Es ist traurig, das Homosexuelle so oft als "eigene Sorte Mensch" betrachtet werden.
So etwas wie "Homosexuelle sind super, die mag ich voll gern" finde ich genauso diskriminierend wie negative Sprüche. Menschen, die sich in andere Menschen eigenen Geschlechts verlieben, sind halt Menschen, die sich in andere Menschen eigenen Geschlechts verlieben. Das allein sagt NICHTS über ihr restliches Leben aus, über die Art und das Wesen des einzelnen.
Schließlich ist nunmal jeder ein Individuum und nur aufgrund EINER Gemeinsamkeit mit einem Haufen anderer Leute, gleich auf ein zusammenfassendes Schema wie "die sind alle..." zu schließen, ist hirnrissig.
Das Problem ist das Image, das der homosexuellen Szene anhaftet - der Großteil der Leute hat so richtig schön null Durchblick in die Realität, das sie eben auf hörensagen zurückgreifen und sich daran dann festkrallen.
zB das "sie häufig ihre Partner wechseln". Menschen wechseln von Zeit zu Zeit ihre Partner, ja. Oh, Homosexuelle auch, sind ja Menschen. Allerdings nicht wirklich öfter als andere Menschen im gleichen Alter.
Aber die Vorstellung das in Homokreisen alles so völlig anders wäre als in Heterokreisen ist einfach falsch.
In einem Homoclub gehts nicht anders zu als in einer "normalen" Disko - in beiden gibt es die "Szene", da entstehen halt kleine Dörfchen in denen jeder jeden kennt und wo Partnerwechsel halt immer mal wieder vorkommt - das ist so in einer "Szene", egal in welcher. Das liegt wohl eher an den altersbedingten zwischenmenschlichen Interessen der jeweilgen Szene-inkludierten.
Zwischen einer "normalen" Disko und einem üblichen Homoclub besteht kein Unterschied zwischen den Zwischenmenschlichen Gegebenheiten.
Dazu noch sind längst nicht "alle" Homosexuelle Teil einer solchen Szene - ebenso wenig, wie alle Heterosexuellen Teil irgendeiner "Szene" sind.
Das Image, mit dem sich Homosexuelle rumschlagen müssen, find ich total bescheuert - schon allein der Unterschied zwischen Schwulen und Lesben: Die große Masse sagt: "iiiiieeeh, ein schwuler!" und auf der andern Seite "oh wie geeeiill, ne Lesbe!"
Schwule sind in den Augen der breiten Masse irgendwie "andere Wesen", denen man am besten niemals den Rücken zudreht und die man nicht allein mit Kindern lassen kann, ohne das ihre Schwulheit auf diese irgendwie übergreift.
Lesben sind geile Weiber, ohne jegliche Hemmungen, die es am liebsten mit noch nem Mann dabei tun, die den ganzen Tag lang an nichts als Sex denken.
Selbstverständlich bevorzugen beide ausschließlich irgendwelche abstrakten Sextechniken und sowas wie "zärtliches miteinander schlafen" gibts mal gar nicht - ganz abgesehen von einem geteiltem Leben, Umarmungen, Verständis, Kommunikation, eben alles was zu einer Partnerschaft gehört und nichts mit Sex zu tun hat.
Wirklich schauderhaft, was die Leute so denken.
Und ja, bevor jemand fragt: Ich kenn mich in dieser Szene durchaus ein wenig aus und habe mehrere Freunde und Bekannte, ja auch (indirekte) Verwandte die Homosexuell sind. Ich traue mir da also durchaus zu, ein bisserl mehr Durchblick zu haben.
Die einzigen, die Homosexuelle quer durch die Bank auf ihren Sex reduzieren, sind Heterosexuelle.
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"S/M kann ich nicht übersetzen"
Sado/Maso
Lieben Gruß,
Oktarin