Ja Shimon, hast Recht, Ende der Diskussion...
Falls ich ein paar Orthodoxe in meiner Nähe finde, werd ich sie sicher ansprechen, bin mal gespannt auf die Reaktion.
Sicher, als die Thora geschrieben wurde gab es noch keine Betäubung von Tieren. Es ist aber auch so, dass das Betäuben nicht verboten wurde (auch wenns das noch nicht gab)...
Da das Tier in der jüdischen Religion so hoch geachtet wird, wäre es da nicht an der Zeit, ein Signal zu setzen und die Quälerei zu beenden ?
Ich möchte für mich das Thema wie folgt abschließen:
Die ersten ca. 20 Beiträge heben darauf ab, dass das ja doch nicht so schlimm sei und andere oder alle Schlachtungen viel schlimmer sind und ähnliches Geplänkel.
Dann fängts an: die ersten Verdächtigungen von Rassismus und Antisemitismus kommen auf und es wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt (ich hab mich, gebe ich zu, etwas ungeschickt und gedankenlos ausgedrückt bezüglich "bestimmte", "die", "Diese") und in Richtung Rassismus interpretiert; es kommen Argumente auf wie "Hitler war Vegetarier" oder die Nazis hätten das Schächtverbot in Deutschland eingeführt (was schlicht und ergreifend falsch ist, es war Kaiser Wilhelm, die Nazis haben es dann verschärft, aber was solls...).
Die Schublade ist auf, da kommt das Thema rein. Da hilft auch keine Aussage, dass man es so nicht gemeint hat, die Schublade ist wichtiger.
Gesetz hin und her, das Schächtverbot mit Ausnahmegenehmigung (die ich im Grundsatz nach wie vor nicht nachvollziehen kann, es sei denn dass man als Deutscher ...eben... tollerant sein muss...) wird zur Erlaubnis.
Es wird unterstellt, dass es nicht um Tierschutz geht, sondern darum, Juden und Moslems als schlechte Menschen darzustellen.
Und weil die Argumente ausgehen, wird dann gegen eine Tierschutzorganisation mit Mitteln, die nachweislich nur zur diskreditierung dieser Organisation ins Leben gerufen wurden, gehetzt.
Die Glorifizierung des Fleischkonsums und "alle anderen tun nur so als ob", darf natürlich auch nicht fehlen.
Es gab auch zwei oder vier Beiträge, die mutigerweise die Schlachtpraktiken auch nicht so toll fanden.
Man kann in Deutschland anscheinend keine Kritik bezüglich Themen äußern, bei denen in irgend einer Form "Juden" (seien es auch nur "bestimmte") oder Moslems (seien es auch nur "bestimmte") erwähnt werden. Es kommt sofort Rassismus, Antisemitismus oder Ausländerfeindlichkeit. In anderen Ländern ist man da ein kleines bischen weiter.
Was natürlich entsetzlich ist, ist die Tatsache, dass Rechtsextremisten DIESES Thema (und andere) für ihre Zwecke misbrauchen. Diese "Offenbarung" hat wohl auch dazu geführt, dass der Thread "tot" ist, weil jeder Angst hat, in diese Ecke gestellt zu werden, sollte man zufällig die gleiche oder eine ähnliche Meinung vertreten, zwar aus einer anderen Motivation heraus, aber dennoch..., wenn man nicht ohnehin in ein offenes Schublädchen stolpert.
Heißt das jetzt (übertrieben gesagt), man darf diese Themen gar nicht mehr ansprechen, weil sie von Rechtsextremen besetzt sind ?
Das kann doch wohl nicht sein.
Vielleicht mein Fehler, dass ich dieses Thema nicht auf Rechtsextremismus recherchiert habe (ich hätte sicher den Titel etwas anders gewählt...vielleicht auch nicht), aber muss man vor der Eröffnung eines Threads alles wissen ? Dann macht eine "Diskussion" keinen Sinn mehr.
Ich sags jetzt nochmal:
Ich bin grundsätzlich gegen JEDE Form der Tötung von Tieren zur Nahrungsgewinnung, deshalb lebe ich konsequenterweise schon seit Jahren vegan. Man könnte auch sagen, das ist meine RELIGION. Ich bin gerne bereit darüber zu diskutieren und tolleriere auch andere Standpunkte, aber, dass das ins Lächerliche gezogen wird, wie einige das tun, finde ich nicht in Ordnung.
Wie wäre es denn, wenn ich zum Judentum als Religion sagen würde: Ihr begründet das Schächten damit, dass die Seele im Blut wohnt und ihr dieses deswegen nicht essen dürft und dass das Blut deshalb raus aus dem Körper muß, damit ihr das Fleisch essen könnt, ABER dann stapft ihr mit dreckigen Stiefeln im vergossenen heiligen Haus der Seele herum und lasst es in die Gosse fließen... Oh oh oh, welch frevelhafte Feststellung, antisemitisch etc. etc.
Ferner ist es erwiesen, dass es nicht möglich ist, das gesamte Blut aus dem Fleisch ablaufen zu lassen (ca. 1/5 des Blutes verbleibt auch nach längerem Abhängen im Körper) und strickt nach dem Glauben lebende Juden müssten deshalb eigentlich vegetarisch leben. Selbst der berühmte jüdische Philosoph Leon Pick stellt fest: "Der Gläubige, der sich streng an das göttliche Verbot eines Blutverzehrs hält, muß auf den Fleischgenuß verzichten!"
Mir ging es einzig und allein um die Quälerei des betäubungslosen Schächtens. Leider kamen dazu keine wirklich sachlichen Beiträge. Im Laufe dieses Threads hab ich mich selbst weitergebildet und kann nur sagen, es gibt medizinische Gründe, warum es ein Märchen ist, dass das Hirn nach ca. 10 Sekunden nicht mehr funktioniert oder das Bewußtsein abgeschaltet ist, aber das würde jetzt zu weit führen und es interessiert ja ohnehin keinen. Selbst die Geschichte, geschächtetes Fleisch sei frei von Stress-Adrenalin, ist ein Märchen.
Ich kann nur hoffen, dass möglichst viele Juden dies lesen, selbst darüber nachdenken und in den Sabath-Diskussionen das Thema mal gegenüber ihrem Rabbi ansprechen. Vielleicht kommts dann mal bis an die Ohren der Orthodoxen. Und vielleicht ändert sich ja doch mal was, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Shimon hat Recht, wenn er sagt, nur die Juden können das Judentum ändern.
Was Moslems angeht, keine Ahnung, von der Seite kam interessanterweise nicht viel.... Und in der Schweiz haben Moslems gegenüber dem Tierschutz eingelenkt und eine Betäubung vor dem Schächten erlaubt.
Ist doch eigentlich nicht zuviel verlangt, oder ?
Danke nochmal allen, die was beigetragen haben
und Tschüß
A