Leben ist schön und in Ordnung.
Ein konkreter Fall:
Mann, Frau, Tochter – der Mann kommt berufsbedingt immer erst spät nach Hause. Die Frau hat es sich zur Gewohnheit gemacht, abends auf den Mann zu warten.
Einmal war sie im Sessel eingeschlafen. Als sie aufwacht, bemerkt sie, dass der Mann bereits zu Hause ist. Aber wo ist er?
Sie findet ihn im Kinderzimmer hockend neben dem Bett der Tochter, eine Hand unter der Bettdecke über dem Körper des schlafenden Kindes.
Und was macht die Frau?
Sie wartet ab diesem Tag nicht mehr auf ihren Mann. Wenn er spät nach Hause kommt, schläft sie immer schon...
Einige Jahre (!) später kommt alles raus, weil die Tochter es erzählt. Und die Frau fällt aus allen Wolken. Sie hat ja nichts gewusst. Wie auch, sie hat ja immer schon geschlafen.
Wenn sexueller Missbrauch geschieht in der Familie, dann im Verborgenen, aber es bleibt nicht wirklich verborgen. Auf der Oberfläche sieht meist alles „normal“ aus, unter der Oberfläche ändert sich das gesamte emotionale Beziehungsgefüge.
Und das bemerkt jeder...
Und genau so läuft es auch. Die existenzielle Grundlage ist gesichert, es kommen Kinder, zwei Töchter.
Als die erste Tochter so etwa 7 Jahre alt ist, verändert sich irgendwie irgendwas im Verhältnis von Vater und Tochter.
Früher ist die Tochter dem Vater entgegen gestürmt, wenn er nach Hause kam, sie ist ihm um den Hals gefallen, hat bereitwillig auf seinem Schoß gesessen.
Jetzt vermeidet sie körperliche Nähe, und sowohl ihr Mann als auch die Tochter gehen distanziert und „steif“ miteinander um.
Die Tochter kommt nicht mehr aus ihrem Zimmer heraus oder den ganzen Tag lang gar nicht erst nach Hause, sie ist immer wieder krank.
Die Frau bemerkt den begehrlichen Blick ihres Mannes, den sie ja gut kennt. Aber er trifft nicht sie, er richtet sich auf den Körper der Tochter.
Was macht nun eine Ehefrau und Mutter in einem solchen Fall? Fragt sie Mann und Tochter, was los ist und macht damit mit einem Schlag ihr ganzes schönes Leben kaputt? In manchen Fällen ja, in anderen solchen Fällen nein.
Anscheinend liebt der Mann sie, die Frau, ja immer noch. Es ist immer noch alles so, wie es immer war. Man sitzt gemeinsam beim Abendbrot, eventuell hat der Mann etwas gekocht, man überlegt, was man am Wochenende gemeinsam unternehmen könnte.
Und das soll die Frau alles beenden, gar einen Skandal heraufbeschwören? Was werden die Verwandten und Bekannten sagen? Wie soll das Leben weitergehen?
Es ist ja nicht der Mann oder gar die Tochter, die alles kaputt machen. Nein, sie selbst, die Ehefrau müsste ihr bisher erfülltes, unbeschwertes Leben beenden.
So Überlegungen stellt die Ehefrau aber nicht bewusst an. Sie sagt sich nicht, „mein Mann geht die Tochter an und ich tue mal so, als merke ich nichts“.
Nein, reflexartig und aus purem Selbstschutz verweigert sie jede Wahrnehmung. So was wie eine Wahrnehmung gibt es schlicht nicht mehr.
Und das Leben ist schön und in Ordnung.
Ein konkreter Fall:
Mann, Frau, Tochter – der Mann kommt berufsbedingt immer erst spät nach Hause. Die Frau hat es sich zur Gewohnheit gemacht, abends auf den Mann zu warten.
Einmal war sie im Sessel eingeschlafen. Als sie aufwacht, bemerkt sie, dass der Mann bereits zu Hause ist. Aber wo ist er?
Sie findet ihn im Kinderzimmer hockend neben dem Bett der Tochter, eine Hand unter der Bettdecke über dem Körper des schlafenden Kindes.
Und was macht die Frau?
Sie wartet ab diesem Tag nicht mehr auf ihren Mann. Wenn er spät nach Hause kommt, schläft sie immer schon...
Einige Jahre (!) später kommt alles raus, weil die Tochter es erzählt. Und die Frau fällt aus allen Wolken. Sie hat ja nichts gewusst. Wie auch, sie hat ja immer schon geschlafen.
Wenn sexueller Missbrauch geschieht in der Familie, dann im Verborgenen, aber es bleibt nicht wirklich verborgen. Auf der Oberfläche sieht meist alles „normal“ aus, unter der Oberfläche ändert sich das gesamte emotionale Beziehungsgefüge.
Und das bemerkt jeder...