Pelisa schrieb:
Auch auf die Gefahr hin, dass ich hier die Diskussion unnötig anheize: ja bitte, weitere Begründungen zu deinem Standpunkt.
Hallo Pelisa,
Ich glaube nicht, das dieser Beitrag "anheizen" wird, ich denke er ist nüchtern sachlich.
Ich wiederhol erst mal das, worum es mir geht.
LeBaron schrieb:
Schau, die Natur besteht aus dynamischen, miteinander
verketteten Prozessen, die letztlich zu einer evolutionären
Entwicklung des gesamten Universums führen.
Die Prozesse lassen sich durch mathematische Gleichungen
modellieren. Einen einzelnen Prozessschritt als Ursache
und einen anderen als Wirkung zu bezeichnen, dafür
gibt es aus wissenschaftlicher Sicht keine Veranlassung.
Ich finde es nach wie vor anmassend, ein Weltbild aufzubauen, gültig für das gesamte Universum, basierend auf Formeln, die man modellieren kann. Und das, obwohl die Unzulänglichkeit der Modellierungen hinreichend bekannt sind.
Die Welt ist nicht digital, sie ist analog, um es mal plump auszudrücken.
Sie besteht nicht aus Nullen und Einsen, mit denen man rumrechnen kann.
Ein Computermodell funktioniert itterativ, d.h. die ganze wissenschaftliche Formelsammlung wird einmal durchgerechnet und daraus ein Abbild erzeugt. Dann wird nach Vorgabe einer Regel des Modellierers ein bestimmter Wert hoch oder runter gesetzt und die ganze Sammlung neu durchgerechnet und daraus wieder ein Abbild erzeugt. Usw. usw.
Vorher muss das Modell noch geeicht werden, d.h. es wird an der Natur überprüft, ob das Ergebnis mit ihr übereinstimmt. Wenn nicht, was der Regelfall ist, dann wird solange an den Formeln verändert, bis es passt.
Das bedeutet, es werden eigentlich nicht die Formeln, die man sich zur Erklärung der Natur zurechtgelegt hat, verwendet, sondern eine willkürlich veränderte Form.
Dies ist z.B. auch eine Bedeutung des Wortes anmassend. Die Modellierer massen ihr Programm an die Natur an (wertfrei).
Bis zu einem gewissen Grade funktioniert die Geschichte ganz gut, aber letztenendes bleibt es dabei, dass das Modell stottert, will sagen, es springt von einem Schritt zum nächsten Schritt und dazwischen ist nichts.
Das ist nicht die Natur.
Besonders Klimamodelle sind extrem parameter-empfindlich mal abgesehen davon, das es unzählige Faktoren gibt, die in der Natur einen Einfluss auf das haben, was man modellieren will. Selbst ein sogenannter Supercomputer kann das alles nicht in seinen Berechnungen heranziehen. Und es ist immer noch der menschliche Wissenschaftler, der die Vorgaben für das Modell macht, also nicht vor Fehlern gefeit.
Wenn in China ein Sack Reis umfällt kann es in Kalifornien einen Tornado auslösen ;-))))
Man könnte so eine Vorgehensweise auch mit einem digitalen Bild vergleichen. Es ist und bleibt ein Raster von Pixeln. In niedriger Auflösung sieht man die Pixel deutlich, je hochauflösender das Bild ist, desto naturgetreuer wirkt es bis man irgendwann keinen Unterschied mehr wahrnehmen kann. Das ist aber wie beim Kleinbildfilm eine Täuschung der Augen, in Wirklichkeit bleibt das Bild ein Raster von Punkten.
Das ist nicht die Natur.
Das Wort anmassen hat natürlich auch eine Bedeutung in Richtung Arroganz - und folgendes ist meine ganz persönliche Meinung - jemand, der glaubt das ganze Universum mit Formeln und Modellen erklären zu können, das ganze dann noch Evolution nennt und ferner keine andere Meinung als die seinige zulässt, zeigt eine arrogante Haltung. Das ist z.B. die oben zitierte Haltung von LeBaron, aber auch der meisten methodologischen Naturalisten.
Und die Freiheit, das zu sagen, die nehm ich mir.
Ich habe übrigens festgestellt, dass die meisten Wissenschaftler, die sich mit Modellrechnung beschäftigen
NICHT methodische Naturalisten sind. Und das sind einige.
Grüße
A