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Die Anatomie unserer Demokratie (D u. Ö)

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von Amant, 12. August 2016.

  1. Amant

    Amant Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    14. Februar 2012
    Beiträge:
    4.089
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    Hi in die Runde!

    Wie fühlt Ihr Euch mit unserem/n System/en, dem Kapitalismus und dem überbordenden Wachstumsbestreben, ohne dem ja das komplette System zusammen brechen würde? Zumindest, wenn man den Wirtschaftsexperten und den Politikern Glauben schenken mag, können wir nur im andauernden Wachstum bestehen. Jeder Stillstand führte unweigerlich zur existenziellen Krise ganzer Staaten und/oder Kontinente.

    Wer regiert Europa? Haben wir als Bürger und Wähler noch Einfluss oder werden wir regiert von den Kassenprüfern der Banken und aus dem Vorraum der Parlamente, der Lobby?

    Freue mich auf eine spannende Diskussion und in der Folge vielleicht Anregungen für Handlungen, Gemeinsamkeiten, raus aus dem lähmenden Alltagsbewußtsein, rein in die Aktivität, sofern wir dazu kommen werden.
     
  2. KingOfLions

    KingOfLions Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. März 2012
    Beiträge:
    4.600
    Ort:
    Wien
    Also zum ersten Absatz fühle ich mich absolut unwohl. Das Wachstumsbestreben liegt im Interesse der Banken (Thema Wertstegerung der Aktien), aber nicht im Interesse des Menschen.
    Ein ungezügeltes Wachstum kann es nicht geben, da irgendwann auch die Menge der Konsumenten begrenzt ist. Wobei es weltweit natürlich an sich noch genügend Konsumenten geben würde, die allerdings dummerweise kein gesteigertes Interesse an der westlichen Konsumgesellschaft zeigen oder gesellschaftlich nicht so weit und wirtschaftlich potent sind um den Konsumwahn mitzumachen.

    Zum zweiten Absatz: Staatem werden von Lobbys regiert. Einzelne Fälle, wie z.B. Irland die konsequent gegen die Bankenlobby vorgegangen sind, sind leider nur rühmliche Ausnahmen und dadurch international erpressbar.
    Innerhalb der EU haben wir eindeutig eine technokratisch-lobbyistisch-undemokratische Regierung, die sich weitgehend auch (zumindest von der Intention her) auch gerade in D und A durch die Regierung durchzieht.
    In Europa haben wir noch zusätzlich das Problem, dass die USA über Deutschland einerseits einen Stützpunkt unterhält (mit allen weltpolitischen Nachteilen), andererseits aber auch darüber zusätzlichen Einfluss in der EU ausübt - und das nicht im Interesse der Europäer.

    Mit den Aktivitäten ist es so ein Problem. Dazu werde ich vielleicht auch noch einen anderen Thread machen (zumindest nehme ich es mir schon 2 Wochen lang vor). Letzendlich können wir nicht viel mehr machen als Wählen. Das was das Volk einmal machen muss, ist seine eigene Kraft wieder zu erkennen (bzw. erstmalig in der uns bekannten Geschichte der letzten 4000+ Jahre) zu erkennen und die Regierung zu positiven Entscheidungen für das Volk zu zwingen. In Österreich hat die Drohung mit der FPÖ beim Flüchtlingsthema ja recht gut funktioniert ....
    Natürlich wäre es sinnvoll, das System von Grund auf zu reformieren. Aber nachdem da nicht einmal die französische Revolution langfristig geschafft hat, sehe ich da mittlerweile die Chancen eher als gering an. Macht scheint immer zu korrumpieren - egal wer sie hat.
     
    Appendix gefällt das.
  3. Fragewurm

    Fragewurm Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    28. Januar 2011
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    siehe Thema - Gebote der politischen Vernunft!
     
  4. Amant

    Amant Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    14. Februar 2012
    Beiträge:
    4.089
    Klingt interessant, werde ich sicher auch mal reinschauen. Bleibt aber unbenommen von diesem Faden hier.

    Der einzige Hinderungsgrund zu schreiben ist zur Zeit die Überbelastung des Hotspots, in den ich mich einwähle. :) ...... Stunden später .....
     
  5. Xonolil

    Xonolil Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. März 2009
    Beiträge:
    675
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    Wien
    Ich finde, es ist doch schon mal ein Vorteil, dass Maturanten (- egal aus welchem Landkreis oder Bezirk sie kommen) schon mal ein Studium beginnen müssen, um mitreden zu können.
    Wenn man dann soweit ist, dass man Akademiker ist, wird man die herrschende Ordnung auch verstehen können - egal ob man ÖVP oder SPÖ nahe ist.

    Ein Problem sind halt die Jugendlichen idealisierten Grünen, die glauben das ganze Leben kann sich in Wohlgefallen auflösen. Das ist halt nicht so.
    Und ein anderes Problem stellen die FPÖ-Wähler dar, die glauben, dass sie nichts unreines berühren dürfte, damit sie authentisch bleiben könnten.
     
  6. Amant

    Amant Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    14. Februar 2012
    Beiträge:
    4.089
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    Hi KingOfLions,

    ich gehe jetzt nicht detailliert auf jeden Satz ein, nur auszugsweise. Habe auch keine Ahnung, ob ich den Beitrag hier grad absenden kann.

    Das Wachstumsbestreben ist eine Grundlage, eine Wurzel des Systems Kapitalismus, nicht nur der Banken, sondern sämtlicher Globalplayer, sich bis in die tiefsten Tiefen der Gesellschaft eingrabend. Das ungezügelte Wachstum wird irgendwann zu Erliegen kommen, kollabieren, das ist wohl so. Wenngleich man schon sagen kann, dass die Konsumspirale das Alltagsbewußtsein vieler sehr wohl mächtig beeinflusst. Aber es geht ja nicht nur um Konsum, sondern um angekurbelte Produktivität in jeder Form.

    Wenn nicht, droht der Verlust von Arbeitsplätzen, damit können die Player und Politics ja wirklich schlicht alles erklären und gleichfalls rechtfertigen.

    Jetzt zum Lobbyismus und daher auch zur Frage nach der Demokratie. Formal alles tacco, die Rahmenbedingungen für eine demokratische Wahl werden eingehalten. Wir wählen, werden vielleicht sogar in Scheindiskussionen hier und da zu Wort kommen, aber wo und mit wem wird die Politik wirklich gemacht? Genau, im Vorzimmer des Parlaments, der Lobby, heißt wirklich so. Das führt soweit, dass komplette Gesetzesentwürfe, Novellen den Weg ins Parlament finden und über die dort entschieden wird, manchmal werden diese Ausfertigungen (RA-Kanzleien der Auftraggeber sind u.a. die Verfasser) sogar Wort für Wort übernommen und abgesegnet.

    Zum aktuellen kapitalistischen System und Deinem Hinweis auf die Franz. Revolution. Natürlich hat sie eine Änderung der Verhältnisse herbei geführt, wir befinden uns in einem anderen System heute. Dialektische Prozesse - und in solchen bewegen wir uns dauerhaft - benötigen zwei Antagonisten, d.h. sie bekämpfen und bedingen sich gleichzeitig. Was für die Bourgeosie als Gegenpol die Arbeiterklasse, das Proletariat war, das sind heute die zwei Fronten

    Kapital - lohnabhängig Beschäftigte.

    Kapital ist nicht zu verwechseln mit Geld. Was wir mE benötigen, um bewusster zu sein und möglicherweise überhaupt aktiv werden zu können, ist zunächst mal ein ausgeprägtes Klassenbewußtsein. Frag´ mal die verschiedenen Menschen / Schichten, wozu sie sich zugehörig fühlen. Die wenigsten werden sich zum Proletariat gehörend fühlen, aber die meisten gehören dazu = lohnabhängig Beschäftigte. Die Herrschaftsverhältnisse sind klar abgesteckt.

    Und noch mal zu obigem: Die Kriterien für eine Postdemokratie werden ganz sicher erfüllt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. August 2016
  7. Fragewurm

    Fragewurm Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    28. Januar 2011
    Beiträge:
    304
    muß man dazu Akademiker sein???

    verstehen schon, aber Verständnis für deren oft sehr bedenkliches politisches Handeln - NEIN!

    aufklärende Literatur "Schlechte Karten für die Zukunft"
     
  8. Nephren-Ka

    Nephren-Ka Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. August 2015
    Beiträge:
    1.489
    Das herrschende System hat den Vorteil, dass es die Welt tatsächlich zum Besseren ändert, wenn auch sehr zäh. Wohlstand und Lebenserwartung steigen, Hunger und Elend nehmen ab - auch in der Dritten Welt. Am schlechtesten geht es den Menschen dort, wo Anarchie herrscht oder radikale Sozialisten das Sagen haben. Bessere Alternativen gibt es nach wie vor nicht. Alle Alternativen, die sich derzeit anbieten, hatten bereits die Chance, sich zu beweisen, und sie häuften nur Leichenberge auf, egal wie salbungsvoll und demokratisch sie sich vor ihrer jeweiligen Machtübernahme gaben. Daher wäre es vielleicht ganz geschickt, eine bessere Alternative zu entwickeln, statt die Parolen verbrecherischer Heilslehren der Vergangenheit aufzugreifen und sich beim Grölen voll gerecht und progressiv zu fühlen.

    Allerdings ist die BRD kein durch und durch kapitalistischer Staat. Unternehmerische Freiheit gibt es hier nur bedingt, Forschung und Industrie werden zum Wohle staatlicher Leitideologien zunehmend verteufelt, und das einzige, was unsere Öffentlichkeit noch zu begeistern vermag, sind Verbote, Kontrollen, Erziehungsmaßnahmen und die Kriminalisierung von Reichtum und wirtschaftlichem Erfolg.

    Wie ich mich damit fühle? Geht so. Ich würde gerne in einem Staat leben, der sich nicht anmaßt, sich zum Erzieher seiner Bürger aufzuschwingen, sondern sich darauf beschränkt, zu tun, wozu er m.E. da ist: die innere Sicherheit aufrechterhalten, die Einhaltung unserer Bürgerrechte und eine menschenwürdige Grundversorgung garantieren. Aber man kann nicht alles haben.

    Die Lobbys regieren gemeinsam mit einer gesichtslosen Machtelite - keine bestimmte Personengruppe, sondern ihrerseits Marionetten des verselbstständigten Systems. Politiker sind dafür da, uns das, was ohnehin getan wird, als alternativlos zu verkaufen, und ab und zu großfressig ein paar Entscheidungen von relativ geringer Tragweite zu treffen, damit der Eindruck entsteht, Wahlen hätten eine Bedeutung. Gut, im Rahmen des Erlaubten gibt es schon ein bisschen Spielraum, aber von Freiheit kann keine Rede sein. Egal, wer gewählt wird: Er wird sich entweder unterordnen oder niedergekämpft werden. Im Zweifelsfall steht eine breite Front aus Lobbyisten, Politikern und Journalisten bereit, um sich unliebsamer Emporkömmlinge anzunehmen - natürlich aus freier Entscheidung, denn jeder vernünftige Mensch weiß, dass es nur eine, unmöglich aus hehren Motiven zu bezweifelnde Wahrheit gibt und wie sie lautet.

    Ein wichtiger erster Schritt wäre, tatsächlich aus der Reihe zu treten, anstatt die Seite zu wechseln. Die Gegner des Systems sind unfreiwillige Agenten des Systems. Sie zementieren dessen Macht, indem sie an ihm und allem, was sie ihm zuschreiben, immer wieder blind, gedankenlos und mit großen Trara ihre und ihrer Anhänger Schädel einrennen. Sie kennen konkret nur Hass und Zerstörung und schieben alles Gute, das sie versprechen, in eine paradiesische Zukunft, die sie auf den Gebeinen aller Menschen errichten wollen, die sie als böse einstufen.

    Steht man außerhalb, kann man nüchtern betrachten, was es an Gutem und Schlechtem hervorgebracht hat, und eine bessere Alternative entwickeln.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. August 2016
    kulli gefällt das.
  9. Fragewurm

    Fragewurm Aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    304
    Steht man außerhalb, kann man nüchtern betrachten, was es an Gutem und Schlechtem hervorgebracht hat, und eine bessere Alternative entwickeln.

    das ist real: Steht man außerhalb, kann man nüchtern betrachten, was es an Gutem und Schlechtem hervorgebracht hat

    das ist irreal: und eine bessere Alternative entwickeln.

    denn um in das politische System zu kommen, muß man eine Partei gründen, die mitregiert - was keinesfalls einfach ist!
     
  10. Xonolil

    Xonolil Aktives Mitglied

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    Schonmal daran gedacht, dass man selbst die Schuld dafür trägt, dass man nicht zur Welt passt?
    Sondern möglicherweise zur Welt nach dem Tod?

    Um zur Welt im Tod zu passen muss man halt diverse Nachteile in diesem Leben in Kauf nehmen.
    Manchmal ist es unerträglich. Meist löst sich dieses aber wieder.
     
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