Nifrediel: "Wenn man ein miesen Charakter hat, ist der Arm eigentlich die geringste Sorge.
Es gibt Menschen die haben es wesentlich schwerer und lassen sich trotzdem impfen, ohne zu meckern."
Verbindende Worte nehme ich gerne zur Kenntnis, das brauchen wir jetzt.
Die Frage ist doch eher, verlierst du deine Angst durch die Nadel.
Oder hält die Wirkung immer nur 2 Monate an und dann schleicht sich die Angst wieder heran.
Wenn die Angst immer wieder kommt, könnte die Methode falsch sein.
Wenn du andere brauchst, um von deiner Angst weg zu kommen, machst du dich von ihnen anhängig.
Wenn es nur um mich oder meine Gesundheit ginge, habe ich keine Angst - weder jetzt, wo ich bislang zweimal geimpft bin - noch bis vor 5 Monaten, wo ich noch nicht geimpft war. Ich bin 46 Jahre jung und weitgehend gesund. Das Risiko durch das Virus für alleine meine Gesundheit ist zwar nicht nichtig, aber hinnehmbar gering.
Daneben gibt es in meinem Umfeld ein paar Menschen, die mir sehr lieb sind, und für die dieses Viirus eine reale Gefahr darstellt. Z.B. meine Mutter - ich habe schon mehrfach ihre Lage erklärt. Nun gut, sie ist jetzt geimpöft und auch schon geboostert - für den Augenblick ist sie also so gut geschützt, wie sie es in ihrer Lage sein kann. Ob es ausreicht, wird sich zeigen. Das bereitet mir leichte Sorgen... aber viel mehr kann man da jetzt nicht machen.
Wovor ich tatsächlich Angst habe, ist sowas hier:


Die Bilder zeigen das Ergebnis einer kleinen Simulationsrechnung von mir, wie die Pandemie in Deutschland gänzlich ohne Impfung und Maßnahmen verlaufen würde. Meine Simulation ist natürlich stark vereinfacht, aber die entsprechenden Programme der Experten um z.B. Viola Priesemann zeigen meines Wissens für dieses Szenario durchaus ähnliche Ergebnisse - also in der gleichen Größenordnung. Kurz: In diesem Szenario würden nach meinen Berechnungen alleine in Deutschland insgesamt aufsummiert knapp 286.000 Menschen AN Covid19 sterben - eine Übersterblichkeit, die dann wirklich nur noch komplette Hohlbirnen leugnen würden (und, wie ich die Menschheit mittlerweile einschätze, wird es auch solche Hohlbirnen geben) und zur Spitze der Welle würden etwas mehr als 2.500.000 Menschen eine Krankenhausbehandlung (nicht nur ITS, sondern allgemein nur "Hospitalisierung") benötigen, also 5x mehr Patienten als Krankenhauskapazitäten in Deutschland da sind. Also auch ein Gesundheitssystem, was vorher nicht zusammengespart wurde, würde DAS nicht stemmen können. Und bei diesen Rechnungen habe ich die optimistischsten Prämissen verwendet, die ich finden konnte. Z.B. die Infektionssterblichkeitsrate, die Streeck et al. in der Heinsbergstudie ermittelt habven von 0,37%. Nimmt man andere Sterblichkeitsraten von anderen Studien, verdoppelt sich mal eben die Zahl der Toten.
Nun mit einer Durchimpfungsquote von etwa 70% fallen die Kurven schonmal flacher aus. Zum einen schützt die Impfung vor schweren Verläufen, und sie reduziert auch die Wahrscheinlichkeit der Weiter-Ansteckung (Studien dazu wurden hier schon verklinkt). Diese 70% Durchimpfung reichen aber nunmal nicht aus, um diese Kurven flach genug zu drücken.
Jeder Geimpfte trägt mit dazu bei, diese Kurven flacher zu machen. Die Krankheit mag für mich wahrscheinlich kein sehr großes Risiko zu sein, ich möchte aber auch nicht, dass ein solches Szenario, wie das oben gezeigte, wahr werden. Und noch weniger Angst als vor der Krankheit habe ich vor der Impfung. Es spricht für mich also wirklich NICHTS dagegen, mir die Impfung und auch in ein paar Monaten noch den Booster geben zu lassen. Und selbst, wenn es damit immernoch nicht getan wäre, spricht nichts dagegen, noch weitere Auffrischungen mir geben zu lassen. Wenn das ein kleiner Beitrag dazu ist, die Realität von obigem Szenario zu entfernen, ist mir das sehr Recht - als Bonus, wenn das kleine Risiko durch die Krankheit für mich durch ein noch kleineres Risiko durch die Impfung ersetzt/verringert wird.