Hallo,
meiner Meinung nach lässt sich der Beruf bzw. das Studium nicht an einem oder zwei Häusern ablesen. Das wäre zu einfach.
Wenn wir davon ausgehen, dass Studium und Beruf der Persönlichkeit Raum für Entfaltung und Entwicklung geben sollen und im Idealfall die richtige Wahl getroffen und der passende Weg gewählt wurde, so muss sich folgerichtig das ganze Radix darin ausdrücken können.
Heißt: Davon auszugehen, dass jemand mit Merkur/Pluto in Haus 9 unbedingt Architektur und jemand mit Merkur/Saturn in 9 Physik und jemand mit Venus in 9 Kunstgeschichte studieren sollte, ist ausgemachter Blödsinn.
Das 9. Haus, um bei diesem Beispiel zu bleiben, steht lediglich dafür, wie wir unseren Geist (Haus 7) darstellen, wie wir unsere mentalen Anlagen präsentieren und wie wir von unseren Kognitionen ausgehend anderen Menschen erscheinen (im Gegensatz zu Haus 3, welches für die motorische Darstellung und die Mimik verantwortlich ist).
Mehr sagt das 9. Haus nicht aus. So wie das 10.Haus für sich auch nicht mehr aussagt als das, was die Person für sich erreichen will bzw. zu was sie sich bestimmt sieht im weiteren wie im engeren Sinne. Den Beruf auf das 10. Haus bzw. auf Haus 6 (und evtl. noch Haus 2) zu reduzieren, ist auch hier gefehlt.
Zusammengefasst: Wenn wir Beruf, Studium und alles andere auch was wir tun, jeweils dazu benutzen möchten, unserer Gesamtpersönlichkeit Ausdruck und Entwicklung zu ermöglichen, so ist es auch nur folgerichtigt, dass das ganze Radix betrachtet werden muss.
Beispiel:
Mond im 5.Haus in Wassermann, Wahrnehmung im Sinne der eigenen Kreativität und Originalität. Man versucht evtl., den Kasperl zu geben.
Opposition zu Merkur in Haus 11: Dies wird versucht, im Sinne einer individuellen Rolle, eines Alleinstellungsmerkmales zu Verarbeiten.
Sonne in Haus 12: Dies wird auf der gesellschaftlichen Ebene dargestellt.
Aus dem beschriebenen könnte man schließen, dass es sich hier um das Potential für einen Kabarettisten handeln könnte, oder auch für einen Künstler, Dichter, Songschreiber oder jemand, der seine Autobiographischen Eindrücke vermitteln möchte.
Hat man das Ziel erfasst, was die Person mit ihrer Radix im Leben ausdrücken möchte, dann erst kann man von einer Studien- oder Berufswahl sprechen. Im fiktiven Beispiel wären es also Publizistik, Schauspiel oder Theaterwissenschaften, evtl. noch Germanistik.
Und das ganze ohne Haus 9 oder Haus 10
MfG,
Ouranos