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Esoterik (die 100.)

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von vulnerable, 19. November 2003.

  1. vulnerable

    vulnerable Guest

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    (Fortführung der sachlichen Diskussion)




    Wenn Du Vanillekipferln als "Vanillekipferln" haben willst, solltest Du sie in Vanillezucker wälzen.

    Wenn Du Schokosplitter drüberstreust - wäre es adäquat, sie auch anders zu nennen.
     
  2. Caitlinn

    Caitlinn Mitglied

    Registriert seit:
    23. Oktober 2002
    Beiträge:
    914
    Ort:
    Österreich
    Tun wir das denn nicht???????
     
  3. Frl.Zizipe

    Frl.Zizipe Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    2. September 2003
    Beiträge:
    39.460
    Ort:
    Wien
    Ich kenn keine Vanillekipferl mit Schokostreusel, aber ich würd sie halt Schoko-Vanillekipferl nennen.
    Hmm - jedenfalls, den Kipferln ist das vermutlich völlig egal.
    Und wenn sie schmecken ist es mir auch wurscht wie die Dinger heissen :D :D :D

    Love
    Mandy
     
  4. Namo

    Namo Guest

    Jo.

    Esoterik - Der Mensch - Der Bedeutende Mensch

    "Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenns ihm gut geht, und eine, wenns ihm schlecht geht Die Letztere heißt Religion. Der Mensch ist ein Wirbeltier und hat eine unsterbliche Seele, sowie auch ein Vaterland, damit er nicht zu übermütig wird. Der Mensch wird auf natürlichem Wege hergestellt, doch empfindet er dies als unnatürlich und spricht nicht gern davon. Er wird gemacht, hingegen nicht gefragt, ob er auch gemacht werden wolle. Der Mensch ist ein nützliches Lebewesen, weil er dazu dient, durch den Soldatentod Petroleumaktien in die Höhe zu treiben, durch den Bergmannstod den Profit der Grubenherren zu erhöhen, sowie auch Kultur, Kunst und Wissenschaft Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem, zu essen und zu trinken, zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören. Man könnte den Menschen gradezu als ein Wesen definieren, das nie zuhört. Wenn er weise ist, tut er damit recht: denn Gescheites bekommt er nur selten zu hören. Sehr gern hören Menschen: Versprechungen, Schmeicheleien, Anerkennungen und Komplimente. Bei Schmeicheleien empfiehlt es sich immer drei Nummern gröber zu verfahren, als man es gerade noch für möglich hält. Der Mensch gönnt seiner Gattung nichts, daher hat er die Gesetze erfunden. Er darf nicht, also sollen die andern auch nicht Um sich auf einen Menschen zu verlassen, tut man gut, sich auf jhn zu setzen; man ist dann wenigstens für diese Zeit sicher, daß er nicht davonläuft. Manche verlassen sich auch auf den Charakter. Der Mensch zerfällt in zwei Teile: In einen männlichen, der nicht denken will, und in einen weiblichen, der nicht denken kann. Beide haben sogenannte Gefühle; man ruft diese am sichersten dadurch hervor, daß man gewisse Nervenpunkte des Organismus in Funktion setzt. In diesen Fällen sondern manche Menschen Lyrik ab. Der Mensch ist ein pflanzen- und fleischfressendes Wesen; auf Nordpolfahrten frißt er hier und da auch Exemplare seiner eigenen Gattung; doch wird das durch den Faschismus wieder ausgeglichen. Der Mensch ist ein politisches Geschöpf, das am liebsten zu Klumpen geballt sein Leben verbringt. Jeder Klumpen haßt die andern Klumpen, weil sie die andern sind, und haßt die eignen, weil sie die eignen sind. Den letzteren Haß nennt man Patriotismus. Jeder Mensch hat eine Leber, eine Milz, eine Lunge und eine Fahne; sämtliche vier Organe sind lebenswichtig. Es soll Menschen ohne Leber, ohne Milz und mit halber Lunge geben; Menschen ohne Fahne gibt es nicht. Schwache Fortpflanzungstätigkeit facht der Mensch gern an, und dazu hat er mancherlei Mittel: den Stierkampf, das Verbrechen, den Sport und die Gerichtspflege. Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden. Doch hat noch niemand sich selber beherrscht; weil der opponierende Sklave immer mächtiger ist als der regierungssüchtige Herr. Jeder Mensch ist sich selber unterlegen. Wenn der Mensch fühlt, daß er nicht mehr hinten hoch kann, wird er fromm und weise; er verzichtet dann auf die sauren Trauben der Welt. Dieses nennt man innere Einkehr in die Esoterik. Die verschiedenen Altersstufen des Menschen halten einander für verschiedene Rassen: Alte haben gewöhnlich vergessen, daß sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, daß sie alt sind, und Junge begreifen nie, daß sie alt werden können. Der Mensch möchte nicht gern sterben, weil er nicht weiß, was dann kommt (Hi Thomas :) ). Bildet er sich ein, es zu wissen, dann möchte er es auch nicht gern, weil er das Alte noch ein wenig mitmachen will. Ein wenig heißt hier: ewig. Im übrigen ist der Mensch ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen läßt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot. Neben den Menschen gibt es noch Sachsen und Amerikaner, aber die haben wir noch nicht gehabt und bekommen Zoologie erst in der nächsten Klasse."
    (Kurt Tucholsky 1931)


    (geb. 9.1.1890 um 18h45 LMT = 17h52 GMT in Berlin-Moabit. (Pss. Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel) Deutscher Jurist, Journalist, Bankkaufmann, Moralist, Zeitkritischer Pazifist {Weimarer Repoblik}, Anti-Nationalist, Anti-Spießbürger, Feuilletonist, Erzähler, Chanson-Texter, Lyriker, Interlektueller, 1933 deutsche Ausbürgerung (Bücherverbrennung). Suizid 21.12.1935 bei Göteborg.)
     
  5. vulnerable

    vulnerable Guest

    Das war Exoterik - beinahe taxativ vollständig
    und nun?
     
  6. Namo

    Namo Guest

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    Esoterik ist das Erkennen von Wahrheit (auch in einer Satire). Exoterik ist das Beanspruchen von Wahrheit.
    (Namo)

    Namo
     
  7. vulnerable

    vulnerable Guest

    Erkennen von Wahrheit würde bedeuten, dass die Wahrheit im Außen er-kannt wird. Der Esoteriker beansprucht die Wahrheit in jeder Sekunde ohne sein Zutun
    und Mittel-los.
     
  8. Namo

    Namo Guest

    Das ist ein Anspruch aber keine Erkenntnis.
    Das ist ein Anspruch aber keine Erkenntnis.
     
  9. vulnerable

    vulnerable Guest

    Nein, Namo.
     
  10. Namo

    Namo Guest

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    Nein ist ein Anspruch.
     
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