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Das hat nicht viel mit Blödheit zu tun, sondern mit Unzufriedenheit, damit einhergehender Wut und parallel dazu gefühlter Machtlosigkeit.
Die AfD ist die kapitalistischste Partei überhaupt. Wenn es um Steuergeschenke für Reiche, das Scheifen von Arbeitnehmerrechten, Privatisierung und den Abbau des Sozialstaats angeht, lässt sie selbst die FDP (die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch) blass aussehen. Warum sollte sich Wut auf den Kapitalismus ausgerechnet darin entladen, diese Partei zu wählen?An der Wut ist teilweise der Kapitalismus Schuld, bei dem es eben Gewinner und Verlierer gibt, was nicht nur mit Können und Fleiß zusammenhängt, sondern auch einen großen Anteil vom reinen Zufall abhängt. Das Sydtem ist ungerecht (und schlimmer noch: Es gibt kein gesichert gerechtes System)
Da stelle ich einerseits infrage, ob es so viele Verlierer gibt, wie AfD-Wähler (im wohlhabenden Baden-Württemberg zuletzt 18,8%), andererseits sehe ich in dem Umstand ein Verlierer zu sein, oder sich als solcher zu fühlen, weder einen Grund, noch eine Rechtfertigung dafür, seine Stimme so einer Partei zu geben. Ich weiß auch nicht, ob die Wählerschaft der AfD wirklich vornehmlich aus Leuten mit wenig Geld besteht, oder doch eher aus denen, die von dem was sie haben schlicht nichts abgeben wollen.Die regionalen Unterschiede führe ich auf drei Faktoren zurück:
1. Die Probleme sind unterschiedlich verteilt. Die Wirtschaft ist nicht überall gleich stark, und so gibt es in einigen Regionen mehr Verlierer als anderswo.
Na ja, anfälliger dafür zu sein, sich Feindbilder einreden zu lassen, weil man sich kein differenziertes Bild macht, und sich zu sehr von seinem schlechten Umfeld beeinflussen zu lassen, klingt für mich so, als müsste man diese Menschen einfach nur mal an die Hand nehmen, und ihnen erklären, was wirklich Sache ist. Im Prinzip unterstellst du ihnen damit doch auch ein bisschen Doofheit, oder zumindest Unwissenheit, nur mit anderen Worten.2. Die Feindbilder funktionieren da besser, wo die Menschen weniger mit den erklärten "Feinden" konfrontiert sind, wo sie sich also weniger ein differenzierteres Bild machen brauchen.
3. Die eigene Meinung hängt sehr stark mit der Sozialisierung zusammen, also damit, wie sich das Umfeld mehrheitlich äußert.
Das hat wie gesagt nicht viel mit Doofheit zu tun (auch, wenn ich persönlich von AfD-Wählern so denke), [...]
[...] sondern Hand aufs Herz: Das sind alles Faktoren, die uns alle beeinflussen.
Sich so sehr von seinen negativen Gefühlen leiten und blenden zu lassen, dass man sachlichen Argumenten nicht mehr zugänglich ist, und aus Wut Parteien wählt, von denen einem eigentlich klar sein müsste, dass sich ihre Politik gegen die eigenen Interessen richtet, ist doch letztlich auch nur eine umständliche Umschreibung von Blödheit.
Die AfD ist die kapitalistischste Partei überhaupt. Wenn es um Steuergeschenke für Reiche, das Scheifen von Arbeitnehmerrechten, Privatisierung und den Abbau des Sozialstaats angeht, lässt sie selbst die FDP (die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch) blass aussehen. Warum sollte sich Wut auf den Kapitalismus ausgerechnet darin entladen, diese Partei zu wählen?
Da stelle ich einerseits infrage, ob es so viele Verlierer gibt, wie AfD-Wähler (im wohlhabenden Baden-Württemberg zuletzt 18,8%), andererseits sehe ich in dem Umstand ein Verlierer zu sein, oder sich als solcher zu fühlen, weder einen Grund, noch eine Rechtfertigung dafür, seine Stimme so einer Partei zu geben. Ich weiß auch nicht, ob die Wählerschaft der AfD wirklich vornehmlich aus Leuten mit wenig Geld besteht, oder doch eher aus denen, die von dem was sie haben schlicht nichts abgeben wollen.
Na ja, anfälliger dafür zu sein, sich Feindbilder einreden zu lassen, weil man sich kein differenziertes Bild macht, und sich zu sehr von seinem schlechten Umfeld beeinflussen zu lassen, klingt für mich so, als müsste man diese Menschen einfach nur mal an die Hand nehmen, und ihnen erklären, was wirklich Sache ist. Im Prinzip unterstellst du ihnen damit doch auch ein bisschen Doofheit, oder zumindest Unwissenheit, nur mit anderen Worten.
Ja, eben. Aber weshalb haben all dies Faktoren bei verschiedenen Menschen so unterschiedliche Auswirkungen? Warum möchte ich am liebsten in meinen Fernseher treten, wenn da eine Pressekonferenz des Herrn Dobrindt läuft, während jemand anderes denkt: "Super, den wähle ich"?
Und ist dieser fast schon globale Rechtsruck durch Algorithmen, Parteispenden, Fake News usw. gezielt von jemandem gemacht, oder sind es dem Menschen innewohnende Eigenschaften wie Gier, Neid und Missgunst, die in wirtschaftlich und politisch unsicheren Zeiten schon immer stärker zutage getreten sind? Wahrscheinlich beides, aber zu welchen Anteilen? Was ist die Henne, was das Ei?