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Gedichte

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von gottkennen, 10. Februar 2017.

  1. Adagio

    Adagio Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Juni 2016
    Beiträge:
    3.227
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    Verzage nicht, o Herz! Die Lust entspringt
    aus Trauer;
    Dem Sonnenaufgang geht voraus ein
    Morgenschauer.

    In diesem Schauer wird, was gestern blühte,
    sterben;
    Was heute soll erblühn, wird davon Kraft
    erwerben.

    Verzage nicht, wenn ab die welke Hoffnung
    fiel;
    Die neue schon erhebt sich jung auf frischem
    Stiel.

    Friedrich Rückert
     
  2. *Eva*

    *Eva* Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. März 2018
    Beiträge:
    26.168
    Ort:
    Niederösterreich
    Baut mich auf.
     
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  3. *Eva*

    *Eva* Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. März 2018
    Beiträge:
    26.168
    Ort:
    Niederösterreich
  4. Gertrud

    Gertrud Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    9. September 2017
    Beiträge:
    1.634
    Sei großzügig und hilfsbereit wie ein Fluss.
    Sei mitleidig und barmherzig wie die Sonne.
    Sei wie die Nacht beim Bedecken der Fehler anderer.
    Sei wie ein Toter bei Wut und Erregung.
    Sei bescheiden und schlicht wie die Erde.
    Sei wie das Meer vergebend und nachsichtig.
    Entweder zeig dich, wie du bist, oder sei so,
    wie du dich zeigst.

    Mevlana (1207-1273)
    persischer Dichter, Gelehrte und Sufi-Mystiker
     
    Lele5, Laerad, *Eva* und einer weiteren Person gefällt das.
  5. Adagio

    Adagio Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Juni 2016
    Beiträge:
    3.227
    Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden,
    in welchen meine Sinne sich vertiefen,
    in ihnen hab ich, wie in alten Briefen,
    mein täglich Leben schon gelebt gefunden
    und wie Legende weit und überwunden.

    Aus ihnen kommt mir Wissen, dass ich Raum
    zu einem zweiten zeitlos breiten Leben habe.

    Und manchmal bin ich wie der Baum,
    der, reif und rauschend,
    über einem Grabe
    den Traum erfüllt, den der vergangne Knabe
    (um den sich seine warmen Wurzeln drängen)
    verlor in Traurigkeiten und Gesängen.

    R.M.Rilke
     
  6. Suchira

    Suchira Guest

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    Johann Wolfgang von Goethe über Gott

    Wär nicht das Auge sonnenhaft,
    die Sonne könnt es nie erblicken.

    Läg nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
    wie könnt uns Göttliches entzücken?
     
  7. Tiefensucher

    Tiefensucher Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. November 2018
    Beiträge:
    2.358
    Es ist nicht das Wollen,
    nicht das Können,
    nicht die Berufung,
    die über das Werk entscheidet.

    Man kann in ein Klima,
    eine Zeit geraten,
    die kein Gedeihen mehr zulassen.

    Es geht wie mit der Vegetation,
    der Fauna – ganze Reihen sterben aus.
    Das Wort, das gestern noch Zauberkraft hatte,
    fällt heute sinnlos zu Boden.


    Hugo von Hofmannsthal (1874 - 1929)
     
    Lele5 und *Eva* gefällt das.
  8. Adagio

    Adagio Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Juni 2016
    Beiträge:
    3.227
    Ein Winterabend


    Wenn der Schnee ans Fenster fällt,
    lang die Abendglocke läutet,
    vielen ist der Tisch bereitet
    und das Haus ist wohlbestellt.

    Mancher auf der Wanderschaft
    kommt ans Tor auf dunklen Pfaden,
    golden blüht der Baum der Gnaden
    aus der Erde kühlem Saft.

    Wanderer tritt still herein;
    Schmerz versteinerte die Schwelle
    da erglänzt in reiner Helle
    auf dem Tische Brot und Wein.

    Georg Trakl
     
  9. Lele5

    Lele5 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    28. November 2010
    Beiträge:
    9.127
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    „Der Juli"

    Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur.
    Die Menschheit geht auf Reisen
    oder wandert sehr oder wandelt nur.
    Und die Bauern vermieten die Natur
    zu sehenswerten Preisen.

    Sie vermieten den Himmel, den Sand am Meer,
    die Platzmusik der Ortsfeuerwehr
    und den Blick auf die Kuh auf der Wiese.
    Limousinen rasen hin und her
    und finden und finden den Weg nicht mehr
    zum Verlorenen Paradiese.

    Im Feld wächst Brot. Und es wachsen dort
    auch die zukünftigen Brötchen und Brezeln.
    Eidechsen zucken von Ort zu Ort.
    Und die Wolken führen Regen an Bord
    und den spitzen Blitz und das Donnerwort.
    Der Mensch treibt Berg- und Wassersport
    und hält nicht viel von Rätseln.

    Er hält die Welt für ein Bilderbuch
    mit Ansichtskartenserien.
    Die Landschaft belächelt den lauten Besuch.
    Sie weiß Bescheid.
    Sie weiß, die Zeit
    überdauert sogar die Ferien.

    Sie weiß auch: Einen Steinwurf schon
    von hier beginnt das Märchen.
    Verborgen im Korn, auf zerdrücktem Mohn,
    ruht ein zerzaustes Pärchen.
    Hier steigt kein Preis, hier sinkt kein Lohn.
    Hier steigen und sinken die Lerchen.

    Das Mädchen schläft entzückten Gesichts.
    Die Bienen summen zufrieden.
    Der Jüngling heißt, immer noch, Taugenichts.
    Er tritt durch das Gitter des Schattens und Lichts
    in den Wald und zieht, durch den Schluß des Gedichts,
    wie in alten Zeiten gen Süden.

    (Erich Kästner)
     
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