Man sagt: Die anderen sind auch nicht besser.
Als wäre das ein Satz, der etwas erklärt, statt etwas zu verdecken.
Als wäre Schuld teilbar wie Brot, als würde sie leichter, wenn man sie verteilt.
Man zeigt nach rechts, nach links, nach irgendwohin, nur nicht nach innen.
Die anderen sind auch nicht besser, sagt man, und meint: Ich möchte nichts wissen.
Denn Wissen verpflichtet.
Und Verpflichtung ist unerquicklich, sie passt nicht in die Komfortzone der Empörung.
Die Rechten, die Konservativen, die Progressiven, die Moralischen, die Unmoralischen –
sie stehen sich gegenüber wie Spiegel, die einander reflektieren,
bis niemand mehr weiß, wer angefangen hat und wer nur zurückschlägt.
Whataboutism ist keine Argumentation, sondern eine Bewegung.
Eine Fluchtbewegung.
Man läuft von der Frage weg, die man beantworten müsste,
und läuft direkt in eine andere hinein, die man nicht beantworten muss.
So wird Kritik zur Geräuschkulisse, Wahrheit zur Meinung, Verantwortung zur Option.
Man sagt nicht: Das ist falsch.
Man sagt: Die anderen sind auch falsch.
Und glaubt, damit sei alles gesagt.
Aber falsch bleibt falsch.
Auch wenn es viele sind.
Vielleicht gerade dann.