Kind Verhaltensauffällig...

Hi Annie :)

aber die Eltern schicken ihre Kinder zu den "kompetenten" (dass ich nicht lache :schnl:) Ärzten.

Nee, also bei sowas geht mir echt der Hut hoch. :mad:

Warum wirst du da so sauer?

Es gibt kompetente Ärzte, die bei der "Diagnose ADS" sehr viel Wert darauf legen, dass die Eltern mit ins Boot geholt werden. Die dürfen dann auch "antreten", zum einen, um das eigene Verhalten zu reflektieren und zum anderen, um zu lernen, mit so einem Kind zurechtzukommen. Wer das nicht mitgemacht hat, kann es sich vermutlich kaum vorstellen, was das bedeutet, wenn ein Ein- bis Zweijähriger Knirps innerhalb von wenigen Stunden die Energie von drei Erwachsenen "verbrät". Wenn du als Mutter oder Vater auf dem Zahnfleisch gehst, weil du chronisch übermüdet bist (dein Kind hat dich nämlich ungefähr dreimal nächtens geweckt und schläft eh höchstens 8 Stunden täglich), dann ist die Toleranzschwelle meist nicht mehr so rasend hoch und gewisse Verhaltensweisen sind dann einfach nicht mehr akzeptabel. Da geht es in der Familientherapie auch darum, sich nicht übel zu nehmen, dass die Schmerzgrenze erreicht ist.

Wichtig ist doch, meine ich, dass die Diagnose ADS zum Anlass genommen wird, hinzuschauen und einen Weg zu finden, der die Situation für alle Beteiligten "erträglich" gestaltet.

Liebe Grüße
Rita
 
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ADS - Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom

Das heißt für mich:
es besteht beim Kind ein Defizit an Aufmerksamkeit. von wem? von sich selbst wohl nicht, wohl eher von seiner Umwelt. Und die erste Umwelt ist nun mal das Elternpaar. Ich könnte das Wort Aufmerksamkeit austauschen und zwar mit einem Defizit an Beachtung. Nicht beachtete Kinder tun alles, um wieder gesehen zu werden. Warum merkt das keiner (kein Erwachsener)???????

Ich verstehe nicht, dass heute so viele Eltern so erpicht sind, dass ihr Kind psychisch krank abgestempelt wird mit: ADS. Um ADS zu haben muss schon mehr dahinter stehen, als herumzukaspern.

Aber es ist wohl einfacher dem Kind eine medizinische Diagnose zu verpassen, als rechtzeitig eine sichere Bindung aufzubauen. Und die wird in erster Linie im ersten Lebensjahr zwischen Mutter und Kind aufgebaut. Später kommt auch noch die Vater-Kind-Bindung hinzu. Fühlt sich das Kind dann angenommen und akzeptiert, und, vor allem gesehen, dann braucht es nicht aggressiv werden oder sonstwie auffällig.

LG Pluto

P.S.
Die Diagnose ADS kann nur von einem Psychiater gestellt werden. (Kinder-und Jugendpsychiater). Warum machen die Erwachsenen nur so große Bogen um diese Ärzte und schicken gleichzeitig ihre Kinder gerne dahin???????
 
Warum wirst du da so sauer?

Hi Rita,

weil mich das betroffen macht, wenn ich mir vorstelle, wie Eltern ihre Kinder als krank hinstellen, nur weil sie nicht in die Norm passen. Das Kind hat stattdessen so zu funktionieren, wie die Eltern es sich wünschen.
Also in meinen Augen sind da eher die Eltern behandlungsbedürftig, wenn sie mit ihren Kindern nicht können. Sollten mal lieber bei sich selber und ihrer Einstellung anfangen.

lg Annie
 
Und mich macht es betroffen, wenn Eltern die vom Facharzt gestellte Diagnose ADS als Pippifax bezeichnen,
diese total ignorieren, jegliche Hilfe ablehnen und das Kind sich dann mit 18 Jahren das Leben nimmt,
weil er einfach mit sich und seiner Umwelt nicht klarkam und dringend fachliche Hilfe gebraucht hätte.

Eltern, die Kinder mit ADS haben, beneide ich keineswegs und ich finde,
jeder der sagt, die Eltern sind schuld, macht es sich viel zu einfach.
Da kommen viele verschiedene Faktoren zusammen und ich finde es gut und richtig,
wenn die Kinder und deren Eltern Hilfe bekommen.

LG
Birgit
 
Hallo Forum.

Wie würdet ihr denn Ads astrologisch einordnen. Mars/Uranus?


Viele Grüße

Jonas

Vielleicht auch einen gut stehenden Feuer-Mond, dessen Temperament dann einfach überbewertet wird. :) Oder einen dynamisch aspektierten Mond bei einer Feuer- oder 1. Haus-Betonung.
 
Eltern, die Kinder mit ADS haben, beneide ich keineswegs und ich finde,
jeder der sagt, die Eltern sind schuld, macht es sich viel zu einfach.
Da kommen viele verschiedene Faktoren zusammen und ich finde es gut und richtig,
wenn die Kinder und deren Eltern Hilfe bekommen.

Ganz so einfach ist es sicher nicht. Doch nur die Eltern sind handlungsbefugt und können über ihr Kind entscheiden. Es macht für mich einen unterschied, eine Diagnose zu haben, quasi als Ausrede, und dann das Kind sich selbst überlassen, als alles mögliche zu unternehmen. Viele Ärzte sind auch überfordert und stellen recht schnell eine Diagnose, um Ruhe zu haben. Dabei könnten dem Kind entsprechende Förderungen weit mehr helfen, als ein Stempel und ein entsprechendes Medikament.

Bei ADS könnten z.B. Familienaufstellungen sehr hilfreich sein. Sag mal dies den betroffenen Eltern. Selber zahlen? Auf keinen Fall. in unserer Familie ist alles in Ordnung. Da brauch ich keine Aufstellung. hahaha...

Pluto
 
Bei ADS könnten z.B. Familienaufstellungen sehr hilfreich sein. Sag mal dies den betroffenen Eltern. Selber zahlen? Auf keinen Fall. in unserer Familie ist alles in Ordnung. Da brauch ich keine Aufstellung. hahaha...

Pluto

Liebe Pluto,
das Familienstellen vielleicht helfen könnten, hat keiner bestritten.
Aber wenn ADS vom "Facharzt" diagnostiziert wird, wird dieser sicher nicht nur Medikamente verschreiben und gut ist.
sondern dieser wird auch eine psychologische Behandlung anleiern und durchführen (lqassen).
Dann geht es auch um die Eltern und das Kind.

Es gibt genug Hilfe, dies hatte Brigdet in ihrem Beitrag gesagt .

LG
flimm
 
...ich kann mit ADS als Krankheit auch nicht viel anfangen...jedenfalls wird zu viel in die Richtung abgestempelt (wie bei meinem Cousin damals auch), ohne nach Gründen zu suchen.

...und kompetente Ärzte sind mir bis zum 19. Lebensjahr (und ich war bei sehr sehr vielen) auch nicht über den Weg gelaufen. Seit dem auch erst einer, mit einer Schulmedizinischen & einer Heilpraktikerausbildung. Ansonsten kann ich's immer gar nicht fassen.

Bei ADS (falls es denn überhaupt wirklich so ist) würde ich auch immer, wie bei vielen Krankheitsbildern von Kindern, die ganze Familie miteinbeziehen, finde Familienaufstellungen da auch nicht uninteressant.
 
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http://de.wikipedia.org/wiki/Exekutive_Funktion

" Mit dem Terminus Exekutive Funktionen werden in der Hirnforschung und Neuropsychologie mentale Funktionen bezeichnet, mit denen Menschen (im weiteren Sinne: höhere Lebewesen) ihr Verhalten unter Berücksichtigung der Bedingungen ihrer Umwelt steuern:
das Setzen von Zielen, Planung, Entscheidung für Prioritäten, Impulskontrolle, emotionale Regulation, Aufmerksamkeitssteuerung, zielgerichtetes Initiieren und Sequenzieren von Handlungen, motorische Steuerung, Beobachtung der Handlungsergebnisse und Selbstkorrektur.
Es handelt sich also um die "höheren" mentalen bzw. kognitiven Prozesse, die der Selbstregulation und zielgerichteten Handlungssteuerung des Individuums in seiner Umwelt dienen. Auch motivationale Funktionen wie Willensbildung (Volition) und Initiative werden den exekutiven Funktionen zugerechnet.
Die Voraussetzung für eine gute Funktionsfähigkeit dieser kognitiven Leistungen ist auf Gehirnebene ein intaktes Frontalhirn (Frontallappen, insbesondere Präfrontaler Cortex) sowie ein ausbalanciertes Zusammenspiel bestimmter in Regelkreisen angeordneter Nervenbahnen und der zugehörigen Neurotransmitter. Diese neuronalen Regelkreise umfassen neben dem Frontalhirn u.a. Teile der Basalganglien und den Thalamus.
Bei bestimmten hirnorganischen Störungen (z.B. frontotemporale Demenz, Dysexekutives Syndrom bzw. Frontalhirnsyndrom) sind die exekutiven Funktionen beeinträchtigt, aber auch - mehr oder weniger ausgeprägt - bei einer Vielzahl von psychischen Störungen, so z.B. bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADS bzw. ADHS) oder beim Borderline-Syndrom (s. auch Striatofrontale Dysfunktion).

@ Pluto, Aufmerksamkeitsdefizit bedeutet in dem Zusammenhang, dass der Betroffene seine Aufmerksamkeit nicht steuern kann. Wenn z.B. in der Schule, die Aufmerksamkeit der Lehrerin gelten sollte, aber die Fliege an der Wand, oder der Nachbar, der seinen Bleistift fallen lässt, ein Auto, das vorbeifährt und und und, den gleichen Stellenwert einnimmt, wie die Lehrerin. Der Betroffene kann in diesem und in anderen Fällen nicht sortieren, zwischen wichtig und unwichtig, weil alle Eindrücke die aufgenommen werden, gleich stark sind.
Die Diagnose ADS kann auch von einem Neurologen erstellt werden. Z.B. beim Max-Plank- Institut in München. Wenn die Diagnose, aber einmal gestellt ist, kommen die Eltern nicht darum herum, zusammen mit ihrem Kind einen Therapeuten aufzusuchen, wie Rita schon schrieb.

@Annie, ja, es soll tatsächlich kompetente Ärzte geben, hab ich schon von gehört!! Es geht ja gar nicht hauptsächlich darum, dass das Kind nicht so funktioniert, wie die Eltern das gerne hätten, sondern darum dem Kind zu helfen, nicht überall anzuecken. Und zwar auch im wahrsten Sinne des Wortes. Denn das tun sie nebenbei auch noch, während sie im Klassenzimmer herumlaufen und alle anderen Kinder brav auf ihren Plätzen sitzen. Und wenn sie dann doch mal auf dem Stuhl sitzen bleiben, dann wird solange mit dem Stuhl gekippelt bis dass er umkippt. So, und dann muss das Kind auf dem Boden sitzen, solange bis die Mutter davon erfährt, denn so was ist ja viel zu unwichtig um zu Hause erzählt zu werden, obwohl ansonsten nie eine Pause gemacht wird beim Reden.

@ Jonas, mit Mars/Uranus könntest Du Recht haben, obwohl ich nicht glaube, dass alle die Mars/Uranus in ihrem Horoskop haben auch gleichzeitig ADS haben.
 
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