hallo Caya !
musste erst mal etwas sickern lassen.....
........so verleugnen wir die eigene Gewalttätigkeit, das Bedürfnis Rache und Hass zu befriedigen.
ja, das glaub ich auch so....aber wozu ?
...das wäre dann der Neid darauf, dass jemand das ungestraft oder wenig gestraft tun darf.
Neid zeigt ja auf, was man sich selber wünscht. Dieses Bedürfnis ausleben dürfen...die Anerkennung anderer, dass man damit gerechtfertigt ist.
Deshalb der Schrei nach Todesstrafe und Genugtuung, die Hassposts u.ä....
....klar macht das was mit mir....wenn Menschen rauben, morden,...in der Nähe irgendwo...
mir als Opfer bringt "das" gar nix...
...."im Namen des Opfers" also....obwohl das Opfer sagt: "mir bringt das gar nix"....
wenn ich das jetzt zusammen fasse und dich richtig verstehe....
...dann gehts einerseits darum, das Opfer nicht dafür zu missbrauchen, um sozusagen in seinem Namen Genugtuung zu fordern.
Sondern klar dar zu stellen, dass es die eigenen Gefühle sind, die da Genugtuung fordern.
Dann geht es darum, das Opfer zu fragen, was ihm jetzt gut tut, was jetzt wichtig ist.
Das auseinander zu halten.
Ich glaube, die eigene Gewalttätigkeit als Potential sehen wird ja aus Angst unterdrückt. Aus der Furcht, davon kontrolliert zu werden und nichts im Griff zu haben....und dann passieren Sachen, die Folgen haben...die so nicht gewollt sind.
Das Unterdrücken von Sehen der Gewaltpotentiale in mir entsteht ja dadurch, weil Angst vor den Folgen der Gewalt da ist. Vor den Folgen der Gewalt von anderen...und auch den Folgen meiner Gewalt.
Ich mein einerseits ist es sowas wie Neid..also das Bedürfnis, selbst auch diese Gefühle heraus lassen zu dürfen. Andererseits ist es auch Angst...wie schaut die Welt aus, wenn alle da hemmungslos diese Gewalten aus sich raus LEBEN ?
Drum meine ich, darüber REDEN dürfen...dieses Bedürfnis verbal ausleben dürfen..sollte sein dürfen.
Aber manchmal braucht es dann auch Unterstützung, um nicht genau da hängen zu bleiben. Nachdem das Ventil offen ist, verbal "abgdampft" werden kann...wie dann weiter ?
Das braucht meine ich auch Verständnis dafür, welche Signalfunktion Wut hat..was sie mir aufzeigt. Da kann ich dann, wenn der größte Druck mal abgestaut ist....meine Energien weiter rein laufen lassen...und für mich Konstruktives entsteht.
Viele haben solche Angst vor den Worten...dass sie gleich und sofort auch mal Handeln werden könnten....dass sie aus Angst die Worte verbieten wollen (sich und anderen) und wichtige Ventile damit wieder zu machen.
Nicht hinschauen ist meine ich ein Schutzverhalten. Nur: wo ich nicht hinschaue, damit kann ich nicht umgehen lernen.
Die Gewalt in mir nicht sehen und unterdrücken, macht mich wohl aggressiv. Anderen gegenüber und/oder mir gegenüber (Krankheiten).
Erst wenn ich sie sehen darf, kann ich sie zunehmend als Kraft einsetzen lernen, die dann möglichst konstruktive Wege geht.
Mein Umgang mit Wut z.B. Dazu muss ich erst mal sehen dürfen, dass Wut auch etwas Positives sein kann. Wie ich sie für mich zum Freund werden lassen kann. In konstruktives Verhalten hinein.
Menschen lernen in der Volksschule nichts über Konfliktlösungen und dem Umgang mit Angst.
...ja, und sie lernen es auch oft in Familie und Gesellschaft nicht.
Deshalb bin ich auch sehr dafür, da an zu setzen. Den Kindern Werkzeuge in die Hand zu geben, die viele Erwachsene sich erst mühsam Stück für Stück irgend woher "zusammen klauben" mussten.
ich sehe schon Tendenzen in diese Richtung...und bin gerne bereit, das zu unterstützen, zu fördern. Weil ich es als sehr in meinem Sinne empfinde.

Jo