Das Mobbingopfer

Renate Ritter

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Gemobbt werden, was das heißt, das will ich hier mal am Beispiel eines erwachsenen Mannes darstellen, der jahrelang Mobbingopfer war in seinem beruflichen Umfeld, der also verhöhnt, verspottet, beleidigt, runter gemacht wurde, und das andauernd.

Verständlich ist, dass ein solcher Mensch die schwerwiegendsten gesundheitlichen Symptome entwickelt, dass er oft und lange krank ist, bis er schließlich Operationen ausgesetzt ist usw. usw.

In seinem privaten Umfeld aber hat das Mobbingopfer meist einen nahestehenden Menschen, meist die Ehefrau, die er emotional ausquetscht wie eine Zitrone. Er verlangt und braucht es für sich, dass die Ehefrau ihn total auffängt, sich ihm zuwendet, immerzu „für ihn da ist“, wie das heißt.
Und das als Einbahnstraße, heißt, die Frau bekommt nichts zurück. Im Gegenteil, sie gibt ihm letztlich zu wenig Liebe und Fürsorge, sagt er.

Das geht solange, bis die Frau die totale Umklammerung nicht mehr ertragen kann, bis sie sich leer und ausgelaugt fühlt. Dann kommt die Scheidung, an der nicht nur der Mann sondern auch die Frau moralisch zugrunde gehen kann, denn eigentlich liebt sie ja ihren Mann.


Irgendwann aber ist die Mobbing-Situation beendet, weil der Mann entweder den Arbeitsplatz wechselt, oder weil er aus gesundheitlichen Gründen in Frührente geht.
Was nun? Man würde ja meinen, jetzt geht es bergauf mit dem Mann, jetzt findet er zur Selbstachtung zurück.
Nein.

Mobbing - so belastend und zerstörerisch so was ist, es ist ja verbunden mit totaler Aufmerksamkeit, die das Mobbingopfer permanent erhält. Er musste nur erscheinen, schon stand er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Alle Augen ruhten auf ihm, was er auch tat oder sagte, es wurde gehört, aufgenommen und dann allerdings mit einem hämischen Kommentar bedacht.

Aber er wurde gehört, er wurde gesehen, er stand im Mittelpunkt. Und das fällt nun weg. Jetzt interessiert sich niemand mehr für ihn, jetzt steht er allein da mit seinem bis auf Null gebrachten Selbstwertgefühl. Und eben dieses Selbstwertgefühl, das lässt ihn nicht ruhen.

Was er jetzt erreichen will, das ist nicht etwa ein „normaler“ Mensch zu werden wie alle anderen auch. Das nicht, denn die Normalen stehen nicht im Mittelpunkt.

Er sucht nach Möglichkeiten sich aufzuwerten, und zwar über alle Maßen aufzuwerten. Er will ein ganz Großer sein, ein Held sein, bewundert werden, sich eventuell einen Heiligenschein aufsetzen. Alles der großen Aufmerksamkeit wegen, die so was ja mit sich bringt. In seinem privaten Umfeld ist er bald durch mit diesem Ansinnen, heißt, er erreicht es nicht, die bestaunte Ausnahmepersönlichkeit zu werden.

Bleiben so Internetforen wie dieses hier zum Beispiel.................
 
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@Renate Ritter das hört sich für mich so an als würden Mobbingopfer es regelrecht genießen, gemobbt zu werden. Und der Zusammenhang zwischen Mibbingopfer und Internetforen ist mir auch nicht klar. Ist man nicht mehr Mobbingopfer, dann lässt man sich in solchen Foren mobben oder wird selbst zum Mobber?

Bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege.

Ich wurde zum Glück nie Opfer von systematischem Mobbing. Habe aber des Öfteren beobachtet, wie andere gemobbt wurden.

Selbst als Beobachterin bekam ich ein flaues Gefühl. Sowohl Menschen, die sowas machen als auch Menschen, die sowas mit sich machen lassen sind mir unverständlich.

Aber deine Erklärung - wenn ich das so richtig verstanden habe - dass Mobbingopfer durch das Gemobbtwerden einen Mangel an Aufmerksamkeit kompensieren, kann ich nicht nachvollziehen.

Liebe Grüße, sigl
 
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Gemobbt werden, was das heißt, das will ich hier mal am Beispiel eines erwachsenen Mannes darstellen, der jahrelang Mobbingopfer war in seinem beruflichen Umfeld, der also verhöhnt, verspottet, beleidigt, runter gemacht wurde, und das andauernd.

Verständlich ist, dass ein solcher Mensch die schwerwiegendsten gesundheitlichen Symptome entwickelt, dass er oft und lange krank ist, bis er schließlich Operationen ausgesetzt ist usw. usw.

In seinem privaten Umfeld aber hat das Mobbingopfer meist einen nahestehenden Menschen, meist die Ehefrau, die er emotional ausquetscht wie eine Zitrone. Er verlangt und braucht es für sich, dass die Ehefrau ihn total auffängt, sich ihm zuwendet, immerzu „für ihn da ist“, wie das heißt.
Und das als Einbahnstraße, heißt, die Frau bekommt nichts zurück. Im Gegenteil, sie gibt ihm letztlich zu wenig Liebe und Fürsorge, sagt er.

Das geht solange, bis die Frau die totale Umklammerung nicht mehr ertragen kann, bis sie sich leer und ausgelaugt fühlt. Dann kommt die Scheidung, an der nicht nur der Mann sondern auch die Frau moralisch zugrunde gehen kann, denn eigentlich liebt sie ja ihren Mann.

""Das "Aufgeschrieben"-Forum ist gedacht für selbst verfasste Gedichte/Geschichten""

Wenn du hier dein Problem mit deinem Mann geschildert hast - dann ist das deine eigene Geschichte.

Aber dann ein persönliches Statement gültig und anwendbar für Mobbing-Opfer generell hier abzugeben
Mobbing - so belastend und zerstörerisch so was ist, es ist ja verbunden mit totaler Aufmerksamkeit, die das Mobbingopfer permanent erhält. Er musste nur erscheinen, schon stand er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Alle Augen ruhten auf ihm, was er auch tat oder sagte, es wurde gehört, aufgenommen und dann allerdings mit einem hämischen Kommentar bedacht.

Aber er wurde gehört, er wurde gesehen, er stand im Mittelpunkt. Und das fällt nun weg. Jetzt interessiert sich niemand mehr für ihn, jetzt steht er allein da mit seinem bis auf Null gebrachten Selbstwertgefühl. Und eben dieses Selbstwertgefühl, das lässt ihn nicht ruhen.

Was er jetzt erreichen will, das ist nicht etwa ein „normaler“ Mensch zu werden wie alle anderen auch. Das nicht, denn die Normalen stehen nicht im Mittelpunkt.

Er sucht nach Möglichkeiten sich aufzuwerten, und zwar über alle Maßen aufzuwerten. Er will ein ganz Großer sein, ein Held sein, bewundert werden, sich eventuell einen Heiligenschein aufsetzen. Alles der großen Aufmerksamkeit wegen, die so was ja mit sich bringt. In seinem privaten Umfeld ist er bald durch mit diesem Ansinnen, heißt, er erreicht es nicht, die bestaunte Ausnahmepersönlichkeit zu werden.

Bleiben so Internetforen wie dieses hier zum Beispiel.................

ist schon eine ganz andere Haus-Nummer.

Mobbingopfer haben nach echtem selbsterlebten Mobbing gar kein Selbstwertgefühl mehr. Die Meisten wissen dann gar nicht mehr, was Selbstwertgefühl überhaupt ist.

Jeder Mann war zuvor auch einmal ein Kind und gerade heutzutage wird das Mobben von Kindern doch schon fast zur Normalität - auf realer und virtueller Ebene. Die die Psyche und Persönlichkeit der davon Betroffenen für ihr Leben nachhaltig zerstörerisch prägt. Und das dann hier so darzustellen - als ob jemals ein Mensch Mobbing gut findet und sich in der gewalttätigen Aufmerksamkeit sonnen will und weiterhin nach ihr sucht -- finde ich schon ziemlichen starken Tobak.

Aufmerksamkeits-geile Narzissten - die nie Aufmerksamkeit bekommen haben von den Eltern und dann ein Forum mit ihrem jammernden Kinder-Gedödel-Beiträgen überschwemmen und am liebsten immer ganz oben im Forums-Turm stehen müssen - um endlich endlich endlich mal von der Welt gesehen zu werden - die sich ständig abmelden um dann wieder neu zu erscheinen um ihr Aufmerksamkeits-Level auf Foren zu testen - - sind da etwas völlig anderes.

Und können nicht mit echten Mobbing Opfern in Zusammenhang gebracht werden..

So etwas gleichzusetzen ist die blanke Verhöhnung - denen gegenüber, die echtes zerstörerisches Mobbing erleiden mussten und häufig auch sogar schon als Kind Suizid-Versuche unternommen haben in ihrer Not und keinen Ausweg wissend. Wer einmal ein so verzweifeltes Kind zitternd in der Ecke auf dem Boden hat sitzen sehen und es im Arm gehalten hat und dessen innere Not gefühlt hat -wird so was- wie du hier nicht so lässig von oben herab von sich geben.

Aus gemobbten Kindern, die keine Hilfe fanden werden mobbing-anfällige Erwachsene - die das Gemobbtwerden wie magisch anziehen. Und ganz sicher nur eins wollen - da raus und in rein ein ganz normales Leben - in dem sie nicht mehr im Mittelpunkt hasserfüllter Aufmerksamkeit stehen und pausenlos gesagt bekommen - dass sie rein gar nichts wert sind und nichts richtig machen können..
 
das hört sich für mich so an als würden Mobbingopfer es regelrecht genießen, gemobbt zu werden.
Über Mobbing als solches habe ich kaum was geschrieben. Außer eben – gemobbt werden bringt ganz automatisch erhöhte Aufmerksamkeit mit sich, die der Gemobbte dauerhaft erhält.
Und die dann, nachdem er nun endlich keinem Mobbing mehr ausgesetzt ist, dieser Person fehlt. Ein ehemaliges Mobbingopfer fällt erstmal in ein Loch der emotionalen Leere.

Dieser Mensch läuft dann beispielsweise durch die Stadt und überlegt sich schon fast verzweifelt, was er denn jetzt gleich anstellen könnte, damit die Menschen ihn ansehen, damit er deren Aufmerksamkeit erregt.
Muss man nicht nachvollziehen können, wenn man selbst nie betroffen war.
Aber deine Erklärung - wenn ich das so richtig verstanden habe - dass Mobbingopfer durch das Gemobbtwerden einen Mangel an Aufmerksamkeit kompensieren, kann ich nicht nachvollziehen.
Kann ich verstehen. Man muss eben selbst in der Situation sein oder Menschen kennen, die in dieser Situation waren und sind.
 
Ich finde den Text als Studie über einen bestimmten Mann und dessen Geschichte nachvollziehbar und gelungen - soweit man das von außen betrachtend überhaupt leisten kann. Und die ein oder andere Nuance mag noch dazu kommen, hätte man mehr Infos über die Wesens- und Lebensumstände der beteiligten Personen. Ergänzen kann man immer noch; aber als Grundüberlegung liegt da eine Menge drin.

Den Begriff Mobbing reinzubringen war vllt ein bischen ungeschickt, weil der so festdotzend ist. Da wird sich dann gleich draufgestürzt, obwohl es um Mobbing im eigentlichen ja gar nicht gehen soll, sondern (so verstehe ich´s) um eine Kränkung als solche, ob die nun in Form von Mobbing durch Kollegen oder Vernachlässigung durch die Eltern, Kleinmachen durch den Partner oder sonstwie zustande kam. Spannend ist, wie es sich daNACH entwickelt, also wenn die alte Kränkung nicht mehr gegeben ist, (die Kollegen weg, die Eltern tot ...). Sehr interessant!
 
Zuletzt bearbeitet:
Über Mobbing als solches habe ich kaum was geschrieben. Außer eben – gemobbt werden bringt ganz automatisch erhöhte Aufmerksamkeit mit sich, die der Gemobbte dauerhaft erhält.
Und die dann, nachdem er nun endlich keinem Mobbing mehr ausgesetzt ist, dieser Person fehlt. Ein ehemaliges Mobbingopfer fällt erstmal in ein Loch der emotionalen Leere.

Dieser Mensch läuft dann beispielsweise durch die Stadt und überlegt sich schon fast verzweifelt, was er denn jetzt gleich anstellen könnte, damit die Menschen ihn ansehen, damit er deren Aufmerksamkeit erregt.
Muss man nicht nachvollziehen können, wenn man selbst nie betroffen war.

Kann ich verstehen. Man muss eben selbst in der Situation sein oder Menschen kennen, die in dieser Situation waren und sind.

Blödsinn. Sorry...

Was du hier schreibst grenzt fast schon an Opfer Täter Umkehr.
 
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Wenn du hier dein Problem mit deinem Mann geschildert hast - dann ist das deine eigene Geschichte.
Stimmt, wenn es so wäre.
Und das dann hier so darzustellen - als ob jemals ein Mensch Mobbing gut findet und sich in der gewalttätigen Aufmerksamkeit sonnen will und weiterhin nach ihr sucht -- finde ich schon ziemlichen starken Tobak.
Wo liest du dass ein Mensch Mobbing gut findet und sich in der gewalttätigen Aufmerksamkeit sonnen will und weiterhin nach ihr sucht?
Aufmerksamkeits-geile Narzissten - ....... -sind da etwas völlig anderes.
Aufmerksamkeitsgeil zu sein, das gestehst du nur Narzissten zu?

Wer einmal ein so verzweifeltes Kind zitternd in der Ecke auf dem Boden hat sitzen sehen und es im Arm gehalten hat und dessen innere Not gefühlt hat -wird so was- wie du hier nicht so lässig von oben herab von sich geben.
Über Mobbing als solches habe ich kaum etwas geschrieben, und schon gar nicht von oben herab.

@Green~, du kannst oder willst nicht verstehen. Du bringst da was zusammen, was nur dem Namen nach zusammenhängt, aber nicht inhaltlich.
Ein Mobbingopfer wird zu einem bestimmten Typ Mensch , der Liebe, Fürsorge, Zuwendung aufsaugt. Das aber endlos.

Das hier
Und ganz sicher nur eins wollen - da raus und in rein ein ganz normales Leben
ist die Theorie zum Problem, wie sie in den nachfolgenden Therapien angegangen wird. Und ich sage dir, der ausgeglichene, ganz normale stressfreie, sich selbst und die Welt wertschätzende Erwachsene, der kommt nicht heraus.
 
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