Adventkalender

Najara

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1.Dezember


Advent, das ist die stillste Zeit im Jahr, wie es im Liede heißt, die Zeit der frohen Zuversicht und gläubigen Hoffnung. Es mag ja nur eine Binsenweisheit sein, aber es ist eine von den ganz verläßlichen Binsenweisheiten, daß hinter jeder Wolke der Trübsal doch immer ein Stern der Verheißung glänzt. Daran trösten wir uns in diesen Wochen, wenn Nacht und Kälte unaufhaltsam zu wachsen scheinen. Wir wissen ja doch, und wir wissen es ganz sicher, daß die finsteren Mächte unterliegen werden, an dem Tag, mit dem die Sonne sich wendet, und in der Nacht, in der uns das Heil der Welt geboren wird.
Für die Leute in den Städten hat der Advent kein großes Geheimnis mehr. Ihnen ist es nur unbequem und lästig, wenn die ersten Fröste kommen, wenn der Nebel in die Straßen fällt und das karge Licht des Tages noch mehr verkürzt. Aber der Mensch auf dem Lande, in entlegenen Tälern und einschichtigen Dörfern, der steht den gewaltigen Kräften der Natur noch unmittelbar gegenüber. Stürme toben durch die Wälder herab und ersticken ihm das Feuer auf dem Herd, er sieht die Sonne auf ihrem Weg von Berg zu Berg krank werden und hinsterben, finster sind die Nächte, und der Schneedonner schreckt das Wild aus seinen Zuflüchten. Noch in meiner Kindheit gab es kein Licht in der Straße außer von einer armseligen Talgkerze. Der Wind rüttelte am Fensterladen und schnaufte durch die Ritzen, das hörte sich an wie der Atem eines Ungeheuers, das draußen herumging und überall schnupperte, einmal an der Wand und dann an den Dachschindeln. Und plötzlich hörte man den Brunnen nicht mehr, da trank wohl dieses nächtlichen Tier vom Wasser. Wie gut, wenn ein Licht dabei brannte, gottlob für einen winzigen Funken Licht in der schrecklichen Finsternis!



Der Advent wird als die "stillste Zeit" im Jahr bezeichnet.
Ob das wirklich so ist entscheidet man selbst.
Eine Zeit der Besinnung ist die Adventzeit auf jeden Fall,
steht doch der Jahreswechsel bevor.

Von Lao-Tse stammt die folgende Weisheit, die nicht nur im Advent gilt:


Vergesst die Liebe nicht...


° Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich.


° Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos.


° Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.


° Wahrheit ohne Liebe macht kritiksüchtig.


° Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll.


° Klugheit ohne Liebe macht gerissen.


° Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch.


° Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.


° Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch.


° Macht ohne Liebe macht gewalttätig.


° Ehre ohne Liebe macht hochmütig.


° Besitz ohne Liebe macht geizig.


° Glaube ohne Liebe macht fanatisch.





Wellness-Tip


Ab mit dir in die Wintersonne!
Sonnenstrahlen stärken die Abwehrkräfte, ebenso Bewegung an der frischen Luft. Also runter mit dir vom Kuschelsofa und die schönen Wintertage draußen genießen - am besten in den Bergen. Beim Schneemannbauen kannst du dir prima die Zeit vertreiben und hast anschließend einen Freund zum Dahinschmelzen.




:weihnacht
 
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Najara

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2.Dezember


Der Pfefferkuchenmann
(Erika Engel)

Er ist nicht mal aus Afrika
und doch so braungebrannt.
Wo kommt er her? Ich dacht mir's ja:
aus Pfefferkuchenland!
Hat Augen von Korinthen
und Mandeln drum und dran.
Wie schön ihn alle finden
den Pfefferkuchemann!
Er freut sich auf den Weihnachtsbaum,
da möcht er drunterstehn.
Den Lichterglanz - er glaubt es kaum -,
den will er sich besehn,
mit Augen von Korinthen
und Mandeln drum und dran.
Wie herrlich wird er's finden
der Pfefferkuchenmann!
Wär ich nur nicht solch Leckerschnut
und könnte widerstehn,
dann wär ja alles schön und gut,
wär alles gut und schön.
Wie wohl Korinthen schmecken?
Sind Mandeln ein Genuss?
Ich will ganz schnell mal lecken
am süßen Zuckerguss.
Und steht der Baum im Kerzenlicht,
und ist es dann soweit
da fehlt doch wer, der sieht das nicht,
nun tut's mir selber leid.
Vernascht sind die Korinthen,
die Mandeln drum und dran . . .
Er ist nicht mehr zu finden
der Pfefferkuchenmann.

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Schenken

Schenke groß oder klein, aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei, was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
So daß die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk, daß dein Geschenk
Du selber bist.

(Joachim Ringelnatz)


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Wellness-Tip


Gönn dir doch heute mal ein Körperpeeling.
Das ist genau das Richtige, um deine Haut wieder
weich zu kriegen, denn unter dicken Winterklamotten
wird sie schnell rau. Die kleinen Schleipfpartikelchen
lösen trockene Hautschüppchen. Für eine Extra-
portion Energie sorgen Rubbelkuren mit Erdbeer- oder
Grapefruit-Auszügen.

:weihnacht
 

Aine

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Hallo liebe Najara,

tschuldige, wenn ich dazwischen quatsche! Aber ich wollte Dir mal kurz ein dickes Lob für Deine schönen Kalender-Ideen aussprechen! Dein Adventskalender ist super-schön! Darf man da eventuell auch noch ab und an etwas hinzufügen? Und der Mondkalender ist natürlich echt praktisch! Prima Sache!

So, liebe Najara-Weihnachtsfrau, danke nochmal für diese schöne Idee,

Deine Rhiannon :)
 

Najara

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Hallo Rhiannon!

Freue mich, daß der Adventkalender gefällt!
Und wär super, wenn noch Ideen dazu eingefügt werden. :)
Danke für das Lob :reden:


liebe Grüße,
Najara :winken5:
 

Najara

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3.Dezember


Adventkranz

Der Adventkranz zählt zu den jungen Bräuchen der Vorweihnachtszeit und hat seinen Ursprung in der evangelischen Kirche. Der Hamburger Pfarrer Johann Hinrich Wichern stellte ihn 1850 erstmals in der von ihm gegründeten Anstalt zur Betreuung gefährdeter Jugendlicher auf, im "Rauhen Haus". Der Kranz hatte damals noch 24 Kerzen. Vorbild waren die runden Deckenleuchter romanischer Kirchen, die das Reich Gottes symbolisieren.
Heute finden sich auf dem Adventkranz noch vier Kerzen. Sie werden nacheinander an den Adventsonntagen entzündet, um auf das näher rückende Weihnachtsfest hinzuweisen, auf das Kommen Christi, das "Licht der Welt". Die Zweige immergrüner Tannen symbolisieren die Hoffnung auf das ewige Leben.


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Feiner Lebkuchen - Rezept für 4 Bleche (ca. 120 Kekse)

Zutaten:
1 kg Roggenmehl

1/4 kg geriebene Haselnüsse

1/2 kg Rohzucker

2 Kaffeelöffel Natron

3 Kaffeelöffel Lebkuchengewürz

2 Kaffeelöffel Zimt

geriebene Orangen- und Zitronenschale (unbehandelt)

1/8 Butter

1/2 kg Waldhonig

5 Eier
Zubereitung:
Butter und Honig erwärmen und die 5 Eier beigeben. Danach mit sämtlichen Zutaten vermischen und gut abkneten. Anschließend gut abdecken, am besten in Folie einschlagen und über Nacht rasten lassen.
Zum Ausstechen Teig ca. 3 mm dick auswalken, mit verquirltem Ei bestreichen und verzieren.
Bei 150 ° C ca. 1/4 Stunde backen.


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Leise rieselt der Schnee

1. Leise rieselt der Schnee,
Still und starr liegt der See,
Weihnachtlich glänzet der Wald
Freue dich, Christkind kommt bald!

2. In den Herzen ist's warm;
Still schweigt Kummer und Harm.
Sorge des Lebens verhallt;
Freue dich! Christkind kommt bald!

3. 's Kindlein, göttlich und arm,
Macht die Herzen so warm,
Strahle, du Stern überm Wald,
Freue dich, Christkind kommt bald!

4. Bald ist heilige Nacht,
Chor der Engel erwacht;
Horch nur, wie lieblich es schallt,
Freue dich, Christkind kommt bald!


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Weihnachten in Ajaccio

Reife Goldorangen fallen sah'n wir heute, Myrthe blühte,
Eidechs glitt entlang der Mauer, die von Sonne glühte.

Uns zu Häupten neben einem morschen Laufe sog ein Falter -
Keine herbe Grenze scheidet Jugend hier und Alter.
Eh' das welke Blatt verweht ist, wird die Knospe neu geboren -
Eine liebliche Verwirrung, schwebt der Zug der Horen.

Sprich, was träumen deine Blicke? Fehlt ein Winter dir, ein bleicher?
Teures Weib, du bist um einen lichten Frühling reicher!
Liebst du doch die langen Sonnen und die Kraft und Glut der Farben!
Und du sehnst dich nach der Heimat, wo sie längst erstarben?

Horch! durch paradieseswarme Lüfte tönen Weihnachtsglocken!
Sprich, was träumen deine Blicke? Von den weißen Flocken?

Conrad Ferdinand Meyer


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Wellness-Tip

Schlaf dich fit und schön!
Geh doch mal unter die Langschläfer - und fühl dich wie ein Murmeltier. In der dunklen Jahreszeit braucht der Körper mehr Zeit, um sich zu regenerieren. Tip für heute Nacht: zwei Tropfen Anisöl auf ein Pad geben, neben dein Kissen legen. Sorgt für wunderbaren Schlaf und süße Träume..






:weihnacht
 

Najara

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4. Dezember


Legende der heiligen Barbara

Die heilige Barbara lebte im 3. Jahrhundert in Nikomedia in Kleinasien. Heute heißt die Stadt Izmit und ist eine türkische Stadt am Marmarameer (nördliches Istanbul). Ihr Vater, ein Heide, liebte seine Tochter über alles. Da er jedoch auch sehr eifersüchtig und argwöhnisch war, sperrte er sie immer in einen Turm ein, wenn er verreisen musste.
Obwohl Barbara sehr reich war, war sie dennoch sehr einsam und unglücklich. Als sie dann die christliche Religion kennenlernte, sah sie in einem christlichen Leben ihre Aufgabe und ließ sich taufen. Dies war in der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius in den Jahren 249-251.
Die Legende erzählt nun, dass der Vater als er von einer Geschäftsreise zurückkam, erstaunt feststellte, dass der Turm statt zwei Fenster wie bisher drei Fenster aufwies. Als er seine Tochter zur Rede stellte, gestand sie ihm, daß sie Christin sei und zur Erinnerung an die heilige Dreifaltigkeit drei Fenster im Turm haben wollte.
Der Vater war entsetzt und versuchte alles, um sie vom Christentum loszureißen. Aus Enttäuschung und Wut über ihren Starrsinn zeigte er sie selber an. Sie wurde gefangen genommen und starb für ihren Glauben. Den Vater erschlug unmittelbar nach der Untat der Blitz.

Das Brauchtum mit den Barbarazweigen soll auf ihre Gefangenschaft zurückgehen. Hier hat sie einen verdorrten Kirschbaumzweig mit Tropfen aus ihrem Trinknapf benetzt. In den letzten Tagen im Bewusstsein ihres Todesurteils fand sie Trost darin, dass der Zweig in ihrer Zelle blühte.
Um den 4. Dezember als Gedenktag an diese Märtyrerin rankt sich ein reiches Brauchtum. Besonders bekannt und verbreitet ist die Sitte, am Barbaratag einen Apfel-, Kirsch-, Kastanien-, Pflaumen-, Holunder, Rotdorn- oder Forsythienzweig zu schneiden und in das geheizte Zimmer stellen. Kommt der Zweig gerade am Weihnachtsfest zum Blühen, so wird das als gutes Zeichen für die Zukunft gewertet.

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Es ist ein Ros entsprungen
(Unbekannt, c. 1500)

1. Es ist ein Ros entsprungen
Aus einer Wurzel zart.
Wie uns die Alten sungen,
Aus Jesse kam die Art
Und hat ein Blümlein bracht,
Mitten im kalten Winter,
Wohl zu der halben Nacht.

2. Das Röslein das ich meine,
Davon Jesaias sagt:
Ist Maria, die Reine,
Die uns das Blümlein bracht.
Aus Gottes ew'gen Rat
Hat sie ein Kind geboren
Und blieb ein' reine Magd.

3. Den Hirten auf dem Felde
Verkünd't das englisch' Heer,
Wie zur selbigen Stunde
Christus geboren wär'
Zu Bethle'm in der Stadt,
Da sie das Kindlein finden,
Wie ihn'n der Engel g'sagt.

4. Das Blümelein so kleine,
Das duftet uns so süß,
Mit seinem hellen Scheine
Vertreibt's die Finsternis.
Wahr' Mensch und wahrer Gott,
Hilf uns aus allem Leide,
Rettet von Sünd' und Tod.

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Kokosbusserl

Zutaten:
4 Eiklar

15 dkg Staubzucker

15 dkg Kokosflocken

3 dkg Mehl
Zubereitung:
Eiklar zu festem Schnee schlagen, langsam den Staubzucker, die Kokosflocken und zuletzt das Mehl darunterheben. Kleine Kugeln formen und auf ein befettetes Blech legen. Bei Mittelhitze backen.


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Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh' ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil'ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt's wie wunderbares Singen -
O du gnadenreiche Zeit!

Joseph von Eichendorff


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Wellness-Tip

Sanfte Pflege für die Lippen:
Durch den Wechsel von Heizungsluft und Kälte ist die Lippenpartie jetzt total gestresst. So mixt du dir dein eigenes Lippenbalsam:
5 g Bienenwachs, 10 g Lanolinanhydrid, 5 g Kakaobutter und 10 g Jojobaöl im Wasserbad bei 60 Grad schmelzen. Danach 10 ml Aloe-Vera-Gel, 1/2 TL Honig erwärmen, dazugeben, fertig!


:weihnacht
 

Najara

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5.Dezember


Knecht Ruprecht
(Theodor Storm 1817-1888)

Von drauß, vom Walde komm ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein blitzen,
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich strolch' durch den finstern Tann,
da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
heb deine Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
alt und jung sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn,
und morgen flieg ich hinab zur Erden;
denn es soll wieder Weihnachten werden!"
Ich sprach: "Oh lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diese Stadt,
wo's eitel gute Kinder hat."
"Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier;
denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
essen fromme Kinder gern."
"Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil den rechten!"
Christkindlein sprach: "So ist es recht;
so geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von drauß, vom Walde komm ich her;
ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hier innen find!
sind's gute Kind, sind's böse Kind?



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Husarenkrapferl

Zutaten:
170 g Mehl

140 g Butter

70 g Nüsse gerieben

70 g Staubzucker

2 Dotter

Zubereitung:
Rasch zu einem Mürbteig kneten, kleine Kugeln formen, auf ein Backblech legen und in die Mitte eine Vertiefung eindrücken (und gleichzeitig den Keks flacher drücken) nach dem Backen sofort in die Vertiefung kochende Ribiselmarmelade füllen. Kekse 2-3 Tage abtrocknen lassen.



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Das Paket des lieben Gottes

Nehmt eure Stühle und eure Teegläser mit, hier an den Ofen und vergeßt den Rum nicht. Es ist gut, es warm zu haben, wen man von der Kälte erzählt.

Manche Leute, vor allem eine gewisse Sorte Männer, die etwas gegen Sentimentalität hat, haben eine starke Aversion gegen Weihnachten. Aber zumindest ein Weihnachten in meinem Leben ist mir wirklich in bester Erinnerung. Das war der Weihnachtsabend 1908 in Chicago.

Ich war Anfang November nach Chicago gekommen, und man sagte mir sofort, als ich mich nach der allgemeinen Lage erkundigte, es würde der härteste Winter werden, den diese ohnehin genügend unangenehme Stadt zustande bringen könnte. Als ich fragte, wie es mit den Chancen für einen Kesselschmied stünde, sagte man mir, Kesselschmiede hätten keine Chance, und als ich eine halbwegs mögliche Schlafstelle suchte, war alles zu teuer für mich. Und das erfuhren in diesem Winter 1908 viele in Chicago, aus allen Berufen.

Und der Wind wehte scheußlich vom Michigan-See herüber durch den ganzen Dezember, und gegen Ende des Monats schlossen auch noch eine Reihe großer Fleischpackereien ihren Betrieb und brachten eine ganze Flut von Arbeitslosen auf die kalten Straßen.

Wir trabten die ganzen Tage durch sämtliche Stadtviertel und suchten verzweifelt nach etwas Arbeit und waren froh, wenn wir am Abend in einem winzigen, mit erschöpften Leuten angefüllten Lokale im Schlachthofviertel unterkommen konnten. Dort hatten wir es wenigstens warm und konnten ruhig sitzen. Und wir saßen, so lange es irgend ging, mit einem Glas Whisky, und wir sparten alles den Tag über auf dieses eine Glas Whisky, in das noch Wärme, Lärm und Kameraden mit einbegriffen waren, all das, was es an Hoffnung für uns noch gab.

Dort saßen wir auch am Weihnachtsabend dieses Jahres, und das Lokal war noch überfüllter als gewöhnlich und der Whisky noch wässeriger und das Publikum noch verzweifelter. Es ist einleuchtend, daß weder das Publikum noch der Wirt in Feststimmung geraten, wenn das ganze Problem der Gäste darin besteht, mit einem Glas eine ganze Nacht auszureichen, und das ganze Problem des Wirtes, diejenigen hinauszubringen, die leere Gläser vor sich stehen hatten.

Aber gegen zehn Uhr kamen zwei, drei Burschen herein, die, der Teufel mochte wissen woher, ein paar Dollars in der Tasche hatten, und die luden, weil es doch eben Weihnachten war und Sentimentalität in der Luft lag, das ganze Publikum ein, ein paar Extragläser zu leeren. Fünf Minuten darauf war das ganze Lokal nicht wiederzuerkennen.

Alle holten sich frischen Whisky (und paßten nun ungeheuer genau darauf auf, daß ganz korrekt eingeschenkt wurde), die Tische wurden zusammengerückt, und ein verfroren aussehendes Mädchen wurde gebeten, einen Cakewalk zu tanzen, wobei sämtliche Festteilnehmer mit den Händen den Takt klatschten. Aber was soll ich sagen, der Teufel mochte seine schwarze Hand im Spiel haben, es kam keine rechte Stimmung auf.

Ja, geradezu von Anfang an nahm die Veranstaltung einen direkt bösartigen Charakter an. Ich denke, es war der Zwang, sich beschenken lassen zu müssen, der alle so aufreizte. Die Spender dieser Weihnachtsstimmung wurden nicht mit freundlichen Augen betrachtet. Schon nach den ersten Gläsern des gestifteten Whiskys wurde der Plan gefaßt, eine regelrechte Weihnachtsbescherung, sozusagen ein Unternehmen größeren Stils, vorzunehmen.

Da ein Überfluß an Geschenkartikeln nicht vorhanden war, wollte man sich weniger an direkt wertvolle und mehr an solche Geschenke halten, die für die zu Beschenkenden passend waren und vielleicht sogar einen tieferen Sinn ergaben.

So schenkten wir dem Wirt einen Kübel mit schmutzigem Schneewasser von draußen, wo es davon gerade genug gab, damit er mit seinem alten Whisky noch ins neue Jahr hinein ausreichte. Dem Kellner schenkten wir eine alte, erbrochene Konservenbüchse, damit er wenigstens ein anständiges Servicestück hätte, und einem zum Lokal gehörigen Mädchen ein schartiges Taschenmesser, damit es wenigstens die Schicht Puder vom vergangenen Jahr abkratzen könnte.

Alle diese Geschenke wurden von den Anwesenden, vielleicht nur die Beschenkten ausgenommen, mit herausforderndem Beifall bedacht. Und dann kam der Hauptspaß.

Es war nämlich unter uns ein Mann, der mußte einen schwachen Punkt haben. Er saß jeden Abend da, und Leute, die sich auf dergleichen verstanden, glaubten mit Sicherheit behaupten zu können, daß er, so gleichgültig er sich auch geben mochte, eine gewisse, unüberwindliche Scheu vor allem, was mit der Polizei zusammenhing, haben mußte. Aber jeder Mensch konnte sehen, daß er in keiner guten Haut steckte.

Für diesen Mann dachten wir uns etwas ganz Besonderes aus. Aus einem alten Adreßbuch rissen wir mit Erlaubnis des Wirtes drei Seiten aus, auf denen lauter Polizeiwachen standen, schlugen sie sorgfältig in eine Zeitung und überreichten das Paket unserem Mann.

Es trat eine große Stille ein, als wir es überreichten. Der Mann nahm zögernd das Paket in die Hand und sah uns mit einem etwas kalkigen Lächeln von unten herauf an. Ich merkte, wie er mit den Fingern das Paket anfühlte, um schon vor dem Öffnen festzustellen, was darin sein könnte. Aber dann machte er es rasch auf.

Und nun geschah etwas sehr merkwürdiges. Der Mann nestelte eben an der Schnur, mit der das "Geschenk" verschnürt war, als sein Blick, scheinbar abwesend, auf das Zeitungsblatt fiel, in das die interessanten Adreßbuchblätter geschlagen waren. Aber da war sein Blick schon nicht mehr abwesend. Sein ganzer dünner Körper (er war sehr lang) krümmte sich sozusagen um das Zeitungsblatt zusammen, er bückte sein Gesicht tief darauf herunter und las. Niemals, weder vor- noch nachher, habe ich je einen Menschen so lesen sehen. Er verschlang das, was er las, einfach. Und dann schaute er auf. Und wieder hatte ich niemals, weder vor- noch nachher, einen Mann so strahlend schauen sehen wir diesen Mann.

" Da lese ich eben in der Zeitung, " sagte er mit einer verrosteten mühsam ruhigen Stimme, die in lächerlichem Gegensatz zu seinem strahlenden Gesicht stand, "daß die ganze Sache einfach schon lang aufgeklärt ist. Jedermann in Ohio weiß, daß ich mit der ganzen Sache nicht das Geringste zu tun hatte." Und dann lachte er.

Und wir alle, die erstaunt dabei standen und etwas ganz anderes erwartet hatten und fast nur begriffen, daß der Mann unter irgendeiner Beschuldigung gestanden und inzwischen, wie er eben aus dem Zeitungsblatt erfahren hatte, rehabilitiert worden war, fingen plötzlich an, aus vollem Halse und fast aus dem Herzen mitzulachen, und dadurch kam ein großer Schwung in unsere Veranstaltung, die gewisse Bitterkeit war überhaupt vergessen, und es wurde ein ausgezeichnetes Weihnachten, das bis zum Morgen dauerte und alle befriedigte.

Und bei dieser allgemeinen Befriedigung spielte es natürlich gar keine Rolle mehr, daß dieses Zeitungsblatt nicht wir ausgesucht hatten, sondern Gott.

Bertolt Brecht


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Wellness-Tip

Zitrus-Drink hilft gegen Erkältung.
Zitronensaft macht nicht nur lustig, sein hoher Vitamin C Gehalt ist auch im Kampf gegen lästige Erkältungsviren genau das Richtige. Er enthält zudem Kupfer und Magnesium. Für den Zitrus-Drink eine Zitrone pressen, mit heißem Wasser übergießen, nach Belieben mit etwas Honig süßen und dann genüßlich schlürfen.




:weihnacht
 

Najara

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6.Dezember


Heiliger Nikolaus

Geboren wurde ich um das Jahr 280/286 in Patras, das ist eine Stadt in Griechenland.
Patras ist heute die Hauptstadt von Achaea, einer griechischen Provinz.
Um das Jahr 350 nach Christus war ich Bischof von Myra, dem heutigen Demre (oder auch Kale) in der Türkei. Heute steht dort noch diese alte und schöne Nikolauskirche.
Viel wissen die Menschen leider nicht von mir. Sie kennen mich als den "liebenswerten Nikolaus", als "Freund der Kinder" , "Patron der Gefangenen" und als "Helfer in der Not". Und die Menschen haben Recht damit.
Es gibt viele Geschichten, die von meinem Leben erzählen. Ihr kennt sicherlich einige davon.
Wie ihr wisst, geht das Leben der Menschen eines Tages zu Ende. So war es auch mit meinem Leben auf der Erde. Gestorben bin ich um das Jahr 351 in Myra. Dort war ich auch begraben. Viele Menschen sind zu meinem Grab gekommen und haben gebetet. Sie haben sich an die wunderbaren Dinge aus meinem Leben erinnert und baten um meine Hilfe. Und was denkt Ihr? Konnte ich diese Menschen alleine lassen?
Nein, natürlich nicht. Jedes Jahr darf ich in verschiedenen Gestalten zu den Kindern und Erwachsenen kommen und eine Freude bereiten. So wird bei den Menschen mein Andenken bewahrt. Ja, ich bringe Freude. Wenn Euch Mama, Papa, Oma oder Opa erzählen, dass ich die Kinder für ihre bösen Taten bestrafe, dann stimmt das nicht! Der Nikolaus ist ein lieber und guter Mann, und das wird auch immer so bleiben.
Meine Gebeine wurden aber im Jahr 1087 von Kaufleuten gestohlen und nach Bari in Italien gebracht. Dort liegen sie heute noch und viele tausende Menschen kommen in jedem Jahr, um mein Grab zu besuchen.

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Cornflakes-Schoggihäufchen

Zutaten:
100 Gramm Milchschokolade, zerbröckelt

150 Gramm dunkle Schokolade, zerbröckelt

2 Eßlöffel Butter

ein halbes Päckchen Vanillezucker (ca ein Eßlöffel)

100 Gramm Cornflakes
Zubereitung:
Die beiden Schokoladensorten, Butter und Vanillezucker im Wasserbad schmelzen, etwas auskühlen lassen. Die Cornflakes in die Schokolademasse geben und gut mischen. Mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen auf ein mit Blechreinpapier belegtes Blech setzen und an der
Kälte erstarren lassen. In gut verschlossener Blechdose aufbewahren.

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Laßt uns froh und munter sein

1. Laßt uns froh und munter sein
Und uns recht von Herzen freu'n!
Refrain:
Lustig, lustig, trallerallera,
|: Bald ist Nikolausabend da! :|

2. Bald ist uns're Schule aus,
Dann zieh'n wir vergnügt nach Haus.
Refrain:

3. Dann stell ich den Teller auf,
Niklaus legt gewiß was drauf,
Refrain:

4. Steht der Teller auf dem Tisch
Sing ich nochmals froh und frisch:
Refrain:

5. Wenn ich schlaf, dann träume ich:
Jetzt bringt Niklaus was für mich.
Refrain:

6. Wenn ich aufgestanden bin,
Lauf ich schnell zum Teller hin.
Refrain:

7. Niklaus ist ein guter Mann
Dem man nicht g'nug danken kann.
Refrain:


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Wellness-Tip

Dein Haar sieht irgendwie stumpfa us, und auch der Teint könnte rosiger sein? Der ultimative Schönheitskick: Schnippel dir einen Riesenteller mit deinem liebsten Winterobst, z.b. Äpfeln, Kiwi, Mandarinen, Orangen, Mangos, Bananen. Schmeckt mindestens genauso gut wie Schoki und Weihnachtsplätzchen und zaubert durch die vielen Vitamine Glanz ins Haar. Deine Haut wirkt frisch und strahlend und kann Feuchtigkeit besser speichern. Außerdem helfen die enthaltenen Pflanzenhormone gegen Winterfrust.

:weihnacht
 

Najara

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7. Dezember


Five Little Evergreens

Five little evergreens
outside in a row.

The first one said,
"Let's look at the snow."

The second one said,
"Oh-oh, it's getting cold."

The third one said,
"Christmas is coming so I'm told."

The fourth one said,
"I hope someone decorates me."

The fifth one said,
"We'll just have to wait and see."

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Klosterkipferl

Zutaten:
15 dkg Butter

21 dkg Staubzucker

10 dkg Mehl

21 dkg Schokolade für die Glasur

2 dkg Butter für Glasur
Zubereitung:
Schokolade erweichen, Butter, Staubzucker und Schokolade cremig rühren, Mehl und Mandeln untermengen und 30 Minuten kühl stellen.
Danach aus der Masse eine daumendicke Rolle formen, 2 cm grosse Stückchen abschneiden und daraus Kipferl formen. Kipferl auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und kühl bei halb offenen Backrohr 20 - 25 Minuten backen. Die Kipferl sollten etwas aufgehen, aber nicht auseinanderlaufen.

Für die Glasur Butter und Schokolade im Wasserbad erweichen, glatt rühren, etwas anziehen lassen und die erkalteten Kipferl mit der Schokoglasur überziehen.


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Draußen

Wir stellen vor das Fenster hier
Den Christbaum für die Vogelscharen
Wie werden sie so fröhlich sein,
Wenn sie den schönen Baum gewahren.
Wir höngen kleine Näpfchen dran,
Die wir mit Öl und Körnlein füllen.
Ihr Vögel kommt und pickt nur zu!
Ihr sollt euren Hunger stillen.

Volksgut


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Wellness-Tip

Heute ist Entspannung pur angesagt. Also such dir ein kuscheliges Plätzchen, leg die Füße hoch - und mach es dir mit einer Tasse duftendem Gewürztee so richtig gemütlich. Dabei Musik hören, ein Buch lesen ........ :)
 
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Dawn

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In tiefer Nacht, als niemand wacht,
geht durch den Tann`der Weihnachtsmann.
Sein Sack hängst schwer vom Rücken her
und schleift im Schnee,
ganz deutlich seh ich seine Spur,
folgt mir nur!

Hier an diesem Dornenbusch ist sein Sack zerrissen
und aus dem Sack, klick klack, tröpfelt es von Nüssen.

Eichhorn hat vom Tannenbaum das Unglück schon gesehen,
doch warnt es nicht den Weihnachtsmann,
es läßt ihn weitergehen
und klettert flink und munter
vom Tannenbaum herunter.

Da sitzt es nun am Weihnachtstisch,
knackt Nüsse sehr bedächtig,
ihr seht, es schmeckt ihm prächtig.
Unterdessen tat der Alte, als merke er nichts,
ging schmunzelnd zum Wald hinaus,
immer dichter an unser Haus.

Plötzlich hört ich ein starkes Klopfen,
öffnete selbst, da trat er ein,
bat mich, ich möchte den Sack ihm stopfen,
denkt doch, ihm riss ein Loch hinein.

Er hat mir vieles erzählet,
wie es im hier und dort so ergehet.
Sachte Kinder, hübsch artig immer
und geht mir nicht in das Weihnachtszimmer!


Es schneit!

Gruß Dawn :weihnacht
 
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