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Gewaltfreie Kommunikation...Wie geht das?

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Bonobo, 3. August 2007.

  1. Bonobo

    Bonobo Neues Mitglied

    Registriert seit:
    12. April 2006
    Beiträge:
    2.194
    Ort:
    Potsdam
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    Hallo @ All :)


    Wir sind gerade in einem anderen Thread auf das Stichwort:

    GEWALTFREIE KOMMUNIKATION

    gekommen

    Wie könnte denn, eurer Meinung nach, eine solche "gewaltfreie Kommunikation" aussehen?

    Welche Erfahrungen habt ihr schon mit gewaltfreier Kommunikation gemacht?

    Was sind die Unterschiede zu "normaler" Kommunikation?


    Vielleicht könnte eine solche Diskussion ja zu einer verbesserten Gesprächskultur hier im Forum führen?

    Was meint ihr? :morgen:


    Ich bin sehr gespannt auf Eure Antworten.

    Liebe Grüße

    Bonobo
     
  2. QIA S.O.L

    QIA S.O.L Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    13. Februar 2005
    Beiträge:
    5.406
    Ort:
    Wien
    Hi....
    Ganz einfach: In dem man jede Form von Gewalt auslässt.

    So auch jede Schuldzuweisung oder Angeriffsinterpretation.

    Grüße
    Qia
     
  3. Katarina

    Katarina Guest

    Hi Bonobo,

    interessantes Thema :) ! Ich hatte selbiges vor ein paar Monaten hier mal angesprochen. Die Resonanz war eher bescheiden.

    Es gibt zur Erleichterung ein bestimmtes Schema nach dem man vorgehen kann (das Schema allein ist es aber nicht, - das möchte ich ganz deutlich sagen).
    1. reine Beobachtung eines bestimmten Verhaltens einer bestimmten Situation (aufpassen: meist beobachten und bewerten wir gleichzeitig)
    2. das dabei entstehende - ungute - Gefühl aufspüren und bennen (auch wieder aufpassen: Pseudogefühle gelten nicht, - Pseudogefühl ist z.B. "Ich fühle mich ausgenutzt", eigentlich nämlich ist es eine Bewertung, die als Gefühl verpackt wird)
    3. Das hinter dem unguten Gefühl stehende unerfüllte Bedürfnis finden und artikulieren (klingt so einfach, ist soooooo schwer).
    4. Formulierung einen konkreten, gegenwartsbezogenen und positiven Bitte (in Abgrenzung zu einer Forderung oder eines in die Zukunft gerichteten Wunsches).

    Das wäre z.B. ein Grundgerüst, mit dem man anfangen könnte zu "arbeiten". Dabei wird man dann.....

    .... vielfältige Erfahrungen machen, - sowohl mit sich selbst als auch mit anderen. Das muß man selbst ausprobieren. Manchesmal war ich hin und weg und fühlte mich mit meinem Gesprächs-und Konfliktpartner ganz toll, weil wir das so gut gemeistert hatten.
    Manchesmal war das Echo brutal, - das war dann ein Spiegel für meinen Versuch der Zwangsbeglückung im "Außen", der im "Innen" einen Zwang an mir selbst darstellte. Man kann, wenn man im Empathiemangel ist, nicht anderen Menschen Empathie geben. Wenn man also andere gewaltfrei anspricht und das Echo ist permanent gewaltvoll, dann ist das ein ganz deutlicher Hinweis auf einen Empathie-Mangel in einem selbst.

    Unterhaltung ist dann nicht mehr projektiv, sondern empathisch. Ausprobieren! Tatsächlich ist es völlig ungewohnt und etwas ganz anderes und es braucht wirklich einige Zeit bis man das auch nur in Ansätzen verinnerlicht hat. Ich selber ertappe mich immer wieder dabei, dass ich anstatt empathisch gewaltfrei zu kommunizieren eher projektiv über gewaltfreie Kommunikation doziere ;).

    Im Prinzip wahrscheinlich schon, praktisch naja. Die Menschen streiten einfach noch zu gerne und empfinden Lustgewinn an der reibenden/projektiven Kommunikation. Außerdem erfordert die gewaltfreie Kommunikation viel Mut und viel Achtsamkeit. Das ist - noch - nicht jedermanns Sache. Aber Du kannst ja mal den Vorreiter spielen :) .

    Viele Grüße

    Katarina :)
     
  4. Bonobo

    Bonobo Neues Mitglied

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    Ort:
    Potsdam
    Hi Qia :)

    Was gibt es denn für Formen von Gewalt in der Kommunikation?

    Wie kannst Du die "Schuldzuweisungen" außen vor halten, wenn es darum geht, dass jemand Verantwortung übernehmen muss?

    Was verstehst Du unter Angriffs "interpretation"?

    Liebe Grüße

    Bonobo
     
  5. Bonobo

    Bonobo Neues Mitglied

    Registriert seit:
    12. April 2006
    Beiträge:
    2.194
    Ort:
    Potsdam
    Was ist außer dem Schema noch zwingend erforderlich um erfolgreich gewaltfrei zu kommunizieren?


    Wenn ich dich richtig verstanden habe, gibt es also eine lineare Abfolge?

    1. reine Beobachtung eines bestimmten Verhaltens einer bestimmten Situation (aufpassen: meist beobachten und bewerten wir gleichzeitig)

    2. das dabei entstehende - ungute - Gefühl aufspüren und benennen (auch wieder aufpassen: Pseudogefühle gelten nicht, - Pseudogefühl ist z.B. "Ich fühle mich ausgenutzt", eigentlich nämlich ist es eine Bewertung, die als Gefühl verpackt wird)

    3. Das unerfüllte Bedürfnis finden und artikulieren (klingt so einfach, ist soooooo schwer).

    4. Formulierung einer konkreten, gegenwartsbezogenen und positiven Bitte (in Abgrenzung zu einer Forderung oder eines in die Zukunft gerichteten Wunsches).

    Das wäre z.B. ein Grundgerüst, mit dem man anfangen könnte zu "arbeiten"


    Mir fällt da spontan zu Punkt 4 die Frage ein, was denn der Unterschied zwischen einer positiven Bitte und einem in die Zukunft gerichteten Wunsch ist?

    Zu dem 1. Punkt (reine Beobachtung ohne Wertung) wäre meine Frage, ob das denn überhaupt neurologisch, biologisch möglich ist?

    Also bewerten wir nicht so oder so zwangsweise sofort, wenn wir etwas wahrnehmen?

    Zu Punkt 2 würde mich interessieren, wie ein "Pseudo" Gefühl sich von einem "wirklichen" Gefühl unterscheidet und wie man das eine von dem anderen unterscheiden kann?

    Ist nicht ein Gefühl eben ein Gefühl?

    Oder wie ist das gemeint?

    Zu Punkt 3 sagst Du ja schon selbst, dass es sehr schwer ist. ;)

    Wie kann ich also das "unerfüllte Bedürfnis" finden und warum hältst Du das für sehr schwer?

    Liebe Grüße

    Bonobo
     
  6. Katarina

    Katarina Guest

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    Es ist die innere gewaltfreie Haltung, - sich selbst und dem anderen gegenüber. Wenn Du z.B. auf diese Weise kommunizierst, um Dein Gegenüber manipulativ zu einer bestimmten Verhaltensweise/Aussage zu bringen, dann wird das Ergebnis entsprechend sein.

    Ja, zur Vereinfachung am Anfang. Das verschmilzt später zu Einem. Was ich vorhin nicht ausreichend herausgestellt habe, diese vier Schritte vollzieht man sowohl bei sich selbst als auch beim anderen, d.h. wenn mir jemand "blöde kommt", dann setze ich -wenn ich will - sozusagen meine gewaltfreien Ohren auf und höre hinter die Kulissen, was der andere beobachtet hat, welches ungute Gefühl auf welches dahinterstehende Bedürfnis schließen läßt und was er eigentlich wirklich sagen will. Ich höre auf das vordergründige Geplärre gar nicht, sondern sehe die dahinterstehende Not. Im übrigen kann gewaltfreie Kommunikation auch wortlos ablaufen.

    Beispiel: Könntest Du künftig bitte das Rauchen in der Wohnung lassen ? = ein in die Zukunft gerichteter Wunsch. Dein Gegenüber hat so keine Möglichkeit im Hier und Jetzt zu Deinem Wohlbefinden beizutragen.
    Gegenbeispiel: Könntest Du jetzt nochmals wiederholen, was ich gerade gesagt habe (Schritte 1 bis 3 z.B.)? = gegenwartsbezogene Bitte. Mal abgesehen davon, dass da Dein Gegenüber im Hier und Jetzt die Gelegenheit hat, Deinem Anliegen zu entsprechen, macht diese Bitte auch viel Sinn. Meine Erfahrung zeigt, dass in 99% der Fälle mein Gegenüber nämlich nicht meine sorgfältig formulierten Schritte gehört hat, sondern Anklagen und Vorwürfe. Wenn er mir das dann wiederholt, habe ich die Gelegenheit, mich nochmals deutlicher auszudrücken.

    Ob es neurologisch, biologisch möglich ist oder nicht, lasse ich mal dahingestellt. Auf jeden Fall ist es möglich, dass man sich bei der Bewertung einer Beobachtung selbst beobachten kann und dann kann man das sofort trennen.
    Wenn ich heute Dinge beobachte, die in mir - schon fast automatisch - eine bestimmte Reaktion ablaufen lassen (meist Wertung + emotionale Beteiligung) , dann kann ich heute sofort trennen "Aha, da ist das an sich völlig neutrale Geschehen und da ist meine subjektive Interpretation und Reaktion". Das reicht für unsere Zwecke. Es ist nicht notwendig, Bewertungen abzuwürgen. Ausreichend ist, ihnen nicht den üblichen Raum zu geben, sondern eben statt dessen auf das Gefühl zu schauen.
    Also Beispiel: statt "Du hast mich heute wieder den ganzen Abend alleine gelassen", "Du bist heute Abend um 23 Uhr nach Hause gekommen".

    Mit einem Pseudogefühl verbindet man natürlich ein bestimmtes Gefühl. Also z.B. wenn ich auf intelligente eloquente Vielredner treffe, die gern ihr Wissen an den Mann/ die Frau bringen und zwar ohne Rücksicht auf den Empfängerhorizont, dann bekomme ich die Krise und würde üblicherweise entweder auf Konfrontationskurs gehen oder sofort den Rückzug antreten. Da ich kürzlich wieder in so einer Situation war, habe ich mal für mich die ersten 3Schritte vollzogen und ich hakte total bei Schritt 2. Es fiel mir einfach kein Gefühl ein, ich konnte nur sagen "Ich fühle mich erschlagen, zugemüllt, zugetextet etc." Es hat lange gedauert bis ich auf das Naheliegende kam: Ich fühle mich da schlicht hilflos/ohnmächtig (deswegen reagiere ich nämlich üblicherweise entweder mit Rückzug oder hänge selber die Superschlaue raus - Flucht oder Machtanwendung, das sind in der Regel die Reaktionen auf erlebte Ohnmacht). Wenn ich meinem Gegenüber dann mitteilen würde, "Hey, ich fühle mich zugemüllt oder erschlagen, wenn du 30 Minuten am Stück redest", dann hört der doch nur Vorwurf heraus. Wenn Du dagegen Dein Gefühl von Hilflosigkeit benennen kannst, was ja erstmal keine Bewertung seines Verhaltens enthält, ist die Chance bedeutend größer, dass du gehört wirst mit Deinem Anliegen.

    Wer suchet, der findet! Und es ist deshalb schwer, weil wir verlernt haben, auf unsere ureigensten Bedürfnisse zu hören. Außerdem ist Bedürftigkeit in unserer Gesellschaft nichts, was wir uns gerne eingestehen und nun sollen wir es auch noch frei kommunizieren. Boah, was meinst du, wie verletzlich man sich damit macht. Dabei wollen wir uns doch immer alle schützen.

    Katarina :)
     
  7. Abraxas462

    Abraxas462 Guest


    Hm, die könnte meiner Meinung nach so aussehen, daß man im RealLife beispielsweise darauf verzichtet, seinem andersdenkenden oder andersgläubigen Gegenüber eine auf´s Maul zu hauen.


    .
     
  8. Ruhepol

    Ruhepol Sehr aktives Mitglied

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    20. März 2007
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    An der Nordsee
    Hallo @all,

    immer bei sich bleiben und in der Ich-Form kommunizieren.
    Das ist umsetzbar und schon ein erster wichtiger Schritt.

    Liebe Grüße, Ruhepol
     
  9. orion7

    orion7 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. Juli 2007
    Beiträge:
    2.110
    Ort:
    Land Brandenburg
    Hallo Bonobo,

    ich habe das Thema "Be-und Verurteilung sowie Wertungen eines Menschen..." in dieses Forum gestellt und da sind zu Deinem Thema super Aussagen getroffen worden. Vielleicht gefällt Dir ja, die eine oder andere Anregung dort.

    Liebe Grüße Orion:flower2:
     
  10. Bonobo

    Bonobo Neues Mitglied

    Registriert seit:
    12. April 2006
    Beiträge:
    2.194
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    Potsdam
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    Hallo Abraxas :)

    Okay, dass gehört sicher dazu.

    Aber gewalttätig kann man ja auch mit Worten werden, oder?

    Was verstehst Du unter verbaler Gewalt?

    Liebe Grüße

    Bonobo
     
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