Gestrandeter Wal in der Ostsee


"Für die Einheimischen bedeutet der Kadaver vor allem Ärger, zumal er am beliebtesten und zugänglichsten Strand der Insel liegt."

Dann hat die Rettungsinitiative ein Ärgernis für den Tourismus an der deutschen Küste nach Dänemark verschoben.
 
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Inzwischen haben die Vorbereitungen für die Obduktion bzw. Nekropsie begonnen.
Okay ... der Bereich um den Wal herum ist abgesperrt und mit einem Warnschild versehen.
Die Nekropsie ist erst für kommenden Donnerstag Nachmittag angesetzt.
Der Chef der Feuerwehr schätzt, dass diese voraussichtlich etwa 6 Stunden dauern wird.

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EDIT:

Beim Ziehen des Walkadavers an den Strand fielen übrigens Bartenplatten aus dem Maul.

Wal_Bartenwal-Platten.webp

Auch wenn die Nekropsie eigentlich viel zu spät durchgeführt wird,
zum Glück ist der Kadaver bisher heil geblieben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Stranded No More hat mal grob zusammengefasst, was man mit einer derzeitigen Nekropsie herausfinden kann.
Da gingen sie aber noch davon aus, dass der Wal heute obduziert wird:

Basierend auf dem Zustand des Körpers am 14. Mai schätzten wir, dass der Wal irgendwann zwischen dem 10. und 12. Mai starb. Der 30. Mai wird etwa 3 Wochen nach ihrem Tod sein. Ihr Kadaver befindet sich derzeit auf dem Höhepunkt der Zersetzungsstufe 3, an der Grenze zu Stufe 4 (basierend auf der NOAA-Klassifizierung von Walkadavern). Kurz gesagt wird die Obduktion hauptsächlich etwas über ihre Lebensgeschichte aussagen, aber nicht feststellen können, wie und warum sie starb, da wertvolle Zeit verloren gegangen ist, um diese Fragen zu beantworten.

Was die Obduktion vermutlich zeigen KÖNNTE:
1. Geschlecht — zuverlässig. Innere Keimdrüsen (Eierstöcke/Gebärmutter oder Hoden) sind normalerweise noch identifizierbar; Geschlechtsbestimmung über DNA aus Haut oder Knochen ist ebenfalls möglich.
2. Artenbestätigung und Populationszuordnung — über DNA aus Haut oder Knochen. Die Qualität ist beeinträchtigt, aber noch brauchbar.
3. Ernährungs- / Lebensraumgeschichte — Stabilisotopenanalyse an Haut und Muskel ist relativ unempfindlich gegenüber Zersetzung; diese Gewebe halten besser stand als innere Organe.
4. Ungefähres Alter — anhand von Körpergröße, Knochenverwachsung und je nach Art Ohrstopfen (Bartenwale) oder Zahnwachstumsschichten (Zahnwale), die in diesem Stadium noch entnommen werden können.
5. Mageninhalt — harte/bleibende Gegenstände: Kunststoffe, Fanggeräte, Haken, Leinen, Krebstierschnäbel, Otolithen, Fischknochen. Weiche Beute wird verschwunden sein.
6. Verschluckte Hinweise auf menschliche Interaktion — Fanggeräte im Magen-Darm-Trakt.
7. Skeletttraumata (frisch und alt) — Brüche von Schädel, Rippen, Wirbeln. Wichtig: Akute peri-mortem Frakturen und Propellerschnittspuren können manchmal noch von post-mortem Brüchen und alten verheilten Verletzungen unterschieden werden.
8. Chronische / verheilte Verletzungen — umgebaute alte Frakturen, in den Knochen eingefressene Verhedderungsrillen.
9. Große Parasiten — makroskopische Parasiten könnten noch sichtbar sein, selbst wenn mikroskopische Untersuchungen versagen.


Was die Obduktion vermutlich NICHT (oder nicht zuverlässig) zeigen kann:
1. Weichteilprellungen / frische Blutungen — sehr unzuverlässig. Post-mortem Bluteinsickerung ('Pseudo-Prellung') erschwert die Interpretation; selbst wenn Verfärbungen vorhanden sind, ist es schwierig, echte ante-mortem Traumata zu unterscheiden.
2. Ertrinken / Ersticken — praktisch unmöglich. Dies erfordert frische Lungenpathologie, die selbst bei frischen Walen schwer zu diagnostizieren ist und jetzt verloren ist.
3. Todesursache durch Schiffstreffer — Bestätigung über Blutungen ist nicht möglich.
4. Akustisches / Explosionstrauma (Sprengungen) — Anzeichen von Barotrauma (Innenohrblutungen, Gas-/Fettembolien, Lungenschäden) benötigen frisches Gewebe. Größtenteils nicht mehr nachweisbar.
5. Mikroskopische Erkrankungen / Histopathologie — Autolyse zerstört die Zellstruktur. Infektionen, Myokarditis, Krankheiten auf Zellebene — nicht mehr beurteilbar.
6. Herzerkrankungen — das Herz gehört zu den ersten Organen, die sich zersetzen; funktionelle/mikroskopische Herzdiagnosen sind verloren (grobe Fehlbildungen könnten noch sichtbar sein).
7. Frische (neue) Verhedderungsmarkierungen auf der Haut — durch Abschälen der Haut unkenntlich; nur tiefe Einschnürungswunden, Amputationen oder eingebettetes Gerät würden bestehen bleiben
(Quelle)
 
Originalquellen:
 
Warum eigentlich das? Gab es dafür eine Begründung?
Keine Ahnung. Hab jetzt aber auch nicht weiter nachrecherchiert.

Aber ich denke den Dänen (sie führen das ja durch?) ...
Genau.

... wird an den Ergebnissen der Obduktion nicht so viel liegen, wie Deutschland zum Beispiel..
Das kommt noch dazu.
Die genaue Todesursache wird man jetzt anhand des Gewebes sehr wahrscheinlich kaum noch feststellen können.
Dass einzige, was sie ev. noch erkennen können, sind Frakturen, Schnitte bzw. Beschädigungen am Skelett und Schädel sowie Unverdauliches im Verdauungstrakt, falls vorhanden.
 
Keine Ahnung. Hab jetzt aber auch nicht weiter nachrecherchiert.


Genau.


Das kommt noch dazu.
Die genaue Todesursache wird man jetzt anhand des Gewebes sehr wahrscheinlich kaum noch feststellen können.
Dass einzige, was sie ev. noch erkennen können, sind Frakturen, Schnitte bzw. Beschädigungen am Skelett und Schädel sowie Unverdauliches im Verdauungstrakt, falls vorhanden.

Orf.at schreibt, dass laut einem dänischen Walforscher die Todesursache geklärt werden soll..

Nach der langen Zeit?

Dänemark: Verwesender Wal an Land gezogen - news.ORF.at https://share.google/yV7fsTaRjsWMeSHIp
 
Orf.at schreibt, dass laut einem dänischen Walforscher die Todesursache geklärt werden soll..
Da werden sie vermutlich nur mutmaßen können, es sein denn, sie finden da noch tiefe Verletzungen und Brüche.
Am kommenden Donnerstag liegt der Kadaver ja dann bereits 3 Wochen dort.

Aber mir scheint, für Peter Teglberg Madsen kommt eher eine Todesursache in Frage ... >klick< ...
Ich denke, er geht davon aus, dass sie im Verdauungstrakt Netzreste o.ä. finden werden.
Mal sehen.
 
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