Hallo
Aquanaut schrieb:
Das darin beschriebene Beispiel ist mit Sicherheit nicht menschlichen Ursprungs: Viele hundert Kreise, Gesamtdurchmesser 300 m entspricht einer Gesamtfläche von A= d2*pi/4 = 70.000 m2 !!!
Und das in nur einer Nacht in der es auch noch geregnet hat!
Das Muster aus Kreisen mit spiralförmig angeordneten Mittelpunkten ist ganz einfach zu erstellen. Dazu braucht man nicht mehr, als zwei Maßbänder und zwei Pfosten auf denen Scheiben mit Winkelmarkierungen befestigt sind. Alle Kreise berühren sich, die ganze Formation ist also begehbar. Man läuft dabei auch immer auf umgelegten Halmen und nicht im von eventuellem Regen aufgeweichten Ackerboden.
Von den 70.000 m² Gesamtfläche des Kreises ist weit weniger als die Hälfte von umgelegten Halmen bedeckt. Ich bin großzügig und gehe mal von 30.000 aus. Wenn man mit einer Holzlatte mit jedem Schritt einen halben Quadratmeter Halme umbiegen kann und zwei Sekunden für einen Schritt braucht, macht das vier Sekunden pro Quadratmeter umlegen. Ich gebe auch hier noch was drauf und sage fünf Sekunden. Das sind dann 30.000 mal fünf Sekunden, macht 150.000 Sekunden. Das sind knapp 42 Stunden. Verteilt auf sagen wir mal sechs Leute wären das insgesamt sieben Stunden, die man für das Umlegen der Getreidehalme auf dieser Fläche bräuchte. Noch zwei oder drei Stunden fürs Messen und Pause machen dazu, dann kommt man auf maximal zehn Stunden, die man für diesen Kornkreis braucht. Eine Nacht.
Aber wer sagt uns denn, dass dieser Kreis wirklich in einer Nacht entstanden ist oder das es vorher regnete? Wer kann das schon nachprüfen? Man müsste dort hin fahren, mit dem Bauern, dem das Feld gehört sprechen usw. Das macht natürlich keiner und das weiß der Typ, der diesen Vortrag hält ganz genau. Das ist eine seiner Methoden. Er stellt unbelegte Behauptungen nicht nur als Tatsachen hin, sondern nutzt sie dann auch noch als Ausgangspunkt für weitere Theorien. Dieser Kreis kann nicht von Menschen gemacht sein, also müssen Außeirdische hier auf der Erde sein. Ich habe mir schon mehrere Teile dieses Vortrages angetan und muss sagen, dass ich selten so eine geballte Anhäufung von Stuss gehört habe, wie in diesem bunten Märchenreigen.
Wenn er versucht seine Theorien naturwissenschaftlich zu belegen, wird's ganz peinlich. Das merkt er scheinbar selbst auch und bleibt in seinen Erklärungen zu Elektromagnetismus, Überlichtgeschwindigkeit und irgendwelchen kosmischen Wechselwirkungen bei nebulösen Andeutungen. Im Prinzip reiht er nur ein paar Begriffe aneinander, die sich so wissenschaftlich anhören, dass der durchschnittlichen Besucher eines solchen Vortrages ganz verwirrt ist und nur noch andächtig zustimmen kann.
Eine weitere, besonders perfide Methode von ihm ist es, dem Zuhörer Honig ums Maul zu schmieren. Die Kornkreisbotschaften werden nur von "besonders aufmerksamen und aufgeweckten Menschen" verstanden. Na sowas. Wer will sich da nicht gerne dazuzählen?
Ein kleine, aber feines Beispiel, das für jeden nachprüfbar ist, findet sich im achten Teil dieser Videos. Dort lässt er sich darüber aus, dass in allen Barcodes die dämonische Zahl 666 versteckt sei. Und zwar in den jeweils zwei etwas längeren, dünnen Liniein am Anfang, in der Mitte und am Ende dieser Codes. Dazu präsentiert er dieses Bild:
Und tatsächlich, man könnte meinen, dass zwei dünne Linien die Zahl Sechs bedeuten, wie er behauptet. Man beachte, dass die Sechs jeweils direkt unter den beiden dünnen Linien steht. Nun muss man aber wissen, dass diese Codes nicht nur aus den schwarzen Linien bestehen, sondern auch die Breite der Zwischenräume eine Rolle spielt. Man könnte auch von weißen Linien sprechen. Jede Zahl besteht aus je zwei schwarzen und weißen Linien, die im Wechsel angeordnet sind. Zusammen haben diese vier Linien eine Gesamtbreite vom siebenfachen der dünnsten Linienbreite. Die Zahl Sechs sieht im Detail so aus:
Die "Steuerungszeichen", wie er sie nennt sind dagegen nur drei bzw. fünf Einheiten breit und sehen genauer betrachtet so aus:
Da bleibt nicht mehr viel Ähnlichkeit. Aber der Typ sagt nicht nur die Unwahrheit, weil er es selbst nicht besser weiß. Er lügt bewusst und manipuliert Fakten, um seine Lügen glaubhafter zu machen.
Auf seinem ersten Beispielbild steht die Zahl Sechs genau unter den beiden Linien. Warum wählt er dieses Bild mit einer eher ungewöhnlichen Anordnung? Da die dicke weiße Linie am Ende des Codes für die Sechs dazugehört, ist die Zahl normalerweise immer etwas nach rechts zu den beiden schwarzen Linien verschoben. Kann jeder auf einem Strichcode seiner Wahl nachprüfen. Auf seinen nächsten Beispielbildern ist das auch so:
Aber der geneigte Zuhörer hat das mit der Sechs und den zwei Strichen bereits beim ersten, manipulierten oder zumindest bewusst ausgewählten Bild geschluckt und denkt schon gar nicht mehr darüber nach. Der ganze Vortrag besteht aus solchen rhetorischen Taschenspielertricks. Ich will nicht wissen, wieviel Eintritt dieser Kerl für seine nach meiner Ansicht völlig idiotischen Erzählungen nimmt.
Gruß
McCoy