1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  2. Willkommen im grössten und ältesten Esoterik-Forum!
    Hier findest Du alles zu Astrologie, Lenormand und Tarot, Karten legen, Feng-Shui, Traumdeutung, Religion und Spiritualität, Engel, Familien-Aufstellung, Gesundheit, Reiki
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

  3. Esoterikforum Adventkalender 2016
    Wir wünschen Dir einen friedlichen Advent.

Die 7 Trugschlüsse

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von cultbuster, 13. Mai 2008.

  1. cultbuster

    cultbuster Neues Mitglied

    Registriert seit:
    11. Februar 2008
    Beiträge:
    5.503
    Ort:
    Villingen
    Werbung:
    Den nachfolgenden Artikel sehe ich als eine Anwendungsempfehlung auf
    fast jedes Gebiet der menschlichen Erfahrungsammlung z.B.
    auf Gebieten wie Politik Religion Esoterik uvam. und nicht nur auf UFO Forschung
    wo ich ihn gefunden habe.







    Auszug aus
    Vallee, Jacques
    Enthuellungen
    Knaur, München, Januar 1997; ISBN 3-426-77196-9; (org.: 1991)
    S. 83-90

    Sieben Trugschluesse


    Die Geheimdienste vergessen gern, dass die Daten, die sie als geheim
    einstufen oder zensieren, zuvor als bewusster Gedanke im Kopf eines
    Menschen existiert haben muessen. Dies gilt ganz besonders fuer UFO-
    Daten. Jeder, der unabhaengig denken kann, ist in der Lage, ihnen
    nachzuspueren, sie zu recherchieren und zu verifizieren. Das
    Schluesselwort ist hier jedoch das Wort _unabhaengig_: Wirklich
    unabhaengige Ermittlungen erfordern die achtsame Beruecksichtigung und
    Vermeidung einiger toedlicher Fallgruben, in die man waehrend der
    Bewertung tappen kann. Ich will diesen Abschnitt des Buches deshalb mit
    einer Definition der sieben gefaehrlichsten Trugschluesse beenden, die
    allzuleicht unser Denken auf die falsche Bahn lenken.


    Erster Trugschluss: Die Uebertragung des Unglaublichen


    Jeder kann diesen Fehler begehen. Es funktioniert so: Irgend jemand
    stellt eine ausgesprochen verrueckte Behauptung auf, die wir als (A)
    bezeichnen wollen. (A) koennte zum Beispiel lauten: 'Ich stehe mit einer
    ausserirdischen Zivilisation in Kontakt.' Aufgefordert, diese
    Behauptung zu beweisen, greift der Betreffende zu einer zweiten,
    ebenfalls sehr seltsamen Behauptung, die wir (B) nennen wollen. Er
    koennte beispielsweise sagen: 'Sie haben mir die Macht gegeben, mit
    meinen Gedanken Loeffel zu verbiegen.'


    Natuerlich wird man die zweite Behauptung hinterfragen wollen und in
    etwa antworten: 'Ach, wirklich? Nun, dann beweisen Sie es.'


    Der Betreffende macht sich daran, Ihren Loeffel von einem nuetz-
    lichen Gebrauchsgegenstand in einen armseligen, nutzlosen und
    unkenntlichen Haufen verdrehten Metalls zu verwandeln, und Sie halten
    staunend den Atem an. Von diesem Augenblick an werden Sie
    wahrscheinlich all Ihren Freunden erzaehlen, dass der Betreffende
    tatsaechlich mit einer ausserirdischen Zivilisation in Kontakt steht.


    Ein wirklich unabhaengiger Denker jedoch wuerde die Fallgrube bemerken.
    Der Betreffende hat nur Behauptung (B) bewiesen: Er kann Loeffel
    verbiegen. Wir koennen nun darueber streiten, ob diese Faehigkeit auf
    paranormalen Kraeften beruht, die latent in jedem Menschen schlummern,
    oder ob es nur ein Trick war. Auf keinen Fall aber ist Behauptung (A) -
    der Kontakt mit einer ausserirdischen Zivilisation - bewiesen.


    Das menschliche Bewusstsein, das so gern vorschnelle Schlussfolgerungen
    zieht, hat eine 'Uebertragung' vorgenommen (B ist wahr und wurde im
    Kontext von A erwaehnt, deshalb muss auch A wahr sein), die durch nichts
    gerechtfertigt ist.


    Zweiter Trugschluss: Der Einrast-Effekt


    Dieser Trugschluss wurde von einem Skeptiker entdeckt, der bemerkte,
    dass die meisten Amateure des Paranormalen nie wieder zur Grundlage des
    normalen Glaubens zurueckkehren, nachdem sie einmal von einer gewissen
    verrueckten Tatsache ueberzeugt wurden, selbst wenn sich diese Tatsache
    spaeter als unzutreffend erwies.


    Ein gutes Beispiel fuer diese Fallgrube koennen wir den heutigen Legenden
    ueber lebendige humanoide Wesen entnehmen, die sich angeblich in der
    Obhut der Luftwaffe befinden. Mehrere unabhaengige Forscher sind
    ueberzeugt, dass diese Wesen in einem unterirdischen Stuetzpunkt unter der
    Area 51 leben. Ich brauchte Monate, um den Mann aufzuspueren, der die
    Quelle dieser Geruechte war. Als ich ihn interviewte, stellte sich
    heraus, dass er selbst nie eins dieser Wesen gesehen hatte. Doch die
    Leute, die
    seiner Geschichte geglaubt hatten, konnten diese Geschichte einfach
    nicht vergessen. Vielmehr begannen sie, nach neuen Bestaetigungen zu
    suchen, nach einem Hinweis von irgendeiner Quelle, dass in einer
    unterirdischen Anlage tatsaechlich solche Wesen lebten. Ihr Glaube war
    ihnen zu wichtig geworden, um einfach hinterfragt zu werden, selbst
    dann noch, als sie wussten, dass die Grundlage nicht mehr stimmte. Ihre
    Annahmen ueber die Welt waren auf einer bestimmten Stufe 'eingerastet'
    und konnten sich nicht wieder loesen, ganz egal, wie die Beweise
    aussahen.


    Diesem Trugschluss erliegen nicht nur Ufologen. Wenn Sie jemand dazu
    bringen, nur _einmal_ ein Lotterielos zu kaufen in der Hoffnung, eine
    Million Dollar zu gewinnen, dann wird er wahrscheinlich sein Leben lang
    Lose kaufen und sein Geld verlieren.
    Es waere nach dem ersten Mal zu schmerzhaft, den schoenen Gedanken
    loszulassen, dass man naechste Woche eben doch eine Million gewinnen
    koennte, und dies gilt ganz besonders, wenn die Verluste (die inzwischen
    als Investition gesehen werden) immer groesser werden.


    Dritter Trugschluss: Serien erfundener Daten


    Dieser Trugschluss beruht auf Emotionen und ist deshalb noch
    schrecklicher als die ersten beiden. Er fuehrt dazu, dass die meisten
    UFO-Forscher, sobald sie einmal auf einen bestimmten Glauben
    hereingefallen sind, auch dann noch von weiteren 'Enthuellungen'
    fasziniert sind, wenn sie genau wissen, dass diese falsch sind. Es
    funktioniert so:


    Ein Fremder ruft Sie an und offenbart Ihnen atemlos eine
    aussergewoehnliche, _vertrauliche_ Tatsache. Beispielsweise erklaert er,
    naechste Woche werde an einer bestimmten Stelle in New Mexico eine
    fliegende Untertasse landen. Wenn Sie ihre Forschungen ernst nehmen,
    fliegen Sie nach New Mexico, um dem grossen Ereignis beizuwohnen.


    Doch die Untertasse kommt nicht.


    Das waere eigentlich die Gelegenheit, dem Fremden zu sagen, dass er ein
    armer Irrer ist, der besser nie wieder anruft. Doch wenn Sie in die
    dritte Fallgrube tappen, dann werden Sie genau das nicht tun, denn der
    Fremde ist jetzt eine wichtige Quelle fuer Abenteuer und vertrauliche
    Informationen, und _Sie haben Angst, auf diese Daten uerzichten zu
    muessen_, wenn Sie ihn beleidigen. Viele Ufologen beziehen aus
    derartigen Quellen eine eigenartige Selbstzufriedenheit und ein Gefuehl
    der Macht, auch wenn die Enthuellungen regelmaessig Luftschloesser sind. Es
    spielt ueberhaupt keine Rolle, wie oft sich der 'geheimnisvolle Fremde'
    irrt, solange er oder sie nur immer wieder gute Geschichten liefert,
    die Ihren Erwartungen entsprechen.


    Vierter Trugschluss: Die Lockungen des Physischen


    Als ich die Daten fuer dieses Buch zusammenstellte, bemerkte ich eine
    neue Tatsache, die ich so erstaunlich fand wie das UFO-Phaenomen selbst.
    Immer wieder beobachtete ich, dass erfahrene Forscher und Menschen, die
    seit vielen Jahren das Paranormale und aehnliche Effekte untersuchten,
    in kurzer Zeit ganz aus dem Haeuschen waren, wenn sie Bandaufnahmen von
    Interviews mit Leuten wie Falcon oder Condor hoerten. Einmal in San
    Francisco, ein ganzer Vortragssaal war mit der Creme de la creme der
    kalifornischen parapsychologischen Forschung gefuellt, fuehrte der
    Philosoph Arthur Young, der Erfinder des Rotors fuer die Bell-
    Hubschrauber, Bandaufnahmen mit Enthuellungen ueber die angeblich auf
    geheimen Stuetzpunkten festgehaltenen Aliens vor. Viele gingen mit der
    Ueberzeugung, dass sie endlich einen Beweis gefunden hatten. Einer der
    Forscher sagte zu mir: 'Schliesslich und endlich haben wir jetzt etwas
    in der Hand!'


    Natuerlich hatte er ueberhaupt nichts in der Hand. Alles, was er hatte,
    war ein Videoband mit freundlich dreinblickenden Fremden, die wilde
    Behauptungen aufstellten. Wie konnten Wissenschaftler, die einen grossen
    Teil ihres Lebens mit dem Entwerfen
    und Kritisieren komplizierter parapsychologischer Experimente verbracht
    hatten, auf einmal eine Geschichte ueber greifbare materielle Beweise
    glauben, ueber gekaperte Untertassen in Hangars der Luftwaffe, ohne auf
    die Idee zu kommen, die offensichtlichen Diskrepanzen dieser
    Behauptungen eingehend zu hinterfragen?


    Die Antwort liegt wahrscheinlich in unserer staendigen Frustration
    angesichts eines Phaenomens, das uns um den Verstand bringt, weil es
    stets ausser Reichweite bleibt. Es verspricht uns physische Beweise,
    einen Beweis, den wir alle sehen und anfassen koennen, _wenn wir nur die
    Erlaubnis bekaemen, das Traumland zu betreten..._


    Die Ironie, wenn ein Raum voller parapsychologischer Groessen auf eine
    Geschichte von gekaperten Untertassen hereinfaellt, weil 'wir endlich
    etwas Greifbares, etwas Physisches' in der Hand haben, ist kaum zu
    ueberbieten.


    Fuenfter Trugschluss: Der Kokosnuss-Irrtum


    Dieser verbreitete Trugschluss wurde bereits unter der Ueberschrift 'Wer
    darf die Kokosnuss halten' behandelt. Solange Sie nichts als zusehen
    duerfen, statt die Kokosnuss selbst zu halten, koennen Sie nicht mit
    Sicherheit sagen, was mit der Kokosnuss passiert.


    Wenn der Praesident der Vereinigten Staaten morgen ankuendigte, dass
    Ausserirdische gelandet und in einem geheimen Stuetzpunkt in New Mexico
    einquartiert worden seien, wie sollten die Wissenschaftler
    herausfinden, ob die Behauptung wahr ist oder nicht?
    Wo sind die Grenzen der Faelschung? Wie viele scheinbare Wunder im
    Grenzbereich der Forschung wurden von Wissenschaftlern, die ihren
    Kollegen um eine Nasenlaenge voraus sind, gefaelscht?


    Sechster Trugschluss: Das Verschmelzen der Geheimnisse


    Wenn zwei eigenartige Ereignisse (A) und (B) in engem zeitlichem und
    raeumlichem Zusammenhang geschehen, dann wird das menschliche Bewusstsein
    sie automatisch zu einem einzigen Geheimnis verschmelzen. Doch stellt
    sich dies oft als Fehler heraus. Die Tatsache, dass vernuenftige Buerger
    ueber dem Groom Lake eigenartige Objekte fliegen gesehen haben (Ereignis
    A) bestaetigt noch lange nicht Lears Behauptung, es gebe auf dem
    Luftwaffenstuetzpunkt Nellis Hangars mit fliegenden Scheiben (Ereignis
    B). Und selbst wenn diese fliegenden Scheiben existieren, wo ist der
    Beweis dafuer, dass sie irgend etwas mit dem UFO-Geheimnis zu tun haben?


    Ein aehnlicher Mangel in den veroeffentlichten Aussagen zu Roswell laesst
    mich zoegern, den Fall als echten UFO-Absturz einzustufen, obwohl dort
    hervorragende Feldarbeit geleistet wurde. Wir haben Beweise dafuer, dass
    auf einer Ranch etwas abgestuerzt ist (Ereignis A), und dass die
    Luftwaffe mit Hilfe laecherlicher Erklaerungen, die den Tatsachen
    widersprachen, versuchte, die Sache zu vertuschen. Doch die Truemmer
    liessen nicht erkennen, dass der Gegenstand scheibenfoermig gewesen war,
    und auch Leichen wurden nicht gesehen.


    Fast eine Woche spaeter wurden von anderen Zeugen mehrere Kilometer
    entfernt an einer anderen Stelle angeblich eine zweite Scheibe und
    Koerper gefunden (Ereignis B). Wo ist nun die logische Verbindung
    zwischen diesen Ereignissen? Und warum verbinden Ufologen automatisch
    diese beiden voellig verschiedenen Episoden miteinander und geben ihnen
    den gemeinsamen Titel 'Der Roswell-Vorfall'?


    Das beim Absturz selbst gefundene Material ist zwar faszinierend, aber
    es geht nicht unbedingt ueber die menschliche Technologie der spaeten
    vierziger Jahre hinaus. Aluminiumsaran, auch Silbersaran genannt,
    konnte bereits 1948 in Labors hergestellt werden. Das Material war
    papierduenn, liess sich mit Hammerschlaegen
    nicht einbeulen und war, nachdem man es zusammengeknuellt und
    auseinandergezogen hatte, wieder voellig glatt.


    Siebter Trugschluss: Die Vergroesserung des Geheimnisses


    Die Anhaenger der Theorie der Ausserirdischen tauchen oft im Fernsehen
    und in Vortraegen auf und winken mit zensierten Dokumenten der Regierung
    als Beweis dafuer, dass sie recht haben. Dem Publikum gefallen diese
    Auftritte, und so geniessen diese Menschen grosses Ansehen und gewinnen
    betraechtlichen Einfluss, indem sie behaupten, die schrecklichen
    Geheimdienste der Regierung versuchten, die Tatsachen zu verschleiern.


    In Wirklichkeit kann diese Art von Zensur auf einer ganzen Reihe eher
    trivialer Gruende beruhen. Die Bandbreite reicht vom offensichtlichen
    Beduerfnis, neue technologische Entwicklungen geheimzuhalten bis zu
    schlichter buerokratischer Dummheit. Wenn eine solche Zensur dann
    aufgehoben wird, stellt sich oft heraus, dass es sich um rein technische
    Texte handelte. Die Glaeubigen hatten einfach die Natur und die
    Bedeutung des Geheimnisses ueberschaetzt.


    Allein schon die Tatsache, dass das amerikanische Militaer eigene geheime
    Nachforschungen anstellt, gewisse Zeugen befragt und insgeheim
    Laboranalysen durchfuehrt, _demonstriert, wie wenig und nicht wieviel es
    weiss_. Dies ist einer jener offensichtlichen Widersprueche, die von
    vielen Glaeubigen ignoriert werden. Ohne die geringste Rechtfertigung
    nehmen sie an, die Regierung wisse alles. Muesste man denn noch geheime
    Experimente durchfuehren, zivile Forschungsgruppen ueberwachen und gar
    auf verschlungenen Wegen die Ermittlungen gewisser Ufologen
    finanzieren, wenn die Luftwaffe bereits fliegende Untertassen in
    Hangars geparkt und kleine Ausserirdische den Skalpellen ihrer Chirurgen
    zugefuehrt hat?


    Die Fakten legen eine ganz andere Schlussfolgerung nahe: Die Erwartung,
    technisch fortgeschrittene Besucher aus dem Welt-
    raum begruessen zu koennen, wird von verschiedenen Gruppen aus ganz
    eigenen Motiven genaehrt und ausgebeutet.
     
  2. Arphen

    Arphen Mitglied

    Registriert seit:
    11. April 2008
    Beiträge:
    65
    Ort:
    Amstetten
    Sehr gute, wertvolle Info. Vielen Dank =)
     
  3. DNEB

    DNEB Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. August 2004
    Beiträge:
    1.850
    Ort:
    Ja
    Auch von mir ein dankeschön :kiss3:
     
  4. Joey

    Joey Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    18. Mai 2005
    Beiträge:
    18.909
    Ort:
    Hamburg
    Danke für den Text. Es ist wirklich sehr wichtig, sich diese Trugschluss-Mechanismen immer wieder bewusst zu machen... und noch ein paar mehr.

    Eine kleine Formsache: Vielleicht hättest Du es als Zitat bringen sollen... sprich mal einen Moderator drauf an, das zu ändern.

    Tja...
    Der Theologe sagt: "Im Kühlschrank ist Bier."
    Der Wissenschaftler schaut nach und sagt: "Ich konnte kein Bier im Kühlschrank finden."
    Der Ufologe sagt auch nach dem Nachschauen: "Im Kühlschrank ist Bier."

    :D

    Oft wird dieser Trugschluss auch mit dem Satz: "Nur, weil es nicht bewiesen wurde, heißt es noch lange nicht, dass es das nicht gibt." untermauert. Dieser Satz ist zwar soweit richtig, mit dem heimlichen Anhängsel "... also gibt es das!!!", der meistens zwischen den Zeilen zu lesen ist, wird es allerdings wieder falsch.

    Naja, man will ja offen gegenüber allem sein. Und wie leicht fällt der Vorwurf: "Sie wolles es ja nicht überprüfen..." oder "sie glauben auch nur das, was sie glauben wollen." Das will man als Forscher nicht auf sich sitzen lassen... und so fährt man jedem Hinweis nach, auch wenn die Quelle noch so erwiesenermaßen unseriös ist.

    Finde ich auch immer wieder erstaunlich, wie bereitwillig Leute Interviews und Berichte von Interviews als Beweis ansehen...

    Ja, diesen Trugschluss findet man wirklich überall. Auch in der Medizin... da wird ein Heilverfahren angewendet, und der Patient wird gesund. Diese beiden Ereignisse müssen rein gar nichts miteinander zu tun haben. Dennoch wird der Patient und der Heiler begeistert von diesem Verfahren berichten. Die Fälle, bei denen das Verfahren angewendet wird, und der entsprechende Patient hat keinerlei Vorteile davon, werden verschwiegen, schön geredet (z.B. mit "Patient hat nicht richtig mitgemacht") oder sogar geistig vollkommen ausgeblendet.

    Bloße "Erfahrungen" sind als Qualitätskriterium eines Heilverfahrens deswegen in meinen AUgen sehr ungenügend.

    Sehr schön illustriert findet man diesen Trugschluss auch in der scherzweise aufgestellten Behauptung, dass die globale Erwärmung mit der Zahl der aktiven Seepiraten kausal korreliert wäre... wenn man sich die mittlere Temperatur eines Jahres mit der Zahl der aktiven Piraten zu der Zeit anschaut, ist eine klare Korrelation erkennbar.

    Einen schönen ähnlichen Trugschluss findet man in folgender (nicht wahren) Geschichte: Ein Biologa hate 100 Flöhe dressiert, dass sie auf Komando springen. Er testet es jetzt mit allen Flöhen durch. Er nimmt den ersten Floh und befiehlt: "Spring!" Und der Floh gehorcht und springt hoch. Das wiederholt der Wissenschaftler mit all seinen 100 Flöhen, und jeder Floh gehorcht sichtbar. Nun nimmt er wieder den ersten Floh, reißt ihm die Beine aus , legt ihn vor sich auf den Tisch und befiehlt wieder: "Spring!" ... nichts geschieht. Das wiederholt er jetzt wieder mit allen Flöhen: Er reißt ihnen die Beine aus, setzt sie auf den Tisch und befiehlt ihnen zu springen. Kein Floh gehorcht. Glücklich schreibt der Biologe in sein Laborbuch: "Flöhe werden Taub, wenn man ihnen die Beine ausreißt."

    Ja, das ist auch immer wieder niedlich zu beobachten... und dann kommen so "provokante" Fragen wie: "Was wollen sie verbergen?" etc., wobei die eigen angestellten Spekulationen immer mehr als Tatsachen hingestellt werden...

    Viele Grüße
    Joey
     
  5. DNEB

    DNEB Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. August 2004
    Beiträge:
    1.850
    Ort:
    Ja
    :lachen: :lachen: :lachen:
     
  6. cultbuster

    cultbuster Neues Mitglied

    Registriert seit:
    11. Februar 2008
    Beiträge:
    5.503
    Ort:
    Villingen
    Werbung:
    Gibt es eigentlich noch Flohzirkusse ?
    Da muß ich gleichmal drüber surfen.
     
  7. Joey

    Joey Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    18. Mai 2005
    Beiträge:
    18.909
    Ort:
    Hamburg
    Ich möchte noch drei Trugschlüsse, oder Trugargumente hinzufügen, die ich ab und zu in vielen Gelegenheiten (nicht nur im Zusammenhang mit Esoterik) beobachte:

    • Wahrheit durch Mitleid:
      Oft wird eine Umstrittene These gerade deswegen reizvoll, weil sie umstritten ist. Man neigt dann dazu, die Menschen, die sie aufgestellt haben, und die daraufhin verlacht oder herabgewürdigt werden, zu bedauern. Diese Situation vergleicht man dann mit den Fällen von großen Menschen, die Recht hatten, und denen es auch so ging (Einsteins Relativitätstheorie war z.B. lange Zeit umstritten). So bekommt die These eine "moralische Wahrheit", die mit der These aber letztendlich nichts mehr zu tun hat. Dass die meisten Menschen verspottet werden, weil sie wirklich Unrecht haben, will man dann nicht wahr haben. (Ich will jetzt das übermäßige "verspotten" nicht verteidigen; das ist u.U. wirklich ungerechtfertigt und "nicht nett"; aber eine falsche These bleibt eine falsche These).
    • Wahrheit durch Autoritäten:
      Hiebei wird eine Autorität herangezogen, die dieses und jenes auch behauptet hat... eine Art Vaterfigut. Aber auch Genies können irren. Und niemand kann von sich behaupten, einen wirklich objektiven und rationalen Blick auf die Weilt zu haben.
    • Überbewertung der Möglichkeiten:
      "Nur, weil die These nicht bewiesen ist, heißt es noch lange nicht, dass sie nicht wahr ist." Soweit ist das absolut richtig. Aber oft genug steht zwischen den Zeilen dieses Satzes ein "... also ist die These wahr." Und das macht den Satz falsch.

    Viele Grüße
    Joey
     
  8. Dadalin

    Dadalin Guest

    Nehmen wir einmal an, es gibt (A) die Schule und (B) der Lehrer.

    Die Schule gibt dem Lernenden Lehrstoff vor und behauptet beispielsweise
    1+1=2;
    Nun kommt der Lehrer, der einem Elternteil gleich bereits selbst als Beweis antritt,
    weil er die Ergebnisse bereits kennt.
    Er wird A verifizieren, weil er wiederum von A selbst gelernt hat.
    Somit hat er die Informationen von A gemeistert und ist ein lebender Beweis.

    Die Lernenden sind sofort überzeugt und begeistert von der großartigen Weisheit B's.

    Aber liebe Lernenden, das ist ein Trugschluss,
    denn jedes Kind weiß bereits 1+1=1.

    So lernen wir von unterschiedlichen B's!

    Willkommen in unserer Gesellschaft.
     
  9. Dadalin

    Dadalin Guest

    Werbung:
    Angenommen wir haben Institutionen, genannt A.
    Und wir haben Medien, genannt B.

    A gibt eine Pressemitteilung heraus und behauptet beispielsweise,
    es ist die Vogelgrippe ausgebrochen.

    B als Medium greift diese Informationen auf und gibt einem Lehrer gleich,
    diese Informationen an die Lernenden.

    Soll ich weitererzählen? :weihna1
     

Diese Seite empfehlen