Satire?

Kristen

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Der olle Deus glaubt, daß die Menschen auf diesem verdreckten Erdball
eine Aufgabe zu erfüllen, ja so und anders zu sagen: einer Bestimmung
zu folgen haben. Er muß diesem Glauben unverrückbar nachhängen,
ansonsten nämlich sähe er nicht den mindesten Grund - einen Anlaß
sowieso nicht -, sich morgens aus den Himmelbettlaken zu quälen und
tagein, tagaus einer verrückt gewordenen Affenbande die Stirn zu
bieten.

Wo sie Bildung und Fortschritt für den Weg in die Freiheit halten,
dort haben sie jämmerlich versagt; sie glauben sich vernünftig, sie
glauben sich ihren Lebensgenossen erhaben, sie glauben sich gar Krone
der Schöpfung - eine Krone aus Lehm sind sie - ja, den Himmel halten
sie so hoch und die Erde machen sie so schmutzig.

Da ist nichts, was glänzt und gleißt und funkelt und einen glitzernden
Wert besäße. Nichts, was auch nur die nächste Million Jahre überdauern
würde. Nichts, was diesen Augenblick für immer unvergeßlich und in
ewiger Erinnerung halten könnte.

Was nutzt's, wenn ein Schimpanse ein Feuerzeug zu bedienen versteht,
um damit entweder eine Fluppe anzuzünden, die er sich in die Schnute
gesteckt hat, oder den Regenwald einzuäschern, welcher ihm Nahrung und
eine Heimstatt bot?

Sie wähnen sich Ebenbild Gottes zu sein, ja: ihres Gottes, eines
Gottes, der nur ihrer würdig sein kann! Damit sie ihrer eigenen
kümmerlichen irdischen Existenz höhere Bedeutung zumessen können,
bevor ihr geistiger Funke verlischt und sie wieder zu dem werden, was
sie waren und sind: zu Erde.

Schaut euch die beiden Genossen wohl an ( zwei schimpansen )! Denken
sie über einen Sinn nach? Denken sie überhaupt? - Was ist euer Denken
gegenüber der gewaltigen schwarzen Leere, die euch verschluckt hat?

O ihr Menschen, ihr wollt wissen, was ihr seid? Ergründen wollt ihr
das Geheimnis eures Daseins? Offen sichtlich liegt es euch vor Augen!
Betrachtet eure nächsten Artgenossen, lernt von ihnen, erkennet euch
selbst im Spiegel des Affenblicks - und werdet eurer selbst gewahr!

Was denn hat der Mensch wohl wirklich gelernt? Er ist wohl das einzige
Tier, das es gelernt hat, auf den Krücken der Evolution
umherzustolzieren, erhobenen Hauptes, zertrampelnden Fußes, zündelnden
Verstandes - mit rücksichtsloser Vorausschau in bessere Zeiten.
 
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melkajal

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in der Sprache der heutigen Jugend

In dieser Story geht's um sonen reichen Zahn, der wohl mords knackig aussah, aber durch die feine Family total out war. Jede Menge Klamotten und sonen Plunder, aber dafür immer auf liebes Mädchen machen und sonen Scheiß. Die fuhr da aber entweder voll drauf ab oder blickte überhaupt nich durch, jedenfalls machte se nie Rabbatz, sondern lief auch noch mit soner affigen roten Samtmütze rum, die ihr die Großmutter mal verpasst hatte. Jedenfalls durch selbige antike Dame kam dann die ganze Story ins Rollen. Die hatte es wohl irgendwie umgehauen, wie das bei diesen feinen Pinkeln ja immer so is. Jedenfalls lag se in ihrer Poofe flach und erwartet, dass die liebe Family anmarschiert kommt. Die Alten vom Zahn hatten da wohl aber auch nicht gerade den schärfsten Bock drauf, jedenfalls musste der Zahn jetzt mit sonem Fresskorb in den Wald latschen, wo der Nobelschuppen von der maroden Alten stand.

Und wie der Zahn so durch den Wald schnürt, kommt doch son haariger dunkler Typ angepirscht und ist unheimlich scharf auf den Zahn, weil der so heiß aussieht. Die ist aber durch ihre scheiß bürgerliche Erziehung total verklemmt und lässt ne unheimlich blöde Quatsche raus. Der Typ denkt wohl, dass er das schon irgendwie managet und macht auf romantisch, so mit Blümlein, Vöglein und heiteitei. Die kapiert aber wieder nich die Bohne was läuft und will immer nur für die abgeschlaffte Alte Blumen griffeln. Der Typ dreht fast durch, weil er den Zahn nicht krallen kann, will aber unbedingt zu Potte kommen. Die Story mit dem kranken Friedhofsgemüse hatte der Zahn ja beim Blumenknacken an ihn rangelabert. Also nix wie hin in die Villa, die alte Dame aus der Poofe geschmissen und sich schon mal selber reingehauen. Als der Zahn endlich angeschlurft kommt, schnallt der erst gar nix. Hat wohl seine Linsen nicht drin oder ist sonstwie ein bisschen behämmert. Vielleicht isse aber auch cleverer als se aussieht, steigt aber voll auf die Masche ein. Jedenfalls nach sonem bisschen Geplänkel von wegen großer Nase und Augen und so ist die Sache geritzt, der Typ griffelt sich den Zahn und vernascht ihn. Die Kiste wär ja auch ganz o.k. gewesen, wenn nicht die verklemmte Lady Zoff gemacht hätte. Vielleicht hättse auch selber nen Bock auf den Typ gehabt und war jetzt sauer. Bei dieser Sorte Weiber ist ja alles drin. Jedenfalls holt se sonen Flintenspezi als Verstärkung. Der spielt sich auch gleich als der dicke Macker auf und fuchtelt solange mit seiner Knarre rum, bis der Typ die Mücke macht, und ist auch noch stolz drauf. Die alte Lady macht sich jetzt unheimlich über den Fresskorb her und ist auch ganz happy. Nur für den Zahn war das natürlich unheimlich beknackt, dass ihre erste dicke Kiste so voll in die Hose gegangen ist.
 
K

Kinnaree

Guest
Was denn hat der Mensch wohl wirklich gelernt? Er ist wohl das einzige
Tier, das es gelernt hat, auf den Krücken der Evolution
umherzustolzieren, erhobenen Hauptes, zertrampelnden Fußes, zündelnden
Verstandes - mit rücksichtsloser Vorausschau in bessere Zeiten.

Oh.

Das einzige, was du gelernt hast, ist auf Krücken zu stolzieren und mit zündelndem Verstand deine Füße zu zertrampeln oder so irgendwie?

Schad, eigentlich.

Naja, trotzdem alles Gute
Kinny :)
 

Kristen

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Das Gute ist nur ein Wort, ebenso das Schöne und das Wahre. Die Ewigkeit: nichts als Schall und Hall. Jener Baum dort und die Wolken droben, der Himmel und das Wasser, ja die ganze Welt ist lediglich die stimmige Disharmonie vieler Wörter.

Das Gute und das Böse überhaupt, genau wie das Wahre und die Lüge, das Schöne und das Häßliche, ja sogar die Existenz und das Nichts, sie alle werden erst dann verschwinden, wenn endgültig alle das Maul halten. Dann könnte auch der liebe Gott seinen Hut nehmen.

--> Theorie der Bösen
 

Gischgimmasch

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da wo mein bett steht
Das Gute ist nur ein Wort, ebenso das Schöne und das Wahre. Die Ewigkeit: nichts als Schall und Hall. Jener Baum dort und die Wolken droben, der Himmel und das Wasser, ja die ganze Welt ist lediglich die stimmige Disharmonie vieler Wörter.

Das Gute und das Böse überhaupt, genau wie das Wahre und die Lüge, das Schöne und das Häßliche, ja sogar die Existenz und das Nichts, sie alle werden erst dann verschwinden, wenn endgültig alle das Maul halten. Dann könnte auch der liebe Gott seinen Hut nehmen.

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für uns menschen existiert gut und böse und das schicksal sucht jeden selber heim in einer dunklen kammer und erklärts einen dann höchstpersönlich.
 

Kristen

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"Die menschliche Kommunikation ist ein Kunstgriff, dessen Absicht es ist, uns die brutale Sinnlosigkeit eines zum Tode verurteilten Lebens vergessen zu lassen. Von 'Natur' aus ist der Mensch ein einsames Tier, denn er weiß, dass er sterben wird und dass in der Stunde des Todes keine wie immer geartete Gemeinschaft gilt: Jeder muss für sich allein sterben. Und potentiell ist jede Stunde die Stunde des Todes. Selbstredend kann man mit so einem Wissen um die grundlegende Einsamkeit und Sinnlosigkeit nicht leben. Die menschliche Kommunikation webt einen Schleier der kodifizierten Welt, einen Schleier aus Kunst und Wissenschaft, Philosophie und Religion um uns und webt ihn immer dichter, damit wir unsere eigene Einsamkeit und unseren Tod, und auch den Tod derer, die wir lieben, vergessen. Kurz, der Mensch kommuniziert mit anderen, ist ein 'politisches Tier', nicht weil er ein geselliges Tier ist, sondern weil er ein einsames Tier ist, welches unfähig ist, in Einsamkeit zu leben."

Vilém Flusser, "Kommunikologie", 1998


wie wahr, nicht wahr?
 
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LoneWolf

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Der Einsamkeit begegnen ist sicher auch kein leichtes Spiel.
Ich versuche seit gestern der Einsamkeit und Leere hinter allen Worten zu begegnen, indem ich einem Mantra lausche.
Und es hilft recht gut, muss ich sagen. Nach 10 Minuten lauschen beginnt der Tischtennisball-große Fremdkörper hinter meiner Stirn sich langsam aufzulösen und ich fühle mich leicht und frei, wie ein Blatt im Wind.

 
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