In letzter Zeit nimmt mein Interesse immer mehr ab. Ich interessiere mich hauptsächlich für das, womit ich konkret etwas anfangen kann. Da forsche ich natürlich weiter nach. Der Rest ist wie Regen, ich achte darauf, dass ich meine Vernunft rasch wieder trockne, damit sie sich nicht erkältet. ^^
Bei mir ist es mal mehr und mal weniger, ein Thema das mich interessiert. Das kann ich dann aber auch über Jahre mal mehr, mal weniger beobachten. Ab einem gewissen Punkt reinige ich meinen Geist aber von den ganzen Weltproblemen, denn es nützt mir nichts die Dinge mit Missmut zu betrachten.
Dann werde ich gleich mal meine widersprüchlichste Ansicht enthüllen: Persönlich bin ich der Meinung, KI sollte in naher Zukunft die Regierungen ersetzen und die Staatsgeschäfte übernehmen, weil sie eine völlig emotional leere Instanz ist. Es war früher schon wichtig, dass Häuptlinge eines Stammes emotional gefestigt waren. Diese Überpopulation und damit einhergehende Oberflächlichkeit jetzt lässt wenig Raum für gesonderte Kriterien.
Wenn ich dich richtig verstehe, willst du eine emotionslose Regierung, da sie jetzt emotional instabil auf dich wirkt?
Ich halte eine Politik ohne ethische Werte, wie es die KI sehr wahrscheinlich sein würde für eine Gefahr.
Politik spielt sich immer um Interessen gewisser Gruppen ab. Von so vielen, dass es unüberschaubar wird. Es ist enorm Komplex. Auch wenn ich die Demokratie nicht für perfekt halte, halte ich sie doch für das beste momentane System. Ich habe viele Abgeordnete des Deutschen Bundestages kennengelernt, mal mehr, mal weniger sympathisch, aber Tauschen wollte ich mit denen nicht. Ich habe auch parteiliche Gespräche mithören können und wie sehr auf die Formulierungen geachtet werden muss, damit die Presse es durch eine falsche Wortwal nicht in Fetzen zerreißt. Wie soll man eine emotionslose Maschine kritisieren, die wahrscheinlich ethisches Verhalten nur einprogrammiert verstehen könnte aber eben keine Lebenserfahrung hat?
KI zu Rate ziehen halte ich für gut, denn mit Quantencomputern werden sehr viele Szenarien gleichzeitig durchgespielt werden können, wozu der Mensch wohl Monate brauchen würde. Aber die Verantwortung vollkommen abzugeben, fände ich nicht gut.
Es ist halt ein fließender Wandel. Dinge wie die Selbstinszenierung ändern sich nicht, die Möglichkeiten sind nur andere.
Ich sehe auch darin einen möglichen Vorteil, dass so einige Dinge so selbstverständlich werden könnten, dass der Fokus wieder auf Wichtigeres verlagert wird.
Wenn etwa Informationen in solcher Hülle und Fülle für jeden verfügbar sind, kann der allseits praktizierte Irrglaube, Wissen sei gleichzusetzen mit Informationsvielfalt, endlich gelüftet werden.
Ich habe nichts gegen die Selbstinszenierung ala Twitter oder Instagram. Mich persönlich nervt es nur, zum Beispiel im Urlaub, wenn ich Fotos machen soll um es anderen zu zeigen, statt den Moment in vollem zu genießen, darin aufzugehen ohne Ablenkung an Medien. Wo ist man denn mit seinen Gedanken usw. wenn man jedes schöne Erlebnis gleich mit dem Teilen verbindet? Das ist etwas das mir nicht gefällt und das ein Verhalten verändert, dadurch das es andere auch tun.
Bei all den Vor- und Nachteilen, die wir im Grunde betrachten wie Gutes und Böses, sehe ich immer noch das Grundprinzip menschlicher Interaktion unverändert:
Das Böse agiert, das Gute regiert.
Was wohl guttun würde in diesem Zeitalter, wäre ein wachsendes Maß an Gelassenheit.
Definitiv, Gelassenheit zu erreichen ist sehr wertvoll.
Naja, seit ich Sokrates und Nietzsche gelesen habe, sehe ich das Böse und das Gute als sehr Komplex, von jeweiligen Bedingungen Abhängig und in politischem Sinne, je nach Interessen gerechtfertigt, allerdings nicht ganzheitlich betrachtet.
In der Anwendung gefallen mir die buddhistische Ableitungen, das eine gute Tat, jemand Anderem gut tut, und eine Böse tat jemand anderem schadet. Aber selbst das ist enorm komplex und mit stetiger Übung und Veränderung der eigenen Interessen sehr ambivalent.
Ich denke eine so große Gruppe von Menschen zu regieren ist nicht möglich damit jeder die Kompromisse verstehen kann, in einem globalen Wettbewerb.
Besser wären viele kleine Gruppen oder Stämme, aber das hat ja damals schon nicht funktioniert.
"Man muss den Frieden im brennenden Haus finden." Darauf läuft es wohl hinaus.