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Schizophrenie

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von Verena_M, 6. April 2006.

  1. Verena_M

    Verena_M Neues Mitglied

    Registriert seit:
    30. März 2006
    Beiträge:
    25
    Ort:
    Österreich
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    Hi!

    Wer kennt Menschen die an Schizophrenie erkrannt sind (Bekannte, Verwandte) ? Wie geht ihr mit diesen Menschen um?

    Bei meinem Bruder wurde vor ein paar Jahren Schizophrenie diagnostiziert. Er muss nun viele Tabletten zu sich nehmen. Er ist aber gsd davon überzeugt gesund zu werden.

    Für mich persönlich war es anfangs (auch jetzt teilweise noch) sehr schwierig mit dieser Situation umzugehen. Er ist zwar sehr "intelligent" (kennt sich gut in Naturwissenschaften, Weltgeschen etc. aus), übernimmt für sich aber keine Verantwortung (stapelnde Müllberge, "sieht" keine Haushaltsarbeiten, etc.)
    Auch ist er sehr sensibel. Wenn ich manchmal etwas wütend werde, fühlt er sich gleich angegriffen, studiert darüber noch den ganzen Tag. Das kann teilweise sehr anstrengend sein.

    Welche Erfahrungen habt ihr mit schizophrenen Menschen?


    Liebe Grüße Verena_M
     
  2. Teresa

    Teresa Neues Mitglied

    Registriert seit:
    7. November 2005
    Beiträge:
    28
    Ort:
    Österreich

    Hallo Verena!
    Bei einem von meinen Brüdern wurde auch vor ca. 10 Jahren Schizophrenie festgestellt. Er ist nun schon seit Jahren in Frühpension, hat aber inzwischen geheiratet und es geht ihm mit den Tabletten, die er nehmen muß eigentlich ganz gut. Fallweise muß er wieder in die Nervenklinik um die Dosis ein klein wenig erhöhen zu lassen, fallweise setzt er aber auch (meines Wissens nach) selbst die Dosis mal für ´nen Tag rauf. Er sagt, er spürt, wenn er mal mehr braucht. Mein Bruder ist auch überragent intelligent, aber er fühlt sich auch ewig angegriffen. Das heißt, ich muß mir sehr genau überlegen, was ich zu ihm sage, denn erstens ist er schnell eingeschnappt und fühlt sich schnell beleidigt, da er ja krank ist und zweitens grübelt er über alles stundenlang nach und zerbricht sich über sinnlos gesagtes tagelang den Kopf. Hausarbeit und Ordnung ist bei ihm kein Thema, er hat zwar eine Ehefrau, war aber auch früher schon ordentlich.
    Und anstrengend, na ja, das ist er schon, obwohl wir momentan nicht so intensiven Kontakt haben. Aber er ist im großen und ganzen mit all seinen Fehlern und Schwächen (die ich aber natürlich auch habe) ein recht liebenswerter Mensch und meine beiden Kinder haben ihren Onkel auch gern und gehen unkompliziert um mit ihm.

    Liebe Grüße und alles Liebe von
    Barbara
     
  3. Scanja

    Scanja Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    9. April 2006
    Beiträge:
    1.532
    Hallo Verena, :)

    wichtig ist das er regelmäßig zu seinem Facharzt geht,
    weil manchmal sind Klienten uneinsichtig,
    erkennen Ihre Krankheit nicht, wissen nicht wie sie auf Ihr Umfeld wirken.

    Die Schizophrenie führt zu Störungen und Veränderungen des Denkens, Fühlens, Handelns und des Ich-Erlebens.
    Vorher vertraute Dinge und Personen werden unheimlich.
    Diese Veränderungen flößen dem Betroffenen meist Angst ein,
    er zieht sich in der Folge aus Misstrauen mehr und mehr von anderen Menschen zurück.
    Selbst Menschen aus dem engsten familiären Umfeld werden oft als Feindbilder gesehen.
    Problematisch bei einer Schizophrenie kann eine fehlende oder gering ausgeprägte Krankheitseinsicht sein.
    Charakteristische „Positivsymptome“ sind formale und inhaltliche Denkstörungen sowie Ich-Störungen.
    Typische inhaltliche Denkstörungen sind:
    Halluzinationen und Wahnbildung.
    Häufig sind dabei akustische Halluzinationen:
    Etwa 80 % der an einer schizophrenen Psychose Erkrankten hören Stimmen. Befehlende (imperative) sind dabei selten.


    Alles Gute :kiss4:

    Liebe Grüße

    Sonja
     
  4. Verena_M

    Verena_M Neues Mitglied

    Registriert seit:
    30. März 2006
    Beiträge:
    25
    Ort:
    Österreich
    Ich finde es aber auch irgendwie seltsam, wenn man denkt einen Menschen zu kennen. Dieser zieht sich dann zurück, spricht weniger mit dir, und ohne das man es merkt, hat man plötzlich gar keinen so guten Bezug mehr zu ihm. Man kennt ihn einfach nicht mehr so richtig, und die Dinge die er spricht ergeben manchmal gar keinen Sinn.

    Ich frage mich manchmal woher diese Krankheit kommt? Wer ist anfällig dafür? Baut er sich diese "andere" Welt nur deshalb auf, weil er vor etwas Angst hat (wie z.B. die Verantwortung für etwas übernehmen)? Es ist einfach wahnsinnig schwierig sich diese Krankheit vorzustellen (möchte mich auch nicht zu viel "hineíndenken":) ). Jede ander Krankheit ist zum Teil verständlich erklärbar, aber diese kann ich mir nicht erklären.

    Vor allem stelle ich mir die Frage "Kann er einmal selbstständig leben (mit Beruf, Familie, ....)?"

    In diesem Fall hat mein Bruder selbst die Initiative ergriffen, und erkannt das etwas nicht ganz stimmt. Jetzt ist er regelmäßig in Behandlung.

    Liebe Grüße Verena
     
  5. Scanja

    Scanja Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    9. April 2006
    Beiträge:
    1.532
    Hallo Verena, :liebe1:

    1.
    Dein Bruder liebt Dich noch wie vorher,
    aber die Krankheit hat sein
    Verhalten, seine Persönlichkeit verändert,
    durch sie denkt er ganz anders, er verhält sich ganz anders wie Du gelesen hast.

    Ich habe so was mit meiner Großmutter,
    mit einer anderen Krankheit mitgemacht,
    sie hatte Arteriosklerose und die älteren Herrschaften leben dann in einer anderen Welt, aber sie meinen immer Ihr Verhalten ist richtig.
    Ihr Geschmacksempfinden hatte sich verändert war was süß,
    empfand sie es salzig.
    Sie war eine liebe zierliche Person und gut zu führen, wir mussten dann 24 Stunden auf sie aufpassen, das machte meine Mutter und eine nette Dame die im Altenheim lebte und sich ein Zubrot verdiente.

    Bei Deinem Bruder ist es wichtig das er die regelmäßigen Termine beim Arzt war nimmt, damit er mit seinen Medis richtig eingestellt ist.
    Der Bedarf kann sich immer mal ändern,
    oder die Medis müssen nach einer Zeit gewechselt werden,
    weil durch sich durch Dauergebrauch die Wirksamkeit verändern kann.
    Das bekomme ich bei unserem Klientel immer mal so mit.

    Einige Links:
    www.schizophreniepsychose.de/schizophrenie_5.html
    www.br-online.de/umwelt-gesundheit/thema/schizophrenie/grundlagen.shtml
    www.ekonline.de/mednews/n1307c.htm
    www2.uibk.ac.at/bidok/library/grundlagen/riederer-schizophrenie-teila.bdkb


    http://www.gesundheitpro.de/Schizophrenie-Psyche-A050829ANONI013030.html

    Schizophrenie

    T
    Zusammenfassung:
    Während es den meisten Menschen möglich ist, sich in die Lage von Depressiven, Zwangsneurotikern oder Phobikern zu versetzen - einfach weil ein jeder schon einmal im Ansatz solche Zustände erlebt hat -, ist es ungleich schwieriger, die Denk- und Erlebnisweise Schizophrener gefühlsmäßig zu erfassen. Für den Durchschnittsmenschen bleibt diese Störung unverständlich und fremd. Dementsprechend groß sind auch die Ängste, die Schizophrene in ihrer Umgebung hervorrufen. Tatsächlich zählt die Schizophrenie zu den schwersten und sicher auch gefährlichsten psychischen Störungen. Das zeigt alleine schon die hohe Selbstmordrate von Schizophrenen. Mittlerweile hat sich die medikamentöse Therapie aber nahezu in revolutionärerer Weise gebessert, sodass die Krankheit ihren Schrecken größtenteils eingebüßt hat. Die Lebensqualität der Menschen mit Schizophrenie (aber auch der ihres Umfelds) hat dadurch sichtbar zugenommen. Immer mehr psychiatrische Einrichtungen und Kliniken können jetzt auf geschlossene Einrichtungen für schizophren Erkrankte verzichten, die Rezidivraten (Wiedererkrankungsrate) scheinen zu sinken.
    Doch nicht nur die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren stark verbessert. Darüber hinaus wurden zahlreiche Einrichtungen, wie betreute Wohngemeinschaften, Tageskliniken, Werkstätten geschaffen, die auch schwer gestörten Patienten ein menschenwürdiges Leben mit der Krankheit ermöglichen.
    An der Tatsache, dass diese Krankheit häufig zu lebenslanger Beeinträchtigung führt, hat sich aber leider noch nichts geändert. In der Psychiatrie unterscheidet man zwischen verschieden Arten und Verlaufsformen der Schizophrenie. Als Ursache werden genetische und lebensgeschichtliche Faktoren vermutet.
    URSACHEN
    BESCHWERDEN
    BEHANDLUNG
    LEBEN MIT DER KRANKHEIT

    Der deutsche Psychiater Emil Kraepelin beschrieb 1896 das Störungsbild der Schizophrenie, das er unter dem Begriff "Dementia praecox" zusammenfasste. Für Kraepelin handelte es sich um eine Gesamtveränderung der Persönlichkeit, in der vor allem die Willensfunktion beeinträchtigt ist und die durch eine fortschreitende Verschlechterung gekennzeichnet ist.
    Bleuler führte 1911 den Begriff Schizophrenie ein und leitete diagnostische Kriterien aus einem theoretischen Konzept über die Art des pathologischen Prozesses bei dieser Störung ab. Er unterschied zwischen primären und sekundären Störungen, wobei er die primären Störungen als eine direkte Folge eines zerebralen Prozesses (lockere Assoziationen, Bewusstseinstrübungen, Schwankungen der Stimmungslage und so weiter) ansah und die sekundären Störungen (Wahn, Ambivalenz, Autismus, Negativismus) als Ergebnis des Versuchs, sich an primäre Störungen anzupassen, wertete.
    Ursachen
    Über die Ursachen der Schizophrenie gibt es eine Reihe von Erklärungsansätzen. Heute geht man davon aus, dass eine Vielzahl von Faktoren zum Entstehen der Krankheit beiträgt. Biologische Veranlagung, soziale Umwelteinflüsse im Verlauf der Entwicklung und gewisse Stressereignisse können zu einer Verletzlichkeit führen, auf deren Grundlage die Krankheit ausbrechen kann. Soziale Theorien versuchen, die Entwicklung der schizophrenen Störung als Reaktion auf soziale Konfliktsituationen beziehungsweise abweichende Kommunikationsmuster in der Familie zu erklären. Die Ansätze von Bateson, Lidz und Wynne betonen den Einfluss von widersprüchlichen, seltsamen und ineffizienten Kommunikationsstilen bei den Eltern schizophrener Patienten, die den Kindern von früh an keine Orientierung ermöglichen.
    Freud ging von einer Konflikttheorie aus und nahm an, dass ein untragbarer Konflikt zwischen unakzeptablen Wünschen und Abwehrprozessen zu einer Abspaltung eines Teils der Bewusstseinsinhalte führt. Eine andere Komponente der psychoanalytischen Interpretation betont ein Defizit in der Ich-Repräsentation, das die besondere Qualität des schizophrenen Denkens bedingt. Organische Ursachen werden in einer Beeinträchtigung der Gehirnfunktion, in Störungen des Transmitterhaushalts im Gehirn und in der Genetik vermutet.
    Der größte Teil der schizophrenen Erkrankungen beginnt zwischen der Pubertät und dem 30. Lebensjahr, wobei dies vor allem für Männer gilt. Ein Erkrankungsbeginn im späteren Lebensalter betrifft eher Frauen, was womöglich mit einer Schutzfunktion der Östrogene zusammenhängt, deren Spiegel nach der Menopause abfällt.
    Der Beginn kann entweder akut oder schleichend, mit einer allmählichen Veränderung der Persönlichkeit, Nachlassen der Leistungsfähigkeit und einem zunehmenden Rückzug aus den Kontakten mit der Umgebung, sein.

    Beschwerden
    Die charakteristischen Symptome der Schizophrenie sind Gedankeneingebung und der Gedankenentzug, mit dem Gefühl des Gemachten und Gesteuerten, sowie Störungen der Denkabläufe. Unter dem Begriff formale Denkstörung werden Störungen des Gedankenflusses, der Verlust des Denkziels oder die Konzeptbildung zusammengefasst. Wichtiges kann von Unwichtigem nicht auseinandergehalten werden und das Denken wirkt auf den Beobachter unlogisch und zusammenhangslos. Häufig gehen diese Denkstörungen mit einer Desorganisation beziehungsweise Zerfahrenheit der Sprache, einer beträchtlichen Desorganisation im Verhalten sowie verflachten oder unangemessene Affekten einher.
    Zu den inhaltlichen Denkstörungen gehören Wahnvorstellungen. Häufige Erscheinungsformen des Wahns sind der Verfolgungswahn und der Beziehungs- oder Beeinflussungswahn, bei dem die Betroffenen in dem Glauben sind, dass Körper, Wille, Stimmung und Denken kontrolliert oder beeinflusst werden. Die Wahnbildungen können absurde Interpretation von realen Wahrnehmungen oder Erlebnissen sein oder Halluzinationen, die meist den auditiven Bereich betreffen. Bei der katatonen Form der Schizophrenie steht die Beeinträchtigung des Bewegungsimpulses beziehungsweise der Motorik im Vordergrund, wobei sich dies sowohl in extremer Getriebenheit als auch in Bewegungsstarre (bis hin zum Stupor) und in Manierismen (schlangenartige Bewegungen der Arme und des Körpers) äußern kann.
    Eine weitere Untergruppe der schizophrenen Störung ist die hebephrene Form, bei der die affektiven Veränderungen am deutlichsten sind, Wahnsymptome hingegen kaum auftreten. Bei der paranoid-halluzinatorischen Form kommt es zur Ausbildung relativ fixierter Wahnsymptome mit begleitenden Halluzinationen.
    Mögliche Folgen und Komplikationen
    Die soziale und berufliche Beeinträchtigung ist meist sehr stark ausgeprägt und bringt langfristige ungünstige Folgen mit sich, was zum Teil damit zusammenhängt, dass die Störung in einer Lebensphase auftritt, in der sich die Patienten eine selbständige Existenz aufbauen müssen.
    Behandlung
    Medikamentöse Behandlung
    Was die Therapie anbelangt, ist eine medikamentöse Behandlung unter fachärztlicher Sicht dringend anzuraten. Es kommen laufend neue und immer bessere Medikamente auf den Markt, die in der richtigen Dosierung heute schon vielen Patienten ein weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglichen. Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit Neuroleptika (Phenothiazine, Butyrophenone, Alkaloide), die nicht abhängig machen.
    Die Einnahme von Neuroleptika verringert die Erregung und mildert die psychotischen Symptome. Auch die Konzentrationsfähigkeit bessert sich.
    Neuroleptika werden auch als Prophylaxe eingesetzt, um einen Rückfall zu verhindern beziehungsweise hinauszuzögern. Es können allerdings auch Nebenwirkungen auftreten, die sich vor allem im extrapyramidalen motorischen System zeigen. So können beispielsweise Parkinson-artige Bewegungsstörungen oder Dystonien (langsame Veränderungen der muskulären Spannung, wodurch es etwa zum Schiefhalten des Kopfes kommt) auftreten. Insgesamt gesehen werden Neuroleptica allerdings meistens nicht lange genug eingenommen. Vor allem ab der zweiten Krankheitsphase, wenn sich die Krankheit stabilisiert, ist eine medikamentöse Therapie oft über Jahre hinweg erforderlich, da die Medikamente selbst keine Heilung bringen
    Ergänzende Maßnahmen
    Eine begleitende Psychotherapie ist durchaus sinnvoll. Eine Psychotherapie ohne medikamentöse Unterstützung aber birgt ein hohes Risiko für den Betroffenen und sein Umfeld in sich und sollte auf jeden Fall unterlassen werden.
    Besonders wichtig ist außerdem die Unterstützung des Kranken in seinen zwischenmenschlichen Beziehungen. Wo eine ambulante Betreuung durch Angehörige möglich ist, sollten diese in die Behandlungsvorgänge eingebunden werden. Andere sozialtherapeutische Maßnahmen umfassen die Gestaltung einer für Schizophrene günstigen Umgebung, die übersichtliche und unkomplizierte Lebensabläufe bietet, etwa therapeutische Wohngemeinschaften, Tageszentren oder kliniken, sowie wenn möglich Schritte zur Wiedereingliederung ins Arbeitsleben. Bei jeder dieser Maßnahmen sollte das Hauptaugenmerk auf Ausgewogenheit liegen, da nicht nur Isolation, sondern auch Überbesorgtheit für Menschen mit Schizophrenie ungünstig sind.
    Für Angehörige von Schizophrenen sind Selbsthilfegruppen empfehlenswert, die bei der Bewältigung der oft sehr schwierigen Situation helfen können.
    Heilungschancen
    In etwa einem Drittel der Fälle kommt es zu einem sehr ungünstigen Verlauf und zu einer schwer wiegenden chronischen Behinderung, bei einem weiteren Drittel kommt es zu wiederholten Phasen mit einer gewissen Beeinträchtigung auch zwischen den Phasen und bei dem restlichen Drittel zu einer vollständigen Remission nach einer oder einigen wenigen Krankheitsepisoden. Bei einem akuten Beginn, der durch stärker belastende Umstände als Auslöser und durch positive Symptome (Wahn, Halluzinationen) gekennzeichnet ist, ist ein günstiger Verlauf wahrscheinlicher.
    Leben mit der Krankheit
    Die Schizophrenie gehört zu den schwersten psychischen Störungen, unter der nicht nur der Betroffene selbst, sondern auch seine unmittelbare Umgebung leidet. Vor allem dann, wenn es sich bei der erkrankten Person um einen nahen Familienangehörigen handelt, besteht oft der Wunsch oder auch nur die moralische Verpflichtung, diese auch weiterhin in die Familie zu integrieren.
    Ihnen stehen finanzielle Leistungen und fachliche Unterstützung zu (Pflegeversicherung (D), Pflegeversicherung (A)). Wenn die persönlichen Voraussetzungen für die häusliche Pflege stimmen, ermöglicht die Zusammenarbeit mit einem ambulanten Pflegedienst eine optimale pflegerische Betreuung auch außerhalb der Klinik. Wer für eine gute Organisation der Pflege sorgt und sich das nötige Wissen über die Pflegepraxis aneignet, kann die Belastungen in Grenzen halten. Dazu trägt auch eine individuelle Anpassung der Wohnung bei.
    Bei bestimmten Formen der Schizophrenie, vor allem dann, wenn die medikamentöse Einstellung stimmt, wird das auch problemlos funktionieren. Sobald sich der Patient allerdings weigert, die Medikamente einzunehmen, Selbst- oder Fremdgefährdung besteht, ist eine Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung (Wohngemeinschaft, Wohnheim) unumgänglich. Vor allem dann, wenn noch kleine Kinder im gemeinsamen Haushalt leben, muss die Belastung, die sich aus einer Betreuung innerhalb der Familie ergibt, genau abgewogen werden. Manche psychotische Symptome können auf Kinder sehr furchterregend wirken. Besonders wichtig ist, dass sich die Angehörigen vom behandelnden Arzt ausführlich beraten lassen.
    Nachdem die Krankheit oft mit Passivität einher geht, ist darauf zu achten, dass Schizophrene einen geregelten Tagesablauf mit entsprechenden Beschäftigungsangeboten haben, Sport betreiben (Laufen, Gymnastik) und sich gesund und ausgewogen ernähren

    Alles Gute für Deinen Bruder und Dich

    Liebe Grüße:kiss4: :kiss3:

    Sonja
     
  6. biene_maya26

    biene_maya26 Mitglied

    Registriert seit:
    8. Dezember 2002
    Beiträge:
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    Auch ich habe einen Bruder, der vor ein paar Jahren (2002ca.) an Schizophrenie erkrankt ist. Es war die Hölle für mich... Es war so eine schlimme Zeit für mich. Hab damals auch hier rein gepostet, da mir alles zu viel geworden ist. Bei ihm wurde die Krankheit durch Drogen ausgelöst. Jetzt war er in 2 Heimen, bei dem einen ist er raus geflogen, da er wieder Drogen zu sich genommen hat und sich danach schrecklich aufgeführt hat. Danach kam er in ein anderes Heim, das gleich in der Nähe vom Elternhaus war. Auch dort ist er jetzt raus geflogen, da bei einer Harnuntersuchung Gras im Urin nachgeprüft werden konnte. Jetzt bleibt er noch bis nächste Woche auf der PSachiatrie in Klagenfurt(Kärnten) und danach? Es scheint fast so, als müssten ihn dann meine Eltern wieder aufnehmen. Meine Eltern können nicht mehr. Sie sind am Ende. Meine Mutter hat eine schwere Depression, ist deswegen auch in Frühpension. Mein Vater ist ein Wrack. Anscheinend darf er jetzt in kein Heim mehr, da er eine Bedrohung für die anderen Patienten darstellt. Es ist so schrecklich. Ich weiß nicht, wie das jetzt weiter gehen soll. Ich fühl mich so hilflos, mir tun meine Eltern so leid. Ich wohne in Wien, habe dadurch auch ein wenig mehr Abstand zu der Situation. Aber wenn ich an meine Eltern denke könnte ich weinen. Wir haben so lange gekämpft, bis wir für Martin eine Unterkunft gefunden haben und jetzt stehen wir wieder am Anfang?! Ich versteh das nicht. Da muss es doch eine passende Unterkunft geben... MAn kann ihm das doch nicht verweigern, oder? Was soll er denn zu hause? Er hat keine Aufgaben, versumpert total und meine Eltern sind so schrecklich hilflos. Dann kommt noch die Angst dazu. MArtin wollte mich schon einmal... naja.. klingt jetzt ziemlich arg... umbringen und auf meine Mutter ist er auch schon einmal extrem los gegangen. Er ist unberechenbar und das macht uns Angst. Er nimmt zwar seine Medikamente, aber (ich weiß auch nicht woher er dorgen bekommt?) sobald er was geraucht hat ist er ganz ganz anders. Es macht mir Angst. Ich habe Angst vor der Zukunft, mir tun die Eltern so leid. Was sollen wir denn tun? Auf die Straße setzen geht doch nicht.
     
  7. Indie

    Indie Guest

    Hi,

    das tut mir sehr leid - ich weiß selbst wie stark so eine Erkrankung eines Familienmitglieds die Geschicke in einer Familie auseinanderfallen lassen kann.

    Für Dich selbst und vielleicht geht Dein Bruder ja mit, hätte ich einen Spezialisten zu empfehlen der in München arbeitet. Franz Ruppert hat ebenfalls zwei sehr bewegende Bücher gerade zu diesen Themen geschrieben.
    Vielleicht kann er auch eine Empfehlung in der Nähe geben.

    Eine weitere Erweiterung war jetzt ein Buch von Dr. Edith Fiore das in einem der Bücher Rupperts im Anhang erwähnt wurde.

    Für Wien fällt mir Frau Dr. Kutschera ein, an welche ich mich persönlich wenden würde um zu fragen wer mit dieser Erkrankung arbeiten kann, ob es geht, weil meist sind die Medikamente zu Beginn neben dem Willen des Klienten unerlässlich, und lassen für eine Zeit keine Arbeit zu.

    Viele liebe Grüße, viel Kraft und Liebe
    Indie
     
  8. El-Hombre

    El-Hombre Aktives Mitglied

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    Es gibt unterschiedliche Formen der Schizophrenie. Die mir meistbekannte Form entspricht eine Bewusstseinserweiterung mit der der Betreffende nicht fertig geworden ist. Die therapeutische Arbeit besteht dann darin, wieder eine harmonische Verbindung zwischen dem zur Zeit bestehenden geistigen Zustand und dem materiellen Umfeld zu schaffen. Dies geht nach meiner Erfahrung immer nur durch geistiges miteinander arbeiten. Mit Sicherheit aber nicht durch Medikamente, welche in diesem Zusammenhang eher eine blockierende Wirkung erzeugen können. Gruß


    El-Hombre
     
  9. Indie

    Indie Guest

    Interessant, hättest Du ein Beispiel für die Bewusstseinserweiterung, oder was Du darunter verstehst ?

    Danke.

    Gruß
    Indie
     
  10. El-Hombre

    El-Hombre Aktives Mitglied

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    Wir leben in einer Zeit, in der ständig neue Talente und Fähigkeiten (neue Informationen des eigenen Geistes) in den Menschen aufbrechen! Meistens ist es nur die Angst vor dem Neuen was die Menschen dann durcheinander bringt, aber auch Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit können begleitende Symptome sein. Kommt zuviel Information auf einmal herein (möglich bei mangelndem geistigen Schutz) können geistige Schutzwände niedergerissen werden die für eine klare Abtrennung nötig waren, die dann nicht mehr gegeben ist. Das Resultat, ein entsprechendes Durcheinander im Wechsel mit kurzfristiger Klarheit. Alleine schafft es der Betreffende dann nicht mehr, aus diesem Wirbel heraus zu kommen. Gruß

    El-Hombre
     
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