Erleuchtung
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Erleuchtung (ahd.: arliuhtan Lehnübersetzung zu lat.: illuminare → erhellen, erleuchten) bezeichnet nach der am weitesten verbreiteten Auffassung eine religiös-spirituelle Erfahrung, bei der das Alltagsbewusstsein eines Menschen überschritten wird und eine besondere dauerhafte Einsicht in eine, wie auch immer geartete, gesamtheitliche Wirklichkeit erlangt wird.
In den Konzepten, die mit Erleuchtung übersetzt werden und in der Frage, wie die jeweilige Erleuchtung erlangt werden kann, gibt es allerdings in den Überlieferungen der verschiedenen Kulturen, ihrer philosophischen oder religiösen Weltanschauungen erhebliche Unterschiede. Erleuchtung wird beispielsweise als spontan eingetretener Durchbruch bzw. als aus eigener Kraft erlangtes Endergebnis eines Prozesses geistiger Übung und Entwicklung, oder aber als Vereinigung mit einem universalen Bewusstsein oder als eine durch göttliche Gnade erlangte Heiligmäßigkeit verstanden. Ob dieses universale Bewusstsein als konkretes göttliches Wesen gedacht wird wie das Daimonion im antiken Griechenland oder als Wirken einer universal für alle psychischen Phänomene gültigen Energie, hängt also von der jeweiligen Kultur ab. Unter dem emotional erlebbaren Vorgang einer Erleuchtung ist nicht unbedingt eine religiöse, wohl aber eine die Persönlichkeit grundsätzlich verändernde Erfahrung zu verstehen.
In der europäischen Religionsphilosophie wird der Sachverhalt Erleuchtung zu den mystischen Erfahrungen gezählt. Im Kontext asiatischer Religionen bezeichnet Erleuchtung das höchste Ziel der spirituellen Wege, das sich sprunghaft deutlich von einfacheren mystischen Erfahrungen unterscheidet.