Deutschland

Du sprichst von Deutschland. Meinst Deutschen Bund (kein einheitlicher Staat), in Spannung zwischen Preußen und Österreich, oder von Deutschem Reich, 1871 oder von BRD? Es gab kein Deutschland, das meine ich.
Mensch Paula, BRD soll man doch nicht sagen, das ist doch DDR-Wortschatz. ;) Ab Wilhelm II. über das Dritte Reich bis zur BRD, denn mit dem Rest kenne ich mich nicht aus. Sagen wir also: Neuzeit.

ja, da muß man wissen, was mit 1772 gemeint ist, welche Gründe für die Teilungen ausschlaggebend gewesen sind. Google, wenn Du es nicht weißt.
Ok, da muss ich googeln. Und du zugeben, dass der Abschnitt syntaktisch etwas merkwürdig war.

Dem gescheiterten Kunstmaler verdankt - sagen wir jetzt - Deutschland - das größte politische und moralische Desaster in seiner Geschichte.
Ihm oder sich selbst? Darüber wird gestritten, dass es raucht. :tongue: Nein, das geht schon in Ordnung. Aber du glaubst gar nicht, wieviel Spaß es macht, auch mal Gretchenfragen zu stellen. :)

lg Nehemoth
 
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Du sprichst von Deutschland. Meinst Deutschen Bund (kein einheitlicher Staat), in Spannung zwischen Preußen und Österreich, oder von Deutschem Reich, 1871 oder von BRD? Es gab kein Deutschland, das meine ich.

Da scheinst Du mehr zu wissen als die Deutschen der letzten 1.000 Jahre zusammen. ;) Die kannten Deutschland nämlich zu allen Zeiten, ob zur Zeit Luthers, Opitzens, Gryphiusens, Schillers oder Blums. Die kannten Deutschland nicht nur, sondern waren als Einzelpersonen patriotischer als die ganze heutige BRD zusammengenommen. Und das ist wirklich so, was man schnell sieht, wenn mans ich mal ein paar Werke aus diesen Zeiten durchliest. :)

Ein deutsches Zusammengehörigkeitsgefühl ist spätestens seit dem 11. Jahrhundert durch schriftliche Zeugnisse belegt. Damals gab es zwar das Wort Deutschland noch nicht, sondern nur das deutsche Land (tiuschez lant), aber am Zusammengehörigkeitsgefühl ändert das ja nichts. Deutschland (Dutschelant) tauchte zum ersten Mal im 14. Jh. auf.

Den Verlust der Ostgebiete, die er sich unter den Nagel gerissen hatte?

Ich denke, paulamarx meint eher die Ostgebiete, die seit der Deutschen Ostsiedlung im Mittelalter überwiegend deutschbesiedelt waren, namentlich Schlesien, Pommern und Ostpreußen. (Westpreußen und Posen waren zum großen Teil polnisch besiedelt.)
 
Gefühl und gemeinsamer Staat sind zweierlei Begriffe.

Der gemeinsame Staat, allerdings nicht aller Deutschen, wenn man so will, war das Heilige Römische Reich bis 1806. Bevölkerungsminoritäten, wie Slowenen, Schlesier, Italiener, Flammen, Tschechen, Polen, Franzosen (auch Wallonen), Lothringer, Freigrafschaft Burgund gehörten dazu. Andeseits gehörten Gebiete mit deutscher Bevölkerung, wie Schleswig, Preußen, Danzig, deutsch dominierte Gebiete wie Kurland, Livland nicht zum H.R.R.

Staaten haben sich damals nicht national, sondern feudal/dynastisch definiert.
 
Gefühl und gemeinsamer Staat sind zweierlei Begriffe. (...)

Du hast mit drei Dingen recht:

1) Gefühl und Staat sind zwei paar Schuhe.
2) Es gab im Reich viele nationale Minderheiten.
3) Es gab viele Deutsche außerhalb des Reichs.

Zu diesen drei Dingen muss ich wiederum das sagen:

1) Die damaligen Deutschen empfanden das Reich als ihren Staat, der unabhängig von irgendeiner Dynastie, einem Erbfall oder sonstigen Fällen besteht. (Die deutschen Gliedstaaten waren, wie Du sagst, dynastisch definiert. Das Reich selbst war das aber nicht. Es existierte unabhängig von irgendeiner Dynastie, wurde nicht durch einen Erbfall verändert und konnte nicht an einen anderen Staat fallen.)
Manche kritisierten den starken Föderalismus und sagten, Deutschland verliere dadurch viel an Staatlichkeit (insbesondere Samuel von Pufendorf vertrat diese Meinung), während andere damit völlig zufrieden waren und zum besten gaben: "Teutschland wird auf teutsch regiert, und zwar so, daß sich kein Schulwort oder wenige Worte oder die Regierungsart anderer Staaten dazu schicken, unsere Regierungsart begreiflich zu machen." (Johann Jakob Moser)

Auch eine Möglichkeit, unbequemen Fragen zum Staatsaufbau aus dem Weg zu gehen. ;)

2) Es gibt auch in Russland unzählige nationale Minderheiten. In der Bundesrepublik gibt es auch insgesamt 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, von denen acht Millionen deutsche Staatsbürger sind und daher vergleichbar mit den vielen Italienern, Böhmen, Franzosen, Slowenen usw. sind, die auch alle dem Reich angehörten.
Das Reich war kein Nationalstaat, sondern nach (damaligen) Begriffen ein Nationalitäten-/Vielvölkerstaat, der aber, und das ist besonders, von Deutschen geführt wurde.

Das ist wirklich interessant: Schon im Mittelalter gab es bestimmte Bestimmungen, die sagten, dass nur Deutsche zu Reichsämtern zugelassen werden dürfen, z. B. im Schwabenspiegel, wo es heißt, dass die vier weltlichen Kurfürsten "tusche man von vater und von muoter" sein müssen. Und auch später musste jeder Kaiser bei seiner Wahl in der sogenannten Wahlkapitulation festlegen, dass er alle Reichsämter nur mit (natürlich adeligen) Deutschen besetzen wird.

3) Auch heute noch sind Völker in verschiedene Staaten zerrissen. Ein Teil der Iren lebt im Vereinigten Königreich, viele Österreicher in Italien, so mancher Däne lebt außerhalb Dänemarks in Deutschland. Einige Niederländer (Flandern) und Franzosen (Wallonen) haben sogar zusammen einen eigenen Staat, gehören aber nicht zu den Niederlanden oder Frankreich.
Trotzdem sind Irland, Österreich, Dänemark, die Niederlande und Frankreich Staaten, oder? ;)
 
hallo ireland!

ja stimmt schon. deutschland-patriotismus kam nur zur fußball-wm 2006 auf, als stolz überall deutsche fahnen ausgehängt und geschwungen wurden - an jedem haus und jedem auto.:) und als die deutsche mannschaft ausschied - schwupps verschwanden alle fahnen ganz schnell. noch immer wieder deutschland-patriotismus allzusehr mit der nazi-zeit assoziiert. ich weiß auch nicht, ob und wie lange noch das sein muss. kissinger machte ja zur wm die aussage, das sei mal ein ganz anderer, wohltuender deutschland-patriotismus. es macht sicher sinn, über diese dinge zu reden. immerhin habt ihr deutschen im vergleich zu österreich eine gute fußball-nationalmannschaft.:D obwohl österreich frankreich geschlagen hat.:rolleyes:

lg
 
:lachen:

Aber eines ist nicht richtig: Das "Wolferl" war doch schon immer Österreicher (auch wenn sein Vater aus Augsburg stammt), aber dafür habt ihr es geschafft, dass alle Welt glaubt, der Beethoven wäre auch einer.....:D


LG
Juppi

Mein Vorredner hat ja schon die Antwort darauf gegeben.
Möchte dennoch festhalten dass Mozart ein Salzburger war. Das Fürstentu Salzburg umfasste im Prinzip die Landesgrenzen des heutigen Bundeslandes Salzburg.
Und dieses Salzburg gehörte wie Österreich, Kärnten, Bayern usw. usw. zum deutschen Bund. Also war Mozart Salzburger oder Deutscher aber ganz sicher nie Österreicher.
Sollte Salburg irgendwann mal zu Italien gehören kann man ja auch nicht sagen dass Mozart ein Italiener war.
Hab diese Mozartgeschichte vor 20 jahren in einer Vorlesung aufgeschnappt und war damals selbst erstaunt.
 
Also wenn man geschichtlich mal so ein wenig zurückschaut, passt das mit dem Mittemeerraum durchaus.

Die "urdeutschen" Wurzeln dürten ihren Ursprung wohl zu einem guten Teil in Rom haben.
Wir wollen doch nicht vergessen das erst die Elbe Rom stoppte.

Und so ein Haufen von Legionären....
Das waren keine Klosterbrüder, die haben sich bestimmt auch gut ausgetobt in den eroberten Gebieten.

Und auch vorher die keltische Kultur.
Die waren ja bis nach Anatolien verbreitet.

Und da zwischen den keltischen Stämmen reger Handelverkehr herrschte, gab es bestimmt auch jede Menge anderer Verkehre.

Ist ja aber auch mehr als ärgerlich das diese Primitivlinge früher nicht wußten das es heute Leute geben würde Die soviel Wert auf eine "deutsche Wurzel" legen würden.

Eine "deutsche Wurzel" hat man dann also wohl am ehesten mit nem italienischem Urgroßvater und ner türkischen Urgroßmutter.

Da kann natürlich auch noch irgentwo ein Franzose mit drinnstecken.:D

Selten so einen Unsinn gelesen. "Lernens Geschichte" würde ein ehemaliger Bundeskanzler sagen.
 
die deutsche sprache finde ich auf jeden fall wunderbar.
ein sehr mächtige und schöne sprache, die eine unglaublich differenzierte und abwechslungsreiche ausdrucksweise ermöglicht.

schade, dass kaum noch jemand schönes deutsch spricht (is ja auch nicht ganz so einfach)



mi landesgrenzen hab ich's nicht so...
 
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