Natürlich liegt es oft auch an der Kleidung, ob gemobbt wird oder nicht. Was aus deiner Sicht egal ist oder nicht, hat an den Schulen nicht viel Bedeutung.
Auch wenn du recht hast, dass der Inhalt wichtiger ist als die Verpackung - pubertierenden Jugendlichen sind solche Weisheiten ziemlich egal. "Falsch" angezogen wird man wesentlich schneller als Opfer herausgepickt.
Solange diese pubertierenden Jugendlichen die entsprechenden Vorbilder haben, die ihnen dies vorleben... ist dies so.
Kommt drauf an, wie man ihnen solche Weisheiten rüberbringt. Braucht es dazu stets eine Keule?
Ich erlebe es gerade selbst (was generell das Miteinander untereinander der Kinder betrifft) an der Schule, an der ich jetzt tätig bin... es geht auch anders. Und das ist so schön, dies zu erleben und selbst zu leben.
Doch es ist eine Herausforderung hier Kinder, Lehrer, Betreuer und auch die Eltern in ein Boot zu bekommen. Einen Austausch der menschlichen Gleichwertigkeit auf Augenhöhe und an einem Strang ziehend, damit sich jeder dieser Gruppen auch wahrgenommen fühlt und sieht.
Viele Denken, es müsse sich etwas im Außen ändern... so hier jetzt mittels einer Kleiderordnung.
Andere Kleidung und schon ist das Problem gelöst.
Wessen Problem ist dies eigentlich?
Der Bundeselternrat fordert eine Kleiderordnung an Schulen. " Lottrige ", zerrissene oder freizügige Kleidung soll damit an Schulen nicht mehr erlaubt sein. Die Reaktionen sind gemischt.
www1.wdr.de
Es gehe nicht darum, eine Schuluniform einzuführen, betonte der Bundeselternrat. Dem Vorstoß war eine Debatte über Bekleidungsregeln an Schulen in Frankreich vorausgegangen, die der französische Präsident Emmanuel Macron angestoßen hatte.
Bei diesen Bekleidungsregeln handelt es sich um Kleidungsstücke die offenkundig eine Religionszugehörigkeit zeigen. Ein ganz anderer Zusammenhang.
Und nun springt der Bundeselternrat auf diesen Zug auf und versucht im Zuge dessen gegen das Tragen von lottriger, zerrissener und freizügiger Kleidung vorzugehen. Dies zu einem Allgemeinthema in NRW zu machen.
Uhhh... wenn der Schuss nicht nach hinten losgeht.
Nichts ist damit gelöst, weil das wirkliche Problem weiterhin besteht. Dieses lediglich "kompensiert" wurde.
Was liegt hinter diesem Thema verdeckt?
Und da liegt dann auch die Lösung...
Eine aus meiner Sicht freiwillige in Eigeninitiative gestartete verträgliche Lösung ist die Zusammenarbeit innerhalb der Schulen von Lehrern, Schülern und auch Eltern, wie es dazu im Artikel auch ein Beispiel gab:
Kleiderempfehlung anstatt Kleiderordnung
Genau das gibt es am Krefelder Gymnasium Fabritianum. Schüler und Lehrer haben gemeinsam eine Art bebilderten Katalog erarbeitet, der zeigt, welche Kleidung in Ordnung ist, und welche eher nicht. Tabu sind zum Beispiel T-Shirts mit sexistischen oder diskriminierenden Texten, aber auch zu freizügige Kleidung wie bauchfreie Tops, Hot Pants und Leggings gehören dazu, genauso wie weite Jogginghosen.
"Wer dagegen verstößt, muss keine Sanktionen befürchten", sagt Schulleiter Eric Mühle, "aber mit der Kleiderempfehlung haben wir bei den Schülern eine Sensibilisierung erreicht". Mit Erfolg offenbar: Die meisten Schüler hielten sich an die Empfehlung, so der Schulleiter.
Mit Verboten ist bei Kindern und Jugendlichen wenig Land zu gewinnen. Viele werden es so auch von sich selbst kennen... aus der eigenen Jugend. Das was verboten war und wurde, trug um so mehr seinen Reiz in sich, es gerade dann zu tun.
Wie können in diesem Fall hier Kinder und Jugendlich dahingehend motiviert werden, eine andere Haltung zu entsprechenden Themen einzunehmen ohne sich fremdbestimmt und als Objekt der Forderungen und Maßnahmen anderer zu sehen?