Ein Arbeitnehmer, der im Monat 2 000 Brutto verdient, erhält im Jahr ein Brutto-Gehalt von 24 000. Damit fällt er nicht mehr in den Bereich der Steuervergünstigung meines Systems, da er damit über 20 000 im Jahr verdient. Es wären also exakt 20% Steuern von seinem Einkommen zu erheben. Das Resultat wäre, dass sein Netto-Jahresgehalt bei der Anwendung meines Steuerrechts 19 200 betrüge, gemäß dem derzeitigen Steuersystem jedoch lediglich 15 600. Dies ergibt eine Differenz von 3 600, was konkret bedeutet, dass dieser Arbeitnehmer unter der Anwendung meines steuerlichen Systems im Monat genau 300 mehr zur Verfügung hätte. Möchtest Du seinen finanziellen Gewinn wirklich negieren oder bagatellisieren? Ich denke, einem Menschen, der ein nach meiner Auffassung eher geringes monatliches Einkommen von 2 000 Brutto hat, könnte von monatlichen 300 zusätzlich sehr profitieren.
Ohne es genau zu kennen, glaube ich dir gerne, dass dein Modell gerechter ist, als das heutige. Versuch ruhig, es einzubringen...
Wieso ohne Leistung? Die meisten Manager und Direktoren haben jahrelang universitär studiert und sich weiter- und fortgebildet, um anschließend mühevoll etwas Selbstständiges aufzubauen, wofür sie dann eine massive Verantwortung tragen. Das halte ich für nicht gerechtfertigte Unterstellungen Deinerseits.
Die meisten Akademiker haben das. Und nun? Sie rackern auch pausenlos und verdienen gerade soviel, dass es einigermaßen reicht. Eine Ausnahme bilden hier hauptsächlich die
angestellten der Finanzbranche, die durch Tricksereien mit Geld überhäuft werden, je skrupelloser, desto mehr. Auch manchen Chefarzt zähle ich längst zu dieser Kategorie, weil ihre Pupillen das -Zeichen tragen. Solche Leute rieche ich gegen den Wind. Auch ich habe mir eine Selbständigkeit aufgebaut, bis ich erkennen musste, dass ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln keine Chance hatte. Unternehmern, die ihre Firma durch eigene Leistung aufgebaut haben, gönne ich jeden Gewinn. Mein Zorn trifft nur die Schmarotzer, die bereits mit der Absicht angetreten sind, sich über andere zu erheben, aus diese herabschauen und mit ihren Statussymbolen protzen, während sie selbst keine Verantwortung tragen.
Wegen der Gleichheit vor dem Gesetz und der strukturellen Einfachheit halber wird ab einem Jahreseinkommen von 20 000 nach dem gleichen Steuersatz besteuert, das ist korrekt. Du darfst aber nicht vernachlässigen, dass der ProzentWERT der Abgaben allerdings ein gänzlich anderer ist. Mathematisch gesehen, ist eine steuerliche Entrichtung von 20% von 10 000 gleichwertig mit einer Versteuerung von 20% von 100 000, weil der Grundwert ein anderer ist, nach welchem sich folgerichtig der Prozentwert richtet. Das Ergebnis ist natürlich nicht identisch, dennoch sind beide Rechnungen letztlich gleichWERTIG.
Das gleichwertig zu sehen, ist in höchstem Maße asozial. 20000 Jahreseinkommen reicht in etwa zur durchschnittlichen Lebensführung, sollte also steuerfrei bleiben. Dann kommt ein Bereich, der in der Tat von der individuellen Leistung abhängt, der moderat staigend besteuert werden sollte. Dann aber, ab einem Einkommen von mehr als ca, 10000/ Monat hat es nichts mehr mit eigener Leistung zu tun, sondern mit schierem Besitz, der Ausbeutung von Manpower anderer und einiger anderer Effekte. Hier sollte der Steuersatz deutlich ansteigen. Dass das schwer durchzusetzen ist, versteht sich von selbst.
Das verstehe ich nun nicht. Ein Verdiener, der ein Brutto-Jahresgehalt von mehr als 20 000 hat, bekommt von jedem Euro 80%, also ganz trivial 80 Cent. Das gilt ab diesem Einkommen für alle Menschen gleichermaßen.
Wie bitte? Betrachten muss man hier das Brutto/Netto-Verhältnis, also einschließlich aller Sozialabgaben. Außerdem sprach ich von relativen Änderungen: In diesem "normalen" Bereich, muss der AG ca. 2,20 zusätzlich hinlegen, damit ein Euro mehr beim AN ankommt. Oder anders ausgedrückt: Von jeder Lohnerhöhung profitiert hauptsächlich Staat, nämlich ca. 53%. Wir arbeiten inzwischen statistisch von Neujahr bis weit in den Juli hinein für den Staat. Und der ist trotzdem pleite.
Wenn die CDU-FDP-Koalition endlich dieses neuartige Steuersystem einführen würde, bräuchten die Politiker keine Kredite aufzunehmen, um z. B. die im Wahlprogramm versprochenen Steuersenkungen zu realisieren. Denn durch das neue Steuerrecht erhöhen sich letztlich die staatlichen Steuereinnahmen automatisch und der Staat käme sogar in die Lage, sich langfristig der Staatsschuld zu entledigen, OHNE die Steuern für den Einzelnen zu erhöhen!
Schön gedacht, aber es hat keine Chance (wie alle anderen Ideen auch), kommt außerdem zu spät. Der Crash ist nicht mehr zu verhindern.
Nein, das ist für mich keine logische Kombination. Sicherlich gilt das Prinzip der Selbstverantwortung, denn wenn sich ein Erwachsener nicht um sich selbst sorgt, wer tut es denn dann? Höchstens Menschen, die von Deiner persönlichen Unsicherheit und Deiner mangelnden Übernahme von Verantwortung zu Deinem Schaden profitieren wollen!
Das Prinzip der Selbstverantwortung kann nur greifen, wenn die Rahmenbedingungen dies hergeben. Aber das tun sie nicht! Wir sind als Einzelne derart entmündigt und von Vorschriften eingeschränkt, dass dies allenfalls noch für das Privatleben gilt. Im wirtschaftlichen Bereich sind alle Claims abgesteckt, selbst der Meresboden und die Mondoberfläche sind bereits verhökert (auch wenn dies offiziell gar nicht möglich ist). Der Knochen ist längst abgenagt.
Der gesunde Egoismus ist keinesfalls zu verwerfen, sondern dringend notwendig. Nach meiner Überzeugung entspringt der dem uns allen innewohnenden Trieb nach Leben, nach Selbstfürsorge, nach Fortpflanzung und Selbsterhaltung. Jeder menschliche Seele möchte schlussendlich reifen, gedeihen, sich entfalten und einfach nur leben! Dafür bedarf es aber der eigenen Initiative, welche diese Lebensräume erschließt und gestaltet. Übernimm Verantwortung für Dich und DEIN Leben! Sorge für Dich!
Nein, Alice! Irrtum! So geht es nicht. Langer Lebensweg hat mich gelehrt, dass wir uns als einen untrennbaren Teil des Ganzen verstehen sollten. Mir liegt primär das Wohlergehen meiner Mitgeschöpfe am Herzen. Dadurch sorgen sie auch aus völlig freien Stücken für mich. Ich habe mich anvertraut, will eigentlich nichts mehr erreichen und bekomme dadurch alles! Natürlich müssen wir zunächst die Verantwortung für uns selbst übernehmen. Aber das ist ein Thema für sich, ein schwieriges dazu.
Dies ist keine Aufforderung zum Nihilismus, denn der rational denkende Mensch erkennt, dass die Menschheit nur in einer stabilen Kultur mit sozialer Struktur überdauern kann. Menschen brauchen einander, um ein Gegenüber zu haben, um zu überleben, um erfüllt zu sein. Menschen sind soziale Wesen, keine Einzelgänger. Aus dieser Erkenntnis resultiert demnach eine intakte Moral, die eine weitgehende Absicherung dieses sozialen Systems gewährleistet!
Richtig. Nur: Was ist intakte Moral? Die Standard-Botschaft lautet: Nimm dir, was du kriegen kannst, zeige es und sei stolz auf dich! Das ist aber genau das Gegenteil.
Zumindest sollte man Gewerkschaften dringend steuerpflichtig machen. Für den Staat wäre dies eine zusätzliche steuerliche Einnahmequelle von 2,5 Milliarden Euro pro Jahr, die letztendlich den normalen Steuerzahler mitentlastet. Gewerkschaften tragen übrigens in hohem Maße zur grassierenden Arbeitslosigkeit bei!
Ach du meine Güte, bist du neoliberal programmiert.....
lg esoterix