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Vergebung - @ july und alle anderen

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von muka, 1. Juni 2005.

  1. muka

    muka Sehr aktives Mitglied

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    20. April 2005
    Beiträge:
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    da wir uns denk ich einig sind, dass die todesstrafe die am wenigsten vorteilhafte lösung ist, habe ich auf tofifees tip gehört und mal einen neues thema eröffnet :)


    auf diesen Punkt wollte ich hinaus. wenn eine gesellschaft, sei es die familie, die umgebung oder die ganz Welt, einen Menschen dazu bringt, etwas so schlimmes wie Mord, Mißhandlung oder Vergewaltigung zu verüben, dann ist doch nicht einer alleine schuld. nein, sein ganzes umfeld ist schuld. entweder weil es negativ auf ihn eingewirkt hat oder sogar gar nicht. deshalb meine ich sollte man ihm vergeben, denn ansonsten müsste man ja alle um ihn herum eigentlich auch bestrafen.

    wie denkst du darüber ?

    :rolleyes:
     
  2. QIA S.O.L

    QIA S.O.L Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Wien
    Hi M.

    Ich würde da sogar, um missverständnissen vorzubeugen, weiter in kleinere und direktere Verantwortungsanteile splitten.

    Klar hat die Gesellschaft auf der Ebene der Gesellschaft Verantwortung dafür, dass es solcherlei Phänomene gibt. Es spiegelt ganz explizit die extremen Ausfromungen der Handlungen der Gesellschaft wieder.

    Man könnte sagen, dass jeder Mensch in einer Stadt zu einem individuellen Teil alle Phänomene der Stadt in sich trägt.

    Jeder, der sich selbst verändert, trägt allein schon durch seine energetische Verbindung zur Stadt, zu einer Veränderung im Bewusstsein bei.

    Das ist natürlich ein voraussetzungsvolles Weltbild, dennoch entspricht es den modernsten Erkenntnissen und auch den traditionellen Lehren.

    Liebe Grüße
    Qia :daisy:
     
    Romaschka gefällt das.
  3. muka

    muka Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. April 2005
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    1.870
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    da stimme ich dir zu, wollte es nur nicht so weit ausführen.

    eigentlich tragen wir alle die verantwortung für alles, was in unserer näheren und weitern umgebung passiert.
     
  4. July

    July Sehr aktives Mitglied

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    Ich denke: Endlich verstehen wir uns - wenn auch mein Standpun hinsichtlich "Strafvollzug" ein anderer ist - you know.

    Dennoch ist meine Meinung, wir leben unseren Kindern vor wie sie sich später verhalten. Wenn ich meinem Kind täglich verbal oder körperlich eine vor den Kopf haue, oder wenn ich meinem Kind Gewalt vorlebe, muß ich mich nicht wundern, wenn es irgendwann seine Umwelt genauso behandelt.
    Mich verfolgt allerdings immer noch dieser "Brotmesserartikel" aus dem anderen Threat und ich weiß nicht, wie es in einer Gesellschaft zu solchen Exzessen kommen kann. Was ist da falsch gelaufen? Du hast den Artikel auch gelesen und es gibt weitere "Ausschreitungen" in der Art.


    Was ich als Mutter versuchen kann ist, Einfluß zu nehmen. Dafür muß ich aber auch alte Moralvorstellungen einbeziehen, dafür muß ich mich auseinandersetzen und immer wieder erklären, Zeit nehmen und werten. Denn wenn ich z.B. einen vorsätzlich ausgeführten Mord nicht bewerte - also meinem Kind erzähle: das ist so, weil der Mörder eine schlechte Kindheit hatte und dem müssen wir jetzt vergeben" weiß ich nicht, ob ich damit erreiche, was ich eigentlich will. Wertfrei erziehen funktioniert m.E. nicht. Die Leute, die in meiner Generation antiautoritär aufgewachsen sind, haben heute große Probleme und mehr Stress mit ihren Eltern, als diejenigen, die im herkömmlichen Sinne, großgeworden sind. Ich wünsche mir, dass ich in der Lage bin ihm wenigstens ein paar Werte mitzugeben - genauso wie meine Eltern sich bemüht haben.

    Kinder sind maßlos betroffen wenn sie mitbekommen, dass es wieder mal einem Kinderschänder gelungen ist, ein Kind zu verschleppen und zu töten.
    In der Schule meines Neffen ist vor 8 Jahren ein Mädchen verschleppt worden und schließlich, nach ein paar Tagen wurde ihre verkohlte, mißbrauchte Laiche gefunden. Die Kinder der Schule standen unter Schock. Würde ich meinen Neffen fragen, ob er diesem Täter vergeben konnte, er würde das kategorisch verneinen.
    Mein Kind hat in der Schule Selbstverteidigungskurse, die Polizei klärt Kinder auf usw. Das ist wichtig. Kein Elternteil das ich kenne, würde dem Mörder des eigenen Kindes vergeben. Keiner. Glaub mir das. Wenn Du mal Kinder hast wirst Du Deine Meinung ändern.

    July
     
  5. muka

    muka Sehr aktives Mitglied

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    ich kann nicht bewerten, wie ich mich einem mörder meines kindes über verhalten würde.

    ich kann nur erklären, wie ich mich allgemein gegenüber mördern verhalte und das ist genauso, wie bei jedem anderen menschen auch.

    natürlich kann man nicht alles auf eine schlechte Kindheit schieben, aber auf das Umfeld in dem ein potentieller mörder lebt.

    wenn alle kinder unter der vorraussetzung des friedvollen umgangs miteinander lernen, dass sie vergeben sollen, egal was passiert ist, gibt es doch in deren, bzw. in der folgenden Generation keine Gewalt mehr.

    Wenn man aber sagt, ja du kannst vergeben, aber nicht wenn es zu schlimm ist, gibts doch weiterhin gewalt.


    das schreibe ich ohne irgendeine kritik, sondern nur als anregung
     
  6. July

    July Sehr aktives Mitglied

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    Was Du sagst wäre logisch. Würden wir unsere Kinder gewaltfrei großziehen können, würden sie möglicherweise gewaltfrei weiterleben.

    Nur, was tun wenn Gewaltbereitschaft genetisch verankert ist? Mh. Wenn es Menschen gibt die eine Disposition zur Gewalt haben? Es gab vor kurzem eine interessante Doku, die ich leider nicht bis zum Ende verfolgen konnte. Ich glaube es war auf der ARD. Jedenfalls beschäftigten sich Krimonologen mit dem Phänomen Serienmord. Hochinteressant. Die Serientäter wußten, dass sie wenn sie aus der Haft entlassen worden wären, sie genau da wieder angefangen hätten, wo sie aufgehört haben. Ihr Wunsch war es regelrecht in Haft bzw. Psychiatrie zu bleiben. Ich stelle es mir schrecklich vor, in diesem Bewußtsein zu leben.

    Dennoch, das Motto "liebt Euch alle" wurde schon so oft ausgerufen und es hat gar nichts bewirkt. Gewalt orientiert sich auch an der Umwelt. Sozial schwache Menschen werden immer noch ghettoisiert und es wird für die Kinder von armen Eltern nichts getan. Kriminalität wird staatlich vorprogrammiert. Den Jungendlichen werden fast jegliche Chancen genommen und Eltern dümpeln vor sich hin.

    Was meinst Du, wieviele Kinder in die Grundschule gehen ohne, dass Muttern eine Stulle für die Pause mitgegeben hat oder das sie Mittagessen bekommen. Was ist das? Das sind doch die Grundbedürfnisse, die gestillt werden müssen. Dann kommt Bildung. Kinder müssen "gebildet werden". Wird auch irgendwie nicht mehr viel Wert drauf gelegt.

    Es gibt Millionen Gründe warum Menschen gewalttätig werden. In Deutschland arbeiten wir drauf hin, dass es immer schlimmer wird.


    July
     
  7. muka

    muka Sehr aktives Mitglied

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    Ich glaube nicht, dass Gewaltbereitschaft genetisch verankert ist. ich glaube, dass gewaltbereitschaft nur durch die bereitschaft der umwelt zur gewalt führt. z.B. durch das immer noch bestehende Militärtum, die Ausübung authoritärer Gewalt, Strafvollzug(!) etc.

    ich glaube, ich habe die doku auch oder zumindest auch einen Teil davon gesehen. war wirklich sehr interessant. Und ich denke, dass ist genau das Problem an der Haft : es ändert gar nichts, wenigstens bei vielen Insassen, im Gegenteil manchmal wird es sogar noch schlimmer, weil sie von der Gesellschaft ausgeschlossen, auf sich gestellt schauen müssen wie sie zurechtkommen. da sie es nicht anders gelernt haben, werden sie auch im knast und möglicherweise wieder herausen, gewalt ausüben, um ihre Ziele zu erreichen, denke ich. In der Psychatrie ist es ähnlich. Mein Opa war öfters auf Station und mein Vater nun auch. Und ich kann aus eigenr Erfahrung sagen, es war danach nichts anders wie vorher.

    Aus diesem Grund finde ich es besser, ihnen zu vergeben ( nicht ihre Taten zu vergessen !) und sie dabei mit allen Mitteln zu unterstützen, sich zu bessern.

    da hast du recht, es wurde oft ausgerufen, aber von denen die am lautesten schreien, hört man ja bekanntlich sehr schnell immer weniger. man muss es vorleben und dann ändert sich auch was. ich habe gelernt, dass wenn ich ohne Vorurteile an einen Menschen heran gehe, egal was er getan hat, kann ich ihm und er mir(!) viel mehr helfen, als wenn ich mir gedacht hab, der ist doch eh so oder so.

    ich stimme dir soweit zu, was das politische bzw. staatliche anbelangt. Dennoch finde und sehe ich, z.B. an diesem Forum, dass es eine Wende unter den Menschen gibt. Immer mehr Leute interessieren sich immer mehr für das was hinter allem steckt. sie geben sich nicht mehr mit leichtfertigen Halbwahrheiten zufrieden. Ich denke, die Chancen sind vielleicht nicht grad die allerbesten, aber jeder hat mindestens eine, wenn er sich ehrlich darum bemüht zu erreichen, was er sich vorstellt. leider wissen viele junge Leute gar nicht mehr was sie eigentlich wollen.

    bildung, bzw. die Bildung von wirk-lichem Wissen ist der wichtigste Faktor, nach den grundbedürfnissen, wie essen und trinken, schlafplatz etc., da stimm ich dir zu.

    es mag millionen gründe geben um gewaltätig zu werden, aber ich denke es gibt mindestens eine millionen und eins gründe um lieb zu sein.

    herzlichst :kiss4:
     
  8. July

    July Sehr aktives Mitglied

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    NRW - Nähe Köln


    Danke für Deine umfangreiche Antwort.

    Ich weiß nicht wieweit die Forschung im Bereich genetisch verankerter Gewaltbereitschaft ist. Keine Ahnung.

    Wenn ich das fragen darf, würde mich interessieren, wie Du die Gewaltbereitschaft Deines Vaters und Deines Großvaters interpretierst. Gehst Du davon aus,dass sich die Verhaltensweisen durch Nachahmung weitergegeben haben? Welche Rolle spielen die Frauen - also Mütter in der Deinem Falle, in der Vermeidung von Gewalt.
    Ich würde nicht tatenlos zusehen, wenn mein Sohn von seinem Vater verprügelt würde. Da würde ich zur Löwin werden.

    Bildung erscheint mir inzwischen wie ein Makel. Allein die Bereitschaft ein Buch zu lesen, ist vielerorts gar nicht mehr vorhanden. Ich habe einige Ausbildungen absolviert, habe dann noch Studiengänge belegt und fahre fort mich zu bilden. Weils mir einfach Spaß macht und weil mich vieles interessiert. Es kann also schonmal die eine oder andere Nacht mit Lernen draufgehen. Es gibt Menschen, die halten mein "Hobby" also lernen, für überflüssig. Ich sehe das anders, ich kann meine Interessen nun endlich verwirklichen. Meine Ausbildung die ich mit 20 begann, habe ich damals nur gemacht, um eine Ausbildung zu haben. Jetzt kann ich mich endlich so bilden, wies mir gefällt.
    Ich versuche meinem Kind vorzuleben, dass Bildung wichtig ist, dass Bildung Spaß macht usw.

    Deinem Schlußwort stimme ich 10000 % zu - sehr schön.

    Danke! :kiss3:
     
  9. Inti

    Inti Sehr aktives Mitglied

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    Grundbedürfnisse zu befriedigen sollte wohl das mindeste sein auf das ein Mensch Anrecht hat, darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren.

    July
    Problematische Menschen entstehen nicht zwangsweise im armen Milieu, das gibt es genausogut in der "Oberstadt".
    Der entscheidende Punkt ist auch nicht die Bildung, mit Bildung hat man mehr Möglichkeiten, sich in der Gesellschaft einen Platz zu erkämpfen, aber was heisst das schon, die werden dann halt weniger auffällig. Das wichtigste was eine Erziehung einem Kind mitgeben kann ist Anteilnahme, gerade in reichen Familien kaufen sich die Eltern von dieser Bürde mit Geld frei (glauben sie zumindest daß dies funktionieren würde). Zeit brauchen die Kinder und daß ich mich wirklich auf die Sorgen, Ängste und Freuden dieser Kinder einlasse und sie annehmen kann.
    Ein Kind das Liebe erfährt, kann auch Liebe weitergeben.

    Liebe Grüße Inti
     
  10. muka

    muka Sehr aktives Mitglied

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    Bitte, ich habe zu danken. Habe eingesehen das Phrasendreschen udn Halbsätzeposaunen nicht sehr effizient sind.

    Ich würde zwei Gründe nennen, als erstes, wie von dir schon angesprochen Nachahmung bzw. das ausführen dessen, was ihnen eingetrichtert wurde. Mein Opa war in der Partei, im 2ten Weltkrieg und in Kriegsgefangenschaft in Russland. Das erklärt finde ich schon mal vieles, auch wenn es nichts rechtfertigt. Mein Vater wurde von ihm erzogen, hat aber, nach dem was ich von meiner Oma und meiner Mutter fehört hab, im Allgemeinen eine 'gute' Kindheit gehabt. Hatte aber auch Rückschläge, wie das Sterben seiner zwei Brüder kurz nach der Geburt oder das Nachkriegsyndrom(Hamstern an allen Enden) oder eine längere Zeit ohne seine Mutter. Der zweite Grund ist meiner Meinung nach die Unwissenheit. Weder mein Vater, noch mein Opa konnten oder wollten es nicht anders machen, weil sie es nicht besser wussten. Was wiederum auch keine Rechtfertigung ist.

    Die Frauen waren einfach zu schwach, denke ich, sich gegen diese Gewalt zu wehren, da sie selbst auch davon betroffen waren. Meine Mutter zum Beispiel wäre einmal von meinem vater fast erwürgt worden, was sie sich durch ein ärztl. Gutachten bestätigen hat lassen.

    Die Bildung im allgemeinen wird durch die Schule sehr schlecht gemacht. Am Anfang macht es den meisten Kindern ja noch Spaß, weil sie etwas lernen, was sie durch Anwenden direkt erfahren können. Mit immer höheren, im Sinne der Spezialisierung, Lernstoff nimmt das Interesse, glaube ich immer mehr ab. Sehr schade in anbetracht der Unwissenheit, die heutzutage existiert.
    [/QUOTE=July]

    Deinem Schlußwort stimme ich 10000 % zu - sehr schön.

    Danke! :kiss3:[/QUOTE]

    danke auch.

    :kiss4:
     
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