Ich hab vom Psychiater mal zum austesten, was bei mir gut ankommt, ein Medikament bekommen, von dem mich eine Tablette drei Tage in einen Zustand von Verkehrsuntauglichkeit versetzt hat. Das haben wir dann natürlich nicht mehr wiederholt, aber was ich in diesen drei Tagen alles angestellt oder vernünftiger Weise unterlassen habe, oblag meiner Verantwortung ganz allein.
Jetzt unterscheide ich nach folgendem Kriterium. Welche Droge - Pharmazie, Alkohol oder anderes - erlaubt mir noch vernunftorioentiertes Denken und lässt mich verantwortungsbewusst handeln? Alkohol erlaubt mir das zum Beispiel nicht. Das funktioniert bei mir nicht, da hab ich einen Defekt im Kopf und da überschätz ich mich regelmäßig selbst. Bei der Tablette hat es funktioniert, da konnte ich sagen: Nein, ich fahr heute nicht mit dem Rad. Ich hab sogar entschieden, die Tabletten nicht mehr zu nehmen und hab das auch dem Arzt verklickert. Auf Alkohol dagegen kann ich hervorragend Radfahren.
Ja, eine dreijährige Benzodiazepinabhängigkeit hab ich auch schon hinter mir. Da sollte ich wirklich eine Messe lesen lassen, dass ich das wieder losgeworden bin. Das war, als klebten die Pulver an mir. Nein,ich will keine substanziellen psychischen Abhängigkeiten mehr. Mir reichen die emotionalen und physikalischen Abhängigkeiten von meinem sozialen Umfeld. Die find ich sogar manchmal recht nett, die meisten möcht ich gar nicht loswerden.
Ich ruf täglich Leute an und sag ihnen (durch die Blume) ihr seid meine Lieblingsdroge, was tät ich ohne euch.
