Was Rassismus ist.
Benachteiligungen können gerecht und ungerecht sein. Als gerecht wird eine Benachteiligung empfunden, bei der die Begründung sozial akzeptiert wird. Dabei befolgt das Denkthema „Begründung“ die kausalen Mechanismen unter der Obhut der Vernunft.
Die Benachteiligung eines Menschen aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer „Menschenrasse“ soll durch Vorschriften verhindert werden, die diejenigen Gründe der Benachteiligung, welche nicht konkret in der Person des Benachteiligten zu finden sind, als ungültig erklären.
Eine nicht gerechtfertigte Benachteiligung wird somit zum Unrecht.
Dieses Konzept stellt den jeweiligen Menschen selbst in den Fokus der Aufmerksamkeit des Entscheidungsträgers, entgegen der angeborenen Neigung, Vorgänge und Erlebnisse zu kategorisieren, dh in Schubladen abzulegen und dann hervorzuziehen, wenn eine ähnliche Situation wieder auftritt. Der Vorgang soll evolutionär dem so Antizipierenden ein Fenster in die Zukunft öffnen, indem er das abgespeicherte Verhalten dem neuen Ereignis zuschreibt, und damit wahrscheinlich einen Vorteil auf seiner Seite haben wird. Er lernt, zu wissen.
Die Thematisierung von Rassismus will verhindern, dass einerseits Eigenschaften des Gegenübers überhaupt mit der Kategorie Rasse verknüpft werden, andererseits, dass Erfahrungswerte aus der Kategorie Rasse auf konkrete Menschen angewendet werden.
Erstrebenswert scheint folglich die Eliminierung der „Gedächtnisstütze“ Rasse.
Aus historischer, biologischer und gesellschaftlicher Sicht lassen sich dagegen keine substantiellen Einwände konstruieren. Man kann das Gebot sogar als technische Denkkorrektur verstehen, als eine Neueinteilung eines Ursache-Wirkung –Schemas im Lichte des wissenschaftlichen Fortschritts, das überholte Annahmen zugunsten besserer Erkentnisse in die Ecke stellt.
Die Motivation der political correctness – Bewegung
Man will durch den Sprachgebrauch eine besonderes Sensibilisierung zugunsten von Minderheiten erreichen. Zugrunde liegt bei Vielen wohl der Wunsch, das gesellschaftliche Zusammenleben fortwährend positiv zu beeinflussen.
Die gegenwärtigen Strukturen scheinen ein ungerechtfertigtes Täterschutzsystem verankert zu haben, das man mit folgendem Kniff herauslösen will:
Dem Konzept der Definitionsmacht.
Es bedeutet, dass man dem negativ Beeinträchtigten die Macht überträgt zu definieren, was sexuelle Gewalt ist, oder was Rassismus bedeutet. So macht man eine Beeinträchtigung nicht mehr an objektiven Kriterien fest, sondern verlagert die Identifizierung auf das subjektive Erleben. Schnell wird klar, was das wirklich bedeutet. Wer früher schreit, ist Opfer. Das Opfer bestimmt seinen Status selbst, es krönt sich aus eigener Macht – und wird auch zum Täter.
Eine Weiterentwicklung davon ist das Konzept der critical whiteness, das unter anderem von Lucia verlinkt wurde.
Dort will man Menschen Diskriminierung erfahrbar machen, indem man sie mit dem Vorwurf, diskriminierend zu sein, konfrontiert, und ihnen durch diese Behandlung gleichzeitig die Wirkung von Diskriminierung aufzeigt.
Das soll eine Katharsis begünstigen.
Es wird suggeriert, der weiße Mann könne Dank seiner Stellung Andersfarbige nur diskriminieren, da seine Überlegenheit in allen Bereichen faktisch omnipräsent sein. Dies könne man brechen, wenn man den Andersfarbigen die Macht gibt, selbst zu entscheiden, ob sie diskriminiert werden.
Dass diese Denkweise sich an die Kategorie „Rasse“ klammert, wird dabei völlig übersehen.
Worin liegen das Problem einer solchen Methodik?
Anderssein wird mit Hierarchie gleichgesetzt.
Dem fatale Rückschluss nach bedienen sich solche Ansichten dem gleichen Denktypus, der in allen diktatorischen Systemen auftritt, nicht aber in demokratischen.
Das sollte eigentlich zum Brechreiz verhelfen, und erklären, warum ich so Schreiberlinge nicht abkann, die blöderweise das Gute wollen, aber zu „intelligent“ für die Umsetzung sind.
Mein Rat: Belästigt nicht Menschen mit Scheiße, wenn ihr zu "intelligent" seid, die Konsequenzen vorher zu überschlagen.
Anmerkung. Natürlich ist "Intelligenz" nicht selbstverschuldet, eine seelische Störung kann ebenso verantwortlich sein. Tipp: Neurotizismus.