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Gedichte

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von gottkennen, 10. Februar 2017.

  1. Adagio

    Adagio Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Juni 2016
    Beiträge:
    3.240
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    Nächtliche Stille!
    Heilige Fülle,
    wie von göttlichem Segen schwer,
    säuselt aus ewiger Ferne daher.

    Was da lebte,
    was aus engem Kreise
    auf ins Weitste strebte,
    sanft und leise
    sank es in sich selbst zurück,
    und quillt auf in unbewusstem Glück.


    Und von allen Sternen nieder
    strömt ein wunderbarer Segen,
    dass die müden Kräfte wieder
    sich in neuer Frische regen,
    und aus seinen Finsternissen
    tritt der Herr, so weit er kann,
    und die Fäden die zerrissen,
    knüpft er alle wieder an.

    Friedrich Hebbel
     
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  2. *Eva*

    *Eva* Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. März 2018
    Beiträge:
    26.213
    Ort:
    Niederösterreich
    Als ich noch lebte, lag mir das Gewand
    des Körpers um wie eine Last, nicht schön
    genug erschien mein Wandel, jeder Narr
    vermaß sich des Gerichts, der Schwächste noch,
    scheeläugiger Beziehungen nie gram,
    erheuchelte an meinem Tun zuletzt
    sich seine Tugend, rettete sein Nichts
    vor meinem All mit Hinweis auf mein Herz,
    das schwach war und geneigt verstehendem Gift...
    Wie zitterte, als ich noch lebte, dies
    beklommne Etwas in der Brust, von Furcht
    zu Furcht gepeitscht, und tiefer Jahr um Jahr
    in Trauer fallend, mitvererbter Schuld
    in gleichem Maß anheimgegeben wie
    gehäufter Unbill, Menschennot und Krieg,
    anheim dem Kummer um die Sprache, die
    geschlagen floh, als ich noch lebte, ganz
    geschlagen so, daß keine Zuflucht mehr
    sich bot, den Schmerz zu messen, keine Wahl
    gestattet war und in das Tier hinab,
    das röchelnde, der edle Ruf verfiel...


    Josef Weinheber
    Auch er lebte in Kirchstetten.
     
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  3. Vanadey

    Vanadey Guest

    VII.
    Hymne

    Wenige wissen
    Das Geheimnis der Liebe,
    Fühlen Unersättlichkeit
    Und ewigen Durst.
    Des Abendmahls
    Göttliche Bedeutung
    Ist den Irdischen Sinnen Rätsel;
    Aber wer jemals
    Von heißen, geliebten Lippen
    Atem des Lebens sog,
    Wem heilige Glut
    In zitternde Wellen das Herz schmolz,
    Wem das Auge aufging,
    Daß er des Himmels
    Unergründliche Tiefe maß,
    Wird essen von seinem Leibe
    Und trinken von seinem Blute
    Ewiglich.
    Wer hat des irdischen Leibes
    Hohen Sinn erraten?
    Wer kann sagen,
    Daß er das Blut versteht?
    Einst ist alles Leib,
    Ein Leib,
    In himmlischem Blute
    Schwimmt das selige Paar. –
    O! daß das Weltmeer
    Schon errötete,
    Und in duftiges Fleisch
    Aufquölle der Fels!
    Nie endet das süße Mahl,
    Nie sättigt die Liebe sich.
    Nicht innig, nicht eigen genug
    Kann sie haben den Geliebten.
    Von immer zärteren Lippen
    Verwandelt wird das Genossene
    Inniglicher und näher.
    Heißere Wollust
    Durchbebt die Seele,
    Durstiger und hungriger
    Wird das Herz:
    Und so währet der Liebe Genuß
    Von Ewigkeit zu Ewigkeit.
    Hätten die Nüchternen
    Einmal gekostet,
    Alles verließen sie,
    Und setzten sich zu uns
    An den Tisch der Sehnsucht,
    Der nie leer wird.
    Sie erkannten der Liebe
    Unendliche Fülle,
    Und priesen die Nahrung
    Von Leib und Blut.

    Geistliche Lieder Novalis 8. Kapitel
     
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  4. plotinus

    plotinus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    18. Januar 2018
    Beiträge:
    1.875
    Ja, ich weiß woher ich stamme,
    ungesättigt gleich der Flamme
    glühe und verzehr ich mich.
    Licht wird alles was ich fasse,
    Kohle alles was ich lasse,
    Flamme bin ich sicherlich.
    (F.N.)
     
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  5. Adagio

    Adagio Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Juni 2016
    Beiträge:
    3.240
    Ergebenheit

    Laß dich nur nichts nicht dauern
    Mit Trauern!
    Sei stille!
    Wie Gott es fügt,
    So sei vergnügt,
    Mein Wille!

    Was willst du heute sorgen
    Auf morgen?
    Der Eine
    Steht allem für;
    Der gibt auch dir
    Das Deine.

    Sei nur in allem Handel
    Ohn' Wandel,
    Steh feste!
    Was Gott beschleußt,
    Das ist und heißt
    Das Beste.

    Paul Fleming
     
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  6. Adagio

    Adagio Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Juni 2016
    Beiträge:
    3.240
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    Was dem Herzen sich verwehrte,
    Laß es schwinden - unbewegt!
    Allenthalben das Entbehrte
    Wird dir mystisch zugelegt -
    Liebt doch Gott die leeren Hände,
    Und der Mangel ist Gewinn.
    Immerdar enthüllt das Ende
    Sich als strahlender Beginn.

    Jeder Schmerz entläßt dich reicher,
    Preise die geweihte Not!
    Und aus nie geleertem Speicher
    Nährt dich das geheime Brot.

    Werner Bergengruen
     
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  7. *Eva*

    *Eva* Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. März 2018
    Beiträge:
    26.213
    Ort:
    Niederösterreich
    Wer nicht gelitten, hat nur halb gelebt,
    wer nicht gefehlt, hat auch nicht gestrebt,
    wer nie geweint, hat halb auch nur gelacht,
    wer nie gezweifelt, hat wohl kaum gedacht.


    J. B. Goode
     
  8. plotinus

    plotinus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    18. Januar 2018
    Beiträge:
    1.875
    Wenn alle Menschen nur dann redeten, wenn sie etwas zu sagen haben, würden sie bald den Gebrauch der Sprache verlieren.

    (Shakespiere)
     
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  9. *Eva*

    *Eva* Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. März 2018
    Beiträge:
    26.213
    Ort:
    Niederösterreich
    Selbst die Angst verdirbt.
    Nur die Trauer bleibt.
    Tiefer tief
    Jahr um Jahr.

    Einen müden Brief
    schreibt die schwarze Hand.
    Und sie schreibt:
    Unrettbar...


    J. Weinheber
     
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  10. *Eva*

    *Eva* Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. März 2018
    Beiträge:
    26.213
    Ort:
    Niederösterreich
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    Herbstbeginn
    (©Anita Menger 2009)


    Ein Wispern und Raunen
    in Büschen und Bäumen.
    Der Wind peitscht die Äste -
    jagt Wolken umher.

    Schon lassen sich ahnen
    die herbstlichen Stürme.
    Die Strahlen der Sonne
    sie wärmen kaum mehr.

    Die Äpfel sie reifen
    der Ernte entgegen.
    Nicht lange dann sind sie
    bereit zum Verzehr.

    Ein blattbunter Teppich
    liegt uns dann zu Füßen
    und Zugvögel rüsten
    zum Flug übers Meer.
     
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