Repräsentant sein ohne Gefühle

ChrisTina schrieb:
Viele Aufstellungsleiter raten deshalb davon ab, die Ergebnisse innerhalb der nächsten Wochen mit dem Klienten zu besprechen - und raten auch davon ab, dies mit anderen Personen zu tun.
Hi Tina,

Das erlebe ich anders - anschließende Gespräche mit dem Aufstellungsleiter und Gruppenmitgliedern finde ich oft notwendig und hilfreich. Schließlich ist das Erlebte für viele oft völlig neu. Auch habe ich schon erlebt, dass manches völlig missverstanden wurde und ohne Nachgespräch ein unnötiger Palawatsch entstanden wäre.

In den Gesprächen ist es halt wichtig darauf zu achten, dass es nicht Kraft nimmt und schwächt. Dann kann man ja sagen : "Bitte warte noch eine Zeit, bis wir das besprechen".

Liebe Grüße, Reinhard
 
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Hallo Reinhard,

während ich einen Beitrag schrieb, hast du den deinen reingestellt, das
hat sich überschnitten.

Danke dir inzwischen, ich melde mich später noch mal.

LG
Daisy
 
Hallo Reinhard,
(ChrisTina und jarrah),

hatte inzwischen schon viele cups - allerdings Kaffee. Der entspricht viel eher meinem Wesen als Tee. Mit letzterem bringe ich "Ruhe" in Verbindung
(meine innere Ruhe habe ich - noch nicht - gefunden, dafür ist zu viel passiert), der Kaffee hält meinen Dauerzustand des Aufgewühltseins am
Leben ...
Eigentlich hatte ich noch nie über so was nachgedacht - aber, ja, das trifft's zu meiner eigenen Verwunderung ziemlich genau ....

Zitat von Walter
....am stärksten auffällt ist das Bemühen, es jemand anderem recht machen zu wollen. Wahrscheinlich ist das der Hintergrund vom "Nicht-fühlen". Echte Gefühle kümmern sich ja nicht darum, ob sie jemandem in den Kram passen - sie sind, wie sie sind. Wenn man sich anpassen will, fühlt man halt sicherheitshalber nichts - bevor man etwas "Falsches" fühlt

Stimmt so, ja. Hätte ich selbst aber niemals in Zusammenhang mit Gefühllosigkeit gebracht. Obwohl deine Erklärung absolut stimmig ist.

Zitat von ChrisTina
Nachdem du für mich so rüberkommst, dass du alles irgendwie verstehen und zuordnen können willst, könnte es sein, dass, wenn du nicht drüber sprichst, dies für dich persönlich belastender wäre, als wenn dus tust.

Das ist schon so, wie du es siehst. Meine unbeantworteten Fragen (auch in anderen Lebensbereichen) haben den Stellenwert des Grübelns. Das fühlt sich ziemlich scheußlich an - wie trübes Wasser, das man am liebsten so lange filtern möchte, bis es klar wird.
Ich habe mein Leben lang andere mit meinen ewigen "Warum"-Fragen genervt. Sie nerven mich auch selbst. Aber auch wenn ich sie im Äußeren abstellen kann, in mir selbst bleiben sie bestehen. Ich habe ein echtes Problem damit, die Dinge "sein" zu lassen, ohne sie zu hinterfragen. Obwohl ich weiß, dass es auch eine Lösung in sich sein kann, dass es keine Lösung im üblichen Sinn gibt.

Zitat von Walter
Die Wortwahl "sezieren" fällt mir auf - die könnte etwas mit Dir und Deiner Geschichte zu tun haben ?

Stimmt, das ist ein komisches Wort im Zusammenhang mit Emotionen/Gefühlen. Man denkt da eher in die pathologische Richtung und an den Biologie-Unterricht ...
Was assoziierst du denn damit, Reinhard?


Ich bin so verunsichert.
Einerseits würde ich so gerne über meine Aufstellung reden, andererseits
habe ich eine geradezu panische Angst davor, dass damit die Wirkung zunichte gemacht werden könnte.

Kann ich denn erwarten, dass ihr hier euch überhaupt damit
auseinandersetzen wollt? Ist das nicht ein wenig vermessen?

Liebe sehr irritierte Grüße
und einen schönen Pfingst-Montag,
Daisy
 
Daisy schrieb:
Kann ich denn erwarten, dass ihr hier euch überhaupt damit auseinandersetzen wollt? Ist das nicht ein wenig vermessen?
Hallo Daisy,

Das ist nicht das Problem.

Die Möglichkeiten eines Forums sind halt sehr begrenzt und können eine persönliche therapeutische Begleitung nicht ersetzen. Die wünsche ich Dir, damit Du den begonnenen Prozess in Ruhe und sinnvoll fortsetzen kannst. Der Austausch hier findet ja doch vor allem über den Kopf und verstandesmäßig statt - und das scheint mir im Zusammenhang mit Dir ja eher das Problem und weniger die Lösung *). In vertrauenswürdiger Begleitung kannst Du aufhören, verstehen und KONTROLLIEREN zu wollen und DEINEN (echten !) Gefühlen schön langsam freien Lauf lassen und ihnen trauen lernen.

ALLES GUTE und liebe Grüße,

Reinhard

*) In der systemischen Therapie gibt es den schönen Satz : Zuerst ist ein Problem - dann findet man eine Lösung - und dann wird die Lösung zum Problem. Das Unterdrücken von Gefühlen und Ausweichen in Anpassung und Verstand war sicher einmal für Dich sehr hilfreich und notwendig - mittlerweile ist es offensichtlich zum Problem geworden.
 
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Daisy schrieb:
Stimmt, das ist ein komisches Wort im Zusammenhang mit Emotionen/Gefühlen. Man denkt da eher in die pathologische Richtung und an den Biologie-Unterricht ... Was assoziierst du denn damit, Reinhard?
Liebe Daisy,

Da geht es nicht um meine Assoziation (die käme aus meiner Geschichte !) - sondern die Bedeutung davon für DICH und in Deiner Geschichte (evtl. Deiner Familiengeschichte). Und weniger um die verstandesmäßige Bedeutung, als um den Gefühlswert und die dahinterstehende (traumatische ?) Erfahrung. Wenn man ein Sich-besser-kennenlernen als sezieren erlebt - ist das nicht sehr angenehm, oder ?

Liebe Grüße, Reinhard
 
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