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Condemn
Guest
Oh... ich lese lange Texte nicht gerne, aber schreiben schonLieber Condemn,
wiedermal kann ich alles unterschreiben (wird schon fast langweilig, gell?), auch wenn ich persönlich dasselbe wahrscheinlich in deutlich weniger Worten gesagt hätte
. Da bemerke ich übrigens bei mir eine zunehmende "Entidentifizierung"; ich habe nämlich üblicherweise ein Greuel vor langen Texten mit verschachtelten Sätzen. Jetzt habe ich aber ganz munter vor mich hin gelesen
.
Aber ernsthaft, für mich ist schreiben dann etwas wo ich mir selbst über manches klar werde, oder klarer. Manchmal ist es sogar wie "channeln"
Ich unterscheide zwischen Informationen und Wissen. Damit meine ich, ich kann z.B. Informationen über Quantenphysik haben, oder die DNA von irgendwelchen Aliens, aber ich verstehe nichts davon. Das ist kein Wissen. Ich kann aber, um bei diesem Thema zu bleiben, Informationen über Psychologie und das Zusammenspiel von Bedeutung und Identifikation bekommen, kann das mit Erfahrung abgleichen und dass kann dann zu Wissen werden. Wissen ist im Prinzip sogar mehr Gefühl als gedanklich-gespeichert. Die gedankliche Umsetzung, oder das Weitergeben ist wieder auf Basis von Informationen. Ein gutes Beispiel ist, wenn man z.B. eine Person beschreiben soll die man sehr gut kennt. Du hast ein Gefühl zu dieser Person, man kann sagen Du "weißt" (kennst) diese Person. Verbalisierst oder schreibst Du es auf, werden es Informationen, die natürlich für jemanden der diese Person ebenfalls kennt und dann vielleicht sagt "jaaaa... stimmt, genau so ist er!" ebenfalls sofort Wissen sind. Nur: Die Information die Du weitergibst kommt für Dein Gegenüber von außen, das Wissen wird eher von innen "aktiviert" oder befreit oder wie auch immer man es nennen will. Das Wissen, alles Wissen, ist im Bewusstsein angelegt und man richtet dann seinen Blick darauf, oder befreit es von Blockaden usw. wenn gewisse Anreize dafür kommen. Lernen z.B. ist kein Aneignen von Wissen. Entweder man paukt sich Informationen ein, die einen nur kurzfristig mal über eine Klausur bringen, oder aber das Lernen bringt einen dazu, inneres Wissen zu aktivieren.Ich halte Wissen da auch für unverzichtbar, aber mit Wissen alleine geht gar nichts. Deswegen bringe ich immer das Fühlen mit hinein und dies ist irrational, funktioniert nach anderen Gesetzmäßigkeiten als das Wissen. Man kann die Fühlmechanismen zwar mit dem Verstand ansehen und verstehen, aber das Fühlen selbst funktioniert so nicht. Und für mich gehört zu voller Bewußtheit und Erleuchtung eine vollständige umfassende Erhellung im Geiste wie im Körper, im Verstand wie im Fühlen, - perfekte Symbiose von Männlein und Weiblein halt.
Aber von außen kommt wirkliches Wissen nie und um auf das zurückzukommen was Du meintest... Es hat durchaus mit Fühlen zu tun. Übrigens ist Intuition mehr Wissen als Informationen wie ich sie hier definierte. Frauen sagen ja ganz gerne mal: "Da höre ich auf mein Gefühl." und dass ist wirklich Wissen. Es kann schiefgehen, wenn Zweifel hineinfunken und das geschieht natürlich oft. Aber obwohl es als nicht rational gilt, auf so einer Basis Entscheidungen zu treffen, kann es deutlich mehr Basis haben und Zweckmäßiger sein, wenn man darum weiß auch rationaler, als das Abwägen von Informationen. Das machen Börsenmakler auch die ganze Zeit und verlieren trotzdem
Ja, sehe ich genauso.Und um nochmals den Brückenschlag zum Ausgangsthema zu machen, die Fähigkeit , in seinen schmerzhaften Empfindungen Trost anzunehmen, ist für mich der äußere Ausdruck der vollständigen Annahme seiner selbst im Fühlen. Da muß man sozusagen wieder ganz Kind werden können, um endlich erwachsen zu sein. Und das gilt mE für Männer wie Frauen gleichermaßen. Allerdings reift man wohl in diese Fähigkeit hinein und kann sie nicht erzwingen. Wohlgemerkt, ich spreche von echter tröstender Präsenz und vollständiger Öffnung zweier Herzen. Ich spreche nicht von dem, was die meisen Menschen Trost nennen, mich aber nie getröstet hat, so dass ich mich dem wohlweislich auch nie ausgesetzt habe.
VG,
C.