...das mag auf das NT zutreffen, dessen karge historische Andeutungen wohl eher einer Rechtfertigung des jeweiligen projezierten Christusmythos dienen, das AT ist aber sicher differenzierter zu sehen: neben der allegorischen Schicht und vermutlich einer darunter verborgenen kabbalistisch auswertbaren (zumindest im OText) hat das AT durchaus auch den Anspruch, geschichtliche Fakten zu tradieren. Diesbezüglich ist es aber aus christlicher Sicht eher zu vernachlässigen, da sich das Christentum ja nicht einer jüdischen Tradition verpflichtet fühlt, diese eher (aus meiner Sicht zu Unrecht) völlig negiert.
Das AT spiegelt nach meiner Kenntnis auch rein politsche Äußerungen und propagandiste gefärbte statements der jüdischen Glaubensgemeinschaft wider. Ägypten war eben ein Konkurrent im Machtspiel der Region, ein recht übermächtiger, durchaus nicht einfach als primitiv abzutuender zudem, da waren Bemerkungen vergleichbar mit heutigem Antiamerikanismus durchaus verständlich. Wenn es an echten Argumenten mangelt oder die nicht volksnah genug formulierbar sind, wird ja auch heute gerne der innere moralische Zerfall zu Rate gezogen...