Basierend auf dem Zustand des Körpers am 14. Mai schätzten wir, dass der Wal irgendwann zwischen dem 10. und 12. Mai starb. Der 30. Mai wird etwa 3 Wochen nach ihrem Tod sein. Ihr Kadaver befindet sich derzeit auf dem Höhepunkt der Zersetzungsstufe 3, an der Grenze zu Stufe 4 (basierend auf der NOAA-Klassifizierung von Walkadavern). Kurz gesagt wird die Obduktion hauptsächlich etwas über ihre Lebensgeschichte aussagen, aber nicht feststellen können, wie und warum sie starb, da wertvolle Zeit verloren gegangen ist, um diese Fragen zu beantworten.
Was die Obduktion vermutlich zeigen KÖNNTE:
1. Geschlecht — zuverlässig. Innere Keimdrüsen (Eierstöcke/Gebärmutter oder Hoden) sind normalerweise noch identifizierbar; Geschlechtsbestimmung über DNA aus Haut oder Knochen ist ebenfalls möglich.
2. Artenbestätigung und Populationszuordnung — über DNA aus Haut oder Knochen. Die Qualität ist beeinträchtigt, aber noch brauchbar.
3. Ernährungs- / Lebensraumgeschichte — Stabilisotopenanalyse an Haut und Muskel ist relativ unempfindlich gegenüber Zersetzung; diese Gewebe halten besser stand als innere Organe.
4. Ungefähres Alter — anhand von Körpergröße, Knochenverwachsung und je nach Art Ohrstopfen (Bartenwale) oder Zahnwachstumsschichten (Zahnwale), die in diesem Stadium noch entnommen werden können.
5. Mageninhalt — harte/bleibende Gegenstände: Kunststoffe, Fanggeräte, Haken, Leinen, Krebstierschnäbel, Otolithen, Fischknochen. Weiche Beute wird verschwunden sein.
6. Verschluckte Hinweise auf menschliche Interaktion — Fanggeräte im Magen-Darm-Trakt.
7. Skeletttraumata (frisch und alt) — Brüche von Schädel, Rippen, Wirbeln. Wichtig: Akute peri-mortem Frakturen und Propellerschnittspuren können manchmal noch von post-mortem Brüchen und alten verheilten Verletzungen unterschieden werden.
8. Chronische / verheilte Verletzungen — umgebaute alte Frakturen, in den Knochen eingefressene Verhedderungsrillen.
9. Große Parasiten — makroskopische Parasiten könnten noch sichtbar sein, selbst wenn mikroskopische Untersuchungen versagen.
Was die Obduktion vermutlich NICHT (oder nicht zuverlässig) zeigen kann:
1. Weichteilprellungen / frische Blutungen — sehr unzuverlässig. Post-mortem Bluteinsickerung ('Pseudo-Prellung') erschwert die Interpretation; selbst wenn Verfärbungen vorhanden sind, ist es schwierig, echte ante-mortem Traumata zu unterscheiden.
2. Ertrinken / Ersticken — praktisch unmöglich. Dies erfordert frische Lungenpathologie, die selbst bei frischen Walen schwer zu diagnostizieren ist und jetzt verloren ist.
3. Todesursache durch Schiffstreffer — Bestätigung über Blutungen ist nicht möglich.
4. Akustisches / Explosionstrauma (Sprengungen) — Anzeichen von Barotrauma (Innenohrblutungen, Gas-/Fettembolien, Lungenschäden) benötigen frisches Gewebe. Größtenteils nicht mehr nachweisbar.
5. Mikroskopische Erkrankungen / Histopathologie — Autolyse zerstört die Zellstruktur. Infektionen, Myokarditis, Krankheiten auf Zellebene — nicht mehr beurteilbar.
6. Herzerkrankungen — das Herz gehört zu den ersten Organen, die sich zersetzen; funktionelle/mikroskopische Herzdiagnosen sind verloren (grobe Fehlbildungen könnten noch sichtbar sein).
7. Frische (neue) Verhedderungsmarkierungen auf der Haut — durch Abschälen der Haut unkenntlich; nur tiefe Einschnürungswunden, Amputationen oder eingebettetes Gerät würden bestehen bleiben