Wenn Du das schaffst, ist das prima. Die Realität sieht leider oft anders aus. Lehrer fördern unbewusst eher Kinder der Oberschicht. Ich merke das auch an mir selbst: Ich hatte mal einen schwarzen Kollegen; ich habe meistens mit ihm Englisch gesprochen, obwohl er auch fließend Deutsch spricht (neben 6 weiteren Sprachen) und ich das auch wusste. Aus irgendwelchen Gründen hatte ich da unbewusst und subtil aber sehr festgemeißelt das Vorurteil in meinem Kopf "Scharz => Spricht kein Deutsch".
Ich hatte bisher noch nie ein Problem mit Ausländern, egal welcher Hautfarbe.
Und was Du schilderst, da brauchst Du Dich nicht unkorrekt vorkommen, da entschuldigt man sich und gut ist s.
Geh mal in eine Schwarzen-Bar in Amerika, da wirst Du dann auch angestarrt.
Das ist völlig natürlich.
Es passiert dann auch schnell, dass Leuten dadurch ein wirklicher Nachteil entsteht.
Kann passieren, klar, wer ist schon perfekt.
Das sich jemand verletzt fühlt, kann ich gut nachvollziehen. Der ehemalige Kollege, von dem ich weiter oben sprach, ist in Südafrika aufgewachsen und hat die Appartheit teilweise miterlebt - Supermärkte mit getrennten Eingängen für Schwarze und Weiße, und ähnliches waren da an der Tagesordnung. Ich kann gut verstehen, dass sich jemand leichter beleidigt fühlt, wenn er das erlebt hat - denn in vielen Fällen hatte er damals damit Recht.
Richtig, aber das ist seine eigene Biografie, darauf kannst Du nicht Rücksicht nehmen und auf Eier laufen, weil irgend jemand ein Trauma haben könnte.
Das habe ich einmal in einem Forum erlebt. Habe wie hier auch etwas deutlich meine Meinung gesagt, wurde aber nie verletzend. Diese Meinung passte aber einer Frau nicht, sie wurde ausfallend und beleidigte mich. Ich zog dann etwas an und wurde deutlich. Daraufhin flippte sie total aus. Ich dachte, ich habe es mit einer Verrückten zu tun und setzte sie auf die Ignorierliste. Dann bekam ich eine Kurznachricht von einer anderen Frau, die mir erklärte, ich müsse das verstehen, die andere hatte zu diesem Thema als Kind ein Trauma erlebt.
Das tat mir dann zwar leid, aber ich wusste, ich habe nichts unrechtes gesschrieben. Und ein Thema deshalb auszusparen, weil jemand traumatisiertes damit verbindet, geht auch nicht.
Was ist denn ein "normaler Umgang" damit? Wo unterscheiden sich Deiner Ansicht nach ein normaler Umgang mit Rassismus? Wo ziehst Du die Grenze? Welches Verhalten würdest Du nicht mehr tollerieren?
In der Regel wie ich es dann sagte: Ein respektvoller, freundlicher und vor allem
natürlicher Umgang.
Ich bin damit bisher IMMER gut gefahren.
Damit wirst Du KEINES der möglichen Probleme auch nur einschränken, die ich angesprochen habe. Du kannst auch höflich und "respektvoll" jemandem ablehnen, weil Dein Vorurteil ist: "Der kann das nicht, weil er zur Untergruppe X gehört."
Das kann möglicherweise passieren, aber da hilft nur Erfahrung und Aufklärung. Denn ein Vorurteil entsteht nicht durch Begriffe, sondern durch ein bestimmte Ansicht, wodurch auch wieder Begriffe geprägt werden.